Mittlerer Osten Saudi-Arabiens verschlungener Weg in die ZukunftSeite 2/2
So wechselte Abdullah im vergangenen Jahr nicht nur den Chef der Religionspolizei aus und berief eine Frau zur Vize-Bildungsministerin, sondern er krempelte auch den 21-köpfigen Rat der islamischen Rechtsgelehrten um, das mächtigste Instrument der frommen Hardliner. Erstmals sind nun auch die liberaleren islamischen Rechtsschulen wieder vertreten. Im September weihte er die King Abdullah University of Science and Technology ein. Mit einem Stiftungskapital von zehn Milliarden Dollar will er diese in die Liga der 100 besten Lehranstalten der Welt katapultieren, die von den USA dominiert wird; Deutschland ist mit sechs Universitäten vertreten. Auch in anderen Teilen Saudi-Arabiens werden Hochschulen gebaut. In der Nähe des Flughafens von Riyadh markieren 200 Kräne das Areal, auf dem demnächst die neue Frauenuniversität für 40.000 Studentinnen stehen soll.
Vor zwei Jahren hatte die Weltbank dem saudischen Schulsystem ein blamables Zeugnis ausgestellt. Im Mittleren Osten rangierte es auf einem der letzten Plätze – noch schlechter als Ägypten und gefolgt von Dschibuti, dem Irak und Marokko. "Ausbildung sollte eigentlich die Köpfe erhellen, bei uns hat sie sie verdunkelt", beklagt Mohammed al Zulfa, 65, der zwölf Jahre lang im Schura-Rat saß, einer Art Parlament mit 150 Mitgliedern, die alle vom König ernannt sind. Ein Drittel der Schul- und Studienzeit gingen bisher für Koranauslegung und Scharia-Unterricht drauf. Statt Vokabeln zu lernen, büffeln saudische Schüler Suren und Episoden aus dem Leben des Propheten Mohammed. Jahrzehntelang galten die religiös überladenen Curricula als sakrosankt.
Al Zulfa weiß, dass er sich Missverständnissen aussetzt, aber für ihn ist der 11. September 2001 bis heute "ein Glück für Saudi-Arabien": "Weil wir endlich damit konfrontiert wurden, dass wir ein Problem mit der Religion haben." Wäre die Gesellschaft damals nicht wachgerüttelt worden, "diese Leute hätten uns alle in die Hölle gebracht", sagt der Politikprofessor, aus dessen Heimatregion die Hälfte der saudischen Attentäter stammte und der für seinen Vorschlag, Frauen den Führerschein zu erlauben, Morddrohungen erhielt. Für den vierfachen Vater, der im britischen Cambridge promovierte, ist die entscheidende Zäsur der 20. November 1979. Damals besetzten radikale Gotteskrieger die große Moschee in Mekka. Zwei Wochen dauerten die Kämpfe, Hunderte Pilger starben, am Ende lag das zentrale Heiligtum des Islam teilweise in Trümmern. Das Königreich war in seinen Grundfesten erschüttert und reagierte mit einem ebenso fundamentalen wie reaktionären Kurswechsel. Die Gewalttäter exekutieren, ihre geistigen Brandstifter befrieden, lautete fortan die Marschroute. Und so wurde in puncto religiöse Strenge kräftig nachgearbeitet. Frauen mussten sich verschleiern, Männer ließen sich Bärte wachsen, selbst auf den Dörfern erschienen Religionspolizisten. Und bald waren die Jungen konservativer als die Alten. "Meine Mutter ging ganz selbstverständlich in die Schule und meldete uns Kinder zum Unterricht an", erinnert sich Mohammed al Zulfa. Heute dagegen dürfen Frauen noch nicht einmal alleine zum Klassenlehrer gehen und fragen, wie es mit ihren Kindern läuft.
Das Reformprogramm ist vor allem eine Initiative des Königs. Bürgerbeteiligung ist nicht vorgesehen, politische Opposition gar unerwünscht. "Es gibt keine Parteien und kein politisches System, nur sehr wenige Saudis sind bereits, sich politisch zu engagieren", beklagt Fouad Farhan, als Blogger in Saudi-Arabien eine Berühmtheit. Auf 20 bis 100 schätzt er die Zahl der Aktivisten im ganzen Land. "Nur ganz wenige wagen es, den Mund aufzumachen, auch wenn es in der Bevölkerung eine weit verbreitete Frustration gibt." Seine virtuelle Negativhitliste "Drei Minister, drei Kleriker und drei Geschäftsleute, mit denen Sie niemals an einem Tisch sitzen möchten" brachte Farhan 2007 zahllose Nachahmer im Netz ein, aber auch 137 Tage Einzelhaft.
Keine Bücher, den ersten Besuch nach 62 Tagen, zwei Telefonate mit seiner Mutter – das war alles. Erst als die ihm sagte, der "König von Amerika" habe sich bei einer Rede für ihn eingesetzt, "da wusste ich, dass ich nicht vergessen war". Seine Freilassung verdankte der 35-jährige Vater zweier Kinder, der in den USA studiert hat, am Ende dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush, "nichts, worauf ich stolz bin", wie er sagt.
Ältere Oppositionelle, wie Abdullah al Hamid, haben ganz anderes durchgemacht. Der Literaturprofessor saß lange im Gefängnis wegen eines Buches über Menschenrechte und eines Spottgedichts über arabische Potentaten. 2004 sollte er für weitere sieben Jahre hinter Gitter, weil er die Einführung einer konstitutionellen Monarchie anstelle der absoluten gefordert hatte. Im Urteil hieß es, er habe die nationale Einheit gefährdet, die Machthabenden herausgefordert und die öffentliche Meinung gegen den Staat aufgewiegelt und dabei "ausländische" – will sagen westliche – Terminologie benutzt. Nach 16 Monaten begnadigte ihn der jetzige König Abdullah. Bis heute blutet al Hamid von Zeit zu Zeit aus dem linken Ohr, eine Folge von früheren Folterungen.
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.02.2010
- Datum 21.02.2010 - 16:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Nichts neues, ein System stirbt, ein neues kommt langsam oder schneller zu geltung, seit 7000 Jahren es ist gleich, und auch für die Zukunft werden immer alles neues, und neues, und neues, und neues...die Menschen treffen. Anders wäre so langweilig!!!!
die so entrecht, gedemütigt und verfolgt werden, ginge ein Aufschrei um die Welt.
Ich mir ihr Szenarion vorgestellt. Dabei empfand ich ein größeres Gefühhl von Ungerechtigkeit, als ich sie bei dieser Ungleichbehandlung gegenüber Frauen empfand.
Woher kommt das?
Vielleicht, weil die Ungleichbehandlung der Frau mit der Religion gerechtfertigt wird. In Religionsfragen denke ich, muss beachtet werden, dass die Menschen so erzogen wurden, und durch ihre Handlungen ein ewiges Leben erreichen wolllen.
Bei Ungleichbehandlung gegen Schwarze fehlt mir durch die überhebliche, absichtlich manipulierte phrenologische "Untersuchungen" und die Idee der Ausrottung von Menschen, jedes Verständnis.
Aber ich weiß es selber nicht genau.
worin genau besteht denn jetzt ihr problem mit dem artikel?
Nun in Saudi sind es nicht Schwarze die schlechter behandelt werden als Frauen, sondern die Hunderttausenden, wenn nicht gar Millionen, phillipinischen, bangladeschischen oder pakistanischen Abeiter und vor allem Maids die ins Land kommen.
Ihnen wird nach der Einreise der Pass weggenommen und sie mssen dann für Hungerlöhne monatelang schhuften.
Die Maids werden zu Hause von ihren Dienstherren geschlagen, gedemütigt und oft vergewaltigt.
Und dass ist keine Übertreibung, dass kann man so in der saudischen Presse nachlesen.
Wo ist also der Aufschrei der um die Welt geht?
Denn diese Menschen werden so misshandelt, weil sie als minderwerig angesehen werden, und nicht weil sie Frauen sind.
Die Wahrheit ist doch, dass es für die Industrieländer einfach unmöglich ist sich mit Saudi schlechtzustellen, da es über die größten Erdölreserven der Welt verfügt, und noch braucht jede Wirtschaftsnation Öl in rauhen Mengen.
Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass sich etwas an den katastrophalen Bedingungen für Frauen und nicht-westliche Ausländern auf westlichen Druck hin ändern wird. Denn diesen Druck möchte niemand ausüben.
Ich mir ihr Szenarion vorgestellt. Dabei empfand ich ein größeres Gefühhl von Ungerechtigkeit, als ich sie bei dieser Ungleichbehandlung gegenüber Frauen empfand.
Woher kommt das?
Vielleicht, weil die Ungleichbehandlung der Frau mit der Religion gerechtfertigt wird. In Religionsfragen denke ich, muss beachtet werden, dass die Menschen so erzogen wurden, und durch ihre Handlungen ein ewiges Leben erreichen wolllen.
Bei Ungleichbehandlung gegen Schwarze fehlt mir durch die überhebliche, absichtlich manipulierte phrenologische "Untersuchungen" und die Idee der Ausrottung von Menschen, jedes Verständnis.
Aber ich weiß es selber nicht genau.
worin genau besteht denn jetzt ihr problem mit dem artikel?
Nun in Saudi sind es nicht Schwarze die schlechter behandelt werden als Frauen, sondern die Hunderttausenden, wenn nicht gar Millionen, phillipinischen, bangladeschischen oder pakistanischen Abeiter und vor allem Maids die ins Land kommen.
Ihnen wird nach der Einreise der Pass weggenommen und sie mssen dann für Hungerlöhne monatelang schhuften.
Die Maids werden zu Hause von ihren Dienstherren geschlagen, gedemütigt und oft vergewaltigt.
Und dass ist keine Übertreibung, dass kann man so in der saudischen Presse nachlesen.
Wo ist also der Aufschrei der um die Welt geht?
Denn diese Menschen werden so misshandelt, weil sie als minderwerig angesehen werden, und nicht weil sie Frauen sind.
Die Wahrheit ist doch, dass es für die Industrieländer einfach unmöglich ist sich mit Saudi schlechtzustellen, da es über die größten Erdölreserven der Welt verfügt, und noch braucht jede Wirtschaftsnation Öl in rauhen Mengen.
Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass sich etwas an den katastrophalen Bedingungen für Frauen und nicht-westliche Ausländern auf westlichen Druck hin ändern wird. Denn diesen Druck möchte niemand ausüben.
Die Wahabiten bringen mit viel Geld Islamisierung und die Reislamisierung in der Islamischen Welt (Taliban) und der Nichtislamischen Welt (König Faqht Akademie, Bonn und Ulm) voran. Sie lassen sich von Amis und Briten hochrüsten und führen 2 Mal pro Woche eine Exekution durch und lassen die Muslimas nicht unbeaufsichtigt aus dem Haus.
Das von Allah geschenkte Öl macht das alles möglich.
So lange die Saudis Öl und damit Geld haben wird sich nichts gravierendes ändern, warum auch.
Frankreichs Revolution gegen den Absolutismus kam ja auch erst als die Hungersnöte grassierten und der Staat bankrott war.
Es ist gut wenn die Saudis so konservativ bleiben, noch eine islamistische Rvolution verträgt die islamische und die westliche Welt nicht.
Es ist schon dekadent, wenn ein 85-jähriger Monarch plötzlich reformistische Anwandlungen haben soll.
Wer will das!
Wasserpfeife und Kut passt doch besser zu den Minaretten.
Ich mir ihr Szenarion vorgestellt. Dabei empfand ich ein größeres Gefühhl von Ungerechtigkeit, als ich sie bei dieser Ungleichbehandlung gegenüber Frauen empfand.
Woher kommt das?
Vielleicht, weil die Ungleichbehandlung der Frau mit der Religion gerechtfertigt wird. In Religionsfragen denke ich, muss beachtet werden, dass die Menschen so erzogen wurden, und durch ihre Handlungen ein ewiges Leben erreichen wolllen.
Bei Ungleichbehandlung gegen Schwarze fehlt mir durch die überhebliche, absichtlich manipulierte phrenologische "Untersuchungen" und die Idee der Ausrottung von Menschen, jedes Verständnis.
Aber ich weiß es selber nicht genau.
worin genau besteht denn jetzt ihr problem mit dem artikel?
es gibt in der eu drei länder in denen männer länger arbeiten müssen als frauen, für die landesverteidigung und somit sterben , gewaltausübung gilt per strafandrohung in der eu nur für männer, im gesundheitswesen passiert für männer recht wenig, weniger geld, weniger vorsorge, im bereich justiz werden männer bei selben straftaten härter bestraft als frauen
schon irre und hier ertreistet man sich über fehlende gleichberechtigung im arabischen raum sich aufzuregen - vor der eigenen haustür kehren, wäre da angesagt
gestze müssten unabhängig vom geschlecht für alle gleich gelten, tun sie aber nicht und rechtsanwält(innen) und richter(innen) brauchen einen grundkurs im grundgesetz
New Scientist berichtete vor ein paar Tagen, dass der Iran, einem Diskussionpapier von Science Metrix zufolge, das schnellste wissenschaftliche Wachstum aufweist, viermal schneller als der globale Durchschnitt.
http://www.science-metrix...
Die UAE und der Oman weisen ein vergleichbares Wachstum auf. Von den Staaten im Mittleren Osten wuchsen Saudi Arabien, Israel und Iraq langsamer, als der Durchschnitt. Kuwait, Bahrain und Ägypten stagnierten.
Das alles hat natürlich nichts mit Menschenrechten zu tun oder dem dümmlichen Geschwätz der amerikanischen Außenministerin kürzlich, die den Diktatoren in Saudi Arabien Angst vor denen im Iran machen wollte.
http://aliqapoo.wordpress...
Der Iran hat durchaus verstanden, dass es gewisse Technologien braucht, um sich als Regionalmacht etablieren zu können. Und als Öl-Staat ist auch die nötige Finanzierung da um strategische Wissenschaften zu fördern.
Mag sein, dass Iran ein Hochkulturland ist, aber ich persönlich traue der Führung in Iran kein Stück. Ich hoffe, dass ich unrecht habe, aber mein Tipp wäre, dass Iran den Rest der Welt (und mit Hilfe der Chinesen, die Interesse daran haben, dass Iran dem Westen ans Bein pinkelt) so lange hinhält, bis die Bombe einsatzbereit ist. Und Atomwaffen in Händen bekennender Islamisten ist keine sonderlich angenehme Vorstellung.
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