Präsidentschaftswahl in der Ukraine Der Antiheld Janukowitsch ist zurückSeite 2/2

Außenpolitisch will Janukowitsch, wie übrigens auch Timoschenko, zwischen Russland und Europa balancieren. Der früher ausschließlich mit dem Etikett "pro-russisch" versehene Politiker schließt inzwischen auch eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine nicht mehr kategorisch aus. Einen möglichen Beitritt zur Nato, das Ziel des scheidenden Präsidenten Juschtschenko, hat Janukowitsch allerdings mit breiter Zustimmung der Bevölkerung vom Tisch gefegt.

Wie sehr sich die beiden Kandidaten in ihrem Kurs ähneln, zeigt sich auch daran, dass man sich in Moskau über beide Siege gleichermaßen gefreut hätte. Als nach dem ersten Wahlgang im Januar klar war, wer sich in der Stichwahl gegenüberstehen würde, schickte Moskau umgehend wieder einen Botschafter nach Kiew. Alles, was nun kommt, ist besser als der russophobe Nationalist Juschtschenko, sollte dieses Signal heißen.

Sicher ist, dass sowohl Janukowitsch als auch Timoschenko einen russlandfreundlicheren und auch autoritäreren Stil pflegen, als der überzeugte Demokrat Wiktor Juschtschenko. Die Ukrainer werden aufpassen müssen, dass sie in dem verständlichen Wunsch nach Stabilität und Wirtschaftswachstum nicht die Errungenschaften der Orangen Revolution, Meinungsfreiheit und eine offene, demokratische Gesellschaft, verspielen. Noch lebt die junge ukrainische Demokratie: Am Sonntag stürmten vier barbusige junge Demonstrantinnen das Wahllokal des Wiktor Janukowitsch und protestierten gegen beide Kandidaten. "Schluss mit der Vergewaltigung unserer Demokratie", stand auf ihrem Transparent.

 
Leser-Kommentare
  1. ...Unsinn in deutschen Blättern geschrieben wird, hat Rußland der Ukraine sicher mehr zu bieten, als eine EU, die außer einer gemeinsamen Währung nicht gerade viele Attraktionen zu bieten hat.

    Janukowitsch hat dafür die richtigen Verbindungen und die nötige Akzeptanz innen wie außen.

    Ob er gemeinsam mit den Ukrainern etwas daraus machen kann, warten wir doch einfach mal ab.

  2. Recht viele Textpassagen in diesem Artikel deuten darauf hin, dass die Autorin nicht wirklich über die realen politischen und gesellschaftlichen Zustände in der Ukraine Bescheid weiß. Von der Einseitigkeit der Betrachtungsweise ganz zu schweigen.

  3. Man kann Ukraine im zwei Teile spalten. Nord-Ukraine und Sud-Ukraine. Das wäre nicht etwas neues, und jeder bekommt was er glaubt das er nötig hat...

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    @Black Judge
    Das, was Sie rauchen, das hätte ich auch gern ;-)
    Wenn man schon den Gegensatz "West <--> Ost-Süd" mit "Nord <--> Süd" verwechselt.. oder wo haben Sie ausgerechnet dieses Spaltungsszenario her?

    @Black Judge
    Das, was Sie rauchen, das hätte ich auch gern ;-)
    Wenn man schon den Gegensatz "West <--> Ost-Süd" mit "Nord <--> Süd" verwechselt.. oder wo haben Sie ausgerechnet dieses Spaltungsszenario her?

  4. 4.

    @Black Judge
    Das, was Sie rauchen, das hätte ich auch gern ;-)
    Wenn man schon den Gegensatz "West <--> Ost-Süd" mit "Nord <--> Süd" verwechselt.. oder wo haben Sie ausgerechnet dieses Spaltungsszenario her?

    Antwort auf "zwei Länder"
    • Kometa
    • 08.02.2010 um 16:30 Uhr

    Lk 15,7:

    "So wird mehr Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen."

    Bei diesem Wort hatte ich eklatante Leseschwierigkeiten, aber keine sündhaften: "Gastransportsystem".

    Ich las, ungeniert und erfreut ob des Lese-Gastraums Ukraine (Kurkow z.B. ): Gas-tran-sport... - " da gab ich's auf mit leisen Missbehagen und setzte zu einem neuen Leseschub an, eben: Gast.

    *

    P.S.:
    'Und so richtete ich, der kleine, blinde Gerechte, vor dem Großdenkmal "Mutter Heimat" in Kiew meinen Blick nach oben, gegen den grauen Winterhimmel.
    Da sah ich jemanden, der mehr als alle anderen der wahre ukrainische Held sein oder werden wollen mochte. Ich sah ihn wie einen Kutschma-Präsident.
    Und von ihm gingen 99 Sonnenstrahlen (oder ähnliche herz- und lanzenförmige Lichtgebilde) aus, die das frierende Land mehr erwärmen wollten als das ganze russische Gas.

    > Oh, das ist ja eine quasis-allegorische Neuübersetzung von Lk 15,7 geworden. <

    • colca
    • 08.02.2010 um 16:31 Uhr

    Werte Frau Boy,

    Sie gestatten mir hoffentlich ein paar ergänzende Bemerkungen zu Ihrem Artikel.

    1.
    Die von Ihnen angedeutete kriminelle Vergangenheit von Janukowitsch besteht aus zwei Verurteilungen wegen Diebstahls und Körperverletzung aus den Jahren 1969 und 1970. Beide Vorstrafen wurden bereits 1978 gestrichen.
    Wir reden also von längst verjährten Jugendsünden.

    2.
    Frau Timoschenko war 2001 wegen Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung unter Anklage und in Haft. Auch wenn diese Vorwürfe nie ganz geklärt wurden bleibt es doch unbestritten, dass ihr riesiges Vermögen in den 90er Jahren unter überaus dubiosen Umständen entstand. Sichwort Gasprinzessin.
    Sie dürfte damit in Sachen krimineller Vergangenheit Herrn Janukowitsch um einiges übertrumpfen.

    3.
    Die Anhänger der Blauen auf dem Maidan wurden also fürs Jubeln bezahlt. Das ist durchaus möglich, da in der Ukraine üblich.
    Oder wollen Sie behaupten, dass 2004 die wochenlangen Demonstrationen der orangen Revolution, die Logistik, das Zeltlager, die Versorgung der Massen, ihr Handgeld, das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit - das alles ohne massive Millionenspritzen möglich gewesen wäre?

    Wer Zweck und Hintergrund von Revolutionen verstehen will, muss danach fragen wer sie bezahlt hat.

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    zu einem dilettantischen Artikel.

    Dieser schreibt in seinen Büchern zur Geopolitik, dass die Ukraine eine zentrale Rolle in dem Streben der ver. Blöcke nach Vorherrschaft darstellt. Ohne die Ukraine wäre Russland "nur" auf seine asiatischen Regionen beschränkt und hätte keinen Fuss mehr in der europäischen Tür. Daher versucht der "Westen" die Ukraine einzubinden.

    zu einem dilettantischen Artikel.

    Dieser schreibt in seinen Büchern zur Geopolitik, dass die Ukraine eine zentrale Rolle in dem Streben der ver. Blöcke nach Vorherrschaft darstellt. Ohne die Ukraine wäre Russland "nur" auf seine asiatischen Regionen beschränkt und hätte keinen Fuss mehr in der europäischen Tür. Daher versucht der "Westen" die Ukraine einzubinden.

  5. "Noch lebt die junge ukrainische Demokratie: Am Sonntag stürmten vier barbusige junge Demonstrantinnen das Wahllokal des Wiktor Janukowitsch und protestierten gegen beide Kandidaten. "Schluss mit der Vergewaltigung unserer Demokratie", stand auf ihrem Transparent."

    Dann würden bestimmt mehr Menschen zu den Wahlen gehen.

    Versteht den die Autorin nicht, dass diese Argumentationsweise aus jeder Lächerlichkeit eine demokratische Bewegung zu machen lachhaft ist.

    Wäre recht gut wenn einige Journalisten zur objektiven Berichterstattung solche Themen aus mehreren Perspektiven (z. B.: www.opiar.com) betrachten würden.

    Auch in der Ukraine wurden diese Mädchen von der Polizei abgefürt, was man natürlich vergessen hat zu sagen. Ist ja schließlich die demokratische Ukraine und nicht das totalitäre Russland.

    Beweis: Min. 00:40
    http://www.vesti.ru/video...

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    Ich habe mir ein paar Plakate angeschaut. Verstanden habe ich nur "Heute beginnt der Krieg". Da Demokratie auf russisch auch nur demokratia heisst, habe ich glaube ich auch nix überlesen. Kyrillisch kann man ja noch.
    Die Mädels waren also wieder nur Projektionsfläche von Vorurteilen.

    Ich habe mir ein paar Plakate angeschaut. Verstanden habe ich nur "Heute beginnt der Krieg". Da Demokratie auf russisch auch nur demokratia heisst, habe ich glaube ich auch nix überlesen. Kyrillisch kann man ja noch.
    Die Mädels waren also wieder nur Projektionsfläche von Vorurteilen.

  6. zu einem dilettantischen Artikel.

    Antwort auf "Ergänzung"

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