Kampf gegen Terror Karsai droht Blockade der geplanten Nato-Offensive an
Der afghanische Präsident geht zum Westen weiter auf Distanz. Er macht die geplante Großoffensive gegen die Taliban von der Zustimmung der Stammesältesten abhängig.
Hamid Karsai hat sein Veto für die geplante Nato-Offensive in der umkämpften Region Kandahar angedroht. "Ohne eure Einwilligung wird es in Kandahar keine Militäroperation geben", sagte Karsai vor mehr als 1000 Stammesältesten in der südlichen Unruheprovinz. US-Generalstabschef Mike Mullen hatte erst vor wenigen Tagen in Kabul angekündigt, internationale und afghanische Truppen würden in den kommenden Monaten in Kandahar massiv gegen die Taliban vorgehen.
Karsai sagte zudem auf dem Treffen, Afghanistan werde zur Ruhe kommen, wenn die Bürger daran glaubten, dass ihr Präsident unabhängig und keine "Marionette" sei. Die Mitarbeiter der Regierung sollten sich nicht von "Ausländern" in ihre Arbeit hineinpfuschen lassen. Er habe dem US-Präsidenten Barack Obama bereits gesagt, dass er das afghanische Volk nicht durch Krieg zusammenhalten könne. "Seit acht Jahren geht das nun schon so. Wir wollen Frieden und Sicherheit."
Zu der geplanten Nato-Offensive sprach Karsai die Stammesältesten direkt an. "Ich weiß, dass ihr besorgt seid. Seid ihr besorgt?" "Ja, das sind wir", riefen einige der Ältesten zurück. "Nun", sagte Karsai daraufhin, "wenn ihr besorgt seid, wenn ihr damit nicht glücklich seid, dann wird es keine solche Operation geben."
Bereits vor Beginn des Osterwochenendes hatte Karsai mit heftigen Vorwürfen über ausländische Wahlmanipulation für Ärger in Washington gesorgt. Unmittelbar danach mühte er sich jedoch in aller Stille um Schadensbegrenzung. In einem Telefonat mit US-Außenministerin Hillary Clinton bestritt er, bei seiner Kritik die USA überhaupt im Visier gehabt zu haben. Gemeint gewesen seien stattdessen die westlichen Medien und ihre Berichterstattung über die Präsidentenwahl im vergangenen Jahr. Wie die New York Times berichtete, reagierte Clinton allerdings eher kühl und gab Karsai zu verstehen, man solle sich "nunmehr auf die vor uns liegende Arbeit konzentrieren".
Zuvor hatte Washington in ungewöhnlich schroffer Form auf die Vorhaltungen Karsais reagiert, wonach Ausländer hinter den massiven Manipulationen bei der Präsidentenwahl im August vergangenen Jahres steckten. "Die Annahme, dass die internationale Gemeinschaft in irgendeiner Weise für die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl verantwortlich sein könnte, ist grotesk", meinte Philip Crowley, Sprecher des State Departement.
Auf Karsais Rede in Kandahar gab es zunächst keine offizielle Reaktion aus Washington. Der Kommandeur der internationalen Truppen in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, sagte indes gegenüber CNN, er denke weniger über die Worte von Menschen nach als vielmehr über deren Taten. Vor diesem Hintergrund bewerte er die "Partnerschaft" mit Präsident Karsai als zufriedenstellend.
Der US-Generalmajor William Mayville spielte die Äußerungen Karsais herunter. Der Präsident sei bei dem Vorhaben der Offensive "mit an Bord" und versuche lediglich, Unterstützung bei den Stammesältesten zu bekommen, sagte er.
Nach der Offensive "Muschtarak" ("Gemeinsam") in der Provinz Helmand soll in den kommenden Monaten auch in Kandahar verstärkt gegen die Aufständischen vorgegangen werden. US-Generalstabschefs Mullen hatte erklärt, Kandahar sei das Herzland der Taliban und daher "Grundpfeiler unserer verstärkten Anstrengungen" gegen die Extremisten. Ein Großteil der etwa 30.000 zusätzlichen US-Soldaten werde daher vor allem in dieser Region zum Einsatz kommen.
Die US-Regierung ist seit längerem von der Amtsführung Karsais enttäuscht. Sie wirft ihm Laxheit vor und mahnt eine härtere Gangart bei Bekämpfung von Korruption und Opiumanbau an. Auch die afghanischen Sicherheitskräfte sind nach Ansicht Washingtons längst nicht auf dem Stand, auf dem sie sein sollten. Als die UN schwere Manipulationen bei den Wahlen aufdeckte und rund ein Drittel der Stimmen annullierte, fiel Karsai noch mehr in Ungnade. Erst kürzlich war Präsident Barack Obama in Kabul, um Karsai ins Gewissen zu reden.
Karsai räumte in seiner umstrittenen Rede zwar ein, dass es Wahlbetrug gegeben habe, stritt aber jede Schuld ab. "Nicht die Afghanen haben diesen Betrug begangen, die Ausländer waren das." Gleichzeitig warf er dem Westen vor, sie wollten die im September geplante Parlamentswahl stoppen.
Namentlich machte Karsai den früheren stellvertretenden UN-Sondergesandten Peter Galbraith und den Franzosen Philippe Morillon, der Chef der Beobachterkommission der Europäischen Union war, verantwortlich. "Galbraith und Morillon waren das und die Botschaften", sagte Karsai, ohne Einzelheiten zu nennen.
- Datum 05.04.2010 - 15:31 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 29
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Nun dient der Kampf gegen die Taliban zweifellos auch der Sicherheit des Westens, indem ein Rückzugsraum des islamistischen Terrorismus zer- oder zumindest gestört wird. Ob wir allerdings in diesem windigen Herrn Karsai den richtigen Verbündeten vor Ort haben, daran kommen wir immer mehr Zweifel. Mag ja sein, dass es keinen anderen gibt, dass man irgendeinen vor Ort tatsächlich braucht - aber ist man fragt sich schin, ob dieser Mann nicht mehr schadet als nutzt.
noch ein demokratisch gewählter Führer (ob er nun bei der Wahl betrogen hat oder nicht) und seine Amtseinsetzung hatte auch keinesfalls den Ruch des willfährigen Vasallen der durch die faktischen Oberherren vollzogen wurde.
Aber seien Sie versichert, wenn Herr Karsai einmal NICHT mehr der willfährige Vasall der faktischen Oberherren (also der USA) sein will, dann wird man Gründe finden warum er keinesfalls der demokratisch gewählte Führer ist und es wird sich ein Anderer finden.
Ach ja, der Rückzugsraum der islamistischen Terroristen, der ist seit ca. 2003 zerstört, da braucht es den Krieg in Afghanistan nicht für.
Aber der Ursprungsort der IDEEN der islamistischen Terroristen, der bleibt natürlich unangetastet, denn das Königshaus Saudi Arabiens ist ein SEHR treuer Vasall, den die Wissen, ohne die USA sind sie sehr bald sehr Tot. Das dieses Königshaus seit jeher einen Pakt mit den Wahhabiten http://de.wikipedia.org/w... hat, die den islamischen Fundamentalismus mit Wort und VIEL Geld über die Welt bringen, das stört niemanden, den die USA benötigen ÖL, sonst fliegen ihre Flugzeuge nicht, sonst fahren ihre Panzer nicht.
noch ein demokratisch gewählter Führer (ob er nun bei der Wahl betrogen hat oder nicht) und seine Amtseinsetzung hatte auch keinesfalls den Ruch des willfährigen Vasallen der durch die faktischen Oberherren vollzogen wurde.
Aber seien Sie versichert, wenn Herr Karsai einmal NICHT mehr der willfährige Vasall der faktischen Oberherren (also der USA) sein will, dann wird man Gründe finden warum er keinesfalls der demokratisch gewählte Führer ist und es wird sich ein Anderer finden.
Ach ja, der Rückzugsraum der islamistischen Terroristen, der ist seit ca. 2003 zerstört, da braucht es den Krieg in Afghanistan nicht für.
Aber der Ursprungsort der IDEEN der islamistischen Terroristen, der bleibt natürlich unangetastet, denn das Königshaus Saudi Arabiens ist ein SEHR treuer Vasall, den die Wissen, ohne die USA sind sie sehr bald sehr Tot. Das dieses Königshaus seit jeher einen Pakt mit den Wahhabiten http://de.wikipedia.org/w... hat, die den islamischen Fundamentalismus mit Wort und VIEL Geld über die Welt bringen, das stört niemanden, den die USA benötigen ÖL, sonst fliegen ihre Flugzeuge nicht, sonst fahren ihre Panzer nicht.
Es ist ja nett, wenn wir am Hindukusch unsere Ambitionen auf einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat verteidigen wollen. Jetzt langt es aber. Die Bundeswehr schafft es immer weniger, sich herauszuhalten, und unter Federführung der Amerikaner wird das sowieso nichts. Und wer nun noch überrascht ist, daß zwischen Karsai und seinen Warlords und den Taliban nur graduelle Unterschiede bestehen, dem ist nicht mehr zu helfen.
noch ein demokratisch gewählter Führer (ob er nun bei der Wahl betrogen hat oder nicht) und seine Amtseinsetzung hatte auch keinesfalls den Ruch des willfährigen Vasallen der durch die faktischen Oberherren vollzogen wurde.
Aber seien Sie versichert, wenn Herr Karsai einmal NICHT mehr der willfährige Vasall der faktischen Oberherren (also der USA) sein will, dann wird man Gründe finden warum er keinesfalls der demokratisch gewählte Führer ist und es wird sich ein Anderer finden.
Ach ja, der Rückzugsraum der islamistischen Terroristen, der ist seit ca. 2003 zerstört, da braucht es den Krieg in Afghanistan nicht für.
Aber der Ursprungsort der IDEEN der islamistischen Terroristen, der bleibt natürlich unangetastet, denn das Königshaus Saudi Arabiens ist ein SEHR treuer Vasall, den die Wissen, ohne die USA sind sie sehr bald sehr Tot. Das dieses Königshaus seit jeher einen Pakt mit den Wahhabiten http://de.wikipedia.org/w... hat, die den islamischen Fundamentalismus mit Wort und VIEL Geld über die Welt bringen, das stört niemanden, den die USA benötigen ÖL, sonst fliegen ihre Flugzeuge nicht, sonst fahren ihre Panzer nicht.
Wer Karsai verstehen will sollte sich mal anschauen, wo Karsai gewählt wurde und auf welche Wähler er Rücksicht nehmen muss:
http://graphics8.nytimes....
Gerade im Süden sind die Taliban besonders aktiv. Ein guter Teil von Karsais Stimmen kommt aus Gebieten unter der Kontrolle der Taliban. Wenn Karsai die Interessen dieser Wähler vertritt muss er gegen Militäraktionen in diesen Gebieten sein. Da er ohne das Militär und Geld der Koalition nicht weiter regieren kann, versucht er wohl in beide Richtungen Politik zu machen.
http://www.longwarjournal...
Welchen platz nehmen eigentlich die Stammesfürsten in einer Demokratie ein? Das afghanische Volk möchte anscheinend keine Demokratie, ihre Stammesfürsten möchte sie haben – sie soll´n sie bekommen.
So schnell wie möglich raus aus diesem land. Mal sehen wie lange Karsai sich dann noch an der „Macht“ hält…
"Welchen platz nehmen eigentlich die Stammesfürsten in einer Demokratie ein?"
Nennen Sie es einfach "Senat" oder "Oberhaus"!
"Welchen platz nehmen eigentlich die Stammesfürsten in einer Demokratie ein?"
Nennen Sie es einfach "Senat" oder "Oberhaus"!
...oder gar aktiv gegen Operationen der USA angehen, dann wird es richtig interessant. Denn dann haben die Koalitionstruppen ein echtes Legitimierungsproblem, denn die Rechtliche Grundlage ihres Einsatzes ist die Autorisierung durch die Regierung Karsai, der sie bei der Bekämpfung eines Aufstandes gegen diese rechtmäßige Regierung helfen. So ist die völkerrechtliche Argumentation.
Ich bin dann gespannt auf die lustigen Kapriolen, die unsere Politiker und ihre Propagandasend..., ähh die öffentlich rechtlichen Sender anstellen werden, um uns klar zu machen das zwar die letzten neun Jahre Karsai so legitimiert herrschte, das er uns dort das Kriegführen erlauben konnte, das er aber jetzt plötzlich so delegitimiert ist, das er uns das Kriegführen nicht plötzlich verbieten kann.
... hat einen Abzugstermin zuzüglich eines Rüffels von Obama und regiert legitimiert durch ein hingeschöntes Wahlergebnis.
Langsam Zeit für ihn, seine Machtbasis etwas zu verbreitern.
Die "Stammesfürsten", die man sich in ihrer Mehrzahl wohl als Dorfälteste und Herrscher über ein paar Quadratkilometer Weideland vorstellen muss, sind dafür seine natürlichen Ansprechpartner.
Wobei es fraglich ist, ob sie diese Ansprache erfreut.
Karsai setzt sie unter Druck, sich entweder anzuschliessen oder sich gegen ihn zu erklären. Karsai kann dabei nur gewinnen, da sich seine Gegner identifizieren müssen.
Auch wenn das den Amerikanern jetzt nicht passt, so haben sie es sich doch selbst zuzuschreiben - wer auf Entscheidung drängt, muss mit ihr leben.
Tagesschau: Verteidigungsminister zu Guttenberg sprach während der Pressekonferenz in Bonn auch den afghanischen Familien sein Mitgefühl aus, deren Angehörige irrtümlich durch Beschuss der Bundeswehr getötet worden waren. Der Vorfall werde jetzt intensiv untersucht, berichtete der Minister. Er nannte es "ausgesprochen ärgerlich, wenn so etwas passiert".
ÄRGERLICH ???? Sehr mitfühlend,Herr Minister!
Und Krieg herrscht umgangssprachlich??
Danke für diesen Klartext,Herr Minister!
Darauf wären wir NIE gekommen,dass Krieg herrscht
in diesem Land, das uns nichts getan hat.
Es sollen auch Bomben in diesem Land gefallen
und schwangere Frauen getötet worden sein,
damit unsere amerikanischen Freunde einen Fuss
(Militärbasis)ins ressourcenreiche Zentralasien und die kaspische Region bekommen.Ja, das war mal wieder
sehr hinterhältig,feige und perfide von den Taliban.
Wie gut dass wir immer mit Anstand und Benimm Krieg
führen und Menschen mit höflichen Bomben oder im friendly fire töten.Und gut,dass die Warlords und Drogenfürsten
der Nordallianz so anständige Menschen sind.
Vielleicht sollten wir aufhören diesen Leuten Geld hinterher zu schmeissen, nachdem wir sie bereits in den 90ern hofiert haben um unsere Pipelinepläne zu verwirklichen.
http://www.guardian.co.uk...
http://www.newint.org/fea...
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