Regionalwahl Frankreich Der Sarkozysmus steckt in der Krise
Die Regionalwahl ist ein Debakel für das Regierungslager von Präsident Sarkozy. Die Linke dagegen triumphiert – Le Pen leider auch. Aus Paris berichtet Gero von Randow.
© Yoan Valat/dpa

Schlappe für den Staatspräsidenten: Sarkozys UMP verliert bei der Regionalwahl massiv an Zustimmung
Die Resultate der französischen Regionalwahl sind misslich für die Regierung, und die Aussichten für den zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag sind für sie noch unersprießlicher. In der ersten Runde fuhr das bürgerlich-rechte Regierungsbündnis ein katastrophal schlechtes Ergebnis ein. Nach letzten Hochrechnungen aus der Nacht zum Montag stimmten nur 27,3 Prozent der Wähler für die UMP von Präsident Nicolas Sarkozy.
Das ist nicht etwa deshalb bedeutend, weil die 26 regionalen Körperschaften, um die es da geht, besonders viel zu melden hätten im Lande. Aber da das zentralistische Frankreich eine präsidiale Republik ist, und zwar weit mehr noch als beispielsweise Amerika, gelten Wahlen stets als Test für das große Spiel, die Präsidentenwahl. Die nächste findet 2012 statt, und bis dahin kein weiterer Urnengang. Also tragen die Ereignisse von diesem und dem kommenden Sonntag einige Bedeutung.
Die Frage lautete also nicht etwa, ob das Parteienbündnis der Regierungsmehrheit, die UMP, ein gutes oder schlechtes Ergebnis einfahren könnte, sondern nur, wie schlecht es ausfallen würde. Denn der Sarkozysmus steckt in der Krise. Die meisten Reformen verliefen im Sande der Bürokratie oder wurden von widerständigen Bewegungen auf der Straße oder in den Institutionen abgeblockt. Das ursprünglich wirtschaftsliberale Programm konnte unter den Bedingungen der Weltwirtschaftskrise dem Land nicht mehr begreiflich gemacht werden, und was bleibt, sind Notoperationen, die öffentlichen Kassen und das Rentensystems zu entlasten. Aber auch das sind unpopuläre Vorhaben.
Um das Publikum zu beruhigen, hatte Sarkozy noch am Freitag angekündigt, dass es sich ansonsten auf eine "Pause" der Reformen einstellen könne. Ein Versprechen, das nicht verfing und sich möglicherweise auch nicht halten lässt, sollten die internationalen Ratingagenturen die Bonität des Landes herabstufen. Denkbar wäre es, und dann müsste die Regierung dem Land eine radikale Sparkur verordnen.
Düstere Erwartungen. Außerdem ist die Arbeitslosigkeit auf zehn Prozent geklettert. Das lastet auf der Regierungspartei, der es auch mit Immigrations- und Sicherheitspropaganda nicht gelang, ihre Wählerbataillone zu mobilisieren. Fast überall dort, wo die UMP die relative Mehrheit erhielt, wird sie von rot-rosa-grünen Linksbündnissen im zweiten Wahlgang geschlagen werden; wer weiß, vielleicht sogar in ihren letzten beiden Bastionen Korsika und dem Elsass.
Einen "Grand Slam" hatte Martine Aubry, die Vorsitzende der Sozialistischen Partei, vorhergesagt, und niemand mochte im Ernst widersprechen. Die Sozialisten kamen auf rund 29,1 Prozent und dürfen als stärkste Partei hoffen, künftig in allen französischen Regionen die Mehrheit anzuführen.
Die parlamentarische Linke brauchte diesmal nur ihre Wahllisten aufzustellen – und kassierte trotz ihrer programmatischen Leere in summa die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Insofern hätte man sich auf dieses Ergebnis vorbereiten können. Gleichwohl reagierten die Sprecher der UMP am Abend politisch ungeschickt, weil einfach nur trotzig und arrogant, wohingegen Martine Aubry den richtigen Ton traf und sich mütterlich jenen Franzosen zuwandte, die Schutz und Hilfe von der Politik erwarten.
Aubrys innerparteiliche Konkurrentin Ségolène Royal hatte gehofft, durch ein gutes Ergebnis in der Region Poitou-Charentes wieder in den Ring um die Präsidentschaftskandidatur 2012 zurückspringen zu können – innerhalb oder außerhalb der Partei. Sie hatte ihren Wahlkampf weitgehend ohne Unterstützung des Parteivorstands in Paris geführt und kam tatsächlich auf beinahe 40 Prozent (alle Zahlenangaben sind derzeit Schätzungen, aber erfahrungsgemäß verlässlich). Für ihre Siegesansprache erschien sie diesmal nicht als Hippie verkleidet, sondern als säkularisierte Nonne, äußerte sich lächelnd, sanft und vage. Der unwirkliche Eindruck, den sie hinterließ, dürfte ihre Gegner in der PS aber kaum darüber hinweggetäuscht haben, dass der Faktor Royal schnell sehr real werden könnte.
- Datum 15.03.2010 - 06:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Sarkozy gewählt wurde und groß vom "Rupture", dem Bruch mit den verkrusteten Strukturen der Ära Chirac sprach.
Auch ich selbst ließ mich damals teilweise von seinem Wahlprogramm und seiner überparteilichen Kabinettsliste blenden. Wie falsch ich doch lag.
Fast 3 JAhre nach der Wahl hat sich Sarkozy zu einem plamlosen Marktschreier entwickelt, dem es an jeglicher politischer Linie mangelt und der außenpolitisch protektionistisch und dezidiert national auftritt. Dazu kommt noch die egozentrische Ausübung seiner Amtsgeschäfte und die Affinität zur Klatschpresse.
Für Europa und für Frankreich sind das verlorene JAhre.
Auch die Franzosen scheinen dies nun erkannt zu haben, wovon die Abstimmung zeugt. Die Sozialisten sind auf einem guten Weg, wieder an die Macht zurückzukehren.
Herr Strauss-Kahn wird die Möglichkeit sicher wahrnehmen und kandidieren, sobald er auf einen Erfolg hoffen darf. Es ist nur zu verständlich dass er sich zwei Jahre vor der Wahl jetzt nicht in das parteipolitische Gezänk einmischen will.
Er wäre eine gute Wahl. Als Intellektueller und als kompetenter Mann, wenn es um die internationalen Beziehungen und Wirtschaftsentwicklungen geht, würde er das Ansehen Frankreichs rstaurieren.
ICh kann mich aber auch wieder täuschen, wo wie vor drei Jahren.
Bruttoinlandprodukt und dessen gesetzliche Aussagekraft :
Die Schuldenquote von Frankreich liegt derzeit bei 100% des BIP mit 160 Milliarden € im März 2010 !
Diese Bruttoinlandprodukt-Aussagekraft ist von legaler Bedeutung, weil das BIP Frankreichs nicht unter der 60%-Grenze geblieben ist, wie es durch den Vertrag
von Lissabon und den Maastricht-Grenzwert betreffs Staatsdefizit in % vom BIP, das heisst, 60% vom BIP festgelegt worden ist.
Die Daten beruhen auf meinen Berechnungen, weil die
FED und die europäischen Zentralbanken langfristige
monetäre Ziele nicht mehr publizieren. Vgl.:T3 - T5
Beweis: "Staatl. Finanzierungssaldo in % des BIP (Maastricht-Abgrenzung) Frankreich %
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2005 x
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"
Q.E.D.
Der Mitverantwortliche für den Staatsbankrott Sarkozys, Eric Woerth,
welcher die Allokation des Staats-Budgets, den "État", von 100% des BIPs aufgestellt hatte, ist für sein Rekord-Defizit & "Downgrading"
der Rating-Agenturen der Bonität Frankreichs & der portugiesischen
& griechischen Staatsbankrott-Misère - (Wer braucht Unterweisung in
Mengenlehre?) - zum Arbeitsminister ernannt worden:Der blanke Hohn.
Im Junktim mit der katastrophalen EU-existenzbedrohenden Deutschlandarbeitsmarktpolitik, welche durch Weiterbildungsmassnahmen die wahren Zahlen einer Jugendarbeitslosigkeit noch nie in Deutschland dagewesenen Ausmasses verdeckt, habe ich schon lange nicht etwa eine Gefahr sondern meine grosse Chance bei mindestens offiziellen 40 Millionen Teens&Twens seit Jahrzehnten gewittert. Woerth will die Renten senken und die Staatsquote der Beamten halbieren. Italien?
Italien parametrisierte seinen Staatshaushalt. Ist es in Italien
ein
schlechter Witz, dass dank der Weiterbildung(CAS/MAS) im Zuge der Bologna-"Credit Points" alle Italiener statistisch einen Mini-Job
haben ?
Parametrisierung der offiziellen Statistik:
Die Ernennung von Eric Woerth zum Arbeitsmarktminister ist mit einem Beamtenstreik beantwortet worden. Dessen Zahlen stimmen?
"
18,9% pour la Fonction publique de l’Etat, de 11,1% pour la Fonction publique territoriale et de 7,9% pour la Fonction publique hospitalière
"((
http://www.blog-ewoerth.c...
) Woerth 24.03.'10).
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