Friendly Fire Provinzgouverneur verlangt vom Militär mehr Vorsicht

Missverständnisse und Fehler: Nachdem durch die Bundeswehrschüsse mindestens fünf afghanische Soldaten gestorben sind, hat der Gouverneur der Provinz Kundus Koordinationsmängel beklagt.

Dass die deutschen Soldaten auf Fahrzeuge der afghanischen Armee gefeuert hätten, sei auf "einige Missverständnisse" zurückzuführen, sagte Gouverneur Mohammad Omar der Nachrichtenagentur dpa. Spiegel Online sagte er, die Fahrzeuge mit den afghanischen Soldaten seien "leicht zu erkennen" gewesen, es habe sich um zwei Ford Ranger mit auf der Ladefläche befestigten Waffen gehandelt. "Diese Autos kennt doch jeder."

Zukünftig müssten ausländische und afghanische Truppen daher vorsichtiger agieren und sich bei Militäroperationen dieser Art untereinander besser abstimmen. "Nun wird der Vorfall untersucht, und wir werden sehen, wer die Fehler begangen hat", sagte Omar weiter.

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Wenige Stunden nach dem Tod von drei Bundeswehrsoldaten bei einem heftigen Feuergefecht mit radikal-islamischen Taliban am Karfreitag hatten Deutsche im Unruhedistrikt Char Darah nach Angaben der Bundeswehr fünf afghanische Sicherheitskräfte erschossen. "Die deutschen Soldaten eröffneten das Feuer auf ein Fahrzeug der afghanischen Armee", beschrieb Omar den Vorfall, der die Zahl der Toten dagegen mit sechs angab. Die getöteten Soldaten seien nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Weg aus dem Kampfgebiet gewesen, um Verpflegung heranzuschaffen.

Nach Angaben der Bundeswehr bewegten sich zwei zivile Fahrzeuge auf eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten zu. Die Afghanen hielten nicht an, um sich überprüfen zu lassen. Daraufhin eröffnete ein deutscher Schützenpanzer das Feuer auf eines der Fahrzeuge. Ein Sprecher der Bundeswehr sagte, man bedauere den Vorfall zutiefst. Das Geschehen werde überprüft.

Die am Karfreitag im Norden Afghanistans gefallenen deutschen Soldaten stammen aus einem Verband in Niedersachsen. Nach dpa-Informationen handelt es sich um Soldaten der in Oldenburg und Seedorf bei Zeven stationierten Luftlandebrigade 31. Das Einsatzführungskommando bestätigte dies nicht.

Bei stundenlangen Kämpfen zwischen der Bundeswehr und den Taliban, den bislang schwersten Gefechten der Bundeswehr in Afghanistan, waren am Freitag in der Region Kundus drei deutsche Soldaten getötet und acht verletzt worden. Vier Schwerverletzte sollen nach Bundeswehrangaben im Tagesverlauf nach Deutschland geflogen werden und am Abend auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn landen.

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) will am Sonntag an der Trauerfeier für die getöteten Bundeswehrsoldaten im nordafghanischen Kundus teilnehmen. Anschließend würden die Leichen in seinem Airbus nach Deutschland übergeführt, hieß es am Samstag in Masar-i-Scharif aus seiner Delegation.

Der FDP-Politiker wollte seine Afghanistan-Reise eigentlich schon am Samstag beenden. Nach seinen Angaben hätten die Leichen aber erst am Mittwoch ausgeflogen werden können, wenn er sie nicht auf seinem Heimflug mit einem der Bundeswehr-Airbusse mitgenommen hätte.

Niebel war kurz nach Beginn des Gefechts im Hauptquartier des Isaf-Regionalkommandos Nord in Masar-i-Scharif, 150 Kilometer westlich von Kundus, eingetroffen. Zuvor hatte er politische Gespräche in Kabul geführt und Entwicklungsprojekte im nordafghanischen Feisabad besichtigt.
 

 
Leser-Kommentare
  1. ...in seinem Airbus nach Deutschland übergeführt."

    Wie schön, daß Herr Niebel seinen privaten Airbus für gefallene deutsche Kameraden einsetzt, ein echter Altruist.

  2. Aber wie kommt es zu solchen Vorfällen?

    a) Ausbildungsmängel, vermutlich auf beiden Seiten. Alte Erkenntnis ist, dass ein Soldat dann gut vorbereitet ist, wenn ihn im Kampfeinsatz kaum noch etwas überrascht. Das mentale Training ist dabei genau so wichtig, wie physische und technische Ausbildung. Ich behaupte, die Ausbildung der Bundeswehr für Auslandseinsätze (nicht Wehrpflichtige) ist hier zu kurz, zu weich und führt die Rekruten zu wenig in Grenzerfahrungen. Die Vermutung ist einfach nicht abwegig, dass Bundeswehrsoldaten zu wenig abgebrüht reagieren, wenn Leichensäcke ins eigene Lager gefahren werden. Zudem hat eine hart vorbereitete Truppe auch wesentlich weniger Probleme mit PTBS.

    b) Zu geringe Mannstärke und nicht angemessene Ausrüstung sind auch ein Faktor. Wenn ich weiß, dass eigene Fahrzeuge nicht wirklich sicher sind und man keine Reserven mehr hat, schießt man schnell auf alles, was gefährlich sein könnte. Hier trägt die Politik Verantwortung, denn sie verweigert angemessene Truppenstärken und schwere Ausrüstung.

    c) Ein zu unklares Mandat. Will man einen asymmetrischen Krieg gewinnen, muss man auch der Zivilbevölkerung unmissverständlich klar machen, das Kooperation mit dem Feind, egal ob freiwillig oder nicht, spürbar sanktioniert wird.

    Alles in allem müssen sich unsere Politiker vorwerfen lassen, dass sie für solche Tote letztendlich die Verantwortung tragen, weil bekannte Mängel bei den politischen Vorgaben einen stringenten Einsatz nicht zulassen.

    • joG
    • 03.04.2010 um 13:29 Uhr

    "Alles in allem müssen sich unsere Politiker vorwerfen lassen, dass sie für solche Tote letztendlich die Verantwortung tragen, weil bekannte Mängel bei den politischen Vorgaben einen stringenten Einsatz nicht zulassen."

    Aber ist das nicht eine billigende Inkaufnahme aller beteiligten Politiker?

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    Nun, vermutlich haben Sie Recht, dass unsere Politiker aller Parteien solche Vorfälle billigend in kauf nehmen, weil sie nicht dazu bereit sind:

    a) Dem Volk offensiv die Wahrheit über die Konfliktlinien zu sagen, da man dann Aufstände/Pogrome von Idioten im Inland fürchtet. Wenn z.B. in Gebetshäusern einer bestimmten Glaubensgemeinschaft nach der Bekanntgabe von toten deutschen Soldaten gejubelt wird, dann gibt das sehr zu denken, ob die Konfliktlinien nicht schon hier angekommen sind.

    b) Die notwendigen Ressourcen einzusetzen. Man verkennt dabei jedoch vollkommen, dass dieses Verhalten die Konfliktlinien nur festigt und daraus einen Schrecken ohne Ende macht.

    c) Man sich die Hände in Unschuld waschen möchte, und gar nicht merkt, dass man sich damit, wie in Srebrenica, erst recht schuldig macht, durch unterlassen.

    d) Man vulgärpazifistischen Demagogen das mediale Feld überlässt.

    e) Man die Medien nicht in die Verantwortung nimmt, zu informieren statt populistisch zu skandalisieren.

    Im Ergebnis kann all das aber auch der Versuch sein, das nicht nachhaltige Verhalten unserer Politiker zu erklären. An der Schuld, die die Bundestagsabgeordneten auf sich laden, ändert es nichts.

    Nun, vermutlich haben Sie Recht, dass unsere Politiker aller Parteien solche Vorfälle billigend in kauf nehmen, weil sie nicht dazu bereit sind:

    a) Dem Volk offensiv die Wahrheit über die Konfliktlinien zu sagen, da man dann Aufstände/Pogrome von Idioten im Inland fürchtet. Wenn z.B. in Gebetshäusern einer bestimmten Glaubensgemeinschaft nach der Bekanntgabe von toten deutschen Soldaten gejubelt wird, dann gibt das sehr zu denken, ob die Konfliktlinien nicht schon hier angekommen sind.

    b) Die notwendigen Ressourcen einzusetzen. Man verkennt dabei jedoch vollkommen, dass dieses Verhalten die Konfliktlinien nur festigt und daraus einen Schrecken ohne Ende macht.

    c) Man sich die Hände in Unschuld waschen möchte, und gar nicht merkt, dass man sich damit, wie in Srebrenica, erst recht schuldig macht, durch unterlassen.

    d) Man vulgärpazifistischen Demagogen das mediale Feld überlässt.

    e) Man die Medien nicht in die Verantwortung nimmt, zu informieren statt populistisch zu skandalisieren.

    Im Ergebnis kann all das aber auch der Versuch sein, das nicht nachhaltige Verhalten unserer Politiker zu erklären. An der Schuld, die die Bundestagsabgeordneten auf sich laden, ändert es nichts.

    • fanta4
    • 03.04.2010 um 13:32 Uhr

    Ist das derselbe Provinzgouverneur, der sich vor kurzem ein härteres Vorgehen der BW gewünscht hat?

    Präambel des GG:
    Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen...

    Wie macht man das? In dem man sich an einem Angriffskrieg beteiligt?

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    • joG
    • 03.04.2010 um 13:45 Uhr

    .... beteiligt?"

    Sicherlich meist nicht. Hier ist aber kein "Angriffskrieg". So ist die Frage auch an dieser Stalle irrelevant.

    • joG
    • 03.04.2010 um 13:45 Uhr

    .... beteiligt?"

    Sicherlich meist nicht. Hier ist aber kein "Angriffskrieg". So ist die Frage auch an dieser Stalle irrelevant.

  3. Nun, vermutlich haben Sie Recht, dass unsere Politiker aller Parteien solche Vorfälle billigend in kauf nehmen, weil sie nicht dazu bereit sind:

    a) Dem Volk offensiv die Wahrheit über die Konfliktlinien zu sagen, da man dann Aufstände/Pogrome von Idioten im Inland fürchtet. Wenn z.B. in Gebetshäusern einer bestimmten Glaubensgemeinschaft nach der Bekanntgabe von toten deutschen Soldaten gejubelt wird, dann gibt das sehr zu denken, ob die Konfliktlinien nicht schon hier angekommen sind.

    b) Die notwendigen Ressourcen einzusetzen. Man verkennt dabei jedoch vollkommen, dass dieses Verhalten die Konfliktlinien nur festigt und daraus einen Schrecken ohne Ende macht.

    c) Man sich die Hände in Unschuld waschen möchte, und gar nicht merkt, dass man sich damit, wie in Srebrenica, erst recht schuldig macht, durch unterlassen.

    d) Man vulgärpazifistischen Demagogen das mediale Feld überlässt.

    e) Man die Medien nicht in die Verantwortung nimmt, zu informieren statt populistisch zu skandalisieren.

    Im Ergebnis kann all das aber auch der Versuch sein, das nicht nachhaltige Verhalten unserer Politiker zu erklären. An der Schuld, die die Bundestagsabgeordneten auf sich laden, ändert es nichts.

    • joG
    • 03.04.2010 um 13:45 Uhr

    .... beteiligt?"

    Sicherlich meist nicht. Hier ist aber kein "Angriffskrieg". So ist die Frage auch an dieser Stalle irrelevant.

  4. 7. Normal

    Wer sich der Kontrolle entzieht,hat selber Schuld.Es gibt
    Regeln für Kontrollen und die Nerven lagen Blank nach dem
    Feuergefecht mit den Taliban.Jeder weiss,er hat anzuhalten
    bei einer Kontrolle,zuerst ein Warnschuss und dann wird
    der Nichtanhaltende gestoppt mit Schüssen,lernt schon die
    Polizei!Die Autos hätten auch geklaut sein können und dann?
    Lieber einmal zuviel schiessen als später im Sarg nach Hause
    kommen und wer alles besser weiss in so einer Situation zu
    handeln wie unsere Politiker der sollte nach Afghanistan ge-
    hen und dort den Dienst der Soldaten machen,im sicheren
    Deutschland hat jeder leicht Reden!Solche Vorfälle sind auch
    bei den Amis schon passiert im Irak und es hat nichts mit
    der Ausbildung zutun,es ist reine Nervensache,wer zu spät
    schiesst,ist tot und auch ich wäre wütend,wenn ich grade
    drei Kameraden verloren habe.

    [...]

    Bitte unterlassen Sie die Verwendung von zynischen Anmerkungen und bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/fk

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Lieber einmal zuviel schiessen als später im Sarg nach Hause
    kommen ..." Genau. Schliesslich sind Afghanen nur Freiwild, die man, wenn man Angst hat, einfach mal abknallen kann. Wichtrig ist, das man selbst unbeschadet bleibt - schliesslich ist das auch der Sinn des Einsatzes. Die Afghanen sind nur ein vorgeschobener Grund. Deren Schutz u nd vorallem deren Leben ist natürlich LANGE nicht so wertvoll wie das der Soldaten. Und JEDER weiss - und auch die Afghanen und Iraker MÜSSEN das lernen - sie haben sich IMMER den wünschen der Amerikaner und ihrer Vasallen zu richten.
    Benzin klauen - also bombardieren.
    Nicht schnell genug anhalten - also zusammenschiessen.
    sich den Wünschen der Amerikaner widersetzen - also einmarschieren.
    Und wichtig dabei ist, alle möglichen Entschuldigungen zu finden: es wurde in besonders provozierender Weise gefahren, die Lage war nicht klar, die Toten waren Taliban - nur um sich ja nicht zu fragen, ob unsere Soldaten wirklich etwas da unten zu suchen haben. DAS wäre Verrat.

    Tatsache ist doch ,dass es diese Kriege aus dem einem
    Grund gibt ,nämlich dem islamischen Terror,
    sieht man Bilder von musl. Soldaten dann erkennt
    man ,dass diese bis an die Zähne bewaffnet sind,
    dafür werden immense Summen von Terroristen ausgegeben,
    die auf der anderen Seite dem Volk fehlen,
    der Westen ist laut musl. Ländern an allem Schuld,
    dass es den meisten Muslimen schlecht geht,wir werden
    dafür verantwortlich gemacht,für ihre Misswirtschaft
    die zum Teil auch in ihrer Religion begründet ist,
    die keine zeitgemäße Erneuerungen zuläßt,und die das
    einfache Volk nicht gebildet sehen möchte,
    da fällt es den Machthabern leicht die Menschen gegen den
    Westen aufzubringen.

    "Lieber einmal zuviel schiessen als später im Sarg nach Hause
    kommen ..." Genau. Schliesslich sind Afghanen nur Freiwild, die man, wenn man Angst hat, einfach mal abknallen kann. Wichtrig ist, das man selbst unbeschadet bleibt - schliesslich ist das auch der Sinn des Einsatzes. Die Afghanen sind nur ein vorgeschobener Grund. Deren Schutz u nd vorallem deren Leben ist natürlich LANGE nicht so wertvoll wie das der Soldaten. Und JEDER weiss - und auch die Afghanen und Iraker MÜSSEN das lernen - sie haben sich IMMER den wünschen der Amerikaner und ihrer Vasallen zu richten.
    Benzin klauen - also bombardieren.
    Nicht schnell genug anhalten - also zusammenschiessen.
    sich den Wünschen der Amerikaner widersetzen - also einmarschieren.
    Und wichtig dabei ist, alle möglichen Entschuldigungen zu finden: es wurde in besonders provozierender Weise gefahren, die Lage war nicht klar, die Toten waren Taliban - nur um sich ja nicht zu fragen, ob unsere Soldaten wirklich etwas da unten zu suchen haben. DAS wäre Verrat.

    Tatsache ist doch ,dass es diese Kriege aus dem einem
    Grund gibt ,nämlich dem islamischen Terror,
    sieht man Bilder von musl. Soldaten dann erkennt
    man ,dass diese bis an die Zähne bewaffnet sind,
    dafür werden immense Summen von Terroristen ausgegeben,
    die auf der anderen Seite dem Volk fehlen,
    der Westen ist laut musl. Ländern an allem Schuld,
    dass es den meisten Muslimen schlecht geht,wir werden
    dafür verantwortlich gemacht,für ihre Misswirtschaft
    die zum Teil auch in ihrer Religion begründet ist,
    die keine zeitgemäße Erneuerungen zuläßt,und die das
    einfache Volk nicht gebildet sehen möchte,
    da fällt es den Machthabern leicht die Menschen gegen den
    Westen aufzubringen.

  5. Deutschland ist mit eigenen Soldaten nur in Erfüllung der Vasallenpflicht gegenüber den USA in Afghanistan.

    Beschwerden sind deshalb an die Chefs in Washington zu richten.

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