Vergangenheitsbewältigung Russland streitet über StalinSeite 2/2

So verwundert es nicht, dass Stalin in der russischen Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren sogar noch an Popularität gewonnen hat. Bei einer großen Fernsehumfrage vor zwei Jahren war der gebürtige Georgier gar zum beliebtesten Russen gewählt worden. Inzwischen scheint sich die öffentliche Meinung ein wenig zu wandeln. Laut einer Umfrage des unabhängigen Lewada-Instituts sind  58 Prozent der Befragten gegen die Stalin-Plakate, nur 12 Prozent unterstützen Luschkow in dieser Sache. "Luschkow und Stalin sind in der Minderheit" titelte kürzlich die liberale Online-Zeitung gaseta.ru.

 
Leser-Kommentare
  1. Auf einer Veranstaltung, bei der einem der größten verbrecher des 20. Jhdts gehuldigt wird muss sich unsere kanzlerin nun wirklich nicht sehen lassen.

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    hat ein deutscher Regierungschef aus meiner Sicht bei einer Siegesfeier über Deutschland nichts zu suchen. Richard von Weizsäcker hat es 1985 schon gut auf den Punkt gebracht:

    "Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden. [...] Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern.[...]Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg."

    Das ist heute noch genauso zutreffend wie vor 25 Jahren.

    hat ein deutscher Regierungschef aus meiner Sicht bei einer Siegesfeier über Deutschland nichts zu suchen. Richard von Weizsäcker hat es 1985 schon gut auf den Punkt gebracht:

    "Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden. [...] Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern.[...]Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg."

    Das ist heute noch genauso zutreffend wie vor 25 Jahren.

    • colca
    • 09.03.2010 um 15:13 Uhr

    Was ist nur in Luschkow gefahren?
    Natürlich soll niemand aus der russischen/sowjetischen Geschichte getilgt werden - aber Ehrung für den zweit schlimmsten Massenmörder der Menschheitsgeschichte, für den Verderber Russlands? Unter Tschugaschwili und seinen Kumpanen wurde ein bis dahin beispielloses Terrorregime errichtet, in dessen KZs und vor dessen Erschießungskommandos Millionen Menschen ermordet wurden. Die Knochenmühlen von Workuta und Kolyma waren nicht minder mörderisch wie die Vernichtungslager des deutschen Faschismus. In den Sklavenlagern des Belomor-Kanal wurde das Prinzip "Vernichtung durch Arbeit" zum ersten mal massenhaft angewendet.
    Dass die Sowjetunion unter unsäglichen Opfern dem Überfall der Wehrmacht standgehalten hat,ist wohl kaum als Verdienst des mörderischen Georgiers zu betrachten. Das Land wurde durch das Blut der fast 9 Millionen gefallen Sowjet-Soldaten gerettet - denen gebührt die Ehrung.
    Luschkow sollte sich schleunigst von dieser schändlichen Idee verabschieden.

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    Sie haben natürlich Recht, man kann nicht einfach einen der schlimmsten Massenmörder der Geschichte huldigen, er hat ~35 Millionen Tote auf dem Gewissen! Davon größtenteils Landsmänner!

    Nur Mao war schlimmer.

    Russland sollte seine Geschichte schleunigst aufarbeiten!

    LG,
    Erzengel Gabriel

    Im Laufe des Krieges hatte das angegriffene sowjetische Volk ein Symbol gebraucht, an das es sich innerlich anlehnen könnte.Letztendlich gab es damals kein anderes als diesen Diktator. Und es ging dabei ums Überleben nicht eines - vieler,vieler Völker. Stalin eignete sich leidlich zu diesem Zweck - Symbol zu sein und zweitens als ein notwendig erschreckendes Mittel zu dienen - der Feldherr war er nicht, das waren solche Köpfe wie Marschall Shukow gewesen, der nicht zuletzt deswegen erfolgreich war, weil er Stalin in schwersten Momenten des Krieges widersprechen könnte und der sofort nach dem Kriege ins Exil geschickt worden war. Die Taten des Diktators blieben im Hintergrund, das gelungene Überleben des Volkes im Vordergrund und wer konnte einen Herrscher zu beschuldigen mit dessen Namen man bereit war zu sterben? Diesen Leuten, die in ein paar Jahren alle von uns gehen, will Lushkow ein Geschenk machen - und sicherlich seiner eigenen Hostalgie auch - im Grunde ist er auch ein Beispiel des einfachen Volkes, das nicht mit dem Gefühl entscheidet - besonders im hohen Alter.
    Dieses Symbol,Stalin, ist ein Denkmal ihrer Jugend, ihrer Heimatliebe,ihres Heroismus, ihrer Hoffnungen - den eigentlichen Menschen kannten sie kaum.
    Im Bewusstsein des einfachen Volkes ist, leider, der Name "Stalin" mit dem Begriff "Sieg" zusammengeschmolzen.
    Meine Oma weinte, als Stalin starb - wie kann ich ihr jetzt erklären warum er abscheulich ist?

    Sie haben natürlich Recht, man kann nicht einfach einen der schlimmsten Massenmörder der Geschichte huldigen, er hat ~35 Millionen Tote auf dem Gewissen! Davon größtenteils Landsmänner!

    Nur Mao war schlimmer.

    Russland sollte seine Geschichte schleunigst aufarbeiten!

    LG,
    Erzengel Gabriel

    Im Laufe des Krieges hatte das angegriffene sowjetische Volk ein Symbol gebraucht, an das es sich innerlich anlehnen könnte.Letztendlich gab es damals kein anderes als diesen Diktator. Und es ging dabei ums Überleben nicht eines - vieler,vieler Völker. Stalin eignete sich leidlich zu diesem Zweck - Symbol zu sein und zweitens als ein notwendig erschreckendes Mittel zu dienen - der Feldherr war er nicht, das waren solche Köpfe wie Marschall Shukow gewesen, der nicht zuletzt deswegen erfolgreich war, weil er Stalin in schwersten Momenten des Krieges widersprechen könnte und der sofort nach dem Kriege ins Exil geschickt worden war. Die Taten des Diktators blieben im Hintergrund, das gelungene Überleben des Volkes im Vordergrund und wer konnte einen Herrscher zu beschuldigen mit dessen Namen man bereit war zu sterben? Diesen Leuten, die in ein paar Jahren alle von uns gehen, will Lushkow ein Geschenk machen - und sicherlich seiner eigenen Hostalgie auch - im Grunde ist er auch ein Beispiel des einfachen Volkes, das nicht mit dem Gefühl entscheidet - besonders im hohen Alter.
    Dieses Symbol,Stalin, ist ein Denkmal ihrer Jugend, ihrer Heimatliebe,ihres Heroismus, ihrer Hoffnungen - den eigentlichen Menschen kannten sie kaum.
    Im Bewusstsein des einfachen Volkes ist, leider, der Name "Stalin" mit dem Begriff "Sieg" zusammengeschmolzen.
    Meine Oma weinte, als Stalin starb - wie kann ich ihr jetzt erklären warum er abscheulich ist?

  2. Sie haben natürlich Recht, man kann nicht einfach einen der schlimmsten Massenmörder der Geschichte huldigen, er hat ~35 Millionen Tote auf dem Gewissen! Davon größtenteils Landsmänner!

    Nur Mao war schlimmer.

    Russland sollte seine Geschichte schleunigst aufarbeiten!

    LG,
    Erzengel Gabriel

    Antwort auf "unglaublich"
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    • anZen
    • 09.03.2010 um 16:50 Uhr

    1. Während Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt wurde und die sog. Entnazifizierung in vielen Teilen des Landes zeitweilen forciert wurde (die allerdings im Westen nicht konsequent genug durchgeführt wurde), war Russland seit der Auflösung der Sowjetunion auf sich allein gestellt.

    2. Deutschland war von 1933 bis 1945 (etwa 12 Jahre) eine Diktatur war, bestand die Sowjetunion von 1917 bis 1991 (also sage und schreibe 74 Jahre) - arbeiten Sie das mal alles "schleunigst" auf!

    3. Russland ist seit 19 Jahren keine Diktatur mehr. Deutschland war 19 Jahre nach dem NS-Regime im Jahre 1964 und hat zudem Zeitpunkt noch lange nicht alles aufgearbeitet. Das reaktionäre Bewusstsein der erwachsenen Bevölkerungschicht blieb nach wie vor weit verbreitet, die alten Ideologien bestanden in vielen Köpfen noch immer fort - auch wenn sie freilich teilweise relativiert wurden - und der Staatsapparat hatte nach wie vor eine autoritäre Ausprägung. Das Die Folge davon war die Studendenbewegung, aus der später nicht nur kiffende Blumenkinder, engagierte Vietnamkrieg- und Imperialismuskritiker, emanzipiertere Frauen und aufgeklärtere Individuen, sondern auch terroristische Vereinigungen, radikale Hetzer und Mörder hervorgegangen sind. Etwas Vergleichbares und Prägendes gab es in der russischen Geschichte seit dem Zerfall bisher noch nicht, aber in Deutschland war man damals auch noch nicht soweit.
    [...]

    • anZen
    • 09.03.2010 um 16:50 Uhr

    [...]

    Warum soll also gerade das riesige Russland eine schnellere und effizientere Aufarbeitung durchführen als Deutschland?

    Dass eine Aufarbeitung aber generell erforderlich ist, steht aber außer Frage. Das braucht aber leider seine Zeit.

    Gruß anZen

    Russland sollte seine Geschichte schleunigst aufarbeiten!

    Das einzige was man hier macht, sind Verbote über Verbote, Zensur und Juden Huldigung. Genauso wie DDR Aufarbeitung, die ganze Aufarbeitung begrenzt sind nur auf die Reduzierung der DDR auf Stasi und die Mauer.
    Was Deutschland betreibt ist keine Aufarbeitung, sondern Geistige Verkrüppelung.

    Die meisten Menschen in Russland blicken mit stolz auf die Sowjetunion zurück.

    • anZen
    • 09.03.2010 um 16:50 Uhr

    1. Während Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt wurde und die sog. Entnazifizierung in vielen Teilen des Landes zeitweilen forciert wurde (die allerdings im Westen nicht konsequent genug durchgeführt wurde), war Russland seit der Auflösung der Sowjetunion auf sich allein gestellt.

    2. Deutschland war von 1933 bis 1945 (etwa 12 Jahre) eine Diktatur war, bestand die Sowjetunion von 1917 bis 1991 (also sage und schreibe 74 Jahre) - arbeiten Sie das mal alles "schleunigst" auf!

    3. Russland ist seit 19 Jahren keine Diktatur mehr. Deutschland war 19 Jahre nach dem NS-Regime im Jahre 1964 und hat zudem Zeitpunkt noch lange nicht alles aufgearbeitet. Das reaktionäre Bewusstsein der erwachsenen Bevölkerungschicht blieb nach wie vor weit verbreitet, die alten Ideologien bestanden in vielen Köpfen noch immer fort - auch wenn sie freilich teilweise relativiert wurden - und der Staatsapparat hatte nach wie vor eine autoritäre Ausprägung. Das Die Folge davon war die Studendenbewegung, aus der später nicht nur kiffende Blumenkinder, engagierte Vietnamkrieg- und Imperialismuskritiker, emanzipiertere Frauen und aufgeklärtere Individuen, sondern auch terroristische Vereinigungen, radikale Hetzer und Mörder hervorgegangen sind. Etwas Vergleichbares und Prägendes gab es in der russischen Geschichte seit dem Zerfall bisher noch nicht, aber in Deutschland war man damals auch noch nicht soweit.
    [...]

    • anZen
    • 09.03.2010 um 16:50 Uhr

    [...]

    Warum soll also gerade das riesige Russland eine schnellere und effizientere Aufarbeitung durchführen als Deutschland?

    Dass eine Aufarbeitung aber generell erforderlich ist, steht aber außer Frage. Das braucht aber leider seine Zeit.

    Gruß anZen

    Russland sollte seine Geschichte schleunigst aufarbeiten!

    Das einzige was man hier macht, sind Verbote über Verbote, Zensur und Juden Huldigung. Genauso wie DDR Aufarbeitung, die ganze Aufarbeitung begrenzt sind nur auf die Reduzierung der DDR auf Stasi und die Mauer.
    Was Deutschland betreibt ist keine Aufarbeitung, sondern Geistige Verkrüppelung.

    Die meisten Menschen in Russland blicken mit stolz auf die Sowjetunion zurück.

  3. hat ein deutscher Regierungschef aus meiner Sicht bei einer Siegesfeier über Deutschland nichts zu suchen. Richard von Weizsäcker hat es 1985 schon gut auf den Punkt gebracht:

    "Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden. [...] Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern.[...]Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg."

    Das ist heute noch genauso zutreffend wie vor 25 Jahren.

    Antwort auf "Zuhause bleiben"
  4. Im Laufe des Krieges hatte das angegriffene sowjetische Volk ein Symbol gebraucht, an das es sich innerlich anlehnen könnte.Letztendlich gab es damals kein anderes als diesen Diktator. Und es ging dabei ums Überleben nicht eines - vieler,vieler Völker. Stalin eignete sich leidlich zu diesem Zweck - Symbol zu sein und zweitens als ein notwendig erschreckendes Mittel zu dienen - der Feldherr war er nicht, das waren solche Köpfe wie Marschall Shukow gewesen, der nicht zuletzt deswegen erfolgreich war, weil er Stalin in schwersten Momenten des Krieges widersprechen könnte und der sofort nach dem Kriege ins Exil geschickt worden war. Die Taten des Diktators blieben im Hintergrund, das gelungene Überleben des Volkes im Vordergrund und wer konnte einen Herrscher zu beschuldigen mit dessen Namen man bereit war zu sterben? Diesen Leuten, die in ein paar Jahren alle von uns gehen, will Lushkow ein Geschenk machen - und sicherlich seiner eigenen Hostalgie auch - im Grunde ist er auch ein Beispiel des einfachen Volkes, das nicht mit dem Gefühl entscheidet - besonders im hohen Alter.
    Dieses Symbol,Stalin, ist ein Denkmal ihrer Jugend, ihrer Heimatliebe,ihres Heroismus, ihrer Hoffnungen - den eigentlichen Menschen kannten sie kaum.
    Im Bewusstsein des einfachen Volkes ist, leider, der Name "Stalin" mit dem Begriff "Sieg" zusammengeschmolzen.
    Meine Oma weinte, als Stalin starb - wie kann ich ihr jetzt erklären warum er abscheulich ist?

    Antwort auf "unglaublich"
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    • colca
    • 09.03.2010 um 17:06 Uhr

    In gewisser Weise muss ich Ihnen zustimmen.
    Hätte an Stelle Stalins der andere große Tyrann, Adolf Hitler, den Krieg gewonnen, so würden wir heute auch sein Vermächtnis ehren und ihn als Symbol bewundern - ganz gleich, wie viele Millionen Opfer sein Wirken gefordert hat.
    Der Sieger hat immer Recht.

    Dennoch wäre es für die politische Hygiene Russlands sehr wichtig, dass sich die Gesellschaft klar macht, welche entsetzlichen Verbrecher von 1917 bis mindestens 1953 ihr Land in den moralischen und politischen Ruin getrieben haben. Von den menschlichen Opfern ganz zu schweigen.

    • colca
    • 09.03.2010 um 17:06 Uhr

    In gewisser Weise muss ich Ihnen zustimmen.
    Hätte an Stelle Stalins der andere große Tyrann, Adolf Hitler, den Krieg gewonnen, so würden wir heute auch sein Vermächtnis ehren und ihn als Symbol bewundern - ganz gleich, wie viele Millionen Opfer sein Wirken gefordert hat.
    Der Sieger hat immer Recht.

    Dennoch wäre es für die politische Hygiene Russlands sehr wichtig, dass sich die Gesellschaft klar macht, welche entsetzlichen Verbrecher von 1917 bis mindestens 1953 ihr Land in den moralischen und politischen Ruin getrieben haben. Von den menschlichen Opfern ganz zu schweigen.

  5. Stalin war nicht zuletzt Symbol des Sieges/Krieges in Russland weil er ja bekanntlich alle anderen Symbole hinrichten ließ.

    Stalins 11tes Gebot:
    "Du sollst keine Helden neben mir haben"

    • anZen
    • 09.03.2010 um 16:50 Uhr

    1. Während Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt wurde und die sog. Entnazifizierung in vielen Teilen des Landes zeitweilen forciert wurde (die allerdings im Westen nicht konsequent genug durchgeführt wurde), war Russland seit der Auflösung der Sowjetunion auf sich allein gestellt.

    2. Deutschland war von 1933 bis 1945 (etwa 12 Jahre) eine Diktatur war, bestand die Sowjetunion von 1917 bis 1991 (also sage und schreibe 74 Jahre) - arbeiten Sie das mal alles "schleunigst" auf!

    3. Russland ist seit 19 Jahren keine Diktatur mehr. Deutschland war 19 Jahre nach dem NS-Regime im Jahre 1964 und hat zudem Zeitpunkt noch lange nicht alles aufgearbeitet. Das reaktionäre Bewusstsein der erwachsenen Bevölkerungschicht blieb nach wie vor weit verbreitet, die alten Ideologien bestanden in vielen Köpfen noch immer fort - auch wenn sie freilich teilweise relativiert wurden - und der Staatsapparat hatte nach wie vor eine autoritäre Ausprägung. Das Die Folge davon war die Studendenbewegung, aus der später nicht nur kiffende Blumenkinder, engagierte Vietnamkrieg- und Imperialismuskritiker, emanzipiertere Frauen und aufgeklärtere Individuen, sondern auch terroristische Vereinigungen, radikale Hetzer und Mörder hervorgegangen sind. Etwas Vergleichbares und Prägendes gab es in der russischen Geschichte seit dem Zerfall bisher noch nicht, aber in Deutschland war man damals auch noch nicht soweit.
    [...]

    Antwort auf "Richtig Colca"
    • anZen
    • 09.03.2010 um 16:50 Uhr

    [...]

    Warum soll also gerade das riesige Russland eine schnellere und effizientere Aufarbeitung durchführen als Deutschland?

    Dass eine Aufarbeitung aber generell erforderlich ist, steht aber außer Frage. Das braucht aber leider seine Zeit.

    Gruß anZen

    Antwort auf "Richtig Colca"

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