Kundus-Affäre Bomben, Lügen, Rücktritte

In der Kundus-Affäre wurde vieles vertuscht, manche Informationen fehlen bis heute. Der Untersuchungsausschuss versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Eine Chronologie

Bei dem Luftangriff in der Nacht zum 4. September wurden zwei Tanklaster zerstört und bis zu 142 Menschen getötet

Bei dem Luftangriff in der Nacht zum 4. September wurden zwei Tanklaster zerstört und bis zu 142 Menschen getötet


Die Vorgeschichte

5. April 2009

Oberst Georg Klein tritt seinen Dienst als Kommandeur des Wiederaufbauteams (PRT) Kundus an. Mit einem feierlichen Spatenstich beginnt der Bau der Mischa-Meier-Brücke über den Kundus-Fluss. Das Bauwerk ist nach einem deutschen Hauptfeldwebel benannt, der im August 2008 durch einen Sprengsatz getötet wurde. Bei der Fahrt zum Fluss kommt es zu einem Zwischenfall: Ein Dingo, ein leicht gepanzertes Fahrzeug der Bundeswehr, wird von Aufständischen mit einer an der Straße versteckten Bombe beschädigt.

Im April

Klein wird über feindliche Kämpfer informiert, die sich im Gebiet des PRT Kundus in einem Lehmhaus verbergen. Amerikanische F-15-Kampfjets sind in der Luft über dem möglichen Zielgebiet. Von einem Gefechtsstand im Feldlager Kundus lenkt Oberfeldwebel Markus W., der als Fliegerleitoffizier den Codenamen "Red Baron" trägt, den Lufteinsatz. Er schlägt Oberst Klein nach Informationen des Stern eine Bombardierung der Hütte vor, doch der lehnt ab.

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29. April

Eine deutsche Patrouille gerät in einen Hinterhalt der Taliban. Die Aufständischen setzen Sprengfallen ein und greifen dann an. Die Bundeswehrsoldaten feuern zurück. Ein 21-jähriger Soldat stirbt, weitere werden verletzt. Es ist der 36. Soldat der Bundeswehr, der seit Beginn des Afghanistaneinsatzes 2001 ums Leben gekommen ist.

Mitte Mai

Die Schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr, die Quick Reaction Force, wird vorübergehend komplett nach Kundus verlegt. Die 400 deutschen Soldaten mit Kampfauftrag sollen Anführer der Aufständischen festnehmen und die unruhige Region befrieden.

6. Juni

In einem Feuergefecht mit Aufständischen werden zwei deutsche Soldaten verletzt. Die Schnelle Eingreiftruppe kommt den Angegriffenen zur Hilfe. Innerhalb von zehn Tagen ist das der fünfte Hinterhalt, in den eine Bundeswehrpatrouille gerät.

Im Juni

Eine Delegation deutscher Verteidigungspolitiker besucht das Feldlager Kundus. Ein Abgeordneter, der dabei war, berichtet ZEIT ONLINE, dass einige Soldaten den Politikern durch martialisch Auftreten aufgefallen seien. Ein Leutnant wurde den Besucher stolz als erster deutscher Offizier vorgestellt, "der nach dem Zweiten Weltkrieg einen Trupp in ein Gefecht geführt hat". Oberst Klein schildern die Abgeordneten als "besonnenen Offizier". Andere Soldaten wirkten auf die Parlamentarier "verroht".

27. Juli

Die neue Taschenkarte der Bundeswehr, auf der die Einsatzregeln der Bundeswehr zusammengefasst sind, erlaubt nun das offensive Vorgehen gegen Aufständische. Deutsche Soldaten dürfen nun auch zu erst schießen, um Angriffe abzuwehren.

6. August

Bei einem Sprengstoffanschlag auf einer Bundeswehr-Kolonne wird ein Soldat lebensgefährlich verletzt. Die Zahl der Attentate auf deutsche Soldaten in der Region Kundus nimmt dramatisch zu.

10. August

Der neue Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal warnt, dass die Taliban immer stärker würden. Sie bedrohten nun auch den Norden Afghanistans, der nicht mehr komplett als sicher gelte.

27. August

Aufständische beschießen einen US-Konvoi mit Panzerfäusten. Die Soldaten müssen ein beschädigtes Fahrzeug zurücklassen, vier Männer werden verletzt. Die Amerikaner alarmieren die Verbündeten. Im Feldlager Kundus lenkt Oberfeldwebel Markus W. einen Lufteinsatz der Amerikaner. Ein US-Bomber erreicht mit seiner Hilfe den Ort des Überfalls und sichtet das brennende Militärflugzeug und mehrere Bewaffnete. Laut Stern befiehlt Oberst Klein die Bombardierung – obwohl der Pilot seine Bedenken geäußert hat, weil in der Nähe eines Hauses steht.

Nach Informationen von ZEIT ONLINE aus Kreisen der Verteidigungspolitiker war der amerikanische Luftschlag in deutschem Befehl bis dahin der vierte, den allein "Red Baron" lenkte. Der fünfte von ihm gesteuerte Lufteinsatz wird wenige Tage später zwei Tanklaster bei Kundus treffen.

Ende August

Bei einem Anschlag mit zwei Tanklastwagen sterben in der Region Kandahar mindestens 40 Menschen. Der Bundesnachrichtendienst (BND) informiert die Bundeswehr über Attentatspläne der Taliban gegen das PRT Kundus. Mit Lkws und Autos voller Sprengstoff wollten die Aufständischen Betonbarrieren und Wälle um das Lager zerstören, dann sollten Kämpfer in das Camp eindringen. Oberst Klein soll von diesen Plänen gewusst haben.

Die Militäroperation "Aragon" beginnt in der Region Kundus. Zwei deutsche Kompanien und die afghanische Armee gehen gegen Taliban vor. Die Bundeswehr wird mit Panzerabwehrraketen und Schnellfeuerwaffen beschossen. Die Soldaten töten mindestens drei Aufständische, zwei Deutsche werden verletzt. Kommandeur Oberst Klein sorgt sich um die Sicherheit des Feldlagers.

 

Die Sicherheitslage in der Provinz Kundus ist feindselig und nicht beruhigt, die Aufständischen sind sehr aktiv

2. September

Eine Bedrohungsanalyse der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) erscheint. Sie warnt: "Die Sicherheitslage in der Provinz Kundus ist feindselig und nicht beruhigt, die Aufständischen sind sehr aktiv." Die Isaf-Analyse ergänzt ähnlich lautende Geheimdienstberichte. Die Regionalführung der Bundeswehr befürchtet einen Angriff auf das Feldlager.

Deutscher und afghanischer Geheimdienst, das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) und andere Nato-Eliteeinheiten haben die Taliban-Gruppe von Maulawi Schamsuddin als größte Gefahr für die Isaf ausgemacht. Schamsuddin führt die Taliban im Norden. Er steht auf einer Nato-Liste von Zielpersonen, die gefangen genommen oder eliminiert werden sollen.

Leser-Kommentare
  1. nicht "materialistisch"?

    Natürlich bin ich in die Informationen zu dem Vorfall nicht richtig eingearbeitet, bzw. sie stehen mir auch nicht alle zur Verfügung und selbst dann bräuchte man sicher viele Tage oder Wochen, um wirklich einen Überblick zu bekommen, was da los war.
    Dennoch kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, dass direkt nach der Bombardierung gezielt Ermittlungen behindert wurden und der Tatort aufgeräumt wurde, und zwar so lange es irgend ging.

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    • joG
    • 26.02.2010 um 9:50 Uhr

    .....und ob sie geschönt dargestellt wurde das eigentlich interessante.

    Interessant ist die Frage, ob die Bundeswehr diese Art Einsatz überhaupt durfte. Sollte die BW mit kriegsähnlichen Mitteln gegen Taliban vorgehen? War es also doch ein Marschbefehl zum Krieg? Wie waren die Einsatzvorgaben aus Berlin? Wer hatte den Befehl Krieg zu machen gegeben? War es das Parlament oder war es das Kabinett?

    Redaktion

    Da haben Sie natürlich Recht. Ich habe die Stelle korrigiert. Dank für den Hinweis.

    • joG
    • 26.02.2010 um 9:50 Uhr

    .....und ob sie geschönt dargestellt wurde das eigentlich interessante.

    Interessant ist die Frage, ob die Bundeswehr diese Art Einsatz überhaupt durfte. Sollte die BW mit kriegsähnlichen Mitteln gegen Taliban vorgehen? War es also doch ein Marschbefehl zum Krieg? Wie waren die Einsatzvorgaben aus Berlin? Wer hatte den Befehl Krieg zu machen gegeben? War es das Parlament oder war es das Kabinett?

    Redaktion

    Da haben Sie natürlich Recht. Ich habe die Stelle korrigiert. Dank für den Hinweis.

  2. ZEIT: "Eine Delegation deutscher Verteidigungspolitiker besucht das Feldlager Kundus."

    Realität: "Eine Gruppe Gefechtsfeldtouristen aus dem dt. Bundestag nutzt die Gelegenheit, einmal auf Steuerzahlerkosten in Afghanistan Abenteuerurlaub zu machen."
    Erläuterung: Ein Phänomen das 1995 mit IFOR begann. Ein großer Teil des Bundeswehr-Flugsprits wurde damals verblasen, um für diese Klientel Rundflüge zu den Sehenswürdigkeiten Bosnien-Herzegowinas zu organisieren, also Vukovar, Sarajevo, Osijek, etc. Je kaputter, desto interessanter.
    Verteidigungspolitiker nennt man übrigens jene Abgeordnete, deren Hauptsponsor die Rüstungslobby ist. Sie sorgen dafür, daß viel Geld aus dem knappen Wehretat an die Industrie fließt, die dafür im Gegenzug unbrauchbare Produkte wie EF2000, NH90, TIGER oder A400M den Soldaten auf den Hof stellt.

    Soldaten sind für diese Leute eher unwichtig, deswegen waren sie auch überrrascht, keine gutgelaunten Entwicklungshelfer vorzufinden, sondern "martialisch" aussehende Soldaten. Daß man mit Gefechtshelm, Schutzweste, Waffe und Munition nun mal so aussieht...

    ZEIT: "Andere Soldaten wirkten auf die Parlamentarier "verroht"".
    Realität: Aufgrund des ständigen Beschusses, eigener Verluste und der Diskrepanz zwischen Realität und Ministerworten waren die Soldaten eher unwillig, den Politikerphrasen mit der erwarteten Ehrfurcht zu begegnen.

    Ansonsten fällt ihre "Chronologie" lediglich durch zahlreiche Rechtschreibfehler auf.

    MfG

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    • M.M.
    • 26.02.2010 um 12:36 Uhr

    Herzlichen dank für Ihren Beitrag, er spricht mir voll aus dem Herzen.
    Als Soldat in Afghanistan wäre ich über die lauwarme Unterstützung (?) der profilneurotische Aussen- und Sicherheitspolitiker im Bundestag zutiefst empört.

    • M.M.
    • 26.02.2010 um 12:36 Uhr

    Herzlichen dank für Ihren Beitrag, er spricht mir voll aus dem Herzen.
    Als Soldat in Afghanistan wäre ich über die lauwarme Unterstützung (?) der profilneurotische Aussen- und Sicherheitspolitiker im Bundestag zutiefst empört.

  3. Vukovar und Osijek liegen natürlich in Kroatien, waren aber von bosnisch-serbischen Kräften erobert und dabei weitgehend zerstört worden. Erst in der Operation "Sturm" zur Rückeroberung der Krajina durch kroatische Truppen wurde die frühere Grenzziehung wiederhergestellt.

    MfG

  4. Die Strecke zwischen dem Bundeswehrstützpunkt
    36°39'41.04"N 68°54'22.03"E
    und dem Bombardierungspunkt
    36°36'48.20"N 68°52'35.51"E
    beträgt 7 km Luftlinie.

    Nach Angaben des Spiegel
    http://www.spiegel.de/pol...

    wurden die LKW 2 km vom BW-Stützpunkt entführt
    36°39'39.16"N 68°53'10.40"E

    und fuhren dann Richtung SSO -in Richtung Kabul.

    Von der Straße nach Kabul sind die LKW dann wohl nach 5.7 km in ein unbezeichnetes Dorf ( 36° 37' 7.59", 68° 53' 18.54" )abgebogen um die Furt durch den Kundusfluß zu erreichen.

    Warum und wo die LKW auf der Straße nach Kabul "gewendet" haben sollen geht aus dem Artikel nicht hervor.

    Der Ort "Angor Boch" ist weder Google Earth noch Microsofts Bing bekannt.

    Folge ich Ihrem Artikel, dann wurden die LKW auf der Straße nach Kabul entführt, ob vor - oder nach dem Abbiegpunkte - spielt keine Rolle.

    Zitat:
    "Gegen 20.00 Uhr stecken die beiden Tanklaster endgültig im Sand fest.."

    "Die Taskforce verfügt über mehrere afghanische Informanten. Eine von ihnen ruft am Vormittag seinen Nachrichtenoffizier, einen KSK-Mann, an und meldet, dass Talibankämpfer die Laster entführt haben und diese feststecken."

    Zu diesem Zeitpunkt - und mit der Information, daß die beiden LKW versuchen sich von der Hauptstraße weg und über die unsichere Furt zu bewegen - hätte jedem Strategen klar sein müssen, daß es sich hier nicht mehr um einen geplanten Angriff handeln kann - sondern ein simpler Treibstoffdiebstahl vorliegen muß.

  5. Ich möchte den interessierten Zeit-Online Leser bitten sich das Lagebild einmal auf einer Karte anzuschauen.
    ( Geben Sie in Google Maps oder Earth oder Microsoft Bing einfach die Koordinaten o.a. ein )

    Zweite Frage:
    Im Bundeswehrstützpunkt waren zum Zeitpunkt des Diebstahls mehrere hundert gut ausgerüstete Soldaten stationiert.

    Der um 20:00 gemeldete vergebliche Fluchtversuch der beiden LKW in einer Furt kann nicht lokalisiert werden.

    Erst gegen 24:00 werden die LKW im Kundus-Fluß lokalisiert ?

    Ich möchte an die Entfernung des BW Stützpunktes erinnern.
    Es sind 7 km.

    Der angebliche Informant hätte vielleicht doch den Dorfnamen an der Furt erwähnen können.

    Es sind 10 Minuten Fahrzeit vom Stützpunkt aus.

    Der Ort der Furt war anhand der Angaben des sogenannten Informanten und der Karte sofort erkennbar.

    Meiner Vorstellung nach verfügt die BW und die KSK über gepanzerte Fahrzeuge und Nachtsichtgeräte.

    Die Aufklärung vor Ort hätte innerhalb einer Viertelstunde durch BW oder KSK erfolgen können.

    Es waren genügend BW und KSK Truppen vor Ort, den mißlungenen Treibstoffdiebstahl innert 30 Minuten zu verifizieren und auffällige Beteiligte festzunehmen.

  6. "Um 1:35 gibt Oberst Klein über den Fliegerleitfeldwebel "Red Baron" den Befehl, die Bomben abzuwerfen."

    "1:52*: Oberst Klein, "Red Baron" und ein KSK-Offizier verfolgen im Gefechtsstand der Taskforce 47 auf dem Rover-Gerät die Bombardierung."

    "Um 2:28, nachdem der Rauch über der Furt verzogen ist, klären die F15-Kampfjets die Bombardierungsstelle auf. Sie sichten getötete und fliehende Menschen."

    Wie gesagt - der Bombardierungspunkt ist keine 7 km Luftlinie vom Stützpunkt enfernt.
    Die BW und das KSK verfügen über gepanzerte Fahrzeuge und Nachsichtausrüstung.

    Spätestens um 02:15 hätten Bodentruppen der BW und KSK vor Ort sein können.

    Nach dem Abwurf von 227 kg Sprengstoff , anhand mehrerer Überflüge kalibriert, sollte die Gefahr von Gegenwehr recht gering sein.

    "Um 2:28, .. klären F15-Kampfjets die Bombardierungsstelle auf. Sie sichten getötete und fliehende Menschen."

    Spätestens jetzt hätte wohl jeder vernünftige Mensch wenigstens einmal einen Rotkreuzwagen zur Bombardierungsstelle hingeschickt.

    "Gegen 12.00 Uhr, rund zehn Stunden nach der Bombardierung, erreichen Feldjäger aus Kundus den Tatort."

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    1. Es sind zwar alle Soldaten bewaffnet, in Afghanistan sind aber effektiv gerade ca. 400 Soldaten der Kampftruppe. Und die sind in AF, nicht im PRT Kundus.
    2. An der Furt wurden mind. 45 bewaffnete Menschen gezählt.
    3. Um diese Stelle mit Bodentruppen zu nehmen, ist folgende rechnung aufzumachen:
    mind 100 Mann Angriffstruppe (2 fache Überzahl gegenüber demn Gegner ist Minimum, um eine Sicherheit für die eigenen Soldaten zu haben).
    mind. ein Zug (30 Mann) als Reserve
    Da der Angriff in feindliches Gebiet geht, ist Flankenschutz und Schutz des rückwärtigen Raums notwenig. Ansatz dafür: mind. weitere 120 Mann.
    Summe:
    100 30 120 = 250 Mann, das sind 62,5% aller deutschen Kampftruppen. Abgesehen davon, daß in den Lagern jeweils Schutz zurück bleiben muß (vielleicht ist so eine Aktion ein Ablenkungsmanöver) war und ist es unmöglich, diese Leute so schnell an einem Ort zusammen zu ziehen. Wichtig zu wissen ist auch, daß der Deutsche Generalstab(manche nennen ihn auch Bundestag)den Einsatz von Schützepanzern ablehnt, um nicht zu martialisch auftreten. Offensichtlich ist dem Generalsstab .. ähh Bundestag in vorauseilendem Wissen die Psyche einen Afghanen mehr wert als die Gesundheit und/oder das Leben einen eigenen Soldaten.
    Übrigens, warum sollte man das Risiko eingehen, daß die LKW's doch weider Fahrbar gemacht werden können? Müssen woir hier sportlich agieren?Weiterhin zum Thema Krankenwagen: Diese werden von den Taliban bevorzugt beschossen. Das tue ich meinen Sanis nicht an

    1. Es sind zwar alle Soldaten bewaffnet, in Afghanistan sind aber effektiv gerade ca. 400 Soldaten der Kampftruppe. Und die sind in AF, nicht im PRT Kundus.
    2. An der Furt wurden mind. 45 bewaffnete Menschen gezählt.
    3. Um diese Stelle mit Bodentruppen zu nehmen, ist folgende rechnung aufzumachen:
    mind 100 Mann Angriffstruppe (2 fache Überzahl gegenüber demn Gegner ist Minimum, um eine Sicherheit für die eigenen Soldaten zu haben).
    mind. ein Zug (30 Mann) als Reserve
    Da der Angriff in feindliches Gebiet geht, ist Flankenschutz und Schutz des rückwärtigen Raums notwenig. Ansatz dafür: mind. weitere 120 Mann.
    Summe:
    100 30 120 = 250 Mann, das sind 62,5% aller deutschen Kampftruppen. Abgesehen davon, daß in den Lagern jeweils Schutz zurück bleiben muß (vielleicht ist so eine Aktion ein Ablenkungsmanöver) war und ist es unmöglich, diese Leute so schnell an einem Ort zusammen zu ziehen. Wichtig zu wissen ist auch, daß der Deutsche Generalstab(manche nennen ihn auch Bundestag)den Einsatz von Schützepanzern ablehnt, um nicht zu martialisch auftreten. Offensichtlich ist dem Generalsstab .. ähh Bundestag in vorauseilendem Wissen die Psyche einen Afghanen mehr wert als die Gesundheit und/oder das Leben einen eigenen Soldaten.
    Übrigens, warum sollte man das Risiko eingehen, daß die LKW's doch weider Fahrbar gemacht werden können? Müssen woir hier sportlich agieren?Weiterhin zum Thema Krankenwagen: Diese werden von den Taliban bevorzugt beschossen. Das tue ich meinen Sanis nicht an

  7. "Spätestens um 02:15 hätten Bodentruppen der BW und KSK vor Ort sein können."

    "Spätestens jetzt [02:28]hätte wohl jeder vernünftige Mensch wenigstens einmal einen Rotkreuzwagen zur Bombardierungsstelle hingeschickt."

    Ihre Schlußfolgerungen sind abenteuerlich. Sie waren offensichtlich noch nie in einem Kriegs- oder Krisengebiet. Aber vielleicht sollten deutsche Kommandeure in Afghanistan tatsächlich risikofreudiger werden, denn deutsche Soldaten als Geiseln der Taliban hatten wir bislang noch nicht. Und auch die Anzahl der gefallenen deutschen Soldaten läßt sich mit Ihnen als strategischem Ratgeber sicher mühelos steigern (sagt Ihnen IED etwas?).

    Im übrigen sollten Sie die ZEIT-Chronik nicht als Grundlage für Ihre Spekulationen nutzen. Diese Mischung aus Mutmaßungen, Halbwahrheiten und Rechtschreibfehlern ist dafür nicht geeignet.

    MfG

    • joG
    • 26.02.2010 um 9:50 Uhr

    .....und ob sie geschönt dargestellt wurde das eigentlich interessante.

    Interessant ist die Frage, ob die Bundeswehr diese Art Einsatz überhaupt durfte. Sollte die BW mit kriegsähnlichen Mitteln gegen Taliban vorgehen? War es also doch ein Marschbefehl zum Krieg? Wie waren die Einsatzvorgaben aus Berlin? Wer hatte den Befehl Krieg zu machen gegeben? War es das Parlament oder war es das Kabinett?

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