Erdbebenfolgen in Haiti "Es ist ein Wettlauf gegen das Wetter und die Zeit"

Haitis Bebenopfern drohen jetzt Tropenstürme. Die internationalen Hilfszusagen will US-Entwicklungshilfe-Chef Rajiv Shah öffentlich dokumentieren – um Druck auszuüben.

Zeltstadt in Petion-Ville in Port-au-Prince: "Haiti braucht dringend feste Behausungen, die den Güssen und tropischen Stürmen trotzen können"

Zeltstadt in Petion-Ville in Port-au-Prince: "Haiti braucht dringend feste Behausungen, die den Güssen und tropischen Stürmen trotzen können"

Rajiv Shah ist Chef der US-Behörde für Internationale Entwicklung USAID. Der 37-jährige Sohn indischer Einwanderer ist verantwortlich für die Koordinierung der amerikanischen Hilfe für die Erdbebenopfer von Haiti. Auf der Geberkonferenz in New York am 31. März setzte er sich gemeinsam mit US-Außenministerin Hillary Clinton für langfristige Hilfszusagen ein.

ZEIT ONLINE: 59 Nationen und internationale Organisationen haben sich kürzlich auf der Haiti-Geberkonferenz in New York bereiterklärt, in den nächsten Jahren bis zu 10 Milliarden Dollar für Haitis Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Lediglich ein Versprechen oder eine verbindliche Verpflichtung?

Rajiv Shah: Wir wissen aus der Vergangenheit, dass zwischen dem in Aussicht gestellten und dem am Ende tatsächlich gezahlten Geld oft ein großer Widerspruch besteht. Deshalb wollen wir diesmal aus früheren Fehlern lernen und werden eine Liste erstellen, die genau Buch führt über die Versprechen und deren Einhaltung.

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ZEIT ONLINE: Wird diese Liste öffentlich und für jedermann einsichtbar sein?

Shah: Ja, das ist unser erklärter Wille und auch der Wunsch der Regierung von Haiti.

ZEIT ONLINE: Ein anderer Fehler in der Vergangenheit war, dass die Hilfe für das bitterarme Haiti chaotisch organisiert war und oft in dunklen Kanälen verschwand.

Shah: Das wollen wir diesmal so gut wie möglich verhindern – und auch die haitianische Regierung ist eisern entschlossen, einen Riegel vor die Korruption zu schieben. Die internationale Gemeinschaft hat jetzt in New York bereits einige notwendige Vorkehrungen getroffen. Die Spenden der Geberländer fließen in einen multinationalen Topf, den die Weltbank bewacht. Aus ihm werden peinlich exakt ausgewählte Hilfsvorhaben finanziert.

Leser-Kommentare
  1. viereggtext - Jeder denkt sofort: Warum gehen die da nicht weg? Aber es ist eben die Heimatverbundenheit, trotz des hohen Risikos. Lieber bleiben und auch den Stürmen trotzen. Wer überlebt hat die Götter auf seiner Seite. Die 10 Mrd. von den UN helfen hoffentlich, etwas Neues aufzubauen.

    • pazpaz
    • 07.04.2010 um 20:31 Uhr

    ein beispiel hierfür:
    http://domrepheute.com/dr...

    dieses mal ist es insofern gut gegangen, daß sie noch leben.

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