Ein Gemisch aus Leuten mit berechtigten Sorgen und kruden Verschwörungstheorien
Es wäre falsch, in der Tea Party lediglich eine Versammlung verbohrter Rechter, Verirrter und Verwirrter zu sehen. Sie ist ein politischer Schmelztiegel, ein seltsames Gemisch aus Leuten mit berechtigten Sorgen und kruden Verschwörungstheorien. Die Begegnung mit dieser Bewegung ist wie eine Reise durch den konservativen Mittleren Westen, durch die Welt der weißen, gottesfürchtigen, staatskritischen Joe Sixpacks, die der fernen Hauptstadt und dem politischen Klüngel seit jeher abgrundtief misstrauen. Schwarze und Latinos muss man mit der Lupe suchen.
Tea-Party-Patrioten sind nicht nur blinde Ideologen, sondern ebenso politisch Ungebundene und enttäuschte Demokraten, Unzufriedene und Desillusionierte. Obamas Erneuerungsprogramm weckt in ihnen die uralte konservative Angst vor einer übermächtigen Regierung, vor einem nimmersatten Wohlfahrtsstaat, der dem Bürger tief in die Tasche greift und seine Freiheit beschneidet.
Irgendwie sind viele Tea-Party-Leute auch Realitätsverweigerer. Klimakatastrophe, Gesundheitsnotstand, Bildungselend sind für sie linke Phantasien oder zumindest haltlose Übertreibungen. Und selbst jene, die diese Probleme wahrnehmen, wollen den Staat bei der Abhilfe heraushalten. In Nashville treten an diesem Wochenende die politischen, psychologischen und kulturellen Unterschiede zwischen dem kontinentalen Europa und dem nordamerikanischen Kontinent in aller Deutlichkeit hervor. Der europäische Sozialstaat ist hier das Antibild.
Niemand kann voraussagen, wie lange diese Bewegung halten und wie dauerhaft ihr Erfolg sein wird. Ungewiss ist auch, ob sich die Republikaner der Tea Party oder die Tea Party der Republikaner bemächtigen wird. Jeder will den anderen als Steigbügelhalter missbrauchen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass diese rechte Revolte an ihren eigenen Widersprüchen zerbricht. Oder daran, dass Extremisten die Herrschaft übernehmen.
In Nashville treffen viele durchaus liebenswerte Graswurzler auf etliche weniger liebenswerte Prominente. Zum Beispiel auf den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichts von Alabama, den seine eigenen konservativen Kollegen aus dem Amt entfernten, weil er das Gesetz von Gott ableitet und eine Tafel mit den Zehn Geboten aufstellen ließ.
Oder auf den ehemaligen republikanischen Abgeordneten Tom Tancredo aus Colorado. Er hetzt gegen Einwanderer, hantiert mit rassistischen Anspielungen und beklagt, "Barack Hussein Obamas" Wähler seien ungebildete "Analphabeten", denn sonst hätten sie ihr Kreuz niemals hinter dessen Namen gesetzt.
Trotz aller Unwägbarkeiten steht jedoch eines fest: Im Augenblick lehren die Tea-Party-Patrioten Demokraten wie Republikaner das Fürchten. Im vergangenen September karrten sie Zehntausende von Demonstranten nach Washington, in Massachusetts beendeten sie die Alleinherrschaft der Demokraten und mit ihrem Protest gegen moderate wie etablierte Republikaner wirbeln sie die Rechten durcheinander. Kaum ein Politiker ist mehr vor ihnen sicher.
Es sei denn er heißt Sarah Palin. Dem Liebling der Tea Party sieht man sogar nach, dass die ehemalige Gouverneurin von Alaska und Vizepräsidentschaftskandidatin in Arizona für John McCain Partei ergreift, obwohl die Rechten lieber einen seinen Konkurrenten, einen strammen konservativen Gesinnungsfreund in Washington sähen.
- Datum 06.02.2010 - 09:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Diese Tea-Party-Bewegung zeigt verdächtig psychopathische Merkmale und wird offenbar von Menschen bevorzugt, die die Realität nicht mehr von den degenerierten Spielen in ihren Flimmerkästen unterscheiden können.
Dass die Bewegung, der Obama seine Wahl verdankt, davor kapitulieren muss, dafür gibt es keine Anhaltspunkte.
Dieser ebenso grelle wie flüchtige Aufruhr erinnert an die entfesselten Horden reicher Hausfrauen in Chile, die topfschlagend durch die Strassen zogen, als sich das Ende der Diktatur anbahnte.
....vernünftige Sache, den europäischen Sozialstaat als Antithese des Wünschenswerten zu sehen. Er scheitert ja schließlich im Augenblick. Wenn man auch noch bedenkt, dass die wirtschaftlichen Ungleichgewichte, die in die Finanzkrise führten von Regierungen dirigiert und hervorgerufen wurden, kann man Reagan teilweise beipflichten, wenn er sagte, der Staat sei nicht die Lösung sondern das Problem. Jedenfalls braucht es eine weit rigorosere Kontrolle der Regierungspersonen und Staatsangestellte, als wir momentan haben.
Tja, alles hat Vor- und Nachteile.
Aber finden Sie es in Ordnung, dass Menschen in den USA mit wenig Geld praktisch keine (angemessene) medizinische Versorgung bekommen und ihre Kinder kaum zu höherer Bildung verhelfen können? Und was wenn man noch den Job verliert? Alles egal?
Dass Millionen von Menschen in den USA ohne Krankenversicherung sind, ist skandalös! Nur die dummen Amis merken das ja erst, wenn sie selbst Krebs haben.
Also in so einem Staat würde ich jedenfalls nur ungern leben, in dem man keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat, es sei denn man packt die Geldbündel aus... was ohne Job schwer sein dürfte. Da ist man immer noch besser im Krankheitsfalle Hartz IV- Empfänger im "gescheiterten Sozialstaat" Deutschland, oder?
....dass die armen Amerikaner da so viel schlechter dastehen als hier. Vergessen Sie nicht, dass die USA in etwa so viel im Verhältnis zum BIP ausgibt für öffentliche Medizin, als die Deutsche Regierung. Es wird für arme Menschen und für Ältere aufgewendet. Da müssten Sie schon genauer werden, wo die Ausgaben und wie zustande kommen und nicht lediglich das hiesige Vorurteil wiederholen.
Zu den unversicherten ist zu sagen, dass man sich entscheiden kann, sich zu versichern oder nicht. Anders als hier ist das freiwillig und der Einzelne selbstbestimmt. Auch muss bedacht werden, dass man im Alter staatlich versichert ist. Wenn sich nun jemand in der gesunden Phase seines Lebens die Kosten sich spart, so sehe ich eigentlich eine private Entscheidung; für den Staat mag das teuer sein und daher schlecht. "Unsozial" ist jedoch es nicht.
Das eigentliche Problem mit dem Amerikanischen System ist das Niveau der Kosten. Denn nicht nur der Staat gibt so viel aus, wie hier, sonder der Privatsektor gibt fast noch einmal so viel aus.
Nein, die medizinische Versorgung ist dort kaum schlechter für die Armen aber weit besser für alle anderen. Sie ist nur anders als hier und die Leute sind hier hinsichtlich ignorant. So wiederholen sie den Mist mit dem unsozialen System der USA und anderes mehr.
Tja, alles hat Vor- und Nachteile.
Aber finden Sie es in Ordnung, dass Menschen in den USA mit wenig Geld praktisch keine (angemessene) medizinische Versorgung bekommen und ihre Kinder kaum zu höherer Bildung verhelfen können? Und was wenn man noch den Job verliert? Alles egal?
Dass Millionen von Menschen in den USA ohne Krankenversicherung sind, ist skandalös! Nur die dummen Amis merken das ja erst, wenn sie selbst Krebs haben.
Also in so einem Staat würde ich jedenfalls nur ungern leben, in dem man keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat, es sei denn man packt die Geldbündel aus... was ohne Job schwer sein dürfte. Da ist man immer noch besser im Krankheitsfalle Hartz IV- Empfänger im "gescheiterten Sozialstaat" Deutschland, oder?
....dass die armen Amerikaner da so viel schlechter dastehen als hier. Vergessen Sie nicht, dass die USA in etwa so viel im Verhältnis zum BIP ausgibt für öffentliche Medizin, als die Deutsche Regierung. Es wird für arme Menschen und für Ältere aufgewendet. Da müssten Sie schon genauer werden, wo die Ausgaben und wie zustande kommen und nicht lediglich das hiesige Vorurteil wiederholen.
Zu den unversicherten ist zu sagen, dass man sich entscheiden kann, sich zu versichern oder nicht. Anders als hier ist das freiwillig und der Einzelne selbstbestimmt. Auch muss bedacht werden, dass man im Alter staatlich versichert ist. Wenn sich nun jemand in der gesunden Phase seines Lebens die Kosten sich spart, so sehe ich eigentlich eine private Entscheidung; für den Staat mag das teuer sein und daher schlecht. "Unsozial" ist jedoch es nicht.
Das eigentliche Problem mit dem Amerikanischen System ist das Niveau der Kosten. Denn nicht nur der Staat gibt so viel aus, wie hier, sonder der Privatsektor gibt fast noch einmal so viel aus.
Nein, die medizinische Versorgung ist dort kaum schlechter für die Armen aber weit besser für alle anderen. Sie ist nur anders als hier und die Leute sind hier hinsichtlich ignorant. So wiederholen sie den Mist mit dem unsozialen System der USA und anderes mehr.
Tja, alles hat Vor- und Nachteile.
Aber finden Sie es in Ordnung, dass Menschen in den USA mit wenig Geld praktisch keine (angemessene) medizinische Versorgung bekommen und ihre Kinder kaum zu höherer Bildung verhelfen können? Und was wenn man noch den Job verliert? Alles egal?
Dass Millionen von Menschen in den USA ohne Krankenversicherung sind, ist skandalös! Nur die dummen Amis merken das ja erst, wenn sie selbst Krebs haben.
Also in so einem Staat würde ich jedenfalls nur ungern leben, in dem man keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat, es sei denn man packt die Geldbündel aus... was ohne Job schwer sein dürfte. Da ist man immer noch besser im Krankheitsfalle Hartz IV- Empfänger im "gescheiterten Sozialstaat" Deutschland, oder?
Die Boston Tea Party bildete den Höhepunkt eines lange schwelenden Streits zwischen den 13 nordamerikanischen Kolonien und dem Mutterland Großbritannien. Das ist 273 Jahre her.
In Wirklichkeit ging es damals dem sog. 3. Stand (Kaufleute, Industrielle und Grundbesitzer) darum, den verhassten Adel los zu werden. Man wollte keine Obrigkeit akzeptieren, die einem wie ein Alp (Besteuerungsrecht) im Nacken saß.
Dieses Gefühl haben heute radikale Gesellschaftsgruppen in den USA wieder. Diese Gruppen wollen keinen sozialen Ausgleich zwischen Arm und Reich durch Besteuerung, sondern allenfalls durch Donation auf privater Ebene.
Diese Leute wollen eine Eliten-Republik mit einem Führer an der Spitze, der für Ordnung, Recht und Glück sorgt. Ein Denkansatz, der mit dem von Thomas Mann vergleichbar ist. Dieser Strömung haben die Demokraten nicht viel entgegen zu setzen. Der Pferdefuß ist nur der, es mangelt in den USA zunehmend an Leistungseliten. Die alten Handelsfamilien sind in die Funktion des Adels hinein gewachsen.
Nun hat die Rechtschreibschwäche auch die 'Zeit' erwischt: 'jemanden etwas lehren' steht mit Akkusativ, nicht mit Dativ.
Mit '...lehren in den USA Demokraten wie Republikanern das Fürchten.' im einleitenden Text lehrt uns der Autor wahrlich das Fürchten. Wenn er bei dem Wort 'Republikanern' das 'n' weggelassen hätte, dann hätte ich als überzeugter ZEIT-Leser eine Illusion mehr pflegen können, nämlich die, dass in dieser Bastion der politischen wie orthografischen Korrektheit ausschließlich Redakteure mit ausgeprägten Grammatikkenntnissen ihren Dienst tun. Diese Illusion muss ich nun zu Grabe tragen..
die ich im Regal stehen habe, geht auch der Dativ: "jemanden oder jemandem etwas lehren"
die ich im Regal stehen habe, geht auch der Dativ: "jemanden oder jemandem etwas lehren"
die ich im Regal stehen habe, geht auch der Dativ: "jemanden oder jemandem etwas lehren"
so wäre es ein gruseliges Beispiel für die Erosion der deutschen Sprachkultur, die dann schon die Duden-Redaktion erreicht hätte.
so wäre es ein gruseliges Beispiel für die Erosion der deutschen Sprachkultur, die dann schon die Duden-Redaktion erreicht hätte.
Zu erwähnen ist, dass die "Tea Party" eben keine Grassroots-Organisation ist, sondern Fox News von Beginn an
massiv nachgeholfen hat, um das wirre Obama-Bashing
salonfähig zu machen. So, als wenn RTL einen Großteil
der Sendezeit darauf verwenden würde, Pro NRW oder BüSo
oder ähnliche Rechts-Populisten zu pushen. Mit inhaltlichen Auseinandersetzungen und Kritik hat das im Übrigen wenig bis nix zu tun. Schlimm.
[Entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Normalerweise nicht mein Fall ZEIT-Redaktion wegen Handhabung des Kommentarforums hier zu kritisieren oder gar zu belehren. Ganz im Gegenteil, diesen betrachte ich als vorbildlich!
Auch scheint das zum Summen gut geeignetes Liedchen, welches ich hier wiederholen darf (natürlich nicht jedermanns Geschmack!): "Wenn die Obamisten mit den Hitleristen einen linkisch-linken Tschardasch tanzen, oh ist das schön, so wunderschön, erschaudernd Schön!" wenig zu einer sachlichen Diskussion beizutragen... Jedoch schoss mir der verflixter Text dieses Liedchens lange vor jeder Tea Party-Bewegung durch den Kopf, und da war Obama noch nicht einmal als Präsidentschaftskandidat aufgestellt gewesen. Und viele von denen, die Obama heute spinnefeind sind - und es werden gewiss noch viel mehr werden! - bejubelten diesen über alle Massen.
Insofern ist dieses Liedchen auch ein sachlicher, wenn auch ungewöhnlicher Beitrag.
Normalerweise nicht mein Fall ZEIT-Redaktion wegen Handhabung des Kommentarforums hier zu kritisieren oder gar zu belehren. Ganz im Gegenteil, diesen betrachte ich als vorbildlich!
Auch scheint das zum Summen gut geeignetes Liedchen, welches ich hier wiederholen darf (natürlich nicht jedermanns Geschmack!): "Wenn die Obamisten mit den Hitleristen einen linkisch-linken Tschardasch tanzen, oh ist das schön, so wunderschön, erschaudernd Schön!" wenig zu einer sachlichen Diskussion beizutragen... Jedoch schoss mir der verflixter Text dieses Liedchens lange vor jeder Tea Party-Bewegung durch den Kopf, und da war Obama noch nicht einmal als Präsidentschaftskandidat aufgestellt gewesen. Und viele von denen, die Obama heute spinnefeind sind - und es werden gewiss noch viel mehr werden! - bejubelten diesen über alle Massen.
Insofern ist dieses Liedchen auch ein sachlicher, wenn auch ungewöhnlicher Beitrag.
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