Innere Sicherheit Wie Brüssel in die Bürgerrechte eingreift
Die mangelnde Rücksicht der EU auf Bürgerrechte sorgt für Spannungen zwischen den Mitgliedsstaaten. Die Vorratsdatenspeicherung ist nur ein Beispiel dafür.
Wird den Schöpfern des Lissabon-Vertrages gerade mulmig, weil sie merken was die EU neuerdings alles darf? Das Bundesverfassungsgericht hat in dieser Woche die Vorratsdatenspeicherung für grundgesetzwidrig erklärt. Das deutsche Gesetz, das die Richter wegen unzureichender Genauigkeit und zu breiter Eingriffe in die Grundrechte verwarfen, setzte allerdings nur eine EU-Richtlinie um, die am 15. März 2006 erging. Sie verpflichtet alle 27 Mitgliedsstaaten, fast sämtliche Telekommunikationsdaten ihrer Bürger mindestens ein halbes Jahr aufzubewahren, zum Zwecke der "Ermittlung, Feststellung und Verfolgung schwerer Straftaten".
Mit einigen Jahren Verspätung fragen sich jetzt immer mehr EU-Staaten, was für eine Regelung sie damit eigentlich in die Welt gesetzt haben und welche weiteren Eingriffe in die Bürgerrechte der Lissabon-Vertrag möglich macht. Die Vorratsdatenspeicherung ist – obwohl lange vor Inkrafttreten des Vertrags im vergangen Herbst beschlossen – ein Lehrbeispiel dafür, auf welchen Wegen und von welchen Interessen gelenkt in Zukunft verstärkt die individuellen Freiheiten des Bürgers beschnitten werden können.
Die neue EU-Kommissarin für Innen- und Justizpolitik, die Schwedin Cecilia Malmström, kündigte soeben – aufgeschreckt auch durch das Karlsruher Urteil – an, die Vorratsdaten-Richtlinie bis September auf ihren Nutzen und schädliche Wirkungen überprüfen zu lassen. Die Richtlinie war von Anfang an umstritten. Irland und die Slowakei hatten im Ministerrat gegen die Sammelanordnung votiert. Doch sie wurden überstimmt.
Und genau hier beginnt der Fall exemplarisch zu werden für die EU als problematische Rechtssetzungsinstanz. Im Dickicht der Macht- und Gesetzgebungsinstanzen von Brüssel herrscht eine legislative Dynamik, die mit den üblichen Mitteln von Politik und Öffentlichkeit kaum noch zu kontrollieren ist. Daran ändert der Lissabon-Vertrag nichts – im Gegenteil.
Schon seit 2002 gab es in Brüssel Überlegungen für Datenspeicherungen, um Terroristen nach den Erfahrungen der Anschläge vom 11. September auf die Spur zu kommen. Im Jahr 2005 ging dann plötzlich alles sehr schnell – wegen zweier Ereignissen: Am 1. Juli übernahm Großbritannien die halbjährliche EU-Ratspräsidentschaft; am 7. Juli explodierten in London vier Bomben von Selbstmordattentätern, die in der U-Bahn und in einem Bus 56 Menschen in den Tod rissen. Der damalige britischen Innenminister Charles Clarke macht sich daraufhin daran, die Vorratsdatenspeicherung so schnell wie möglich durch die Brüsseler Instanzen zu peitschen.
Dazu umging Clarke die EU-Rechtssetzungsregeln. Denn trotz der Schockwelle von London zeigten sich mehrere Staaten skeptisch, ob die Richtlinie verhältnismäßig sein würde. Für Rechtsakte in der Justiz- und Innenpolitik brauchte es damals aber noch Einstimmigkeit im Ministerrat. Die britische Regierung erklärte die Vorratsdatenspeicherung deshalb kurzerhand zu einer Maßnahme zur Harmonisierung des Binnenmarkts. Solche Rechtsvorschriften benötigen im Rat keine Einstimmigkeit, dafür aber muss das Europäische Parlament zustimmen. Das hatte mit dem offenkundigen Missbrauch des Verfahrens wenig Probleme. "Die Briten wussten, dass das Parlament sich nicht gegen sie stellen würde. Denn die Abgeordneten fühlten sich geschmeichelt, dass sie mitreden durften", sagt der Brite Roderick Parkes, Leiter des Brüsseler Büros der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).
Am 14. Dezember 2005 war alles erledigt. Das Europaparlament stimmte der Vorratsdatenrichtlinie mit 378 zu 197 Stimmen zu. Im Ministerrat stemmten sich Irland und die Slowakei gegen den Trick, die Gesetzgebungsregelungen für den Binnenmarkt zu Zwecke der Terrorbekämpfung zu nutzen, aber sie wurden überstimmt. Irland klagte deswegen vorm Europäischen Gerichtshof. Dessen Richter entschieden jedoch im Februar 2009, welcher Gesetzgebungsweg in Brüssel gewählt werde, müssten die Regierungen entscheiden.
Das Wichtige an dieser Historie ist: Der Lissabon-Vertrag hat genau dieses Verfahren (Mehrheit im Ministerrat plus Zustimmung des Europäischen Parlamentes) zum Standard für die Gesetzgebung in der Justiz- und Innenpolitik gemacht. Ob künftig weitere Eingriffe in die Bürgerrechte erfolgen, hängt deshalb nun auch davon ab, ob sich die EU-Abgeordneten dagegen stellen. Die wiederum sind jedoch stark von den Stimmungen in ihren Heimatländern geprägt.
- Datum 05.03.2010 - 18:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Irland, Österreich, Belgien, Schweden, Luxemburg und Griechenland" und Deutschland haben sowohl im Ministerrat als auch im Parlament mehr Stimmen als Spanien und Großbritannien. Diese beiden mal eben zu "der EU" zur erklären, und gegenüber denen man dann "Europa-Treue" zu leisten habe (Was ist das überhaupt für ein Demokratieverständnis, Herr Bittner? Ist Opposition neuerdings Verrat?) ist wohl vermessen.
Moin,
welch Bigotterie legen da die nationalen Regierungen, oft auch die nationalen Parlamente, an den Tag, wenn es um kritische Entscheidungen der EU geht, die nicht gerade selten ganau von diesen nationalen Regierungen angestoßen worden sind. Es sind die nationalen Minister (also auch de Maizière und seine Vorgänger Schäuble, Schily), die im Ministerrat sitzen und über diese Themen beraten. Die Mitglieder der Kommission sind ebenfalls von den nationalen Regierungen bestellt, sie sind in der EU derzeit leider die einzigen mit Initiativ-Recht, also der Möglichkeit, Gesetzesinitiativen zu starten. Hier wünsche ich mir ganz klar die bundesdeutsche Regelung auf EU-Ebene. Die Kommissare, die national bestellt (und erst seit kurzem auch vom EU-Parlament bestätigt werden - durchgewunken [?]) werden, werden kaum andere Ideen vertreten als ihre nationalen Regierungen. Lissabon ist, bei allen echten oder vorgeblichen Verbesserungen, doch eher halbherzig. Und wo sind die Parlamentarier, wer hört etwas von seinem EU-Abgeordneten (außer im Wahlkampf), wann hört man von ihnen einmal scharfe Worte? Nur wenige von ihnen haben wirklich den nötigen Biss, aber das ist bei nationalen Abgeordneten auch nicht anders. Fazit ist für mich, die EU bereitet den Weg für Entscheidungen, bei denen die nationalen Regierungen sich nicht die Hände schmutzig machen wollen. Man hat eine ferne Macht, auf die man alles schieben kann. Hinrin gründet auch die EU-Müdigkeit.
Beste Grüße
Grabert
Das ist doch normal. Als 18 europäische Länder Bushs Position zum Irak in einem Brief befürworteten schrieb die hiesige Presse und behauptete die hiesige Politik trotzdem, dass die EU oder Europa gegen den Einmarsch wären. Solch freche Wahrheitsverdrehungen sind interessant, weil sie zeigen, welche Sicht der Erzähler einnimmt. Natürlich sagt es auch über den Charakter des Erzählers auch etwas aus.
Moin,
welch Bigotterie legen da die nationalen Regierungen, oft auch die nationalen Parlamente, an den Tag, wenn es um kritische Entscheidungen der EU geht, die nicht gerade selten ganau von diesen nationalen Regierungen angestoßen worden sind. Es sind die nationalen Minister (also auch de Maizière und seine Vorgänger Schäuble, Schily), die im Ministerrat sitzen und über diese Themen beraten. Die Mitglieder der Kommission sind ebenfalls von den nationalen Regierungen bestellt, sie sind in der EU derzeit leider die einzigen mit Initiativ-Recht, also der Möglichkeit, Gesetzesinitiativen zu starten. Hier wünsche ich mir ganz klar die bundesdeutsche Regelung auf EU-Ebene. Die Kommissare, die national bestellt (und erst seit kurzem auch vom EU-Parlament bestätigt werden - durchgewunken [?]) werden, werden kaum andere Ideen vertreten als ihre nationalen Regierungen. Lissabon ist, bei allen echten oder vorgeblichen Verbesserungen, doch eher halbherzig. Und wo sind die Parlamentarier, wer hört etwas von seinem EU-Abgeordneten (außer im Wahlkampf), wann hört man von ihnen einmal scharfe Worte? Nur wenige von ihnen haben wirklich den nötigen Biss, aber das ist bei nationalen Abgeordneten auch nicht anders. Fazit ist für mich, die EU bereitet den Weg für Entscheidungen, bei denen die nationalen Regierungen sich nicht die Hände schmutzig machen wollen. Man hat eine ferne Macht, auf die man alles schieben kann. Hinrin gründet auch die EU-Müdigkeit.
Beste Grüße
Grabert
Das ist doch normal. Als 18 europäische Länder Bushs Position zum Irak in einem Brief befürworteten schrieb die hiesige Presse und behauptete die hiesige Politik trotzdem, dass die EU oder Europa gegen den Einmarsch wären. Solch freche Wahrheitsverdrehungen sind interessant, weil sie zeigen, welche Sicht der Erzähler einnimmt. Natürlich sagt es auch über den Charakter des Erzählers auch etwas aus.
Ein guter Artikel, vielen Dank. Eine europäische Demokratie kann nur funktionieren, wenn Brüssel und das EU-Parlament ebenso unter Beobachtung durch nationale Öffentlichkeiten gestellt werden wie die nationalen Regierungen. Leider ist es immer noch so, dass man in den Massenmedien kaum Berichterstattung zu den aktuellen Initiativen in Europa findet. Allenfalls einen Tag vor Abstimmungen, wenn es längst zu spät ist die Öffentlichkeit zu mobilisieren, findet man einmal eine Meldung darüber. So können die Bürokraten in Brüssel unbeobachtet ihr Süppchen kochen und die Bürger haben es auszubaden. Stattdessen müsste man erkennen, dass auch Europa das Feedback durch die Bürger braucht. Es wäre auch die Aufgabe nationaler Medien diese nötige Öffentlichkeit herzustellen.
Seien Sie mal nicht so pingelig.
Solange die Finanzströme und Spekulationen rund um den Globus nicht dokumentiert und beschränkt werden, ist alles halb so wild.
Oder haben Sie was zu verbergen?
"Oder haben Sie was zu verbergen?"
Ja, ich habe GRUNDSÄTZLICH etwas zu verbergen, so lange meine Regierung viele Dinge vor mir verbirgt.
So einfach ist das.
"Oder haben Sie was zu verbergen?"
Ja, ich habe GRUNDSÄTZLICH etwas zu verbergen, so lange meine Regierung viele Dinge vor mir verbirgt.
So einfach ist das.
"Oder haben Sie was zu verbergen?"
Ja, ich habe GRUNDSÄTZLICH etwas zu verbergen, so lange meine Regierung viele Dinge vor mir verbirgt.
So einfach ist das.
Selbst wenn die Regierung vor mir nichts mehr verbirgt, habe ich noch was zu verbergen und werde dies auch tun!
Meine Privatsphäre!
Was die Regierung oder der Staat tun ist öffentlich. Mein Privatleben dagegen nie und nimmer nicht.
Notfalls werde ich auch noch mal klagen um mein Recht einzufordern. Von daher stimme ich dir beim grundsätzlich zu.
Selbst wenn die Regierung vor mir nichts mehr verbirgt, habe ich noch was zu verbergen und werde dies auch tun!
Meine Privatsphäre!
Was die Regierung oder der Staat tun ist öffentlich. Mein Privatleben dagegen nie und nimmer nicht.
Notfalls werde ich auch noch mal klagen um mein Recht einzufordern. Von daher stimme ich dir beim grundsätzlich zu.
´Im Dickicht der Macht- und Gesetzgebungsinstanzen von Brüssel herrscht eine legislative Dynamik, die mit den üblichen Mitteln von Politik und Öffentlichkeit kaum noch zu kontrollieren ist. Daran ändert der Lissabon-Vertrag nichts – im Gegenteil.´
Oha, wer so etwas zu sagen wagt, ist vor noch nicht allzu langer Zeit in die ewiggestrige, nationale, unbelehrbar reaktionäre Populistenecke gestellt worden, auch von der ZEIT.
Wieder einmal ein ärgerlicher Artikel über die angeblich bösen Brüsseler Bürokraten. Der Titel passt nicht zum Artikel, denn aus diesem geht doch hervor, dass nicht "Brüssel" sondern die Briten die Vorratsdatenspeicherung vorangetrieben haben, der nur Iren und Slowaken nicht zugestimmt haben. Dann hat "Berlin" doch also auch dafür gestimmt, oder? Nicht "die EU" greift in Bürgerrechte ein, sondern die beteiligten Mitgliedstaaten!
Moin,
ich hatte hierzu ursprünglich auf den ersten Beitrag geantwortet, die Antwort gilt natürlich auch für Ihren Beitrag, den ich erst zu spät gesehen habe. Ich denke, wir stoßen hier ins gleiche Horn. Bleibt die Frage, was man tun kann, tun sollte, um die Situation zu verbessern. Darüber denke ich intensiv nach, einzig die Antwort "da kann man nichts machen" möchte ich (mir) nicht gelten lassen. Zunächst muss wohl Bewegung und Biss in die EU-Abgeordneten gebracht werden. Sie sollten sich beispielsweise das Initiativrecht erkämpfen, Problem hierbei ist, das bedeutet Arbeit. EU-Abgeordnete sollten sich deutlicher positionieren, nicht nur um Wahlkampf alle fünf Jahre. Und wenn sie es nicht von sich aus tun, dann müssen sie eben "geran werden", "getan bekommen", von uns, den Bürgern. Denn auch bei den Parlamentarieren ist die Einstellung "Da kann man nichts machen", die eigenlich hier steht für "... will ich nichts machen", eine beliebte Standardantwort, übrigens nicht nur bei Europaabgeordneten, ich kenne diese Antwort aus allen Ebenen vom Stadtparlament angefangen. Aber das führt fast schon zu weit weg. Daher nur noch ein Satz, diese politische Kultur ist einer der Hauptgründe für die sog. Politikverdrossenheit, eigentlich eine Politiker-Müdigkeit.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
ich hatte hierzu ursprünglich auf den ersten Beitrag geantwortet, die Antwort gilt natürlich auch für Ihren Beitrag, den ich erst zu spät gesehen habe. Ich denke, wir stoßen hier ins gleiche Horn. Bleibt die Frage, was man tun kann, tun sollte, um die Situation zu verbessern. Darüber denke ich intensiv nach, einzig die Antwort "da kann man nichts machen" möchte ich (mir) nicht gelten lassen. Zunächst muss wohl Bewegung und Biss in die EU-Abgeordneten gebracht werden. Sie sollten sich beispielsweise das Initiativrecht erkämpfen, Problem hierbei ist, das bedeutet Arbeit. EU-Abgeordnete sollten sich deutlicher positionieren, nicht nur um Wahlkampf alle fünf Jahre. Und wenn sie es nicht von sich aus tun, dann müssen sie eben "geran werden", "getan bekommen", von uns, den Bürgern. Denn auch bei den Parlamentarieren ist die Einstellung "Da kann man nichts machen", die eigenlich hier steht für "... will ich nichts machen", eine beliebte Standardantwort, übrigens nicht nur bei Europaabgeordneten, ich kenne diese Antwort aus allen Ebenen vom Stadtparlament angefangen. Aber das führt fast schon zu weit weg. Daher nur noch ein Satz, diese politische Kultur ist einer der Hauptgründe für die sog. Politikverdrossenheit, eigentlich eine Politiker-Müdigkeit.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
welch Bigotterie legen da die nationalen Regierungen, oft auch die nationalen Parlamente, an den Tag, wenn es um kritische Entscheidungen der EU geht, die nicht gerade selten ganau von diesen nationalen Regierungen angestoßen worden sind. Es sind die nationalen Minister (also auch de Maizière und seine Vorgänger Schäuble, Schily), die im Ministerrat sitzen und über diese Themen beraten. Die Mitglieder der Kommission sind ebenfalls von den nationalen Regierungen bestellt, sie sind in der EU derzeit leider die einzigen mit Initiativ-Recht, also der Möglichkeit, Gesetzesinitiativen zu starten. Hier wünsche ich mir ganz klar die bundesdeutsche Regelung auf EU-Ebene. Die Kommissare, die national bestellt (und erst seit kurzem auch vom EU-Parlament bestätigt werden - durchgewunken [?]) werden, werden kaum andere Ideen vertreten als ihre nationalen Regierungen. Lissabon ist, bei allen echten oder vorgeblichen Verbesserungen, doch eher halbherzig. Und wo sind die Parlamentarier, wer hört etwas von seinem EU-Abgeordneten (außer im Wahlkampf), wann hört man von ihnen einmal scharfe Worte? Nur wenige von ihnen haben wirklich den nötigen Biss, aber das ist bei nationalen Abgeordneten auch nicht anders. Fazit ist für mich, die EU bereitet den Weg für Entscheidungen, bei denen die nationalen Regierungen sich nicht die Hände schmutzig machen wollen. Man hat eine ferne Macht, auf die man alles schieben kann. Hinrin gründet auch die EU-Müdigkeit.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
ich hatte hierzu ursprünglich auf den ersten Beitrag geantwortet, die Antwort gilt natürlich auch für Ihren Beitrag, den ich erst zu spät gesehen habe. Ich denke, wir stoßen hier ins gleiche Horn. Bleibt die Frage, was man tun kann, tun sollte, um die Situation zu verbessern. Darüber denke ich intensiv nach, einzig die Antwort "da kann man nichts machen" möchte ich (mir) nicht gelten lassen. Zunächst muss wohl Bewegung und Biss in die EU-Abgeordneten gebracht werden. Sie sollten sich beispielsweise das Initiativrecht erkämpfen, Problem hierbei ist, das bedeutet Arbeit. EU-Abgeordnete sollten sich deutlicher positionieren, nicht nur um Wahlkampf alle fünf Jahre. Und wenn sie es nicht von sich aus tun, dann müssen sie eben "geran werden", "getan bekommen", von uns, den Bürgern. Denn auch bei den Parlamentarieren ist die Einstellung "Da kann man nichts machen", die eigenlich hier steht für "... will ich nichts machen", eine beliebte Standardantwort, übrigens nicht nur bei Europaabgeordneten, ich kenne diese Antwort aus allen Ebenen vom Stadtparlament angefangen. Aber das führt fast schon zu weit weg. Daher nur noch ein Satz, diese politische Kultur ist einer der Hauptgründe für die sog. Politikverdrossenheit, eigentlich eine Politiker-Müdigkeit.
Beste Grüße
Grabert
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