Entwicklungshilfe Die Vielfalt der Armut
Mit der Kamera erkundeten acht Fotografen die südafrikanische Metropole Johannesburg. Ihre Bilder sollen der deutschen Entwicklungshilfe neue Impulse geben.
© Thandile Zwelibanzi/GTZ

"Hands up" heißt die Serie des südafrikanischen Fotografen Thandile Zwelibanzi, die die Vielfalt der Sicherheit in Johannesburg thematisiert
Eine Frau im grünen Kittel steht vor einem Hinweisschild für den Umgang mit wilden Tieren. Ihre Arme sind erhoben. Ein Mann steht vor einer weiß gekachelten und sehr dreckigen Wand. Er reißt die Arme hoch. Ein Jogger hält vor einer Mauer – und auch er reckt seine Hände in die Luft. Vor ihnen stand Thandile Zwelibanzi mit dem Finger am Auslöser. Er sagte "Hände hoch" und drückte dann ab. Zwelibanzi arbeitet als Fotograf in Südafrika. Gemeinsam mit sieben anderen Fotografen aus Algerien, Madagaskar, Südafrika und Deutschland hat er im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) seine Heimatstadt Johannesburg erkundet. Hands up heißt seine Serie.
In einem einwöchigen Workshop tasteten die Fotografen sich an den Begriff Vielfalt heran. Vielfalt – Impulse für Entwicklung heißt das gemeinsame Jahresthema der GTZ, der Organisation, die im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungsprojekte durchführt, und der kfw Entwicklungsbank, welche die Finanzierung dieser Hilfe abwickelt. Den Entwicklungshelfern geht es vor allem um biologische, gesellschaftliche und kulturelle Diversität. "Entwicklung braucht Vielfalt, um zu gedeihen", sagt die Projektleiterin Randa Kourieh-Ranarivelo.
Mit vielfältigen Kulturen und Religionen umgehen zu können ist für die Entwicklungshelfer von großer Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen Geberstaaten und Empfängern kann nur funktionieren, wenn man den anderen kennt. Die acht Fotografen beschäftigten sich daher vor allem mit den einfachen Menschen auf der Straße und den Märkten. Mit ihren Bildern zeigen sie, was die Bewohner brauchen, aber auch, welche Potenziale vorhanden sind. Auslöser drücken – Impulse geben heißt der Workshop. Die in Johannesburg entstandenen Fotos sind ab 24. Februar in einer Ausstellung in der Hauptstadtrepräsentanz der GTZ zu sehen.

Die Berlinerin Elena Koktanek fotografierte in den Armenvierteln Johannesburgs. Klicken Sie auf das Foto, um ihre Bilder zu sehen
Erwartbare Motive wie der Reichtum der afrikanischen Natur oder die bunte, heile Regenbogengesellschaft ließen die Fotografen aus. Randa Kourieh-Ranarivelo ist darüber erleichtert. Denn das Land, in dem die Bilder gemacht werden sollten, stand fest, bevor das Jahresthema erkoren wurde. Vielfalt und Südafrika, das klang verdächtig erwartbar, vor allem im Jahr der Fußballweltmeisterschaft am Kap. Doch die Fotografen haben ganz eigene Zugänge zum Thema gefunden. Sie geben tatsächlich neue Impulse und haben alles andere als erwartbare Werke geschaffen.
- Datum 22.02.2010 - 15:34 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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