Einsatz in Afghanistan Taliban drohen mit weiteren Angriffen auf Deutsche

Nach dem Tod dreier Bundeswehrsoldaten fordern die Taliban den Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan. Militärs und der Verteidigungsminister halten am Einsatz fest.

Taliban-Kämpfer posieren vor einem brennenden, deutschen Militär-Fahrzeug in Char Dara, einem Distrikt im Norden Kundus'

Taliban-Kämpfer posieren vor einem brennenden, deutschen Militär-Fahrzeug in Char Dara, einem Distrikt im Norden Kundus'

"Sollten die Deutschen weiterhin in Afghanistan bleiben, werden sie weitere Todesopfer erleiden", sagte Sabiullah Mudschahid, ein Sprecher der Taliban. Die Taliban hätten die Bundesregierung und den Bundestag gewarnt, sie sollten die Bundeswehr aus Afghanistan abziehen, sagte Mudschahid weiter, der sich von einem unbekannten Ort aus telefonisch äußerte. "Aber sie haben nicht gehört."

Rund 100 Taliban-Kämpfer hatten den Bundeswehrkonvoi am Karfreitag im Einsatzgebiet der Bundeswehr im der nördlichen Provinz Kundus angegriffen. Bei den anschließenden Gefechten, den bislang schwersten Kämpfen der Bundeswehr in Afghanistan, waren drei deutsche Soldaten getötet und acht verletzt worden. Später erschoss die Bundeswehr irrtümlich fünf afghanische Soldaten.

Anzeige

"Wir haben kein Problem mit Deutschland", sagte der Taliban-Sprecher weiter. Afghanistan und Deutschland hätten historische Beziehungen. "Deshalb sollte Deutschland Afghanistan weiter helfen und damit aufhören, die Invasionstruppen zu unterstützen", erklärte er in Anspielung auf den Sturz des Taliban-Regimes nach dem Einmarsch des US-Militärs Ende 2001.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hingegen betont nach wie vor die große Bedeutung des Afghanistan-Einsatzes. Er sei davon überzeugt, "dass der Einsatz in Afghanistan noch notwendig ist", sagte er der Zeitung Bild am Sonntag. "Ich bin in Gedanken bei den Familien der Gefallenen und den verwundeten Soldaten und deren Familien."

Auch die Bundeswehr zeigte sich entschlossen, ihren Auftrag in Afghanistan fortzuführen. Der deutsche Isaf-Kommandeur für Nordafghanistan, Frank Leidenberger, sagte am Freitagabend im ZDF: Die Bundeswehr-Angehörigen würden die einheimische Bevölkerung weiterhin vor den Extremisten schützen.

Leidenbergers Stellvertreter Mario Schäfer erklärte in Masar-i-Scharif, dass NATO, Afghanen und die Bundeswehr den Vorfall prüfen würden, bei dem am Freitag fünf afghanische Soldaten getötet worden waren. Schäfer sagte, die Afghanen hätten die Bundeswehr unterstützen wollen. Sie seien dann aber mit zwei Wagen "offensichtlich ohne auf irgendwelche Zeichen, Warnsignale zu achten" auf einen Bundeswehrverband zugefahren. "Dann musste reagiert werden." Es sei ein "zutiefst zu bedauernder" Vorfall. "Wir wollen mit den Afghanen zusammenarbeiten, wir wollen sie schützen", betonte Oberst Schäfer.

Während die Linke einen Abzug aus Afghanistan fordert, kritisieren auch die Bundesvorsitzenden der Grünen, Claudia Roth und Cem Özdemir, den Einsatz. "Es zeigt sich, dass der von der Bundesregierung viel beschworene Ansatz der vernetzten Sicherheit bislang nicht funktioniert", schrieben sie in einer Erklärung zu den jüngsten Ereignissen und forderten: "Nötiger denn je ist eine zivile Aufbau- und damit auch klare Abzugsperspektive."

Derweil kritisierte auch die Friedensbewegung den Einsatz scharf. Anlässlich der Ostermärsche für Abrüstung und gegen Krieg erklärte der Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, Manfred Stenner, in Bonn: "Die Nachrichten zu Ostern erinnern uns an die gern verdrängte brutale Realität des Afghanistankrieges und auch seine Aussichtslosigkeit." Er sagte weiter: "Jetzt sollte ernsthaft umgedacht werden."

Seit Beginn des Afghanistaneinsatzes 2001 sind bislang 39 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Zwanzig von ihnen fielen Anschlägen und Gefechten zum Opfer. Einsatzgebiet der Bundeswehr ist weiterhin der Norden Afghanistans. Das Mandat läuft bis Februar 2011.

 
Leser-Kommentare
  1. bekommt die Truppe jetzt hartes Geschütz geliefert oder sie sollte Heim geholt werden. Dieses 'in-der-Luft-hängen' ist unerträglich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dass hierzulande die Islamophobie um sich greift, die Bürger dann aber, wenn es denn tatsächlich mal gegen Extremisten geht, die Beendigung des Einsatzes fordern. Das nenn' ich Doppelmoral...
    Die Bundeswehr ist dort, weil sie uns vor Anschlägen schützen soll und den Afghanen ein besseres Leben zu ermgl gedenkt. Die Soldaten und der Einsatz an sich sollten endlich dem ihm gebührenden Respekt erlangen.

    Was hätten Sie denn gerne als "hartes Geschütz"? Und wie soll die BW es einsetzen, ohne ein ähnliches Massaker, wie bei dem unglückseligen Bombenangriff auf die beiden Tanklaster anzurichten, mit erheblichen zivielen Opfern und einer juristischen Verfolgung der Befehlshaber hier in D?
    Wenn man den Berichten in den Medien trauen darf, haben die angreifendne Taliban erneut Zivilpersonen als Schutzschild verwendet, wohl wissend um die moralische Empörung, die bei uns (berechtigt) aufwallt, wenn Zivilisten von der BW getötet werden.
    Bei einer solchen asymetrischen Kriegsführung, kann man mit dem "schweren Gerät" nur verlieren. Vielleicht gewönne man dieses eine Gefecht, vielleicht reduziert man eigene Opferzahlen in diesem Gefecht, aber der Konflikt/Krieg als solcher wird dadurch nicht gewonnen, im Gegenteil. Mit jedem zusätzlichen zivilen Opfer erhalten die Taliban neuen Zuspruch, neue Legitimation in der Bevölkerung.
    Was also dann? Sofortiger Abzug? Wohl kaum. Wer wirklich "unsere Sicherheit am Hindukush verteidigen" will, dem muss uns an einer dauerhaften Stabilisierung der Region gelegen sein. Nicht im Sinne einer Demokratie nach westlichen Vorbild, das wäre illusionär, überheblich und weltfremd. Vielmehr ist es notwendig, endlich den zivilen Aufbau, die Ausbildung und Stärkung afghanischer Sicherheitsbehörden und staatlicher Institutionen in den Vordergrund zu stellen. Tatsache bleibt aber, der Einsatz der BW bleibt nötig, weitere Opfer wird es geben.

    auch wenn es nicht vertrauensbildend gegenüber der afghanischen Bevölkerung ist, müssen eben Schützen- und Kampfpanzer zumindest mit-patroullieren, um die Sicherheit und stetige Überlegenheit (im genannten Vorfall im Artikel war dies offenbar nicht der Fall) der deutschen Soldaten zu gewährleisten. Auch wenn die bisher für den Leopard 2A6M angeschaffte Munition im Einsatz gegen Menschen nicht so zerstörerisch wirkt, so bietet er dennoch Schutz, kann dennoch Taliban erwischen und- da man das Gerät durch Panzerfäuste nicht aufhalten kann- sie im Zweifelsfall mit 70kmh überrollen.
    Mich ärgert es sehr, dass deutsche Soldaten in den Einsatz (egal ob ich nun was davon halte oder nicht) werden, und dann auch nicht einmal vernünftig ausgerüstet sind. Das Problem ist, das Schutzkapazitäten durch Großgerät ja gegeben sind, aber leider sind die Politiker in Deutschland nicht in der Lage- vielleicht moralisch- Kampfpanzer wieder in ein fremdes Land zu schicken (komisch, in Bosnien sind auch welche).

    Abgesehen davon ist der Einsatz nicht gewinnbar.
    Die USA haben den begonnen, wenn jemals eine Bedrohung ausging, dann für die USA, nicht für die BRD. Die BRD muss sich nicht verteidigen, weil sie sich nicht durch zahlreichen Kriege, anders als die USA, Feinde machte.

    Wir sollten abziehen und zivile Hilfe leisten. Dipl. Beziehungen mit den Taliban herstellen und diese durch wirtschaftliche Zugeständnisse normalisieren.

    Für US-Interessen sterben deutsche Soldaten! Nein Danke!

    dass hierzulande die Islamophobie um sich greift, die Bürger dann aber, wenn es denn tatsächlich mal gegen Extremisten geht, die Beendigung des Einsatzes fordern. Das nenn' ich Doppelmoral...
    Die Bundeswehr ist dort, weil sie uns vor Anschlägen schützen soll und den Afghanen ein besseres Leben zu ermgl gedenkt. Die Soldaten und der Einsatz an sich sollten endlich dem ihm gebührenden Respekt erlangen.

    Was hätten Sie denn gerne als "hartes Geschütz"? Und wie soll die BW es einsetzen, ohne ein ähnliches Massaker, wie bei dem unglückseligen Bombenangriff auf die beiden Tanklaster anzurichten, mit erheblichen zivielen Opfern und einer juristischen Verfolgung der Befehlshaber hier in D?
    Wenn man den Berichten in den Medien trauen darf, haben die angreifendne Taliban erneut Zivilpersonen als Schutzschild verwendet, wohl wissend um die moralische Empörung, die bei uns (berechtigt) aufwallt, wenn Zivilisten von der BW getötet werden.
    Bei einer solchen asymetrischen Kriegsführung, kann man mit dem "schweren Gerät" nur verlieren. Vielleicht gewönne man dieses eine Gefecht, vielleicht reduziert man eigene Opferzahlen in diesem Gefecht, aber der Konflikt/Krieg als solcher wird dadurch nicht gewonnen, im Gegenteil. Mit jedem zusätzlichen zivilen Opfer erhalten die Taliban neuen Zuspruch, neue Legitimation in der Bevölkerung.
    Was also dann? Sofortiger Abzug? Wohl kaum. Wer wirklich "unsere Sicherheit am Hindukush verteidigen" will, dem muss uns an einer dauerhaften Stabilisierung der Region gelegen sein. Nicht im Sinne einer Demokratie nach westlichen Vorbild, das wäre illusionär, überheblich und weltfremd. Vielmehr ist es notwendig, endlich den zivilen Aufbau, die Ausbildung und Stärkung afghanischer Sicherheitsbehörden und staatlicher Institutionen in den Vordergrund zu stellen. Tatsache bleibt aber, der Einsatz der BW bleibt nötig, weitere Opfer wird es geben.

    auch wenn es nicht vertrauensbildend gegenüber der afghanischen Bevölkerung ist, müssen eben Schützen- und Kampfpanzer zumindest mit-patroullieren, um die Sicherheit und stetige Überlegenheit (im genannten Vorfall im Artikel war dies offenbar nicht der Fall) der deutschen Soldaten zu gewährleisten. Auch wenn die bisher für den Leopard 2A6M angeschaffte Munition im Einsatz gegen Menschen nicht so zerstörerisch wirkt, so bietet er dennoch Schutz, kann dennoch Taliban erwischen und- da man das Gerät durch Panzerfäuste nicht aufhalten kann- sie im Zweifelsfall mit 70kmh überrollen.
    Mich ärgert es sehr, dass deutsche Soldaten in den Einsatz (egal ob ich nun was davon halte oder nicht) werden, und dann auch nicht einmal vernünftig ausgerüstet sind. Das Problem ist, das Schutzkapazitäten durch Großgerät ja gegeben sind, aber leider sind die Politiker in Deutschland nicht in der Lage- vielleicht moralisch- Kampfpanzer wieder in ein fremdes Land zu schicken (komisch, in Bosnien sind auch welche).

    Abgesehen davon ist der Einsatz nicht gewinnbar.
    Die USA haben den begonnen, wenn jemals eine Bedrohung ausging, dann für die USA, nicht für die BRD. Die BRD muss sich nicht verteidigen, weil sie sich nicht durch zahlreichen Kriege, anders als die USA, Feinde machte.

    Wir sollten abziehen und zivile Hilfe leisten. Dipl. Beziehungen mit den Taliban herstellen und diese durch wirtschaftliche Zugeständnisse normalisieren.

    Für US-Interessen sterben deutsche Soldaten! Nein Danke!

    • Dentax
    • 03.04.2010 um 17:54 Uhr

    Meiner Meinung nach ist das Verhalten der Taliban sehr unüberlegt. Denn nach dieser Äußerung wird unsere Regierung erst recht nicht über einen Abzug der Truppen nachdenken, weil sie dann den Taliban als schwach gegenüber stünde. Eine andere Wahl, als nun dagegen zu halten bleibt eigentlich nicht mehr, wenn der deutsche Staat sein Gesicht wahren will.
    Sehr schade, dass genau dieser Punkt jetzt mit in die Diskussion eingebracht werden kann, denn nach den jüngsten Ereignissen sollten unsere Soldaten doch endlich wieder nach Hause zurück kehren dürfen.
    Naja, wir werden die Reaktion ja bald beobachten können. Ich hoffe nur, dass die Politiker diesen Gedanken NICHT aufgreifen.
    Oder wie sehen Sie das?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Denn nach dieser Äußerung wird unsere Regierung erst recht nicht über einen Abzug der Truppen nachdenken, weil sie dann den Taliban als schwach gegenüber stünde."

    Dann dürfen wir uns auf Terroranschläge in Deutschland bereit machen. Köln, München und Berlin dürften zu den gefährdeten Ballungszentren gehören.

    Dieses Hollywood Kriegsdenken geht mir auf den Sack. Lieber schwach und am leben, anstatt dicke Eier beweisen und weiter bomben.

    "Denn nach dieser Äußerung wird unsere Regierung erst recht nicht über einen Abzug der Truppen nachdenken, weil sie dann den Taliban als schwach gegenüber stünde."

    Dann dürfen wir uns auf Terroranschläge in Deutschland bereit machen. Köln, München und Berlin dürften zu den gefährdeten Ballungszentren gehören.

    Dieses Hollywood Kriegsdenken geht mir auf den Sack. Lieber schwach und am leben, anstatt dicke Eier beweisen und weiter bomben.

  2. dass hierzulande die Islamophobie um sich greift, die Bürger dann aber, wenn es denn tatsächlich mal gegen Extremisten geht, die Beendigung des Einsatzes fordern. Das nenn' ich Doppelmoral...
    Die Bundeswehr ist dort, weil sie uns vor Anschlägen schützen soll und den Afghanen ein besseres Leben zu ermgl gedenkt. Die Soldaten und der Einsatz an sich sollten endlich dem ihm gebührenden Respekt erlangen.

    Antwort auf "Also entweder"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Uns schützen? Wovor denn? Es sterne täglich mehr Menschen imS traßenverkehr als ingesamt durch islamisten in Deutschland. Alles was die Budneswehr dort tut ist unsere Sicherheitslage schwächen, weil Terroristen immer mehr HAss auf Deutschland entwickeln. Warum sehen Leutchen wie Sie das nicht ein?

    Hier geht es nicht uM Respekt gegenpüber soldatne. Hier geht es um eine politische Diskussion. Und da nehme ich es Guttenberg und Konsorten übel, dass sie ständig die soldaten als Schutzschild nehmen, wenn es um politische Kritik an die Strategie hagelt.

    Wenn wir Deutschland sicher vor Terroristen machen wollen, müssen wir raus aus Afghanistan. Wenn wir den Menschen in Afghanistan helfe wollen, dann mit humanitären, friedlichen Mitteln. Was wir gerade tun ist, verbotener Weise Terroristen Jagen, Zivilisten und verbündete ermorden und nebenbei gegen den Islam und seine friedlichen Anhänger hetzen. Ich hasse diesen rechten Mist.

    Uns schützen? Wovor denn? Es sterne täglich mehr Menschen imS traßenverkehr als ingesamt durch islamisten in Deutschland. Alles was die Budneswehr dort tut ist unsere Sicherheitslage schwächen, weil Terroristen immer mehr HAss auf Deutschland entwickeln. Warum sehen Leutchen wie Sie das nicht ein?

    Hier geht es nicht uM Respekt gegenpüber soldatne. Hier geht es um eine politische Diskussion. Und da nehme ich es Guttenberg und Konsorten übel, dass sie ständig die soldaten als Schutzschild nehmen, wenn es um politische Kritik an die Strategie hagelt.

    Wenn wir Deutschland sicher vor Terroristen machen wollen, müssen wir raus aus Afghanistan. Wenn wir den Menschen in Afghanistan helfe wollen, dann mit humanitären, friedlichen Mitteln. Was wir gerade tun ist, verbotener Weise Terroristen Jagen, Zivilisten und verbündete ermorden und nebenbei gegen den Islam und seine friedlichen Anhänger hetzen. Ich hasse diesen rechten Mist.

    • rudi07
    • 03.04.2010 um 17:55 Uhr

    ist es generell so, dass derjenige welcher hineingerät die schlechteren Karten hat. Dafür das da angeblich um die 150 "Gotteskrieger" am Start waren, hat sich die BW anscheinend ganz gut gehalten.
    Aber eine Frage muss erlaubt sein, soviel Patriotismus gönn' ich mir zu Ostern. Wie viele Taliban-Mistkerle haben denn nun unsere Jungs erledigt?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    " Wie viele Taliban-Mistkerle haben denn nun unsere Jungs erledigt?"
    Eine interessante Frage, aber seit wann sind feindliche Krieger Mistkerle?
    Haben Sie sicher aus einem Kriegsfilm.
    Ich kann mir nicht helfen, aber die Leute wohnen da, und anscheinend haben die etwas dagegen, dass wir dort bestimmen wollen, wie das Kamel bei ihnen läuft. Also halten sie uns für ihre Feinde.
    Selbst unsere Regierung beginnt, darüber nachzudenken, mit diesen ... zu verhandeln.
    Ein Hinterhalt ist in einem Krieg normal und in einem Partisanenkrieg eine Selbstverständlichkeit oder kämpft die Bundeswehr etwa mit "fairen" Mitteln (schon vergessen?), oder ist eine Bombe, die sie aus dem Nichts trifft, ritterlicher.
    Sie wollen doch wohl nicht auch unsere Jungs als Mistkerle sehen.
    Die Kämpfer sind selten Mistkerle. wenn sie die finden wollen, dann müssen Sie schon ein paar Etagen höher suchen.

    • sn4k3
    • 03.04.2010 um 22:10 Uhr

    Ich vermute es sind nicht viele Talibankämpfer dabei getötet worden, sonst hätte man das doch zu Propagandazwecken nutzen können.
    In der Regel schießen die Taliban meist aus guter Deckung bei solchen Hinterhalten und die Natosoldaten müssen dann froh sein, wenn sie mehr als nur Mündungsfeuer zu sehen bekommen. (Siehe Bericht von Ben Anderson)

    " Wie viele Taliban-Mistkerle haben denn nun unsere Jungs erledigt?"
    Eine interessante Frage, aber seit wann sind feindliche Krieger Mistkerle?
    Haben Sie sicher aus einem Kriegsfilm.
    Ich kann mir nicht helfen, aber die Leute wohnen da, und anscheinend haben die etwas dagegen, dass wir dort bestimmen wollen, wie das Kamel bei ihnen läuft. Also halten sie uns für ihre Feinde.
    Selbst unsere Regierung beginnt, darüber nachzudenken, mit diesen ... zu verhandeln.
    Ein Hinterhalt ist in einem Krieg normal und in einem Partisanenkrieg eine Selbstverständlichkeit oder kämpft die Bundeswehr etwa mit "fairen" Mitteln (schon vergessen?), oder ist eine Bombe, die sie aus dem Nichts trifft, ritterlicher.
    Sie wollen doch wohl nicht auch unsere Jungs als Mistkerle sehen.
    Die Kämpfer sind selten Mistkerle. wenn sie die finden wollen, dann müssen Sie schon ein paar Etagen höher suchen.

    • sn4k3
    • 03.04.2010 um 22:10 Uhr

    Ich vermute es sind nicht viele Talibankämpfer dabei getötet worden, sonst hätte man das doch zu Propagandazwecken nutzen können.
    In der Regel schießen die Taliban meist aus guter Deckung bei solchen Hinterhalten und die Natosoldaten müssen dann froh sein, wenn sie mehr als nur Mündungsfeuer zu sehen bekommen. (Siehe Bericht von Ben Anderson)

  3. 5. No way

    Wir können da nicht raus, noch nicht jetzt. Jetzt Afghanistan zu verlassen, wäre genau das, was die Taliban wollen und worauf sie warten. SIe nutzen doch lediglich die Gelegenheit unseres Entsetzens über weitere, tote deutsche Soldaten und versuchen uns zu manipulieren. Wir sind im Krieg, verdammt noch mal, entschuldigen sie meine saloppe Ausdrucksweise, aber wir können nicht einfach lauthals den sofortigen Abzug verlangen, wenn Soldaten sterben. Im Krieg sterben Soldaten. Sie setzen sich freiwillig dieser Gefahr aus. Es ist schrecklich und traurig, keine Frage. Aber wenn wir jetzt Afghanistan verlassen und die anderen Mächte in jenem Land zurücklassen, ist jeder einzelne deutsche Soldat umsonst gestorben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Dentax
    • 03.04.2010 um 18:04 Uhr

    Ich denke auch, dass wir nicht einfach so dieses Land verlassen sollten. Aber unsere Soldaten sollten sich vor allem der Ausbildung der afghanischen Soldaten widmen und dann schnellstmöglich dieses Land verlassen. Würden die Soldaten jetzt ohne weiteres abgezogen, dann war wirklich alles für umsonst.

    • Dentax
    • 03.04.2010 um 18:04 Uhr

    Ich denke auch, dass wir nicht einfach so dieses Land verlassen sollten. Aber unsere Soldaten sollten sich vor allem der Ausbildung der afghanischen Soldaten widmen und dann schnellstmöglich dieses Land verlassen. Würden die Soldaten jetzt ohne weiteres abgezogen, dann war wirklich alles für umsonst.

    • tom67
    • 03.04.2010 um 18:01 Uhr

    ..... holen Sie Bitte unsere Jungs aus Afghanistan raus. Oder wie wollen Sie es den Müttern , Ehefrauen und Vätern Erklären... wenn Ihre Söhne und Ehemänner nicht mehr heim kommen ? Heim kommen schon aber im Alu...g !!!. Wir brauchen und wollen keinen Krieg !!! Oder müßen wir wieder beim großen "Bruder" U S A kuschen ? Ich denke Deutschland ist erwachsen geworden und kann selber endscheiden, und WIR brauchen die USA nicht zu fragen. Also Herr Minister zu Guttenberg endscheiden sie schnell, bevor es zu spät ist !!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "wenn Ihre Söhne und Ehemänner nicht mehr heim kommen"

    ....Aber dort Kämpfen auch Soldatinnen!

    • joG
    • 04.04.2010 um 11:27 Uhr

    ....diese heutige Kultur Deutschlands reagieren würde, wenn kommen würde, was kommen musste: Die Jungs kommen in Leichensäcken nachhause.

    Jetzt wissen wir zumindest die ersten Reaktionen. Sie werden renitent, aggressiv oder wehleidig oder alle Drei in Einem. Einige werden aber auch nachdenklich und versuchen aus dem regionalen Aberglaube einer grundsätzlich friedlichen und sicheren Welt herauszufinden. Diese noch wenigen beginnen auch die Folgen zu erahnen, die die Übernahme von Verantwortung bedeuten wird.

    Leider ist es völlig ausgeschlossen, dass sich Deutschland aus der Sicherungsaufgabe herauszieht. Wir leben alle von der internationalen Sicherheit und würden verarmen ohne sie. Die Holländer, Kanadier, Engländer, Australier, Dänen usw sind nicht länger den deutschen Zoll an Blut und Schatz zu übernehmen und wir spüren dies bereits allenthalben. Nein, das wird mit den fadenscheinigen Argumenten von früher nicht mehr gehen. Natürlich wird man nicht jede Schlacht auf gleiche Weise schlagen müssen. Es werden viele Instrumente notwendig sein. Eine ist aber eben das Militär, wenn andere Mittel nicht genügen. So ist das im Leben.

    Also finden Sie sich damit ab und versuchen Sie zu verstehen, was da draußen wirklich los ist. Versuchen Sie zu fragen, was das für Deutschland, seinen Menschen und dem Etat bedeuten wird. Gehen Sie doch die Alternativen ernsthaft durch. Anstöße finden Sie hier in Forum oder aO ja genug.

    "wenn Ihre Söhne und Ehemänner nicht mehr heim kommen"

    ....Aber dort Kämpfen auch Soldatinnen!

    • joG
    • 04.04.2010 um 11:27 Uhr

    ....diese heutige Kultur Deutschlands reagieren würde, wenn kommen würde, was kommen musste: Die Jungs kommen in Leichensäcken nachhause.

    Jetzt wissen wir zumindest die ersten Reaktionen. Sie werden renitent, aggressiv oder wehleidig oder alle Drei in Einem. Einige werden aber auch nachdenklich und versuchen aus dem regionalen Aberglaube einer grundsätzlich friedlichen und sicheren Welt herauszufinden. Diese noch wenigen beginnen auch die Folgen zu erahnen, die die Übernahme von Verantwortung bedeuten wird.

    Leider ist es völlig ausgeschlossen, dass sich Deutschland aus der Sicherungsaufgabe herauszieht. Wir leben alle von der internationalen Sicherheit und würden verarmen ohne sie. Die Holländer, Kanadier, Engländer, Australier, Dänen usw sind nicht länger den deutschen Zoll an Blut und Schatz zu übernehmen und wir spüren dies bereits allenthalben. Nein, das wird mit den fadenscheinigen Argumenten von früher nicht mehr gehen. Natürlich wird man nicht jede Schlacht auf gleiche Weise schlagen müssen. Es werden viele Instrumente notwendig sein. Eine ist aber eben das Militär, wenn andere Mittel nicht genügen. So ist das im Leben.

    Also finden Sie sich damit ab und versuchen Sie zu verstehen, was da draußen wirklich los ist. Versuchen Sie zu fragen, was das für Deutschland, seinen Menschen und dem Etat bedeuten wird. Gehen Sie doch die Alternativen ernsthaft durch. Anstöße finden Sie hier in Forum oder aO ja genug.

    • Dentax
    • 03.04.2010 um 18:04 Uhr
    7. Abzug

    Ich denke auch, dass wir nicht einfach so dieses Land verlassen sollten. Aber unsere Soldaten sollten sich vor allem der Ausbildung der afghanischen Soldaten widmen und dann schnellstmöglich dieses Land verlassen. Würden die Soldaten jetzt ohne weiteres abgezogen, dann war wirklich alles für umsonst.

    Antwort auf "No way"
  4. Durch die Art und Weise wie die BW in Afghanistan operiert, werden Islamisten eher zu Anschlägen ermutigt. Wann begreifen unsere Politiker das endlich? Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen. Wer der Ansicht ist man könne ihn gewinnen, muss massiv mit mehr Personal und Waffen rücksichtslos vorgehen. Unsere Politiker sind dazu nicht bereit. Wir brauchen politische Lösungen,keine Gewaltspirale und einen geordneten Rückzug.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • WNYC
    • 03.04.2010 um 20:53 Uhr

    Warum sind die USA denn wohl ständig unter Terrorangst? Wieso müssen wir diesen imperialistischen Hegemonialwahn auch nun unterstützen und imitieren? Wir können nicht gegen die Islamisten gewinnen. Niemals. Nur weil wir Gaspipelines aus Turmenistan oder Usbekistan schützen wollen, oder was auch immer dieser Krieg für eine Bewandtnis hat, sollten wir nicht die innerdeutsche Sicherheit aufs Spiel setzen. Für jeden Taliban, den wir da töten, kommt irgendwo in der islamischen Welt ein neuer Terrorist. Wir Deutschen haben die historische Verpflichtung, keinen expansionistischen Wahn mehr zuzulassen. Schlimm schlimm schlimm.

    • WNYC
    • 03.04.2010 um 20:53 Uhr

    Warum sind die USA denn wohl ständig unter Terrorangst? Wieso müssen wir diesen imperialistischen Hegemonialwahn auch nun unterstützen und imitieren? Wir können nicht gegen die Islamisten gewinnen. Niemals. Nur weil wir Gaspipelines aus Turmenistan oder Usbekistan schützen wollen, oder was auch immer dieser Krieg für eine Bewandtnis hat, sollten wir nicht die innerdeutsche Sicherheit aufs Spiel setzen. Für jeden Taliban, den wir da töten, kommt irgendwo in der islamischen Welt ein neuer Terrorist. Wir Deutschen haben die historische Verpflichtung, keinen expansionistischen Wahn mehr zuzulassen. Schlimm schlimm schlimm.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service