Afghanistan-Strategie Partnerbindung mit Risiken

Deutsche Soldaten sollen in Afghanistan ab dem Sommer verstärkt mit Afghanen ins Feld ziehen. Doch die neue Strategie birgt neue Gefahren.

Ein Militärpolizist trainiert einen afghanischen Kollegen in Faisabad. Künftig sollen deutsche Soldaten mit afghanischen Sicherheitskräften ins Feld ziehen

Ein Militärpolizist trainiert einen afghanischen Kollegen in Faisabad. Künftig sollen deutsche Soldaten mit afghanischen Sicherheitskräften ins Feld ziehen

Die Bundeswehr werde nicht den Poncho mit den Afghanen teilen, aber viel enger zusammenarbeiten. So brachte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die neue Strategie der Deutschen für Afghanistan auf den Punkt. Beruhigen konnte er seine Kritiker damit nicht. Die Pläne des Ministers für die Afghanistan-Mission werden im politischen Berlin heiß diskutiert – auch, weil immer noch nicht bekannt ist, wie sie genau aussehen.

Das Bundesverteidigungsministerium will in diesen Tagen die Bundestagsfraktionen über die Pläne informieren. Im Sommer sollen die Soldaten neue Aufgaben übernehmen, gemeinsam mit den afghanischen Streitkräften Gebiete erobern und halten. Die enge Zusammenarbeit mit der afghanischen Armee nennen Militärs Partnering. Echte Partner teilen auch das Risiko der Einsätze, sagen die Amerikaner.

Anzeige

Im November soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums die Anpassung des deutschen Kontingents abgeschlossen sein. Neu wird vor allem sein, dass deutsche Soldaten in afghanische Einheiten embedded, also integriert, werden.

So sieht es bereits ein Konzept vor, das der Brigadegeneral a.D. Bernd Kiesheyer mit entwickelt hat. Er war von August 2005 bis April 2006 Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) im Norden. "Die Bundeswehr wird noch intensiver mit den Afghanen zusammenarbeiten", sagte Kiesheyer auf einer Veranstaltung des Bundesverbands Sicherheitspolitik an Hochschulen in Berlin. "Soldaten werden mit kleinen Teams in die Fläche gehen, dort bleiben und nicht abends in das Feldlager zurückkehren."

"Der Einsatz bleibt risikoreich", sagte der SPD-Verteidigungspolitiker Hans-Peter Bartels auf derselben Veranstaltung. Und weiter: "Es gibt Fachleute, die sagen, dass es noch viel gefährlicher geht, wenn wir in die Fläche gehen." Bartels befürchtet das auch. Wie hoch das Risiko aber tatsächlich sein wird, will er nicht bewerten, bevor er das Konzept gesehen hat.

"Failed State Building – ist Afghanistan schon verloren?" So war das Thema der Diskussionsrunde mit Bartels und Kiesheyer überschrieben. Beide Experten verneinten die provokante Frage. Sie sagten aber auch, dass größere Anstrengungen nötig seien. Als positives Beispiel nannte Kiesheyer die Polizeischule in Kundus neben dem deutschen Feldlager. Dort bilden Amerikaner afghanische Sicherheitskräfte aus. Sie bleiben bei den Rekruten und leben im selben Camp.

Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen Kommentaren zur Diskussion bei und verzichten Sie auf übertriebenen Zynismus und Verschwörungstheorien. Danke. Die Redaktion/sh

  2. Die Herren im Hintergrund sind nicht die, die an vorderster Front im Untersuchungsausschuss lange Vorträge halten, dass das bislang "erfolgreichste" deutsche Bombardement nach unserer Kapitulation vor nahezu 65 Jahren nicht nur rechtmäßig, sondern auch richtig, ja sogar notwedig war.
    -
    Diese Herren sind lediglich willfährige Erfüllungsgehilfen jener Strippenzieher, die die wahre Macht haben.
    Sie werden manipuliert, wie die übrigen Michels auch, ohne dass sie es merken (wollen.

    Ja die Strippenzieher kennen unsere Politiker in den meisten Fällen nicht einmal. Die wenigsten sitzen nämlich im Parlament!
    -
    Als kurz nach dem deutschen "Tanklasterdesaster" in Kundus ein moslemischer Militärpsychologe in der größten Kaserne Amerikas ein Massaker unter den Soldatenkollegen angerichtet hat, war dies natürlich nicht vorauszusehen von den 24 Geheimdienstorganisationen, die allein ein souveräner Staat hinterm Teich unterhält.
    Umgedreht darf man vermuten:
    Was könnte nicht alles unternomen worden, damit sowas (nicht) geschehen kann.
    Da wurde wer weiß wieviele Soldaten moslemischen Glaubens in den Krieg geschickt, um auf ihre (oftmals unschuldigen) Glaubensbrüder zu schießen.
    Oder Bomben und Drohnen dorthin zu senden, wo es nicht erlaubt ist selber vor Ort zu schießen.
    Einmal gings schief, oh Gott !!
    -
    Die Folge:

    Fortstzung fologt

  3. ...
    Oder Bomben und Drohnen dorthin zu senden, wo es nicht erlaubt ist selber vor Ort zu schießen.
    Einmal gings schief, oh Gott !!
    -
    Die Folge:

    Ein ähnliches "Desaster" wie beim Herrn Klein (mit Anhang und Vorhang),
    folgte auf dem Fuße, mit ebenso vielen Toten (und unschuldig Gemordeten, wie bei uns)
    -
    Keiner redet mehr davon, keiner erinnert sich mehr daran.
    -
    Nur gut, dass es bei uns noch einen verfassungsmäßig vorgesehenen Untersuchungsausschuß gibt, der alles nicht so schnell unter den Teppich schieben kann, und diesen kontinuierlich gen Himmel wachsen zu lassen.
    Nur gut, nur gut.
    -
    Wenn der ehemalige Außenminister, er hält gerade einen Vortrag vor diesem Ausschuss, die ganze Aktion nachträglich als notwendig und richtig verkaufen will, sollten wir uns nicht täuschen lassen.
    -
    Gegen Herrn Klein wird zwar mittlerweile ermittelt, aber das Ergebnis der Bemühungen unserer Staatsanwälte dürfte doch schon jetzt feststehen, oder etwa nicht ??
    -
    Die Herren, die wesentlich mehr Verantwortung tragen, treten schlimmstenfalls zurück, oder dürfen, wie im Falle er Frau Tzipi Livni bzgl. Großbritannien nicht mehr in jedes Land ihrer Wahl reisen, ohne Gefahr zu gehen dort in Gewahrsam genomen zu werden. :-o
    -
    Was bewegt diese Menschen Krieg zu rechtfertigen??
    -
    Es ist ihr Gehorsam zu den Strippenziehern.
    Oft versprechen sie sich vom Krieg aber auch persönliche Vorteile, könnte man den Eindruck gewinnen.
    -
    Gruß Max Stockhaus

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Michels wissen sehr wohl, was sie von diesem Krieg zu halten haben, sie sind nämlich zu 2/3 DAGEGEN.

    Aber ich wäre sehr interessiert, einen VERNÜNFTIGEN Grund genannt zu bekommen, warum 2/3 unserer Abgeordneter immer wieder FÜR diesen Krieg stimmen.

    Ach ja, es gilt die Regel: benutze keine Verschwörungstheorie, wenn es sich mit purer Dummheit der handelnden erklären lässt.

    Die Michels wissen sehr wohl, was sie von diesem Krieg zu halten haben, sie sind nämlich zu 2/3 DAGEGEN.

    Aber ich wäre sehr interessiert, einen VERNÜNFTIGEN Grund genannt zu bekommen, warum 2/3 unserer Abgeordneter immer wieder FÜR diesen Krieg stimmen.

    Ach ja, es gilt die Regel: benutze keine Verschwörungstheorie, wenn es sich mit purer Dummheit der handelnden erklären lässt.

  4. Die deutschen Soldaten machen gute Arbeit, sind ehrenvoll aber der Einsatz in Afghanistan ist nicht zu gewinnen.

    Der Terrorismus ist auch nicht gegen Deutschland gerichtet. Wir sollten dies nicht ändern.

  5. Die Michels wissen sehr wohl, was sie von diesem Krieg zu halten haben, sie sind nämlich zu 2/3 DAGEGEN.

    Aber ich wäre sehr interessiert, einen VERNÜNFTIGEN Grund genannt zu bekommen, warum 2/3 unserer Abgeordneter immer wieder FÜR diesen Krieg stimmen.

    Ach ja, es gilt die Regel: benutze keine Verschwörungstheorie, wenn es sich mit purer Dummheit der handelnden erklären lässt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service