Wahl in der Ukraine Janukowitsch siegt - Timoschenko gibt sich nicht geschlagen

Die Wahlleitung in Kiew hat den pro-russischen Oppositionsführer Janukowitsch zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt. Seine Rivalin Timoschenko wirft ihm Wahlfälschung vor – wie schon vor fünf Jahren.

"Wir kämpfen um jede Stimme": Die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Timoschenko stemmt sich gegen die Niederlage im Kampf um das Präsidentenamt

"Wir kämpfen um jede Stimme": Die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Timoschenko stemmt sich gegen die Niederlage im Kampf um das Präsidentenamt

Die Wahlleitung in Kiew hat mitgeteilt, dass der 59-jährige Wiktor Janukowitsch nicht mehr einzuholen ist. Damit wurde der Nato-Gegner und Rivale der pro-westlichen Regierungschefin Julia Timoschenko zum Sieger erklärt. Janukowitsch lag nach Angaben der Wahlkommission mit einem Vorsprung von knapp drei Punkten uneinholbar vorn. Etwas mehr als vier Prozent der Wähler lehnten beide Kandidaten ab. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 70 Prozent. Etwa 600.000 Stimmen trennten die beiden nach Auszählung fast aller Stimmen.

Janukowitsch hatte sich bereits zuvor zum Sieger der Wahl erklärt und der pro-westlichen Timoschenko den Rücktritt nahegelegt. Die Regierungschefin wiederum warf ihrem Konkurrenten wie schon 2004 Wahlfälschung vor. "Wir werden um jede Stimme kämpfen", sagte sie. Die 49-Jährige fügte hinzu, ihr Lager habe inzwischen 85 Prozent der Stimmen ausgezählt und für sie einen Vorsprung von 0,8 Prozentpunkten ermittelt. Timoschenko verschob eine nach der Wahl angesetzte Pressekonferenz auf Dienstag. Einen Aufruf an die Bevölkerung, bei Wahlbetrug auf die Straße zu gehen, wiederholte sie nicht.

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Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nannte die Abstimmung eine "eindrucksvolle Darstellung demokratischer Wahlen". Nun müssten die politisch Verantwortlichen die Entscheidung des Volkes annehmen und dafür sorgen, dass der Machtwechsel friedlich und konstruktiv verlaufe. Dies kam einer Aufforderung an Timoschenko gleich, ihre Niederlage einzugestehen. "Normalerweise schüttelt im Interesse des Landes derjenige, der verloren hat, die Hand des Siegers", sagte der Delegationsleiter der Nato-Wahlaufseher, Assen Agow.

Für den Fall eines Sieges von Janukowitsch müsste Timoschenko damit rechnen, dass das Parlament sie mit einem Misstrauensvotum ihres Amtes enthebt. Ihr Rivale könnte dann eine neue Koalition bilden oder vorgezogene Parlamentswahlen ausrufen.

Beobachter gehen jedoch davon aus, dass das enge Ergebnis Timoschenkos Position eher stärkt. Zwar will Janukowitsch den Bankier Sergej Tigipko in seine Führungsmannschaft einbinden, der sich als Dritter des ersten Wahlgangs vor drei Wochen als Regierungschef angeboten hatte. Damit müsste Timoschenko in die Opposition. Es gilt aber als sicher, dass die charismatische Politikerin ihren Posten nicht kampflos räumen wird. Es wird erwartet, dass sie bei einer knappen Niederlage gerichtlich gegen das Ergebnis vorgehen wird. In diesem Fall würde die politische und wirtschaftliche Unsicherheit in dem osteuropäischen Staat weiter anhalten, der das wichtigste Transitland für russische Erdgaslieferungen nach Europa ist.

Janukowitsch hatte sich auch nach der Wahl 2004 zum Sieger erklärt. Er verlor damals aber nach einem Skandal um Wahlfälschung und den Massenprotesten im Rahmen der sogenannten Orangenen Revolution die Wiederholung der Abstimmung gegen Wiktor Juschtschenko, der heute jedoch wegen gebrochener Reformversprechen und seiner anti-russischen Politik unter den Ukrainern nur noch wenig Ansehen genießt. Auch Timoschenko kam damals als eine der prägenden Figuren des Aufstands an die Macht.

Wer auch am Ende das höchste Staatsamt der Ukraine übernehmen wird: Wichtigstes Ziel des neuen Präsidenten dürfte es sein, das Land aus dem politischen und wirtschaftlichen Chaos zu führen. Ein Staatsbankrott konnte zuletzt nur mithilfe eines Milliardenkredits des Internationalen Währungsfonds (IWF) abgewendet werden. Eine fällige Tranche liegt derzeit auf Eis, weil der IWF die Sparauflagen durch eine Erhöhung der Mindestlöhne und Pensionen verletzt sah.

Für einen Ausweg aus der Krise gilt Janukowitsch inzwischen auch unter westlichen Experten als der beste Kandidat. Vor fünf Jahren hatten sie ihn noch geschmäht. Auf jeden Fall dürfte sich unter einem Präsidenten Janukowitsch das zuletzt zerrüttete Verhältnis zwischen der Ukraine und ihrem großen Nachbarn Russland deutlich entspannen. Der im russischsprachigen Osten des Landes verwurzelte Janukowitsch will Russisch zur zweiten Amtssprache machen und mit Moskau gegen mehr Geld darüber verhandeln, die russische Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Halbinsel Krim über 2017 hinaus zu stationieren.

 
Leser-Kommentare
    • Midway
    • 08.02.2010 um 13:11 Uhr
    1. wow

    Timoschenko sieht trotz ihres Alters hübsch aus. Erinnert mich irgendwie an Star Wars hmm naja

    Jedenfalls hat sie leider die Wahl verloren. An die Macht kommt wahrscheinlich ein kleiner Ganove, tut mir leid, anders kann ich ihn nicht nennen, an die Macht.

    So oder so. Den Stuhl muss sie wohl räumen. Dennoch kann sie in der Opposition wohl dafür kämpfen, dass die Ukraine nicht einmal so wird wie Russland: ein meinungseinschränkender Staat

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    ...der's kann, als eine große Ganovin die's nicht kann.

    dass die Menschen doch einen dikatorischen Wahlfälscher der russischen Art bevorzugen und nicht die freiheitsliebenden Demokraten. Wahrscheinlich werden jetzt in unseren Massenmedien Artikel erscheinen, dass die Ostvölker sowieso nicht demokratisch gesinnt sind und von Natur aus diktatorisch beherrscht werden müssen.
    Natürlich wurde in unseren Massenmedien in der orangen Regierungsperiode konsequent vergessen, dass die orange Revolution unter anderem mit CIA-Geldern erkauft wurde (normalerweise macht sowas ja nur Russland), Nationalisten als Nationalhelden geehrt wurden (http://jta.org/news/artic... ), die Ukraine demokratisch in den Ruin geführt wurde, ganz zu schweigen von den vielen schlagkräftigen „Wahlhelfern“ aus Georgien, die von dem anderen georgischen Demokraten zu der letzten Wahl geschickt wurden. (http://www.georgien-nachr... ).
    Vielleicht wäre es mal gut einige Themen aus verschiedenen Perspektiven (www.opiar.com) zu betrachten.

    Was wäre denn bei Yulia anders? Beide wollen die Pressefreiheit einschränken um ihren Geschäften in Ruhe nachgehen zu können.

    Das war die Wahl zwischen einem Übel und dem anderen.
    Beide waren schon vor Gericht wegen kriminellen Geschäften.

    Beide kämpfen nicht für die Ukraine, sondern nur für sich selbst und den eigenen Geldbeutel.

    Cashcow Ukrajina!

    ...der's kann, als eine große Ganovin die's nicht kann.

    dass die Menschen doch einen dikatorischen Wahlfälscher der russischen Art bevorzugen und nicht die freiheitsliebenden Demokraten. Wahrscheinlich werden jetzt in unseren Massenmedien Artikel erscheinen, dass die Ostvölker sowieso nicht demokratisch gesinnt sind und von Natur aus diktatorisch beherrscht werden müssen.
    Natürlich wurde in unseren Massenmedien in der orangen Regierungsperiode konsequent vergessen, dass die orange Revolution unter anderem mit CIA-Geldern erkauft wurde (normalerweise macht sowas ja nur Russland), Nationalisten als Nationalhelden geehrt wurden (http://jta.org/news/artic... ), die Ukraine demokratisch in den Ruin geführt wurde, ganz zu schweigen von den vielen schlagkräftigen „Wahlhelfern“ aus Georgien, die von dem anderen georgischen Demokraten zu der letzten Wahl geschickt wurden. (http://www.georgien-nachr... ).
    Vielleicht wäre es mal gut einige Themen aus verschiedenen Perspektiven (www.opiar.com) zu betrachten.

    Was wäre denn bei Yulia anders? Beide wollen die Pressefreiheit einschränken um ihren Geschäften in Ruhe nachgehen zu können.

    Das war die Wahl zwischen einem Übel und dem anderen.
    Beide waren schon vor Gericht wegen kriminellen Geschäften.

    Beide kämpfen nicht für die Ukraine, sondern nur für sich selbst und den eigenen Geldbeutel.

    Cashcow Ukrajina!

  1. ...der's kann, als eine große Ganovin die's nicht kann.

    Antwort auf "wow"
  2. dass die Menschen doch einen dikatorischen Wahlfälscher der russischen Art bevorzugen und nicht die freiheitsliebenden Demokraten. Wahrscheinlich werden jetzt in unseren Massenmedien Artikel erscheinen, dass die Ostvölker sowieso nicht demokratisch gesinnt sind und von Natur aus diktatorisch beherrscht werden müssen.
    Natürlich wurde in unseren Massenmedien in der orangen Regierungsperiode konsequent vergessen, dass die orange Revolution unter anderem mit CIA-Geldern erkauft wurde (normalerweise macht sowas ja nur Russland), Nationalisten als Nationalhelden geehrt wurden (http://jta.org/news/artic... ), die Ukraine demokratisch in den Ruin geführt wurde, ganz zu schweigen von den vielen schlagkräftigen „Wahlhelfern“ aus Georgien, die von dem anderen georgischen Demokraten zu der letzten Wahl geschickt wurden. (http://www.georgien-nachr... ).
    Vielleicht wäre es mal gut einige Themen aus verschiedenen Perspektiven (www.opiar.com) zu betrachten.

    Antwort auf "wow"
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    Und prinzipiell sind ja auch direkte Parallelen zum Putsch(-versuch) 2002 in Venezuela zu erkennen, hier hatte man allerdings den Demokratiewillen des Volkes unterschätzt. Oligarchische Herrschaft mit freundlicher Unterstützung der US-Geheimdienste. Bin mal gespannt, ob die Ukrainer in Timoschenkos Erfolgsfall auch die "Eier" in der Hose haben, um den Spiess zu drehen.

    Und prinzipiell sind ja auch direkte Parallelen zum Putsch(-versuch) 2002 in Venezuela zu erkennen, hier hatte man allerdings den Demokratiewillen des Volkes unterschätzt. Oligarchische Herrschaft mit freundlicher Unterstützung der US-Geheimdienste. Bin mal gespannt, ob die Ukrainer in Timoschenkos Erfolgsfall auch die "Eier" in der Hose haben, um den Spiess zu drehen.

  3. nun muss diese Intrigantin, diese verwelkte Ikone einer verratenen Revolution ihre Niederlage - ja was denn?. anerkennen? Aber nein, die Straße wird herhalten müssen. Wäre doch gelacht, wenn dieser pro-russische NATO-Gegner und "Wahl-Betrüger" nicht noch zu stürzen wäre.

    Wahl hin, Wahl her. Schöne Demokratin, aber unsere.

  4. 5. Hä?

    Was wäre denn bei Yulia anders? Beide wollen die Pressefreiheit einschränken um ihren Geschäften in Ruhe nachgehen zu können.

    Das war die Wahl zwischen einem Übel und dem anderen.
    Beide waren schon vor Gericht wegen kriminellen Geschäften.

    Beide kämpfen nicht für die Ukraine, sondern nur für sich selbst und den eigenen Geldbeutel.

    Cashcow Ukrajina!

    Antwort auf "wow"
  5. Und prinzipiell sind ja auch direkte Parallelen zum Putsch(-versuch) 2002 in Venezuela zu erkennen, hier hatte man allerdings den Demokratiewillen des Volkes unterschätzt. Oligarchische Herrschaft mit freundlicher Unterstützung der US-Geheimdienste. Bin mal gespannt, ob die Ukrainer in Timoschenkos Erfolgsfall auch die "Eier" in der Hose haben, um den Spiess zu drehen.

    Antwort auf "Ist schon komisch,"
  6. Daß Frau Timoschenko das Gegenteil einer demokratischen Lichtgestalt ist, zu der die hiesigen Medien sie verklären, ist allgemein bekannt.

    Daß die "orange Revolution" ein Putsch von Gnaden der CIA war, wobei das Dioxin-Märchen zur Erzeugung eines Solidarisierungseffekts in die Welt gesetzt wurde, ist auch keineswegs neu.

    Die hiesige Berichterstattung zeigt nur, wie tief die Schamgrenze im deutschen Medienmainstream bereits gesunken ist.

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    Die CIA? :-)))))

    Die könne ja nicht mal einen Schüler beim schummeln überführen!

    Pack die CIA mal wieder ein und komm mal mit richtigen Argumenten. Das ist der gleiche Unsinn wie man ihn in Theran verzapft.

    Die große CIA Weltverschwörung!

    Ich lach mich tot!

    Fakt ist: Wer hatte damals ein Interesse daran das Janukowitsch weiter im Amt bleibt? Und wer freut sich heute wieder das er wieder im Amt ist?

    Richtig! Moskau!
    Nix CIA!

    Die CIA? :-)))))

    Die könne ja nicht mal einen Schüler beim schummeln überführen!

    Pack die CIA mal wieder ein und komm mal mit richtigen Argumenten. Das ist der gleiche Unsinn wie man ihn in Theran verzapft.

    Die große CIA Weltverschwörung!

    Ich lach mich tot!

    Fakt ist: Wer hatte damals ein Interesse daran das Janukowitsch weiter im Amt bleibt? Und wer freut sich heute wieder das er wieder im Amt ist?

    Richtig! Moskau!
    Nix CIA!

  7. Die CIA? :-)))))

    Die könne ja nicht mal einen Schüler beim schummeln überführen!

    Pack die CIA mal wieder ein und komm mal mit richtigen Argumenten. Das ist der gleiche Unsinn wie man ihn in Theran verzapft.

    Die große CIA Weltverschwörung!

    Ich lach mich tot!

    Fakt ist: Wer hatte damals ein Interesse daran das Janukowitsch weiter im Amt bleibt? Und wer freut sich heute wieder das er wieder im Amt ist?

    Richtig! Moskau!
    Nix CIA!

    Antwort auf "Stimmungsmache"
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    Fakt ist auch wer damals ein Interesse hatte, dass Yuschenko an die Macht kommt und wer ist dann an die Macht gekommen.Yuschenko.

    Somit ist ihre Argumentation, dass es für die Revolution keine Gelder vom Westen gab sinnlos, da sie einen entscheidenden Sachverhalt außer Betracht lassen.

    Übrigens kann man das mit den CIA-Geldern auch bei Scholl-Laout in "Zwischen den Fronten" lesen und ich denke schon dass man so einem Menschen was Weltpolitik angeht glauben kann.

    Ich muss mich meinem Vorkommentator leider anschliessen. Sie diskutieren auf der Basis von Halb- bis Nichtwissen. Und dies noch in einer überaus infantilen Weise. Die Beteiligung von CIA-Geldern ist ein Fakt, der auch überall zu lesen ist...selbst auf us-amerikanischen Seiten.

    vielleicht solltest du dich vorher n bissl schlau machen bevor du solche Kommentare abgibst siehe hier ->
    http://www.arbeiterfotogr...

    Fakt ist auch wer damals ein Interesse hatte, dass Yuschenko an die Macht kommt und wer ist dann an die Macht gekommen.Yuschenko.

    Somit ist ihre Argumentation, dass es für die Revolution keine Gelder vom Westen gab sinnlos, da sie einen entscheidenden Sachverhalt außer Betracht lassen.

    Übrigens kann man das mit den CIA-Geldern auch bei Scholl-Laout in "Zwischen den Fronten" lesen und ich denke schon dass man so einem Menschen was Weltpolitik angeht glauben kann.

    Ich muss mich meinem Vorkommentator leider anschliessen. Sie diskutieren auf der Basis von Halb- bis Nichtwissen. Und dies noch in einer überaus infantilen Weise. Die Beteiligung von CIA-Geldern ist ein Fakt, der auch überall zu lesen ist...selbst auf us-amerikanischen Seiten.

    vielleicht solltest du dich vorher n bissl schlau machen bevor du solche Kommentare abgibst siehe hier ->
    http://www.arbeiterfotogr...

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