Irak Tote bei Anschlägen auf Wahllokale

Der Beginn der Wahl im Irak ist von mehreren Anschlägen überschattet worden. Die Extremisten wollen die Wiederwahl des schiitischen Präsidenten al-Maliki verhindern.

Drei Tage vor den Parlamentswahlen am Sonntag hat im Irak die Stimmabgabe für bestimmte gesellschaftliche Gruppen begonnen. Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen sind bei drei Anschlägen in Bagdad mindestens zwölf Menschen getötet worden. Knapp 50 Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt.

Der erste Selbstmordattentäter griff ein Wahllokal im westlichen Stadtteil Mansur an und riss drei Soldaten mit in den Tod. Der zweite Attentäter sprengte sich in einer Warteschlange vor einem Wahllokal im Stadtzentrum in die Luft und tötete vier Soldaten. Bei beiden Attentaten wurden 25 Menschen verletzt.

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Der dritte Anschlag ereignete sich in der Nähe eines leeren Wahllokals im nordwestlichen Stadtteil Hurrija, wie aus dem Innenministerium verlautete. Fünf Menschen seien getötet und 22 verletzt worden. Während im Innenministerium von einer am Straßenrand versteckten Bombe die Rede war, ging die Polizei von einer Rakete als Ursache für die Explosion aus.

Der Großteil der Bevölkerung ist aber erst am Sonntag zur Stimmenabgabe aufgerufen. Soldaten und Angehörige der Sicherheitskräfte, Kranke und Häftlinge dürfen schon seit diesem Donnerstag ihre Stimme abgeben. Insgesamt betrifft die Ausnahmeregelung mehr als 800.000 Wahlberechtigte. Die entsprechenden Wahllokale öffneten am Morgen. Die Auslands-Iraker wählen ab Freitag in 16 verschiedenen Ländern.

Die Gewalt im Irak hat vor der Parlamentswahl deutlich zugenommen. So waren am Mittwoch bei drei Selbstmordanschlägen nordöstlich von Bagdad 33 Menschen getötet und 55 verletzt worden. Die Behörden nahmen zehn Verdächtige im Zusammenhang mit den koordinierten Angriffen auf zwei Polizeistationen und ein Krankenhaus in Bakuba fest.

Die Anschläge werden sunnitischen Extremisten zugeschrieben, die die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen. Unter dem früheren Machthaber Saddam Hussein wurden die Schiiten von der sunnitischen Minderheit unterdrückt. Viele von ihnen haben den Machtverlust nach dem Sturz Saddams nicht verwunden. Verbündete fanden sie bei der Extremistenbewegung al-Qaida.

Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat die Kampagne für seine Wiederwahl auf eine bessere Sicherheitslage gebaut. Offenkundig wollen die Extremisten dies durchkreuzen und mit Terroranschlägen die Wähler verängstigen.

Am Sonntag sind 19,8 Millionen Iraker aufgerufen, aus 6218 Kandidaten, darunter 1801 Frauen, die 325 Abgeordneten auszuwählen. Die Wahl ist die zweite seit der Entmachtung des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein im April 2003.

 
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