USA Obama trifft Dalai Lama im Verborgenen
Das Verhältnis China-USA ist angespannt, doch Barack Obama hat den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen – um Peking zu beschwichtigen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Wer ein Publicity trächtiges Treffen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Das Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem Dalai Lama fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Obama empfing den Religionsführer auch nicht im Oval Office, wo Staats- und Regierungschefs normalerweise empfangen werden, sondern im angrenzenden "Kartenzimmer". Mit diesem Minimal-Protokoll wollte Obama Peking beschwichtigen, denn die chinesische Führung ist über den Besuch äußerst verärgert. Ein Sprecher des State Departement sprach von "komplexen Beziehungen" zu China.
Doch Obama nahm eine diplomatische Verstimmung mit der Volksrepublik China in Kauf, obwohl die Chinesen mit Sanktionen gegen amerikanische Firmen gedroht hatten. Peking wirft dem im Exil lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter vor, die Abspaltung Tibets von China zu betreiben. Umfangreiche US-Waffenlieferungen an Taiwan sowie anhaltende Differenzen über Handels- und Währungsfragen belasten die Beziehungen zusätzlich. Die USA werfen China vor, die kulturellen und religiösen Rechte der Tibeter zu missachten. Sie werben für einen Dialog mit dem Dalai Lama, der häufig die Vereinigten Staaten bereist. Für Spannungen sorgt zudem das Thema Internet-Freiheit in China.
Offenbar aus Protest gegen das Treffen zeigte China dem US-Flugzeugträger USS Nimitz und rund 5000 US-Matrosen in Hongkong die kalte Schulter. Entgegen sonstigen Gepflogenheiten wollten chinesische Militärs dem Schiff keinen Besuch abstatten, berichtete die South China Morning Post. Der Flugzeugträger und vier Begleitschiffe waren kurz zuvor zu einem viertägigen Besuch eingetroffen.
China-Experten in Washington sehen allerdings ungeachtet der zunehmenden Spannungen zwischen Peking und den USA keine dramatische Zuspitzung voraus. "Beiden Seiten wollen jeden ernsthaften Bruch vermeiden", sagte Prof. Robert Barnett von der Columbia Universität in New York. Allerdings gebe sich Peking "immer selbstbewusster auf der internationalen Bühne" und dulde keine Einmischung in der Tibet-Frage.
Über den Inhalt des Gesprächs in Washington wurde zunächst nichts bekannt. Obama hatte zuvor die Hoffnung auf einen konstruktiven Dialog mit dem Verfechter der Menschenrechte für das tibetische Volk geäußert. Mitarbeiter des Dalai Lama erklärten, das geistige Oberhaupt der Tibeter informiere Obama über die Lage in seiner Heimat und den Stand der Gespräche mit China.
Obama hatte sich noch im vergangenen November geweigert, mit dem Dalai Lama während dessen USA-Aufenthalts zusammenzukommen. Damals wollte Obama vermeiden, kurz vor seiner Asien- und Chinareise die Führung in Peking zu verärgern. Seit Obamas Amtsbeginn vor einem Jahr hatte Washington die Kritik an der Menschenrechtspolitik Chinas deutlich gedämpft. Gemeinsame Interessen wie das Vorgehen gegen die Weltwirtschaftskrise und gegen den Klimawandel hätten Vorrang, hieß es in Washington zur Begründung.
Der Dalai Lama lebt seit seiner Flucht aus Tibet 1959 im Norden Indiens im Exil. Er setzt sich für eine größere Autonomie Tibets ein. Obamas Vorgänger hatten den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen.
- Datum 18.02.2010 - 20:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 12
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Ich empfinde Chinas Politik als absolut peinlich. Wenn dieses Land die nächste Weltmacht werden soll (bzw. schon halb ist) kommen dunkle Zeiten. Wie kann es überhaupt sein, dass so etwas nicht mit einem Aufruf der Empörung kommentiert wird? Was glaubt die chin. Regierung eigentlich wer sie sind!?
Was glaubt die chin. Regierung eigentlich wer sie sind!?
Chinesen.
Was glaubt die chin. Regierung eigentlich wer sie sind!?
Chinesen.
Ein Flugzeugträger zu Besuch bei Hong - Kong, Waffen für Taiwan, bestimmte Leute haben endlich bemerkt das wir keine große China brauchen, aber mehrere Sinto-Statten. Desto mehrere (20 klare unterschidliche Volks leben in China)desto besser.
Ich denke, der Artikel zeigt sehr gut, wer die Internationale Politik der Zukunft mitbestimmen wird. Und auch für den Weltfrieden entscheidend sein wird: Die Beiehung der beiden zukünftigen Weltmächte USA und - China.
Und der Artikel zeigt, dass China immer selbstbewusster wird, sich weder bei Gebietsstreitigkeiten noch im Bereich der Justiz, um die Menschenrechte mal vorsichtig ausudrücken. Die VR China ist wirtschaftlich deutlich erstarkt, und wird diese Macht zunehmend auch politisch umsetzen. Ich bin gespannt, wie die Beziehungen sich weiterentwickeln werden... und hoffe sie werden mehr kooperativ als konfrontativ sein. Jedoch denke ich dass, dank der Globalisierung und Chinas immer stärkere Einbindung in die Weltwirtschaft und -politik größere Konflikte verhindern werden, vor allem wenn man bedenkt, dass die Volksrepublik um ihre Legitimation kämpft. Denn stellen wir uns mal vor, was geschehen wird, wenn die USA und die EU China die Tore verschließt?
Das wird pekings regierung zu verhindern wissen.
viereggtext - Lassen dann mal glatt einen offiziellen Besuch fallen, protestieren gegen jeden Versuch Tibets Besetzung als illegal zu betrachten. Und der US-Präsident muss in seinen Riten reagieren, damit Peking nicht hustet... Jaja, wenn China nicht diese irrsinnigen Dollarreserven hätte...
Obama(USA)instrumentalisiert die Tibet frage.
China könnte auch ähnlich vorgehen(zB Iran oder terorismus usw).es wäre klug konfrontation zu vermeiden(aber unvermeidlich)
Was glaubt die chin. Regierung eigentlich wer sie sind!?
Chinesen.
So verhält sich letztlich - leider - jeder Staat mit genügend Einfluss.
Hätte ein deutscher Bundeskanzler vor einigen Jahren Fidel Castro ganz offiziell eingeladen und mit den üblichen Staatsehren empfangen: Sie können sich sicher sein, dass die USA sofort nach der Ankündigung ihre Muskeln hätten spielen lassen um das zu verhindern.
In diesem Fall ist Chinas Verhalten zwar vielleicht peinlich - Obamas Einknicken aber auch.
einst wird eine Macht aus dem Norden kommen, diese wird erst Tibet einnehmen und dann die ganze Welt!
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