Nach den Parlamentswahlen Dem Irak droht jetzt ein Machtvakuum
Die Opposition ist Sieger der irakischen Parlamentswahl, doch die Regierungsbildung dürfte schwierig werden: Premier al-Maliki sträubt sich weiter gegen die Niederlage.
© Sabah Arar/AFP/Getty Images

Irakischer Soldat vor einem Wahlplakat von Premier al-Maliki. Der Politiker will das Ergebnis anfechten
Die Parlamentswahl im Irak ist vorüber, das Ergebnis steht fest: Das Al-Irakija-Bündnis des Oppositionsführers und früheren Regierungschefs Ijad Allawi liegt nach Angaben der Wahlkommission vor der Rechtsstaats-Koalition des amtierenden Ministerpräsidenten Nuori al-Maliki.
Wie die zukünftige Regierung des Landes aussehen wird, ist jedoch alles andere als gesichert. Zu eng ist der Wahlausgang. Wie die Wahlkommission mitteilte, entfallen auf das Oppositionsbündnis 91 der insgesamt 325 Mandate. Al-Malikis Rechtsstaats-Koalition folgt knapp dahinter mit 89 Sitzen. Die religiöse Schiiten-Allianz kam auf den dritten Rang mit 70 Mandaten, die Kurden-Allianz erhält 43 Sitze.
Die knappen Mehrheitsverhältnisse zwischen Al-Irakija und der Rechtsstaats-Koalition deuten auf langwierige und komplizierte Koalitionsverhandlungen hin – zumal das Verfassungsgericht erst einmal klarstellen muss, wer überhaupt den Auftrag zur Regierungsbildung erhält: Das Bündnis, das nach der Wahl die meisten Sitze erhalten hat, oder aber der größte Parteienblock, der sich nach der Wahl im Parlament zusammenschließt.
Wahlsieger Allawi nahm bereits Glückwünsche entgegen und erläuterte seine Pläne für die Koalitionsverhandlungen. Der Irak brauche eine starke Regierung, die dem Volk diene und dem Land Frieden und Stabilität bringe, sagte er in Bagdad. Seine laizistische Allianz werde daher mit allen Seiten zusammenarbeiten. Dazu gehöre auch "die Koalition für den Rechtsstaat unter der Führung von Ministerpräsident Nouri al-Maliki." Allawi beauftragte den scheidenden sunnitischen Vize-Ministerpräsidenten Rafa el Essawi, der auch seinem Bündnis angehört, die Verhandlungen zu leiten.
Ob der unterlegene al-Maliki auf Allawis Angebot eingeht, scheint gegenwärtig unwahrscheinlich. Stattdessen will der Premier will offenbar alle politischen und juristischen Register ziehen, um an der Macht zu bleiben. So ließ er durchblicken, dass er die Regierung bilden will, obwohl seine Rechtsstaat-Koalition zwei Mandate weniger hat als Allawis Al-Iraija-Liste. Regierungssprecher Ali al-Dabbagh, der auf al-Malikis Liste kandidiert hatte, sagte zudem in Bagdad: "Wir werden beim Verfassungsgericht Einspruch gegen das Wahlergebnis einlegen und darauf bestehen, dass die Wahlzettel aus den Städten Bagdad und Mossul erneut von Hand ausgezählt werden."
Al-Maliki selbst hatte zuvor erklärt, einige Kandidaten, die bei der Wahl gesiegt hatten, dürften möglicherweise gar nicht Abgeordnete werden, weil sie früher zur Baath-Partei von Saddam Hussein gehört hätten oder in "Terroraktivitäten" verwickelt gewesen seien. Eine Regierungskommission hatte bereits vor der Wahl hunderte Kandidaten unter anderem wegen ihrer Mitgliedschaft in der inzwischen verbotenenen Hussein-Partei ausgeschlossen.
Dem Irak droht wegen der Querelen nun ein politisches Vakuum, das zu einer Verschlechterung der ohnehin fragilen Sicherheitslage führen könnte. Nach der Wahl 2005 zogen sich die Koalitionsverhandlungen mehr als fünf Monate hin, bei darauf folgenden Unruhen kamen Tausende Menschen um. Auch jetzt gab es unmittelbar vor der Bekanntgabe des Wahlausgangs einen Doppel-Anschlag in der vornehmlich von Sunniten bewohnten Provinz Dijala. Polizeiangaben zufolge kamen mindestens 42 Menschen ums Leben, 65 weitere wurden verletzt.
Trotz dieses Vorfalls lobten die USA die Wahl als "Meilenstein" der Demokratisierung. Es gebe keine Hinweise auf verbreiteten Wahlbetrug, sagte Außenamtssprecher Philip Crowley in Washington. Er gratulierte dem irakischen Volk für die "erfolgreiche Abstimmung".
Zum Ausgang der Wahl äußerte sich Mosley nicht. Das US-Außenministerium forderte die Kandidaten aller Parteien jedoch dazu auf, "die Ergebnisse und den Willen des irakischen Volkes zu akzeptieren." Wer Beschwerde gegen einzelne Ergebnisse einlegen wolle, müsse dies auf legalem Wege tun. Die USA dürften an einer schnellen und stabilen Regierungsbildung interessiert sein, da sich ihre Truppen zur Zeit auf den Abzug aus dem Irak vorbereiten.
Der UN-Gesandte im Irak, Ad Melkert, sprach sich ebenfalls für ein zügiges Verfahren aus. "Die Vereinten Nationen rufen alle Politiker und Fraktionen auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren", sagte er. Es habe bei dieser Wahl zwar einige kleinere Unregelmäßigkeiten gegeben. Es gebe jedoch keine Beweise für Wahlfälschung im großen Stil.
- Datum 27.03.2010 - 12:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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....dass die Stabilisierung einer Demokratischen Ordnung nach der Entfernung einer Autokratie auch stark abhängt von der Länge der Stationierung externer Ordnungskräfte. Da die USA diese Aufgabe nicht länger erfüllen sollten, wäre angezeigt, dass eine multinationale Stabilisierungsarmee im Irak stationiert würde. Das wäre eine Aufgabe, an der sich Deutschland beteiligen könnte, wenn man hier tatsächlich Verantwortung für internationale Sicherheit übernehmen will.
...seit der Abberufung von Saddam Hussein ?
So wollen es die Amerikaner und ihre Vasallen ja auch:
Laßt die Leute sich mit sich selbst beschäftigen, wir tragen derweil die Bodenschätze weg.
Die Römer nannten es "Divide et Impera"
Wenn dem so sein sollte, warum reißen sich dann die Chinesen den größten Teil vom Kuchen unter den Nagel?
http://www.zeit.de/2010/1...
Nur ein Fanatiker kann ersthaft behaupten, dass die USA auf dem Irakkrieg JEMALS einen finanziellen Gewinn schlagen werden:
Bisher etwa 700 Mrd $
http://nationalpriorities...
weitere Kosten alleine für die Behandlung von Veteranen:
600 Mrd $
http://www.democracynow.o...
Ich bitte Sie also darum, sich mit diesen simplistischen Aussagen nicht lächerlich zu machen.
Wenn dem so sein sollte, warum reißen sich dann die Chinesen den größten Teil vom Kuchen unter den Nagel?
http://www.zeit.de/2010/1...
Nur ein Fanatiker kann ersthaft behaupten, dass die USA auf dem Irakkrieg JEMALS einen finanziellen Gewinn schlagen werden:
Bisher etwa 700 Mrd $
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Ich bitte Sie also darum, sich mit diesen simplistischen Aussagen nicht lächerlich zu machen.
Ich denke da irren Sie sehr. Die Amis sind da sehr pragmatisch. Stabile Demokratien tendieren Stabilität in ihrem Umfeld zu bewirken. Das ist gut für Handel, Reisen, für Sicherheit allgemein und für uns alle. Instabilität bewirkt das Gegenteil und ist so auch für die Amis schlecht. Das mögen Die nicht.
Wenn dem so sein sollte, warum reißen sich dann die Chinesen den größten Teil vom Kuchen unter den Nagel?
http://www.zeit.de/2010/1...
Nur ein Fanatiker kann ersthaft behaupten, dass die USA auf dem Irakkrieg JEMALS einen finanziellen Gewinn schlagen werden:
Bisher etwa 700 Mrd $
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Ich bitte Sie also darum, sich mit diesen simplistischen Aussagen nicht lächerlich zu machen.
dass die Amerikaner in den Irak-Krieg gezogen sind in der Hoffnung später glänzende Öl-Geschaefte zu machen.Aber es war nicht der einzige Grund.Daneben gab es den missionarischen Eifer des G.W.Bush den Irak in einen "beacon of democracy" zu verwandeln.Es war halt eine Mischung von Beweggründen.Nicht zu vergessen ,die Sicherheit Israels zu gewährleisten.Und wie der Vorposter erwähnt,reissen sich mittlerweile die Chinesen ein Öl-Feld nach dem anderen unter den Nagel und zusammen mit den Kriegskosten ist das irakische Experiment doch eine ernsthafte Belastung für den ohnehin stark strapazierten amerikanischen Staatshaushalt.
Recht geschiehts ihnen, ich bin so richtig schadenfroh. Hoffentlich ziehen die Amis eine Lehre fürs nächste Mal.
dass die Amerikaner in den Irak-Krieg gezogen sind in der Hoffnung später glänzende Öl-Geschaefte zu machen.Aber es war nicht der einzige Grund.Daneben gab es den missionarischen Eifer des G.W.Bush den Irak in einen "beacon of democracy" zu verwandeln.Es war halt eine Mischung von Beweggründen.Nicht zu vergessen ,die Sicherheit Israels zu gewährleisten.Und wie der Vorposter erwähnt,reissen sich mittlerweile die Chinesen ein Öl-Feld nach dem anderen unter den Nagel und zusammen mit den Kriegskosten ist das irakische Experiment doch eine ernsthafte Belastung für den ohnehin stark strapazierten amerikanischen Staatshaushalt.
Recht geschiehts ihnen, ich bin so richtig schadenfroh. Hoffentlich ziehen die Amis eine Lehre fürs nächste Mal.
dass die Amerikaner in den Irak-Krieg gezogen sind in der Hoffnung später glänzende Öl-Geschaefte zu machen.Aber es war nicht der einzige Grund.Daneben gab es den missionarischen Eifer des G.W.Bush den Irak in einen "beacon of democracy" zu verwandeln.Es war halt eine Mischung von Beweggründen.Nicht zu vergessen ,die Sicherheit Israels zu gewährleisten.Und wie der Vorposter erwähnt,reissen sich mittlerweile die Chinesen ein Öl-Feld nach dem anderen unter den Nagel und zusammen mit den Kriegskosten ist das irakische Experiment doch eine ernsthafte Belastung für den ohnehin stark strapazierten amerikanischen Staatshaushalt.
Recht geschiehts ihnen, ich bin so richtig schadenfroh. Hoffentlich ziehen die Amis eine Lehre fürs nächste Mal.
Hat nicht der Westen dieses Machtvakuum mitverschuldet?
Warum erwähnen Sie nicht die vielen Millionen unschuldiger Opfer zweier völkerrechtswidriger Irakkriege der USA und des noch anhaltenden Krieges auf den Straßen (ausgelöst von Quertreibern und Geheimdienstlern)??
Haben Sie vergessen, daß in Thüringen die Linken mehr Stimmen als die SPD hatte und trotzdem nicht in die Regierung kam?
Warum sorgen Sie sich um das Machtvakuum im Irak während hier in Deutschland die Regierungen anders gebildet werden als der Wählerwillen es wünscht?
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