Streit Libyen lässt EU-Bürger nicht mehr einreisen

Aus der EU dürfen künftig nur noch Briten nach Libyen einreisen. Als Grund wird ein Streit zwischen dem nordafrikanischen Land und der Schweiz vermutet.

EU-Bürger, die derzeit am Flughafen Tripoli landen, erleben eine unschöne Überraschung. Sofern sie nicht Briten sind, wird ihnen die Einreise neuerdings verwehrt

EU-Bürger, die derzeit am Flughafen Tripoli landen, erleben eine unschöne Überraschung. Sofern sie nicht Briten sind, wird ihnen die Einreise neuerdings verwehrt

Libyen erteilt mit sofortiger Wirkung keine Einreise-Visa mehr an EU-Bürger - mit der Ausnahme von Briten. "Es stimmt. Diese Entscheidung ist gefallen. Keine Visa für Europa, außer für Großbritannien", sagte ein auf Anonymität bestehender Vertreter des Flughafens. Gründe für die Entscheidung wurden nicht genannt.

Das italienische Außenministerium bestätigte die Angaben und sprach von einer Vergeltungsmaßnahme für die Entscheidung der Schweiz, eine Liste mit 180 von einem Einreiseverbot betroffenen Libyern zu veröffentlichen. Betroffen seien alle Länder der Schengen-Zone, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Von der libyschen Regierung war zunächst keine Bestätigung zu erhalten.

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Libyen und die Schweiz liegen seit fast anderthalb Jahren im Dauerstreit. Zwei Schweizer Geschäftsleute waren im Juli 2008 in dem nordafrikanischen Land festgesetzt worden, nachdem in Genf ein Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar Gadhafi und seine Frau kurzzeitig unter dem Vorwurf der Misshandlung zweier Hotelangestellter festgenommen worden waren. Libyen bestreitet einen Zusammenhang zwischen beiden Vorgängen.

Die Zeitung Oea, die einem anderen Gadhafi-Sohn nahesteht, hatte berichtet, Libyen werde die Erteilung von Visa für Bürger aus den Ländern des Schengen-Abkommens beenden. Zum Schengen-Raum, in dem unkontrolliertes Passieren der Grenzen möglich ist, gehört auch die Schweiz, die nicht Mitglied der Europäischen Union ist.


 

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn wir nicht willkommen sind, fahren wir eben nicht!
    Und Geschaefte? Werden gemacht, wie vorher. Da hat auch
    aus Lybien niemand Geschaefte mit uns gemacht, weil er uns
    so gern hat, sondern nur weil man handfeste Vorteile sah.
    Auf jeden Fall sollten wir uns (in diesem Fall!)mit den Schweizern solidarisch zeigen

  2. ich möchte da sowieso nicht hinreisen, nicht mal geschenkt

    weder strafe noch sanktion, sondern schutz der europäer vor den unberechenbaren auswüchsen des diktators

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    • Guido3
    • 15.02.2010 um 17:02 Uhr

    Landschaftlich und kulturell ist Libyen viel reizvoller als das benachbarte Tunesien oder Gran Canaria - beides sind in den gleichen Breitengraden Ziele für Millionen Europäer.

    Aber natürlich verliert Libyen derzeit viel an Anziehungskraft, wenn man befürchten muss, als Spielball politischer Interessen monatelang festgesetzt zu werden.

    • Guido3
    • 15.02.2010 um 17:02 Uhr

    Landschaftlich und kulturell ist Libyen viel reizvoller als das benachbarte Tunesien oder Gran Canaria - beides sind in den gleichen Breitengraden Ziele für Millionen Europäer.

    Aber natürlich verliert Libyen derzeit viel an Anziehungskraft, wenn man befürchten muss, als Spielball politischer Interessen monatelang festgesetzt zu werden.

  3. .... Bankgeheimnis hin oder her.

    • leon1
    • 15.02.2010 um 16:46 Uhr

    als teil der EU ansieht. Das deckt sich mit der Selbstwahrnehmung vieler Britten die nichts mit dem Kontinent am Hut haben.
    Oder liefern die britischen Ruestungsfirmen gerade nach Lybien
    und sollen dabei nicht gestoert werden?

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    • MOS
    • 15.02.2010 um 17:22 Uhr

    Manchmal hilft genaues Lesen möglichen Verschwörungstheorien vorzubeugen. Da Großbritannien kein Mitglied des Schengenraums ist, wurde es konsequenterweise auch nicht in Lybiens "Vergeltungsmaßnahme" einbezogen.

    • MOS
    • 15.02.2010 um 17:22 Uhr

    Manchmal hilft genaues Lesen möglichen Verschwörungstheorien vorzubeugen. Da Großbritannien kein Mitglied des Schengenraums ist, wurde es konsequenterweise auch nicht in Lybiens "Vergeltungsmaßnahme" einbezogen.

    • Guido3
    • 15.02.2010 um 17:02 Uhr

    Landschaftlich und kulturell ist Libyen viel reizvoller als das benachbarte Tunesien oder Gran Canaria - beides sind in den gleichen Breitengraden Ziele für Millionen Europäer.

    Aber natürlich verliert Libyen derzeit viel an Anziehungskraft, wenn man befürchten muss, als Spielball politischer Interessen monatelang festgesetzt zu werden.

    Antwort auf "libyen??"
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    >>Aber natürlich verliert Libyen derzeit viel an Anziehungskraft, wenn man befürchten muss, als Spielball politischer Interessen monatelang festgesetzt zu werden.<<

    Im schlimmsten Fall werden einem durch Folter falsche Geständnisse abgepresst und man auf dieser Grundlage zum Tode verurteilt.

    >>Aber natürlich verliert Libyen derzeit viel an Anziehungskraft, wenn man befürchten muss, als Spielball politischer Interessen monatelang festgesetzt zu werden.<<

    Im schlimmsten Fall werden einem durch Folter falsche Geständnisse abgepresst und man auf dieser Grundlage zum Tode verurteilt.

    • MOS
    • 15.02.2010 um 17:22 Uhr
    6. Lesen

    Manchmal hilft genaues Lesen möglichen Verschwörungstheorien vorzubeugen. Da Großbritannien kein Mitglied des Schengenraums ist, wurde es konsequenterweise auch nicht in Lybiens "Vergeltungsmaßnahme" einbezogen.

  4. ...ich glaube nicht...

    Eher umgekehrt - Libyen kann potenzielle Einnahmen verlieren...

  5. Wer will in ein Land reichen, das Europäer von Staatswegen als Geiseln nimmt? Man erinnere ich nur an die Ungarischen Krankenschwestern oder die verschleppten Schweizer.

    Wie wäre es mit einem "dito". Libyer dürfen auch nicht einreisen. Ach nein, wir bekommen ja Öl. Verdamt!

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