Datenabkommen Swift USA dürfen auf EU-Bankdaten zugreifen – vorerst
Das Swift-Abkommen zwischen der EU und den USA tritt in Kraft. Der Datenaustausch gilt jedoch nur vorübergehend, da die EU-Abgeordneten noch nicht darüber abstimmen konnten.
Das umstrittene "Swift"-Bankenabkommen der EU mit den USA tritt vorübergehend in Kraft. Dadurch bekommen US-Terrorfahnder erneut Zugriff auf die Daten von Millionen europäischer Bankkunden, den sie bereits seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten.
Die Regelung gilt deswegen nur vorübergehend, da das EU-Parlament dem Gesetz erst noch zustimmen muss. Allerdings wird erwartet, dass die Abgeordneten das Abkommen bei der Abstimmung am 10. Februar ablehnen. Die Abgeordneten sehen Datenschutzbestimmungen, aber auch die eigenen Mitspracherechte verletzt.
Die EU-Innenminister hatten das Abkommen Anfang Dezember gebilligt, die schwedische Ratspräsidentschaft versicherte den EU-Abgeordneten gleichzeitig, dass sie noch vor dessen Inkrafttreten über den Vertrag abstimmen können. Weil die Übersetzungen des Vertrags jedoch nicht rechtzeitig vorlagen, wird nun erst abgestimmt, wenn das Abkommen bereits gilt.
Sollten die Abgeordneten dagegen stimmen, muss der Zugriff auf die europäischen Bankkunden sofort wieder abgebrochen werden. Die EU-Staaten wollen in den kommenden neun Monaten ein endgültiges Abkommen mit den USA aushandeln und dann von vornherein das Europaparlament einbeziehen.
Das Abkommen sieht vor, dass die USA weiterhin Bankverbindungsdaten erhalten, die der Finanzdienstleister "Swift" mit Hauptsitz in Belgien verwaltet. "Swift" wickelt nach eigenen Angaben täglich rund 15 Millionen Transaktionen weltweit ab, darunter auch Standardüberweisungen in der EU. Damit könnte theoretisch jeder europäische Bürger ins Visier der US-Fahnder geraten. Als Gegenleistung erhofft sich die EU Hinweise für die eigene Terrorfahndung.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat das geplante Bankdatenabkommen der EU mit den USA scharf kritisiert. "Swift" sei "weder datenschutzgerecht noch demokratisch legitimiert", erklärte er und kritisierte, die Schwellen für die Datenübermittlung seien so niedrig gesetzt, dass voraussichtlich ganz überwiegend Daten völlig unverdächtiger Bankkunden übermittelt würden. Zudem fehle eine wirksame Kontrolle durch unabhängige Datenschutzbeauftragte.
Das Abkommen und das Verfahren seines Zustandekommens seien zudem "mit gravierenden Fehlern behaftet". Es sei ohne Beteiligung des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten abgeschlossen worden. "Die Volksvertretungen konnten deshalb ihrem verfassungsrechtlichen Auftrag als Wächter der Grundrechte der EU-Bürger nicht nachkommen", sagte Schaar.
Der Präsident des EU-Parlaments, Jerzy Buzek, hatte den Ministerrat bereits vor zehn Tagen aufgefordert, das Inkrafttreten zu verschieben, damit das Parlament noch über das Abkommen abstimmen kann. Schaar sagte, er erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich auf europäischer Ebene dafür einsetze, das Abkommen bis zur Abstimmung des EU-Parlaments nicht anzuwenden.
- Datum 01.02.2010 - 08:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 19
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Die USA wird die Bankdaten nicht allein zur Terrorbekämpfung verwenden, sondern hauptsächlich zur Wirtschaftsspionage.
Bereits jetzt ist die Wirtschaft angehalten, sensible Mitteilungen nicht über elektronische Medien zu verbreiten.
Das Agieren des EU-Rates ist mehr als seltsam. Warum riskiert man den berechtigten Zorn des EU-Parlaments? Und noch weiter: auch das Demokratieverständnis in der EU wird beschädigt. Vor allem ist eines zu berücksichtigen: der Text enthält einen Passus, der beiden Vertragspartner erlaubt, das Abkommen während der Laufzeit zu kündigen, Wirkungsfrist 40 Tage. Wenn also das EU-Parlament in seiner Sitzung am 10.2.10 das Abkommen (derzeit erwartungsgemäss) ablehnt, wird die Datenfreigabe also für knapp 6 Wochen möglich sein. Und dafür der Ärger?
ist Europa eigentlich,daß es sich so schwer macht diesen illegalen Datentransfer zu stoppen,denn wer glaubt ,daß diese nur der Terrorfahndung dient,glaubt auch an die unbefleckte Empfängnis von Maria.Sollte dieses SWIFT-Abkommen dennoch in Kraft treten,muss man sich fragen,wie frei ,wie unabhängig oder wie erpressbar sind unsere vom Volke gewählten Politiker?Daß dieser Datentransfer überhaupt noch ernsthaft zur Debatte steht ,ist schon absurd genug und es zeigt unter welcher Knute Europa heute noch steht.
Dürfen die EU-Behörden auch auf Daten von US-Bürgern zugreifen, oder ist das ganze wieder einmal einseitig?
Hallo?
Hat hier irgendjemand zur Kenntnis genommen, dass das Abkommen keine neue Erfindung ist, sondern bereits seit Jahren in dieser Form besteht und nun lediglich erneuert wurde?
"Hat hier irgendjemand zur Kenntnis genommen, dass das Abkommen keine neue Erfindung ist, sondern bereits seit Jahren in dieser Form PRAKTIZIERT WIRD und nun lediglich LEGALISIERT wurde?"
Habe da mal was korrigiert ;-)
"Hat hier irgendjemand zur Kenntnis genommen, dass das Abkommen keine neue Erfindung ist, sondern bereits seit Jahren in dieser Form PRAKTIZIERT WIRD und nun lediglich LEGALISIERT wurde?"
Habe da mal was korrigiert ;-)
In all den Jahren,in denen Amerika angeblich Terror bekämpft, haben wir zur Kenntnis nehemn müssen, dass die einstige Weltmacht zu einem diletantischen Verein verkommen ist.
Wie um Gotteswillen kommen diese 27 Vasallen, die sich Außenminister nennen, dazu diesen Leunten den Zugriff zu unsere Daten zu gewähren.
Ich finde, wir sollten den Herren soviele Daten über unsere Bürger zukommen lassen, wie sie uns Zugang zu Daten der
amarikanichen Bürger gewähren,nämlich gar Keine.
"Hat hier irgendjemand zur Kenntnis genommen, dass das Abkommen keine neue Erfindung ist, sondern bereits seit Jahren in dieser Form PRAKTIZIERT WIRD und nun lediglich LEGALISIERT wurde?"
Habe da mal was korrigiert ;-)
Der Unterschied zu vorher ist der, daß die SWIFT-Server bisher in den USA standen und sich die US-Behörden notfalls auch dort Zugriff auf die Daten hätten verschaffen können, seit letztem Jahr gibt es aber eigene Europäische Server in der Schweiz, ohne das abkommen haben die US-Behörden jetzt keinen Zugriff mehr auf die Informationen.
Der Unterschied zu vorher ist der, daß die SWIFT-Server bisher in den USA standen und sich die US-Behörden notfalls auch dort Zugriff auf die Daten hätten verschaffen können, seit letztem Jahr gibt es aber eigene Europäische Server in der Schweiz, ohne das abkommen haben die US-Behörden jetzt keinen Zugriff mehr auf die Informationen.
Damit könnte man sicherlich viel Geld verdienen.
Die Liechtensteiner und Schweizer IT-ler haben da so eine Geschäftsidee ...
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