Saudi-Arabien und al-Qaida Die Gefahr ist längst nicht gebannt

Trotz aller Anstrengungen und auch Erfolge Saudi-Arabiens lässt die Gefahr durch al-Qaida nicht nach. Das wird in nächster Zeit auch so bleiben.

Gelobt: Riads Rehabilitationsprogramm für Islamisten mit Terrorambitionen

Gelobt: Riads Rehabilitationsprogramm für Islamisten mit Terrorambitionen

Armes Saudi-Arabien – dem Himmel so fern, dem Jemen so nah. So spottet man gerne in Riad, der Hauptstadt des Königreiches, wenn das Gespräch auf den armen, chaotischen Nachbarn im Süden der Arabischen Halbinsel kommt. Trotzdem sah es die letzten vier Jahre so aus, als wenn die saudischen Sicherheitskräfte mit der Terrorgefahr im eigenen Land erfolgreich fertig geworden seien. Die Kommandospitze der Anhänger Osama bin Ladens war verhaftet oder erschossen, der bisher letzte schwere Anschlagversuch 2006 auf eine Ölraffinerie misslungen.

Stattdessen ließ die Regierung im Eiltempo fünf Spezialgefängnisse für Terrorverdächtige hochziehen. Millionen wurden in ein Rehabilitationsprogramm gesteckt, dass als Pionierprojekt Lob und Anerkennung aus der ganzen Welt erfährt. Und nicht zuletzt gehören die Anti-Terrorstrategen Riads zu den ersten, die das Internet als wichtigen Kampfplatz gegen die mörderischen Ideologien unter dem Deckmantel des Islam erkannt haben.

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Trotzdem ist die Gefahr nicht gebannt – und wird auch in nächster Zeit nicht geringer werden. Das zeigen die 113 Verhaftungen vom Mittwoch, das beweist der Hosenbomber von Detroit und das belegt die Entwicklung in Pakistan und Afghanistan. Zudem bleibt die Grenze zum Jemen ebenso unkontrollierbar, wie die Bargeld-Ströme, die aus dem Pilgerziel Saudi-Arabien in die Kassen der Gotteskrieger fließen.

Die Mehrheit der saudischen Bevölkerung fühlt sich zwar inzwischen vom Terror der Al-Qaida-Fanatiker angewidert. Doch immer noch hegt eine Minderheit – darunter auch muslimische Kleriker - heimliche Sympathie.

Aus dem Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. Das gute an Al-Quaida ist, dass man ab und zu ein paar Schreckenszeilen posten kann, ohne jedes Hintergrundmaterial und gesicherte Informationen. Denn woher sollte man die auch beziehen, bei einer Phantomgruppierung, die angeblich ohne Organisationsstruktur auskommt und ausser ein paar Internetbotschaften dubioser Herkunft keine Spuren hinterlässt? Es gibt andere Themenbereiche, die ähnlich funktionieren, beispielsweise das Monster von Loch Ness oder UFOs.
    Ich fände es angebracht, wenn mal jemand schauen würde, wer denn alles so in diesen fünf(!) hochgelobten Spezialgefängnissen für "Terrorverdächtige"(!) einsitzt. Mein Tipp: Es handelt sich hauptsächlich um Regimekritiker wie Antimonarchisten, denn soviele Terroristen gibt es nicht einmal weltweit, um fünf Gefängniss zu füllen. Wie lange sitzen die da eigentlich ohne Gerichtsverfahren auf Verdacht ein? Aber Schwamm drüber, bei unseren Verbündeten kann man ein Auge zudrücken, nicht wahr?!

  2. Saudi Arabien hat eine Internet Zensur die sich hinter China nicht zu verstecken braucht.
    Saudi-Arabiens Terroristen brauchen keine Al-Qaida-Verbindungen, keine Freiwilligen aus der islamischen Welt und schon gar keine ausländische Finanzhilfe
    Die Gewaltstrukturen sind auf dem Boden des Königreichs gewachsen – und sie sind alt. Schon am 20. November 1979 wurden am ersten Tag des 15. Jahrhunderts islamischer Zeitrechnung, die Große Moschee von Mekka von mehreren hundert besetzten. Sie stammten aus dem gebirgigen Südwesten des Landes.
    Die Namen ihrer Anführer, Dschuhaiman al-Utaibi und Mohammed al-Kahtani, wiesen auf die Zugehörigkeit zu zwei großen Stammesverbänden mit mehreren hunderttausend Mitgliedern hin. Schon damals waren die saudischen Sicherheitskräfte der Herausforderung nicht gewachsen.
    Die Revolte konnte nur mit Hilfe französischer Antiterrorismus-Experten niedergekämpft werden, die rasch zum Islam konvertieren mussten. Aus der nämlichen Gegend kam auch die Mehrzahl der Attentäter des 11. September. Sie waren keine primitiven Täter aus afghanischen Ausbildungslagern, sondern überwiegend bürgerlicher Herkunft.

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    ...hätte
    "Schon am 20. November 1979 wurde am ersten Tag des 15. Jahrhunderts islamischer Zeitrechnung, die Große Moschee von Mekka von mehreren hundert Fanatikern besetzt."
    heißen sollen.

    ...hätte
    "Schon am 20. November 1979 wurde am ersten Tag des 15. Jahrhunderts islamischer Zeitrechnung, die Große Moschee von Mekka von mehreren hundert Fanatikern besetzt."
    heißen sollen.

  3. ...hätte
    "Schon am 20. November 1979 wurde am ersten Tag des 15. Jahrhunderts islamischer Zeitrechnung, die Große Moschee von Mekka von mehreren hundert Fanatikern besetzt."
    heißen sollen.

  4. ...das ist zunächst mal das Ziel von al-Qaida.

    Schaut man sich die Saudische Regierung an, kann man es ihnen fast nicht verdenken.

    Ein machtfixiertes Königshaus, das mit einer extremistischen Sekte (den Wahabiten) einen wahren Teufelspakt eingegangen ist (...ihr legitimiert unsere Herrschaft ideologisch, wir geben euch Carte Blanche (und fettes Geld) für eure Missionstätigkeit). Als Bonus paktiert diese Königshaus mit den Amerikanern, die alles tun, damit ihre Vasallen nicht von aussen oder innen aus dem Sattel gehoben werden.

    Insofern ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das sich al-Qaida gegen die Amerikaner wendet.

    Wenn die Kur nur nicht schlimmer wäre als die Krankheit...

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