Start-Abkommen Obama und Medwedjew rüsten ab
Die Staatspräsidenten von Russland und den USA haben sich auf einen neuen Abrüstungsvertrag geeinigt: Die Anzahl der Atomwaffen und Trägersysteme wird gesenkt.
© Jewel Samad/AFP/Getty Images

Präsident Obama sprach vor Journalisten im Bezug auf das neue Abkommen vom "umfassendsten Abrüstungsvertrag in nahezu zwei Jahrzehnten"
Russland und die USA haben sich auf einen neuen atomaren Abrüstungsvertrag geeinigt. Nach Angaben des Weißen Hauses soll das Start-Abkommen am 8. April in Prag besiegelt werden. Die Einigung wurde in einem Telefongespräch zwischen Kremlchef Dmitrij Medwedjew und US-Präsident Barack Obama am Freitag erzielt.
Nach Medienberichten einigten sich Washington und Moskau darauf, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe von je 2200 auf je 1550 zu senken. Die Zahl der Trägersysteme wird demnach auf jeweils 800 halbiert. Das Abkommen muss von den Parlamenten beider Staaten ratifiziert werden, bevor es in Kraft tritt.
"Nach Jahren der Verhandlungen haben die USA und Russland den umfassendsten Abrüstungsvertrag in nahezu zwei Jahrzehnten beschlossen", sagte Obama zu Journalisten in Washington. "Mit diesem Abkommen senden die USA und Russland – die beiden weltgrößten Atommächte – ein klares Signal, dass wir führen wollen." Das Abkommen stehe für zwei zentrale Ziele seiner Präsidentschaft: die atomare Abrüstung und die Verbesserung der amerikanischen Beziehungen zu Russland. "Wenn die USA und Russland effektiv zusammenarbeiten können, ist das im Interesse beider Staaten und der Sicherheit weltweit"
Auch der Kreml hob die Bedeutung des Abkommens hervor. Es spiegele das Gleichgewicht der Interessen beider Länder, sagte Medwedjews Sprecherin Natalia Timakowa.
Der neue Vertrag ist auf zehn Jahre ausgelegt und ersetzt den von 1991, der allerdings erst 1994 nach der Ratifizierung in Kraft getreten war. Knackpunkt war bis zuletzt, in welcher Form das geplante US-Raketenabwehrsystem in Europa in dem Vertrag erwähnt wird. Russland lehnt das Abwehrsystem ab. Der Vertrag soll am 8. April in Prag unterschrieben werden.
In den Verträgen Start-I und Start-II hatten die USA und Russland die Zahl der Sprengköpfe für strategische Atomwaffen 1991 auf 6000 und 1993 auf 2200 begrenzt. Sie liefen Ende 2009 aus. Moskau hat den Start-II-Vertrag aus Protest gegen den Rückzug der USA vom Atomteststopp nie ratifiziert, ihn aber eingehalten. Politisch dient die erneute Abrüstung der USA und Russlands dem Ziel, andere Staaten vom Bau von Atomwaffen abzuhalten.
- Datum 26.03.2010 - 16:27 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 3
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kallewestrich: Wer bitte braucht 8000 atomare Sprengköpfe? Kein Mensch... Wo wollen die das denn einsetzen? In Europa etwa? Meise!
Die Bedrohung durch die NATO besteht immer noch. Die NATO hat in den letzten 20 Jahren mehrere Angriffskriege geführt und ganze Länder besetzt. Deswegen sollte Russland lieber 1000 Atomsprengköpfe zu viel haben, als 1 zu wenig.
Die Bedrohung durch die NATO besteht immer noch. Die NATO hat in den letzten 20 Jahren mehrere Angriffskriege geführt und ganze Länder besetzt. Deswegen sollte Russland lieber 1000 Atomsprengköpfe zu viel haben, als 1 zu wenig.
sollten alle Atomwaffen vernichtet werden.
Aber ich denke das wird nicht getan, um Respekt von den anderen Ländern zu sichern. Heutzutage werden aber ganz andere Waffen, die effektiver und "umweltfreundlicher" sind, eingesetzt...
Ich hoffe sehr, dass es nicht zum dritten Weltkrig kommen wird.
Die Bedrohung durch die NATO besteht immer noch. Die NATO hat in den letzten 20 Jahren mehrere Angriffskriege geführt und ganze Länder besetzt. Deswegen sollte Russland lieber 1000 Atomsprengköpfe zu viel haben, als 1 zu wenig.
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