Afghanistan Militär startet Großoffensive gegen Taliban
Internationale und afghanische Truppen sind in eine der Hochburgen der Radikalislamisten eingerückt. Mit 15.000 Soldaten ist es die größte Militäraktion seit 2001.
© Patrick Baz/AFP/Getty Images

Scharfschützen, sogenannte Sniper, der US-Marines nordwestlich der Stadt Mardscha
Im Süden Afghanistans haben US-geführte Truppen die lang angekündigte Offensive gegen die letzte große Taliban-Hochburg in der Provinz Helmand begonnen. Nach eigenen Angaben stoßen sie dabei zunächst auf wenig Gegenwehr. Die afghanischen und internationalen Soldaten seien nach Beginn der Operation "Muschtarak" (Gemeinsam) zu Fuß, in Lastwagen und mit Hubschraubern in den Distrikt Mardscha einmarschiert, sagte ein Armeesprecher. Die Taliban würden bislang nur "minimalen Widerstand" leisten. Die Region Mardscha ist ein wichtiges Anbaugebiet für Opium.
In der Stadt Mardscha leben rund 80.000, im ganzen Bezirk rund 125.000 Menschen. Bereits im Vorfeld verließen viele Einwohner die Stadt, um der Gewalt zu entgehen, unzählige weitere wurden von den Taliban in den vergangenen Tagen an der Flucht gehindert. In Flugblättern und über Lautsprecher forderten die Nato-Streitkräfte die Zivilbevölkerung auf, nach Beginn der Offensive in ihren Häusern zu bleiben. Sie betonten in ihren Botschaften immer wieder, sie seien gekommen, um Mardscha von Terroristen zu befreien. Gleichzeitig warnten sie die Bevölkerung davor, Taliban bei sich zu beherbergen.
Wie viele Aufständische noch in der Stadt waren, war unklar. Schätzungen schwankten zwischen 400 und 1000. Sie zu besiegen, wird nach Nato-Angaben einige Wochen dauern. Eines der größten Probleme dürften nach Einschätzung der US-geführten Truppen dabei die unzähligen in der Region versteckten Sprengsätze der Aufständischen sein.
Mardscha ist fest in unter Kontrolle von Taliban und Drogenhändlern, die seit Jahren dort gemeinsame Sache machen – Opium gehört zu den Haupteinnahmequellen der Aufständischen. Mit ihrer Offensiven verfolgen die Nato-Truppen und ihre afghanischen Verbündeten die Strategie, die Taliban endgültig aus den Gebieten zu vertreiben und Schritt für Schritt unter Kabuls Kontrolle zu stellen.
Dem Vernehmen nach sollen nach dem Ende der Offensive bis zu 1000 afghanische Polizisten in die Region kommen und dabei helfen, ein ziviles System mit Schulen, Krankenhäusern und normaler Rechtssprechung einzurichten. Die Bauern soll zudem dabei unterstützt werden, ihren Anbau von Opium auf normale Feldfrüchte umzustellen.
Im Gegensatz zu früheren Offensiven wurde der Angriff auf Mardscha lange im Voraus öffentlich angekündigt. Die Nato hofft, dass deswegen viele Taliban-Kämpfer die Flucht ergreifen oder sich ergeben werden. Zudem ist die Bevölkerung dieses Mal nicht aufgefordert worden, das Kampfgebiet zu verlassen.
Die etwa 100.000 Menschen blieben ihrerseits aus Angst vor Sprengfallen der Islamisten in ihren Häusern. "Wir haben keine Jets oder Panzer", sagte Taliban-Kommandeur Kari Fasluddin der Nachrichtenagentur Reuters vor dem Beginn der Offensive. "Aber wir haben bereits Hunderte von Sprengfallen am Straßenrand gelegt, um den Invasoren hohe Verluste zuzufügen."
Mit der neuen Strategie versucht das US-Militär die Fehler zu vermeiden, die 2004 bei der Einnahme von Falludscha im Irak begangen wurden. Damals wurden große Teile der Stadt zerstört.
- Datum 13.02.2010 - 10:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 50
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.....wo ist der deutsche Beitrag? Gibt es ihn nicht, oder wird er nur nicht erwähnt?
Immerhin schien es konsensfähig, dass Aufbau usw nur möglich ist, wo befriedet wurde und so gewonnene Quasiruhe gehalten wird.
Mit "Quasiruhe" meinen Sie eigentloch die Friedhofsruhe, die den amerikanischen Truppen gewöhnlich folgt, oder?
Nun - wie es scheint, haben die Amerikaner die Taliban diesesmal hinreichend gewarnt und wie zu erwarten reagieren diese entsprechend: das Gelände verminen und dann ausweichen und eine direkte Konfrontation vermeiden. Und dann? Die Amerikaner tummeln sich eine zeitlang in der Gegend und wenn sie wieder gehen, kommen die Taliban zurück. Sollten die Amerikaner das Gebiet hingegen beständig stark besetzt halten, nehmen sich die Taliban halt die Nachbarregion vor.
Das Ganze ist keine Offensive - es ist eine Laufübung ... wo sehen Sie da die Aufgabe der Bundeswehr? Im Wanderschuhe verteilen?
Mit "Quasiruhe" meinen Sie eigentloch die Friedhofsruhe, die den amerikanischen Truppen gewöhnlich folgt, oder?
Nun - wie es scheint, haben die Amerikaner die Taliban diesesmal hinreichend gewarnt und wie zu erwarten reagieren diese entsprechend: das Gelände verminen und dann ausweichen und eine direkte Konfrontation vermeiden. Und dann? Die Amerikaner tummeln sich eine zeitlang in der Gegend und wenn sie wieder gehen, kommen die Taliban zurück. Sollten die Amerikaner das Gebiet hingegen beständig stark besetzt halten, nehmen sich die Taliban halt die Nachbarregion vor.
Das Ganze ist keine Offensive - es ist eine Laufübung ... wo sehen Sie da die Aufgabe der Bundeswehr? Im Wanderschuhe verteilen?
Die olympischen Spiele galten früher als heilig. Während das olympische Feuer brannte, ruhten alle Kampfhandlungen. Heute jedoch wird am Eröffnungstag der Spiele, wenn das Feuer entzündet wird, die größte Offensive eines Krieges gestartet. Was für ein Symbol für unsere Zeit.
... doch nicht Ihr Ernst!
Was hat Weltpolitik mit Terminen kommerzieller Sportveranstaltungen zu tun???
... doch nicht Ihr Ernst!
Was hat Weltpolitik mit Terminen kommerzieller Sportveranstaltungen zu tun???
... doch nicht Ihr Ernst!
Was hat Weltpolitik mit Terminen kommerzieller Sportveranstaltungen zu tun???
Mit "Quasiruhe" meinen Sie eigentloch die Friedhofsruhe, die den amerikanischen Truppen gewöhnlich folgt, oder?
Nun - wie es scheint, haben die Amerikaner die Taliban diesesmal hinreichend gewarnt und wie zu erwarten reagieren diese entsprechend: das Gelände verminen und dann ausweichen und eine direkte Konfrontation vermeiden. Und dann? Die Amerikaner tummeln sich eine zeitlang in der Gegend und wenn sie wieder gehen, kommen die Taliban zurück. Sollten die Amerikaner das Gebiet hingegen beständig stark besetzt halten, nehmen sich die Taliban halt die Nachbarregion vor.
Das Ganze ist keine Offensive - es ist eine Laufübung ... wo sehen Sie da die Aufgabe der Bundeswehr? Im Wanderschuhe verteilen?
....halten, nehmen sich die Taliban halt die Nachbarregion vor"
Das hört sich an wie jede Verbrechensbekämpfung. Sollten wir daher jeden Versuch aufgeben?
....halten, nehmen sich die Taliban halt die Nachbarregion vor"
Das hört sich an wie jede Verbrechensbekämpfung. Sollten wir daher jeden Versuch aufgeben?
"Was hat Weltpolitik mit Terminen kommerzieller Sportveranstaltungen zu tun"
Soe haben den Grundgedanken von Olympia nicht wirklich verstanden ... oder halt desaströse Geschchtskenntnisse. Nicht, dass es am Ende beides ist?
Um die Frage oben aufzugreifen: Die Operation wir von Briten, Amerikanern und Afghanen betrieben. Sie staffelt sich in 4 Phase: 1. Umstellen der Stadt und Kontaktaufnahme zu lokalen Mittelmännern zum vorwarnen 2. Aktiver Kampf um die Stadt 3. installieren von lokalen Authoritäten 4. Nachhaltiger Aufbau der Region.
Das nur als Randinformation. Zum Sinn: Nun über den Sinn lässt sich wohl wie immer vortrefflich streiten. Der offizielle Sprecher der EInsatzkräfte hat klar gemacht, dass der Erfolg der Mission nicht daran gekoppelt ist möglich viele Taliban zu töten, sondern die Stadt von den Taliban zu befreien und eine massive afgahnische Schutztruppe in Form von Polizei und Militär in dieser Region unterzubringen. Wie erfolgreich das sein wird, wird die Zeit zeigen.
...an wie die Strategie, die Deutschland vertritt. Warum sind dann keine deutschen Truppen im Feld? Bei verantwortlicher Partnerschaft würde man doch mindestens 2.000 Bundeswehrler einbringen müssen. Ist das wieder ein Ausdruck feigen Free Ridertums?
...an wie die Strategie, die Deutschland vertritt. Warum sind dann keine deutschen Truppen im Feld? Bei verantwortlicher Partnerschaft würde man doch mindestens 2.000 Bundeswehrler einbringen müssen. Ist das wieder ein Ausdruck feigen Free Ridertums?
"ziviles System mit Schulen, Krankenhäusern und normaler Rechtssprechung" und "normale Feldfrüchte". Es gibt sie also doch, militärische Normalzivilsysteme. Es fehlt nur die normale Demokratie, also, egal was man ankreuzt es kommt immer das Gleiche raus.
Ich bin unglaublich stolz auf unsere westliche Toleranz, unseren Stabilisierungseinsatz und unsere Sniper. Nato Scharfschützen sind ja auch nicht hinterhältig, so wie die Scharfschützen des Gegners. Unsere Scharfschützen sind Helden und keine Scharfrichter ohne Urteil. Es gibt keine Mordlisten, denn es herrscht ja Krieg oder auch nicht, je nach Notwendigkeit. Es gibt keinen Kommissarbefehl, keine Tötungslisten. Alles läuft nach eigenem guten westlichen Recht und Gesetz oder eigenem Gutdünken. Die Afghanen sind die fremden Eroberer und die westlichen Militärs sind die eigentlichen Ureinwohner Afghanistans.
Mein Gott, endlich normale Rechtsprechung, etwa wie bei uns? Die selbsternannte Elite macht die Gesetze im Sinne der Wirtschaftselite. Wer Recht spricht ist doch dann Nebensache.
Fazit: Der Westen ist normal, der Rest der Welt ist vollkommen neben der Spur. War eigentlich nicht anders zu erwarten, keine Spur von Kulturchauvinismus. Ja, so sind sie eben unsere uneigennützigen Eliten.
....halten, nehmen sich die Taliban halt die Nachbarregion vor"
Das hört sich an wie jede Verbrechensbekämpfung. Sollten wir daher jeden Versuch aufgeben?
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