Vorfall mit Folgen Bundeswehr tötet afghanische Soldaten

Deutsche Soldaten waren in ein Gefecht mit Taliban verwickelt. Ihre Bundeswehrkameraden eilten ihnen zu Hilfe und schossen auf ein entgegenkommendes Zivilfahrzeug.

Am Freitagabend um 19.21 Uhr (16.51 MESZ) verließen deutsche Soldaten das Feldlager in Kundus, um die seit dem Mittag in Gefechte mit Taliban verwickelten Soldaten abzulösen. Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam mitteilte, fuhren auf dem Weg in den Unruhedistrikt Char Darah, wo die Kämpfe stattfanden, zwei zivile Fahrzeuge auf die Deutschen zu und hielten trotz "durchgeführter Sicherheits- und Identifizierungsverfahren" nicht an.

Daraufhin eröffnete ein Schützenpanzer vom Typ Marder das Feuer auf eines der Fahrzeuge. Dadurch starben fünf Afghanen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei den zivilen Autos um Fahrzeuge der Afghan National Army. Der genaue Ablauf soll noch untersucht werden. Nach Angaben eines afghanischen Provinzgouverneurs starben sechs Afghanen.

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Am Karfreitag waren bei einem Gefecht der Bundeswehr mit Taliban drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Eine Patrouille hatte eine Straße in Char Darah routinemäßig nach versteckten Sprengsätzen abgesucht, als Taliban-Kämpfer das Feuer eröffneten.

Die Bundeswehrsoldaten erwiderten den Beschuss. Dabei fuhr eines der gepanzerten Fahrzeuge der Bundeswehr über eine Sprengladung. Einige Soldaten starben durch die Explosion oder wurden verletzt, andere von Aufständischen aus einem Hinterhalt mit Handfeuerwaffen tödlich beschossen oder verwundet.

Die schweren Gefechte waren am späten Abend beendet. Drei Soldaten waren gestorben, vier Soldaten schwer verletzt, vier weitere leicht. Die Getöteten stammen aus einem Verband in Niedersachsen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa handelt es sich um Soldaten der in Oldenburg und Seedorf bei Zeven stationierten Luftlandebrigade 31.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos sollten die schwer Verletzten am Samstag nach Deutschland ausgeflogen werden. Die Bundeswehr und deutsche Politiker reagierten betroffen und bestürzt auf den Vorfall.

Der Distrikt Char Darah liegt nur wenige Kilometer vom Bundeswehrstützpunkt Kundus entfernt und ist ein Rückzugsgebiet der Taliban. Von dort gab es immer wieder Angriffe und Anschläge auf Bundeswehrsoldaten.
 

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 03.04.2010 um 9:17 Uhr

    .....wie schnell die Bundeswehr nachweist, dass die ganzen Vorwürfe gegen die Amis geheuchelt oder dumm waren. Da hat man Jahrzehnte moralisieren Vorwürfe gemacht -und dazu gehört auch die Kanzlerin- und zeigt bei seinen ersten Einsätzen, dass man keinen anderen Weg kennt, wenn man in der Realität Verantwortung nehmen muss. Aber die Bevölkerung hängt an den alten Lügen. Man wird lernen, aber es wird hart.

    • Medos
    • 03.04.2010 um 9:36 Uhr

    Für ein professionelles Print/Online-Medium sind leicht zu erkennende Rechtschreibfehler schon peinlich.
    Wenn man schon nicht der deutschen Sprache mächtig ist, dann bitte ein Rechtschreibprogramm benutzen!

    Identifizierungsverfaren -> Identifizierungsverfahren

    Aber nicht so schlimm wie der Klops vom Focus gestern:
    statt "Apple Computer" brachten die tatsächlich "Appel Computer" - und das gleich mehrfach ;)

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    ...die beim Focus waren auch noch beratungsresistent, erst nach dutzenden Einträgen wurde das korrigiert.

    Bei der Zeit geht es aber noch weiter, Stilsicherheit ist auch deren Ding nicht:

    "Dadurch starben fünf Afghanen, irrtümlich."

    Wie kann man irrtümlich sterben ? Man wird irrtümlich beschossen, am Tod gibt es dann keine Zweifel mehr.

    ...deutsche Sprache, schwere Sprache:

    "Am Karfreitag waren bei einem Gefecht der Bundeswehr mit Taliban drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

    ...

    Einige Soldaten starben durch die Explosion oder wurden verletzt, andere von Aufständischen aus einem Hinterhalt mit Handfeuerwaffen tödlich beschossen oder verwundet."

    Von drei Toten starben einige durch die Explosion (NB einige sind mindestens 2) und andere (andere sind auch mindestens 2) wurden tödlich beschossen.

    Na ja, an Ostern sind schon früher merkwürdige Sachen passiert...

    ...die beim Focus waren auch noch beratungsresistent, erst nach dutzenden Einträgen wurde das korrigiert.

    Bei der Zeit geht es aber noch weiter, Stilsicherheit ist auch deren Ding nicht:

    "Dadurch starben fünf Afghanen, irrtümlich."

    Wie kann man irrtümlich sterben ? Man wird irrtümlich beschossen, am Tod gibt es dann keine Zweifel mehr.

    ...deutsche Sprache, schwere Sprache:

    "Am Karfreitag waren bei einem Gefecht der Bundeswehr mit Taliban drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

    ...

    Einige Soldaten starben durch die Explosion oder wurden verletzt, andere von Aufständischen aus einem Hinterhalt mit Handfeuerwaffen tödlich beschossen oder verwundet."

    Von drei Toten starben einige durch die Explosion (NB einige sind mindestens 2) und andere (andere sind auch mindestens 2) wurden tödlich beschossen.

    Na ja, an Ostern sind schon früher merkwürdige Sachen passiert...

  1. "Weder sei Deutschland in der Lage, noch sei es seine
    Aufgabe, alle Konflikte der Welt zu lösen". In dem Punkt
    gebe ich Altbundeskanzler Helmut Schmidt völlig recht.
    Deutschland sollte sich nicht in einen muslimischen
    Konflikt in Afghanistan einmischen und dabei sinnlos
    deutsche Steuergelder verschwenden, solange nicht
    die Sicherheit in der BRD, gefährdet ist
    Stattdessen haben wir in Europa genug eigene
    Probleme. Wir sollten dringend für die Einhaltung der
    Menschenrechte kämpfen. Eine intellektuelle
    Auseinandersetzung mit dem Islam sollten wir Europäer
    nicht scheuen. Zum Beispiel sollten wir niemals
    Scharia-Gerichte einer kritikwürdigen Religion zulassen.
    Auch wenn solche menschenverachtende Gerichte, die Frauen diskriminieren und die Meinungsfreiheit und Pressefreiheit mit Füssen treten, die vollkommen unvereinbar mit westlichen, rechtstaatlichen Demokratien und den Menschenrechten sind, von naiven Politikern an manchen Orten Großbritanniens genehmigt wurden.

    Kurz gesagt: Wir Europäer sollten mit allen Mitteln den
    Selbstmord an unserer eigenen Zivilisation verhindern

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 03.04.2010 um 10:10 Uhr

    ....unter staatlich ungeordneten Verhältnissen Ausbildungsplätze entstehen und sich Terroristen sowie andere kriminelle Gruppen sich sammeln und konsolidieren. Von diesen Gruppen gehen auch für Europäer tödliche Gefahren aus. So kann man Ihren Beitrag nur bewerten als Aufforderung als Trittbrettfahrer sich auf Andere zu verlassen, die sich gegen diese Gefahren stellen. Das ist kurzsichtig und für Deutschland langfristig schädlich.

    • joG
    • 03.04.2010 um 10:10 Uhr

    ....unter staatlich ungeordneten Verhältnissen Ausbildungsplätze entstehen und sich Terroristen sowie andere kriminelle Gruppen sich sammeln und konsolidieren. Von diesen Gruppen gehen auch für Europäer tödliche Gefahren aus. So kann man Ihren Beitrag nur bewerten als Aufforderung als Trittbrettfahrer sich auf Andere zu verlassen, die sich gegen diese Gefahren stellen. Das ist kurzsichtig und für Deutschland langfristig schädlich.

  2. Es scheint klar zu sein, dass wieder Afghanen durch deutsche Hand starben, aber wie waren die Umstände wirklich?

    Ich erinnere: Anfangs wurde zur Bombardierung in Kundus gemeldet, dass die Taliban die Tanklastwagen angehalten hätten, die Fahrer enthauptet und die Lastwagen dann entwendet und in die Sandbank gefahren hätten.

    Später berichtete einer der Fahrer, dass der andere Fahrer in der Sandbank während Zwistigkeiten unter den Afghanen erschossen wurde.

  3. Warum drängt sich einem nur der Verdacht auf, da seien nach dem Tod der Kameraden Rachegelüste im Spiel gewesen, die sich gegen alle Afghanen -ob Freund oder Feind- erstreckt haben? Aber solche Unterstellungen sind natürlich zu weit hergeholt, genauso wie die Möglichkeit, dass bei einem Lastzug mit 100 anwesenden Menschen davon nicht alle Taliban sein könnten.

    • FahadA
    • 03.04.2010 um 9:50 Uhr

    McCrystal hat schon wieder ein Problem mit den Deutschen. Wann hat man endlich ein Einsehen und schickt sie nach Hause?

    http://www.nytimes.com/20...

  4. Warum sollten die Afghanen, afghanischen Soldaten, dieses getan haben?
    Wenn das Zivilisten tun - wie oft bei vegleichbaren Vorfällen behauptet wird - könnte man ja noch Erklärungen für solch Verhalten finden, aber wenn es tatsächlich afghanische Soldaten, also Verbündete, waren, bleibt doch der Phantasie, Spekulation Tür und Tor geöffnet.

    Woran liegt das? An der verlogenen Informationspolitik der Bundeswehr, der ISAF, der Bundesregierung usw. usf.

    • joG
    • 03.04.2010 um 10:10 Uhr

    ....unter staatlich ungeordneten Verhältnissen Ausbildungsplätze entstehen und sich Terroristen sowie andere kriminelle Gruppen sich sammeln und konsolidieren. Von diesen Gruppen gehen auch für Europäer tödliche Gefahren aus. So kann man Ihren Beitrag nur bewerten als Aufforderung als Trittbrettfahrer sich auf Andere zu verlassen, die sich gegen diese Gefahren stellen. Das ist kurzsichtig und für Deutschland langfristig schädlich.

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