Regierung Obama Die Entwicklungspolitik der USA ist zurückSeite 2/2

Ob die Finanzmittel für Klimapolitik in Entwicklungsländern – also der amerikanische Anteil an den in Kopenhagen in Aussicht gestellten 100 Mrd. US Dollar bis 2020 – zusätzlich zu den Mitteln für Entwicklungshilfe aufgebracht werden, ist zweifelhaft. Es ist abzusehen, dass etwa die Aufwendungen für ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung sowohl entwicklungs- als auch klimapolitisch begründet werden. Die USA werden dann Klima- und Entwicklungsfinanzierung nicht mehr klar voneinander trennen – gegen den Protest der Entwicklungsländer.

Das entwicklungspolitische Establishment in Washington hat Clintons Grundsatzrede mit großem Enthusiasmus aufgenommen. Es wird jetzt aber nicht nur auf den Kongress ankommen, sondern auch auf die Fähigkeit der Regierung, ihr Konzept – etwa die Aufwertung von USAID – effektiv umzusetzen. Immerhin hat man ein ganzes Jahr gebraucht, um dieses Konzept zu entwickeln. In seiner jüngsten State of the Union- Rede hat Obama die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA zu seiner obersten politischen Priorität gemacht. Angesichts der schwierigen Haushaltslage werden sicherlich nicht mehr Mittel für die Entwicklungspolitik mobilisiert werden können. Möglicherweise wird das die USA dazu bewegen, doch über eine Stärkung multilateraler Institutionen und eine stärkere Arbeitsteilung mit anderen Geberländern nachzudenken.

Dr. Peter Wolff ist Leiter der Abteilung Weltwirtschaft und Entwicklungsfinanzierung im Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zählt weltweit zu den führenden Forschungsinstituten und Thinktanks zu Fragen globaler Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

 
Leser-Kommentare
  1. der Steuerereinsparungen in den nächsten 3 Jahren, hier ein Bereich, der nicht beschnitten werden soll. Kann sich die US-Kasse das wirklich leisten? Vordergündig wohl die Bewahrung der Vormachtsstellung ... Clever oder verschwenderisch? Ich glaube, es kostet viel mehr, als dass es bringt Denn Konfliktfälle werden extra abgerechnet...

  2. Reden wir doch einfach einmal Klartext:

    Es geht um amerikanische Interessen - sonst nichts - die Fortführung des Krieges mit anderen Mitteln - sozusagen.

    Ziel ist nicht eine gesundene, zufriedene, Weltbevölerung - oder die Hilfe zur Selbsthilfe - sondern die Abhängigkeit von AMERIKANISCHEN Technologien und Hilfen.

    Kurz - es kann mit dieser Politik niemals gelingen wirkliche Entwicklungshilfe - im Sinne der Entfaltung der eigenen Kräfte des Entwicklungslandes - geben. Mobile Banking und Co. haben sich in den ärmsten Ländern dieser Welt auch ohne (oder gerade wegen?) US Unterstützung entfaltet.

    Es geht um Interessen und Machtpolitik - das ist vollkommen legitim, nur sollte dies auch beim Namen genannt werden und nicht so getan werden, als ob die Hilfe im Fordergrund steht. Ziel ist es die US Interessen mit anderen Mitteln als IMF, Flugzeugträgern usw. durchzusetzen.

    Ob das US Interesse sich allerdings mit einer gerechten Weltvorstellung überschneidet und am Ende wirklich nachhaltig ist, bezweifle ich entscheidend - mit altem Denken kann man nicht die Zukunft gestalten.

    • tower
    • 04.02.2010 um 1:07 Uhr

    auf Kosten der übrigen Welt einfach mehr USD und leisten Entwicklungshilfe ,für Monsanto brechen goldene Zeiten an,schliesslich gibt noch viele genmanipolierte Nahrungsmittel weltweit an- den Mann zu bringen-,um danach auch noch die aller Ärmsten -lizensiert-abzukassieren.Wie gehabt werden sie weitere Länder mit ihren Getreideprodukten überschwemmen,dort die Märkte ruinieren,danach Monokulturen anbauen lassen,damit die so belieferten -Ärmsten der Armen- ihre US-Einfuhren bezahlen können.

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