Bundeswehreinsatz am Hindukusch De Maizière mahnt zur Geduld in Afghanistan
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat eine durchwachsene Zwischenbilanz des deutschen Polizeieinsatzes am Hindukusch gezogen. Er fordert eine bessere Koordination.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist nach Afghanistan gereist, um sich dort über die maßgeblich von Deutschen organisierte Polizeiausbildung zu informieren. Hierbei zog er eine durchwachsene Zwischenbilanz. "Das ist keine Erfolgsgeschichte", räumte der CDU-Politiker ein. "Aber die Dinge werden besser." Die Maßstäbe dürften nicht zu hoch angesetzt werden. Der Minister lobte die Arbeit der 190 deutschen Polizeiausbilder unter schwierigsten Bedingungen in Afghanistan.
De Maizière mahnte zur Geduld. Das Ziel sei, die Verantwortung für die Sicherheit im Land in den nächsten Jahren in afghanische Hände zu geben. Es gehe um eine "nachhaltige Verantwortungsübergabe..., aber nicht kopflos und nicht als Sturzgeburt". Es gelte jetzt, die Ergebnisse der internationalen London-Konferenz umzusetzen. Im Januar wurde unter anderem beschlossen, dass sich die internationale Gemeinschaft stärker auf die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte konzentrieren soll. Außerdem soll der zivile Aufbau verstärkt, ein Versöhnungsprogramm für friedensbereite Taliban-Kämpfer aufgelegt und vor allem mehr afghanische Selbstverantwortung gefördert werden. Britischen Regierungsdokumenten zufolge könnte der Aufbau einer einsatzkräftigen Polizei noch "mehrere Jahre" dauern.
In Kabul, wo de Maizière den Nato-Kommandeur Stanley McChrystal traf, forderte er eine Intensivierung und bessere Koordinierung der Ausbildung. Der Innenminister kam hier ebenso mit seinem afghanischen Kollegen Mohammed Hanif Atmar zusammen wie mit Vertretern der deutsch-afghanischen und der Eupol-Polizeimission. Begleitet wurde de Maizière vom hessischen Innenminister Volker Bouffier (CDU), vom Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) und dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gunkel (SPD).
Beim Wiederaufbau der afghanischen Polizei hatte Deutschland 2002 auf Wunsch der damaligen Übergangsregierung in Kabul die internationale Führungsrolle übernommen. Die Bundesregierung will die Zahl der Polizeiausbilder im Zuge der neuen Afghanistan-Strategie in diesem Jahr von derzeit 190 auf 260 aufstocken. Einen weiteren Ausbau des Kontingents schloss de Maizière aus. "Viel mehr kann man nicht machen", sagte er.
Für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban soll die afghanische Polizei langfristig von derzeit rund 100.000 auf 160.000 Mann verstärkt werden. Das afghanische Innenministerium prüft allerdings gerade, wie viele davon wirklich im Dienst sind. Immer wieder desertieren Beamte mit ihren Waffen. Weitere Probleme der afghanischen Polizei sind Drogenkonsum, Analphabetismus und Korruption.
Bis die Beamten wirkungsvoll eingesetzt werden, könnte es noch "mehrere Jahre" dauern, berichtete die britische Zeitung The Independent unter Berufung auf Dokumente des britischen Außenministeriums. "Eine unabhängige, professionelle und verlässliche Polizei aufzubauen, wird mehrere Jahre dauern und bedarf einer beträchtlichen internationalen Unterstützung", zitierte das Blatt aus einem wenige Monate alten Regierungspapier.
Immer wieder kommt es zu Anschlägen. In der südafghanischen Provinz Helmand starben bei zwei Bombenanschlägen sechs Zivilisten. Wie das Innenministerium in Kabul mitteilte, waren mindestens drei der Opfer für eine private Sicherheitsfirma tätig. Bei einem weiteren Anschlag in der westlichen Provinz Herat seien fünf Kinder verletzt worden, als auf einer Straße eine Landmine explodierte.
Im Einsatzgebiet der Bundeswehr im nordafghanischen Kundus starben vier Taliban-Kämpfer bei einem Gefecht mit Angehörigen einer regierungstreuen Stammesmiliz. Nach Angaben der örtlichen Behörden hatten die radikal-islamischen Aufständischen zuvor einen Stützpunkt der Miliz im Unruhedistrikt Char Darah angegriffen.
- Datum 28.03.2010 - 19:54 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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mit dem in Afghanistan die ausgebildeten Polizisten gezwungen werden, ihre ohnehin äußerst spärlichen Entlohnungen an ihre Vorgesetzten abzuliefern haben, scheint ein Kernbestandteil der Berliner Regierungspolitik zu sein.
Die entente cordiale der Privilegierteneliten - hier und dort.
Nein, das ist keine Politik. Das ist ein so ungeheuerlicher Skandal, wie derjenige, den die Entwicklungshilfepolitik der deutschen Regierungen seit 1974 darstellt. Wie gesagt, eine entente cordiale.
Aber nicht nur in den Elendsländern, wo unsere "Entwicklungshilfe" so hervorragende Hilfe bei der Stabilisierung der etablierten Stützen der Gesellschaft, also den privilegierten Eliten, leistet.
Nein. Auch hier. Mitten in Deutschland. Mitten in Berlin.
Im Zentrum der Politik. Im Deutschen Bundestag. Eine "entente cordiale" der Eliten, denen die Belange unseres Landes ebenso wichtig sind, wie den Eliten in Afghanistan und Haiti die Belange der dortigen Bevölkerungen wichtig sind.
Sollten wir nicht langsam beginnen, nachdenlich zu werden?
Dieser Bundeswehreinsatz ist nicht legitim. Es ist sogar gegen die Interessen der Bevölkerung dort gerichtet, weil der die dort herrschende Sklavenhalterelite stützt.
dauert eben seine Zeit.
Mir scheint wir haben die Seiten gewechselt. Dem "Erfolgserlebnis" zu liebe:
http://www.german-foreign...
Ausbilder 190 = Sollstärke (bald auf 260 = Sollstärke)
Iststärke?
Im September09 war die Sollstärke = 100
aber lt. BTag die Iststärke= 27 (!)
Warum wird die tatsächliche Zahl der Polizeiausbilder nicht genannt?? Z.B. : 5 Polizisten aus Bayern.
Die Auszubildenen Polizisten sind zu 60% Drogenabhängige
und zu 90% Analphabeten
und zu 70 % desertieren mit Waffen bis zum Abschluss der Ausbildung.
Die Praxis: Die graduierten Polizisten sind zu 100% korrupt und ernähren sich vom Bakschisch der kontrollierten Zivilisten.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Innenminister!
Das kann nach 8 Jahren Rumwurschtelei nur besser werden!
Note: Ungenügend! Sechs! 6!
Seit nunmehr 9 Jahren wird an der Ausbildung der afghanischen Polizei herumgedoktort und da redet der Innenminister von Geduld und Koordination ??
Wie lange soll das denn noch dauern, bzw., wie viel Geld muss da noch rübergeschaufelt werden ??
Mann oh Mann...........................
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