Münchner SicherheitskonferenzChinas Yang – freundlich, aber knallhart

Chinas Außenminister kritisiert in München die USA. Wenn sich Yang Jiechi von den Floskeln löst, tritt er auf wie der Vertreter einer Weltmacht.

Der chinesische Außenminister Yang Jiechi wird in München vom Vorsitzenden der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, begrüßt

Der chinesische Außenminister Yang Jiechi wird in München vom Vorsitzenden der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, begrüßt

Es war "The Speech", was der chinesische Außenminister zur Eröffnung der 40. Münchner Sicherheitskonferenz in fast perfektem Englisch von sich gab – die Standardrede, die man in diesen Tagen überall aus chinesischem Munde hört: Das Reich der Mitte als bescheidenes, lernwilliges und kooperatives Mitglied der Weltgemeinschaft.

China sei trotz doppelstelligen Wachstums ein sehr armes Land, die Nummer 104 im Ranking der Pro-Kopf-Einkommen, sagte Yang. Ein Entwicklungsland sei es, das noch viele Generationen brauche, um den westlichen Standard zu erreichen. Deshalb benötige es eine "friedliche internationale Umgebung". "Stärke und Hegemonie" sei nicht der Wille des chinesischen Volkes. Die chinesische Rüstung (sie wächst jährlich doppelstellig) sei "allein für die Selbstverteidigung" da.

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Es folgten die üblichen Begriffe aus dem Repertoire des Gutstaatentums: Multilateralismus, Zusammenarbeit, Demokratie (damit meinte der das demokratische Prinzip im "Umgang der Nationen untereinander"). Dazu "Konsultation unter Gleichen", "gleichberechtigte Teilnahme" und "Respekt für gegenseitige Sicherheitsinteressen". Natürlich auch "gegenseitiges Lernen".

Heiklere Fragen auf der Welt-Tagesordnung wurden zunächst gleichermaßen vage und slogandurchtränkt behandelt. Nordkoreanische Atomwaffen? "Nun bietet sich wieder eine Gelegenheit, die Sechs-Parteien-Gespräche zu beleben." Afghanistan? Auch China finde Drogen und Terror problematisch. Also werde es mit der "internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten". Zu welchem Zweck und mit welchen Mitteln verriet der Außenamtschef nicht.

Iran und die Atomwaffen? Die im Saal versammelten Würdenträger, inklusive der deutschen Verteidigungs- und Außenminister, spitzten die Ohren. Aber es blieb bei der vertrauten Leier. Gerade jetzt, in dieser "kritischen Etappe", müsse man die "diplomatischen Anstrengungen verdoppeln". Zugleich müsse man "geduldig" sein, auf dass eine "langfristige Lösung durch Verhandlungen" zustande komme. China werde eine "konstruktive Rolle" spielen. Zwischen den Zeilen war klar wie seit eh und je: keine chinesische Sanktionen.

Klima? China sei doch schon so brav gewesen, indem es den Energie-Einsatz relativ zum Bruttosozialprodukt von 1990 bis 2005 um 46 Prozent gesenkt habe (die entsprechende Absenkung im Westen war vielfach rasanter, darf man hinzufügen). Auf jeden Fall suche China (dies mit Blick auf die Blockade-Politik in Kopenhagen) keine Konfrontation, sondern auch auf diesem Gebiet nur Kooperation.

Das wäre es gewesen, brav und konziliant, wenn der Versammlungsleiter nicht noch ein paar Fragen zugelassen hätte. Wieso habe Peking denn so harsch auf die US-Waffenlieferungen (6,4 Milliarden Dollar) an Taiwan reagiert, fragte ein Franzose aus einem "neuen Gefühl der Stärke"?

Leserkommentare
  1. Sehr geehrter Herr Yang,
    ich würde gerne in der VRChina über die Besetzung Tibets durch die VRChina und über den Dalai Lama auf der Strasse diskutieren wollen.
    MfG
    Dborrmann

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    Das China Tibet in die Freiheit entläßt ist genau so unwahrscheinlich wie das sich Israel in die Grenzen von 1948 zurückzieht.

    • joG
    • 06.02.2010 um 10:21 Uhr

    ....und in jedem Land beschränkt, wo kulturelle Tabus betroffen sind. In manchen Ländern mehr (Iran, China, Nord Korea) in anderen weniger. Hier darf man nicht mit Kopftuch Unterricht halten oder im Lokal das Horst Wessel Lied grölen, dort darf man nicht sagen, dass China eine Parteiendiktatur ist oder die Uiguren Freiheitskämpfer seien.
    Wichtiger wird sein, wie wir mit einem Land umgehen wollen, das sehr kraftvoll wird, alle internationalen Bestrebungen verhindern kann und letztlich in Konzepten der Reiche des 19ten Jahrhunderts denkt.

    Das China Tibet in die Freiheit entläßt ist genau so unwahrscheinlich wie das sich Israel in die Grenzen von 1948 zurückzieht.

    • joG
    • 06.02.2010 um 10:21 Uhr

    ....und in jedem Land beschränkt, wo kulturelle Tabus betroffen sind. In manchen Ländern mehr (Iran, China, Nord Korea) in anderen weniger. Hier darf man nicht mit Kopftuch Unterricht halten oder im Lokal das Horst Wessel Lied grölen, dort darf man nicht sagen, dass China eine Parteiendiktatur ist oder die Uiguren Freiheitskämpfer seien.
    Wichtiger wird sein, wie wir mit einem Land umgehen wollen, das sehr kraftvoll wird, alle internationalen Bestrebungen verhindern kann und letztlich in Konzepten der Reiche des 19ten Jahrhunderts denkt.

  2. Das China Tibet in die Freiheit entläßt ist genau so unwahrscheinlich wie das sich Israel in die Grenzen von 1948 zurückzieht.

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    wie das Rom untergeht, die Griechischen Götter stürzen, die Pest besiegt wird oder (für Nerds) das jemals jemand mehr als 640K Speicher braucht.

    Wenn Geschichte uns was sagt, dann das nichts, absolut nichts fest und unveränderbar ist (ausser das nichts an sich wahrscheinlich).

    Ja! auch ein Herr Yang weiss inzwischen das China etwas zu sagen hat und ja auch die chinesen haben die Sprache der Diplomatie gelernt. Herr Yang macht hier nichts was nicht unzählige Politiker vor Ihm zu vielen Gelegenheiten nicht auch gemacht hätten. Er lügt das sich die Balken biegen!

    Was soll er den sagen? "Ihl veldammten Kapitalisten wil welden euch allen billige Schuhe velkaufen?" Wär sicher lustig anzuhören aber auch ein Westentaschenpolitiker würde das wohl für keine gute idee halten.

    So bleibt nur eins festzuhalten. Die chinesen sind nicht nur wirtschaftlich und militärisch auf dem Weg zu einer Weltmacht, auch politisch machen Sie fortschritte.

    Doch wem das Angst macht! der soll sich zwei Zitate nochmal zu gemüte führen "Konkurrenz belebt das Geschäft" und "viel Feind viel Ehr".

    Wir müssen nur dafür sorgen, dass wir das beste daraus machen denn, ein gigantischer Markt wartet auf eine formidable Exportnation.

    Ja, das stimmt. Obwohl es einen Unterschied gibt: China wäre es wenigstens möglich, Tibet in die Freiheit zu entlassen.

    wie das Rom untergeht, die Griechischen Götter stürzen, die Pest besiegt wird oder (für Nerds) das jemals jemand mehr als 640K Speicher braucht.

    Wenn Geschichte uns was sagt, dann das nichts, absolut nichts fest und unveränderbar ist (ausser das nichts an sich wahrscheinlich).

    Ja! auch ein Herr Yang weiss inzwischen das China etwas zu sagen hat und ja auch die chinesen haben die Sprache der Diplomatie gelernt. Herr Yang macht hier nichts was nicht unzählige Politiker vor Ihm zu vielen Gelegenheiten nicht auch gemacht hätten. Er lügt das sich die Balken biegen!

    Was soll er den sagen? "Ihl veldammten Kapitalisten wil welden euch allen billige Schuhe velkaufen?" Wär sicher lustig anzuhören aber auch ein Westentaschenpolitiker würde das wohl für keine gute idee halten.

    So bleibt nur eins festzuhalten. Die chinesen sind nicht nur wirtschaftlich und militärisch auf dem Weg zu einer Weltmacht, auch politisch machen Sie fortschritte.

    Doch wem das Angst macht! der soll sich zwei Zitate nochmal zu gemüte führen "Konkurrenz belebt das Geschäft" und "viel Feind viel Ehr".

    Wir müssen nur dafür sorgen, dass wir das beste daraus machen denn, ein gigantischer Markt wartet auf eine formidable Exportnation.

    Ja, das stimmt. Obwohl es einen Unterschied gibt: China wäre es wenigstens möglich, Tibet in die Freiheit zu entlassen.

    • reven
    • 05.02.2010 um 21:05 Uhr

    "Wir schätzen die Redefreiheit", sagte Yang.
    -------------------------------
    Der uigurische Dichter Nurmuhammed Yasin hatte eine Kurzgeschichte " Wildtaube " geschrieben, in der die Ich-Erzählerin, eine Taube, von Menschen gefangen und in einen Käfig eingesperrt wird und lieber Selbstmord begeht, als ihre Freiheit aufzugeben. Yasin wurde für diese Kurzgeschichte im Jahr 2004 von der chinesischen Regierung zu 10 Jahren Haft verurteilt, in einem Prozess hinter verschlossenen Türen, wegen " Anstiftung zum uigurischen Seperatismus ".

  3. wie das Rom untergeht, die Griechischen Götter stürzen, die Pest besiegt wird oder (für Nerds) das jemals jemand mehr als 640K Speicher braucht.

    Wenn Geschichte uns was sagt, dann das nichts, absolut nichts fest und unveränderbar ist (ausser das nichts an sich wahrscheinlich).

    Ja! auch ein Herr Yang weiss inzwischen das China etwas zu sagen hat und ja auch die chinesen haben die Sprache der Diplomatie gelernt. Herr Yang macht hier nichts was nicht unzählige Politiker vor Ihm zu vielen Gelegenheiten nicht auch gemacht hätten. Er lügt das sich die Balken biegen!

    Was soll er den sagen? "Ihl veldammten Kapitalisten wil welden euch allen billige Schuhe velkaufen?" Wär sicher lustig anzuhören aber auch ein Westentaschenpolitiker würde das wohl für keine gute idee halten.

    So bleibt nur eins festzuhalten. Die chinesen sind nicht nur wirtschaftlich und militärisch auf dem Weg zu einer Weltmacht, auch politisch machen Sie fortschritte.

    Doch wem das Angst macht! der soll sich zwei Zitate nochmal zu gemüte führen "Konkurrenz belebt das Geschäft" und "viel Feind viel Ehr".

    Wir müssen nur dafür sorgen, dass wir das beste daraus machen denn, ein gigantischer Markt wartet auf eine formidable Exportnation.

  4. wer sich china etwas genauer anzuschauen gewillt ist, wird nicht umhin kommen, in ihm ein entwicklungsland in der klassischsten form zu erkennen. zweistellige wachstumsraten selbst in krisenzeiten, so beeindruckend und erschreckend sie fuer den westen auch klingen moegen, zeugen in erster linie von unterentwicklung und grossem nachholpotential. china ist ein land auf messers schneide, reiche kuestenstreifen im osten und riesige bettelarme gebiete im westen und im zentrum. kann china ein jaehrliches wachstum von mindestens 8% nicht halten, droht dem land der finanzielle kollaps. die folge waeren hunderte von millionen arbeitslose, denen die regierung die "eiserne reisschuessel" nicht mehr fuellen koennte wie bisher. die endkonsequenz waeren ein auseinanderbrechen des riesenreiches und endlose fluechtlingsstroeme nach europa. will der westen das verantworten? ueberdies hat china einen erdrueckenden anspruch darauf, sich von den 'ehemaligen' imperialmaechten des westens nicht weiter bevormunden zu lassen, waren es doch ziemlich genau die selben akteure, die das friedliche reich aus egoistischen wirtschaftlichen interessen in 2 jahrhunderte krieg, spaltung, diktatur und hungersnot geritten haben. zudem ist es immer wieder verblueffend,mit welcher unverfrorenheit "der westen" umweltschutz und menschenrechte anmahnt, wo er selbst nichts als abu ghraib, 4% CO2-reduktion oder elektrischem stuhl anzubieten hat.

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    ... wieder mal der Unsinn vom bösen Kolonialismus.

    Niemand hat China mehr geschadet als Mao, der dafür in den gleichgeschalteten Medien immer noch als Vater der Nation verehrt wird.

    Auch heute vieles ohne die KP besser, vor allem weniger Aufstände wegen Staatswillkür und Korruption.

    Im übrigen braucht China keinen elektrischen Stuhl, vollzieht es doch jedes Jahr die meisten Todesurteile der Welt. Und von den chinesischen Folterknechten könnten sicher auch die Leute in Abhu Graib noch was lernen.

    Aber eines hat Herr Yang ganz treffend ausgedrückt: "Wir schätzen die Redefreiheit"... im Westen natürlich, wo man ungehindert chinesischen Propaganda machen kann.

    • reven
    • 05.02.2010 um 22:19 Uhr

    Zitat:
    "ueberdies hat china einen erdrueckenden anspruch darauf, sich von den 'ehemaligen' imperialmaechten des westens nicht weiter bevormunden zu lassen, waren es doch ziemlich genau die selben akteure, die das friedliche reich aus egoistischen wirtschaftlichen interessen in 2 jahrhunderte krieg, spaltung, diktatur und hungersnot geritten haben."

    Also war das Kaisereich der Qing Ihrer Meinung nach ein "fridliches Reich"?

    Hier ein paar Beispiele:
    Genozid an den Dzungar-Mongolen---Die Feldzüge des Qing-Reiches 1756-57 führten zur Vernichtung von 80 Prozent der Dzungar-Mongolen.[1]

    Das Volk der Dzungar existierte seitdem nicht mehr.

    Bei der Niederschlagung muslimischer Aufstände im 19. Jahrhundert haben die Qing-Truppen ein derartiges Gemetzel angerichtet, dass sich die Zahl der Muslime nahezu halbierte.[2]

    [1]
    http://www4.gu.edu.au:808...

    [2]
    http://www.asienhaus.de/p...

    ... wieder mal der Unsinn vom bösen Kolonialismus.

    Niemand hat China mehr geschadet als Mao, der dafür in den gleichgeschalteten Medien immer noch als Vater der Nation verehrt wird.

    Auch heute vieles ohne die KP besser, vor allem weniger Aufstände wegen Staatswillkür und Korruption.

    Im übrigen braucht China keinen elektrischen Stuhl, vollzieht es doch jedes Jahr die meisten Todesurteile der Welt. Und von den chinesischen Folterknechten könnten sicher auch die Leute in Abhu Graib noch was lernen.

    Aber eines hat Herr Yang ganz treffend ausgedrückt: "Wir schätzen die Redefreiheit"... im Westen natürlich, wo man ungehindert chinesischen Propaganda machen kann.

    • reven
    • 05.02.2010 um 22:19 Uhr

    Zitat:
    "ueberdies hat china einen erdrueckenden anspruch darauf, sich von den 'ehemaligen' imperialmaechten des westens nicht weiter bevormunden zu lassen, waren es doch ziemlich genau die selben akteure, die das friedliche reich aus egoistischen wirtschaftlichen interessen in 2 jahrhunderte krieg, spaltung, diktatur und hungersnot geritten haben."

    Also war das Kaisereich der Qing Ihrer Meinung nach ein "fridliches Reich"?

    Hier ein paar Beispiele:
    Genozid an den Dzungar-Mongolen---Die Feldzüge des Qing-Reiches 1756-57 führten zur Vernichtung von 80 Prozent der Dzungar-Mongolen.[1]

    Das Volk der Dzungar existierte seitdem nicht mehr.

    Bei der Niederschlagung muslimischer Aufstände im 19. Jahrhundert haben die Qing-Truppen ein derartiges Gemetzel angerichtet, dass sich die Zahl der Muslime nahezu halbierte.[2]

    [1]
    http://www4.gu.edu.au:808...

    [2]
    http://www.asienhaus.de/p...

  5. laender, die es selbst in 20 jahren nicht geschafft haben, in einigen ihrer oestlichen provinzen (bundeslaendern) der jugend ausreichend demokratie zu vermitteln, sollten einem land mit 1'500 millionen einwohnern etwas zeit fuer diese grosse aufgabe zugestehen. china hat in den 30 jahren nach mao enorm viel demokratie und wohlstand erreicht. im selben zeitraum hat der westen das gleiche mass an demokratie und wohlstand eingebuesst. als erfolgsmodell kann er daher wohl nicht mehr dienen, eher als auslaufmodell. der trick, den der westen nicht versteht, ist, dass man als zwerg nicht auf einen riesen herabsehen kann.

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    • Cia
    • 05.02.2010 um 23:57 Uhr

    Was uns Doraemon sagen will ist, das China im Begriff steht vom Lebenszeil zum Paradies zu werden. Das Land hat alle Rechte für sein Handeln und geht auf schnellstmöglichem Wege auch den Besten. Ein Primus nicht nur in der wirtschaftlichen sondern auch der sozialen und gerechten Weise.
    Mao muss wohl ein Japaner gewesen sein, Abu Ghraib hat jeder zu verantworten und der elektrische Stuhl ist das eigentliche westliche Wappentier.

    Gruß,
    ich geh jetzt in mein Luftbett

    • Cia
    • 05.02.2010 um 23:57 Uhr

    Was uns Doraemon sagen will ist, das China im Begriff steht vom Lebenszeil zum Paradies zu werden. Das Land hat alle Rechte für sein Handeln und geht auf schnellstmöglichem Wege auch den Besten. Ein Primus nicht nur in der wirtschaftlichen sondern auch der sozialen und gerechten Weise.
    Mao muss wohl ein Japaner gewesen sein, Abu Ghraib hat jeder zu verantworten und der elektrische Stuhl ist das eigentliche westliche Wappentier.

    Gruß,
    ich geh jetzt in mein Luftbett

  6. ... wieder mal der Unsinn vom bösen Kolonialismus.

    Niemand hat China mehr geschadet als Mao, der dafür in den gleichgeschalteten Medien immer noch als Vater der Nation verehrt wird.

    Auch heute vieles ohne die KP besser, vor allem weniger Aufstände wegen Staatswillkür und Korruption.

    Im übrigen braucht China keinen elektrischen Stuhl, vollzieht es doch jedes Jahr die meisten Todesurteile der Welt. Und von den chinesischen Folterknechten könnten sicher auch die Leute in Abhu Graib noch was lernen.

    Aber eines hat Herr Yang ganz treffend ausgedrückt: "Wir schätzen die Redefreiheit"... im Westen natürlich, wo man ungehindert chinesischen Propaganda machen kann.

    • reven
    • 05.02.2010 um 22:19 Uhr

    Zitat:
    "ueberdies hat china einen erdrueckenden anspruch darauf, sich von den 'ehemaligen' imperialmaechten des westens nicht weiter bevormunden zu lassen, waren es doch ziemlich genau die selben akteure, die das friedliche reich aus egoistischen wirtschaftlichen interessen in 2 jahrhunderte krieg, spaltung, diktatur und hungersnot geritten haben."

    Also war das Kaisereich der Qing Ihrer Meinung nach ein "fridliches Reich"?

    Hier ein paar Beispiele:
    Genozid an den Dzungar-Mongolen---Die Feldzüge des Qing-Reiches 1756-57 führten zur Vernichtung von 80 Prozent der Dzungar-Mongolen.[1]

    Das Volk der Dzungar existierte seitdem nicht mehr.

    Bei der Niederschlagung muslimischer Aufstände im 19. Jahrhundert haben die Qing-Truppen ein derartiges Gemetzel angerichtet, dass sich die Zahl der Muslime nahezu halbierte.[2]

    [1]
    http://www4.gu.edu.au:808...

    [2]
    http://www.asienhaus.de/p...

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    • LJA
    • 06.02.2010 um 0:39 Uhr

    haben die Chinesischen Herrscher früherer Jahrhunderte den Krieg als legitimes Mittel zur Machterweiterung betrachtet, wie die in Europa auch.
    Allerdings muss man durchaus attestieren, dass China seit über 2000 Jahren relativ geringe machtpolitische Ambitionen gezeigt hat. Tatsächlich ruhte das Land in dieser Hinsicht weitgehend in sich selbst und hat dabei nur geringe Versuche unternommen, sich systematisch die Herrschaftsbereiche anderer Völker und Kulturen anzueignen. Dies im Gegensatz zum antiken Griechenland, Rom, den verschiedenen Persischen Reichen oder dem Osmanischen Reich, Frankreich, Deutschland, Großbritannien oder der Sowjet-Union, die letztlich alle an Selbstüberschätzung und Überdehnung zu Grunde gingen. Gleiches gilt für den Mongolensturm, der zwar von China ausging, aber halt nicht von den Han-Chinesen.
    Die Gründe dafür sind vielfältig. Ausschlaggebend dürfte dabei auch eine gewisse Selbstgefälligkeit gewesen sein, die es verhinderte, dass man außerhalb des eigenen Reiches irgend etwas eroberungswürdiges wähnte. Dies führte oft zu einer gewollten Selbstisolation, der dann im 15. Jahrhundert z.B. die Expeditionsflotte des Admirals Zheng He zum Opfer fiel, die aber auch große Kriegszüge nach außerhalb minimierte.
    Tatsächlich sieht die heutige Landkarte Chinas weitgehend so aus, wie schon zur Zeit der späten Ming-Dynastie. Die Quing wurden diesbezüglich in der Tat etwas aktiver, aber das war eher eine späte Gegenreaktion auf die Mongolische Invasion im 13. Jhdt.

    • LJA
    • 06.02.2010 um 0:39 Uhr

    haben die Chinesischen Herrscher früherer Jahrhunderte den Krieg als legitimes Mittel zur Machterweiterung betrachtet, wie die in Europa auch.
    Allerdings muss man durchaus attestieren, dass China seit über 2000 Jahren relativ geringe machtpolitische Ambitionen gezeigt hat. Tatsächlich ruhte das Land in dieser Hinsicht weitgehend in sich selbst und hat dabei nur geringe Versuche unternommen, sich systematisch die Herrschaftsbereiche anderer Völker und Kulturen anzueignen. Dies im Gegensatz zum antiken Griechenland, Rom, den verschiedenen Persischen Reichen oder dem Osmanischen Reich, Frankreich, Deutschland, Großbritannien oder der Sowjet-Union, die letztlich alle an Selbstüberschätzung und Überdehnung zu Grunde gingen. Gleiches gilt für den Mongolensturm, der zwar von China ausging, aber halt nicht von den Han-Chinesen.
    Die Gründe dafür sind vielfältig. Ausschlaggebend dürfte dabei auch eine gewisse Selbstgefälligkeit gewesen sein, die es verhinderte, dass man außerhalb des eigenen Reiches irgend etwas eroberungswürdiges wähnte. Dies führte oft zu einer gewollten Selbstisolation, der dann im 15. Jahrhundert z.B. die Expeditionsflotte des Admirals Zheng He zum Opfer fiel, die aber auch große Kriegszüge nach außerhalb minimierte.
    Tatsächlich sieht die heutige Landkarte Chinas weitgehend so aus, wie schon zur Zeit der späten Ming-Dynastie. Die Quing wurden diesbezüglich in der Tat etwas aktiver, aber das war eher eine späte Gegenreaktion auf die Mongolische Invasion im 13. Jhdt.

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