Wiederaufbau Haitis Geschacher um Milliarden und um Zeltplanen Seite 2/2
Doch das hatte eine große Unübersichtlichkeit zur Folge, die man seit dem Beben auf den Straßen beobachten kann. Während die Regierung die ersten Tage nach der Katastrophe praktisch von der Bildfläche verschwunden und die UN-Stabilisierungstruppe vor Ort durch den Zusammenbruch ihres Hauptquartiers vor allem mit sich selbst beschäftigt war, sprangen NGOs in die Bresche, leisteten größtenteils spontan und gestützt auf ihre lokalen Netzwerke Katastrophenhilfe.
Als dann immer mehr Hilfsorganisationen einflogen und die Regierung aus ihrer Lähmung erwachte, begann der Konkurrenzkampf: Manche Neuankömmlinge ließen sich von Regierungsmitgliedern „Konzessionen“ erteilen für Gebiete, die eigentlich schon von anderen NGOs abdeckt waren. Besonders schwer zugängliche Gegenden und manche, die als gefährlich gelten, sind hingegen nur unzureichend versorgt.
Lediglich 40 Prozent der 1,3 Millionen Obdachlosen haben nach Angaben der UNO bislang Baumaterial erhalten, die übrigen harren unter tröpfelnden Plastikplanen und durchnässten Betttüchern aus. Die Regenzeit ist inzwischen über Haiti hereingebrochen. Präsident Preval kritisierte den „Imperialismus der Geberländer“, nachdem US-AID zuvor die Verteilung von Zelten eingestellt hatte. Diese seien zu teuer, nähmen zu viel Platz weg und seien nicht so vielseitig verwendbar wie Plastikplanen. Besser sei der Bau von Notunterkünften aus Holz, Wellblech und Plastikplanen, lautete die Begründung. Allerdings wurden die nicht in der Kürze der Zeit fertig. Inzwischen nahm Haitis Regierung tausend Zelte von Frankreich entgegen.
Jüngst entbrannte auch Streit über die Lebensmittelhilfe. Laut Preval soll sie eingestellt werden, damit die darnieder liegende, heimische Landwirtschaft in Gang kommt und Haiti unabhängig wird von Lebensmittelimporten. Die UNO geht hingegen davon aus, dass die Hilfe noch mindestens ein Jahr lang nötig ist. Die USA suchen nun nach einem eleganten Ausweg aus der Dauerkontroverse: Außenministerin Hillary Clinton machte sich für die rasche Abhaltung der ohnehin in diesem Jahr anstehenden Neuwahlen stark, damit die Internationale Gemeinschaft einen stabilen, demokratisch legitimierten Verhandlungspartner habe. Doch ob diese Flucht ins Ungewisse die erhoffte Besserung bringt, bleibt abzuwarten.
- Datum 11.03.2010 - 16:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ist nicht übertrieben.
Seit Papa Doc und Baby Doc haben Hilfsgelder nie ihre Bestimmung erreicht.
Viele Milliarden Dollar wurden von der Oberschicht abgeschöpft.
Die Bevölkerung wird mit Voodoo in Schach gehalten.
Die UNO und die Hilfsorganisationen stehen vor einer gewaltigen Aufgabe.
Drücken wir ihnen die Daumen für gutes Gelingen.
interessantes foto übrigens.
erinnert mich an pauschalreisende auf exkursion in einem exotischen basar.
und die haitianischen kinder sehen im arm der guten weißen tante ungefähr so glücklich aus wie der ruandische minenarbeiter beim "gespräch" mit dem moppeligen niebel.
mir scheint, als wüssten die slumbewohner dieser welt mehr über den zustand dieser welt als die jubelperser, die der kanzlerin beim schweinegrillen auf rügen zuschauen durften.
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