Irak Tote und Verletzte bei Anschlägen am Wahltag

Bereits zu Beginn des Wahltages im Irak sind im ganzen Land Sprengsätze explodiert. Etliche Menschen kamen ums Leben. Einer der Kandidaten entging knapp einem Anschlag.

Noch sind die Wahllokale relativ leer. Ob die Gewalt der Extremisten viele Wähler vom Urnengang abhalten kann, bleibt abzuwarten

Noch sind die Wahllokale relativ leer. Ob die Gewalt der Extremisten viele Wähler vom Urnengang abhalten kann, bleibt abzuwarten

Mit Terror und Schrecken hat die Parlamentswahl im Irak begonnen. 24 Menschen kamen bereits ums Leben, 80 weitere sollen verletzt worden sein. Ein Militärsprecher sagte am Morgen im Staatsfernsehen, vier Menschen seien bei Anschlägen in Bagdad "den Märtyrertod gestorben". Der Kandidat Adnan al-Schahmani entging einem Anschlag. Der TV-Sender al-Scharkia berichtete, in der Nähe eines Wahllokals im Stadtteil Karch habe sich eine Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt.

Auch aus den Provinzen Anbar, Ninive und Salaheddin wurden Explosionen gemeldet. In Ninive wurden nach Attacken drei Wahllokale geschlossen. Der Nachrichtensender al-Arabija meldete, im Nordosten von Bagdad sei ein Haus gesprengt worden, in dem zwölf Menschen ums Leben gekommen seien. Dies wurde jedoch offiziell zunächst nicht bestätigt.

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"Diese Explosionen werden die Wähler nicht davon abhalten können, ihre Stimmen abzugeben", sagte der Vorsitzende der Schiiten-Partei Hoher Islamischer Rat im Irak, Ammar al-Hakim.

Die streng bewachte Grüne Zone, in der die Politiker wählen, wurde von vier Mörsergranaten getroffen. Dort wurde aber niemand verletzt. Vor allem in den Siedlungsgebieten der Sunniten hatten Extremisten zuvor Flugblätter verteilt, auf denen sie jedem drohten, der sich an der Wahl beteiligt. Um Autobomben-Attentate zu verhindern, haben die Sicherheitskräfte von Samstagabend bis Montagmorgen ein Fahrverbot auf den Straßen verhängt.

Fast 19 Millionen Bürger sind aufgerufen, aus rund 6200 Kandidaten 325 Abgeordnete für das Parlament zu bestimmen. Damit entscheiden sie mittelbar auch über die künftige Regierung, die nach dem bis Ende 2011 geplanten Abzug der US-Truppen für Stabilität im Land sorgen soll. Mit den Ergebnissen wird frühestens in einer Woche gerechnet.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 07.03.2010 um 11:00 Uhr

    Deutschland sollte sich wirklich wieder daran erinnern, wie gut es war, dass beim Entstehen der Demokratie mächtige Länder über den Ablauf gewacht haben.

    Anderenfalls wäre so ein Szenario damals nicht auszuschließen gewesen. Kann man auch drüber streiten, was heute draus geworden ist.

    Wohlstand und Kultur für Viele erwachsen eher in befriedeten Regionen, bleibt auch der Traum von Revolution und Freiheit für alle unbefriedigt.

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