Kirgistan Ex-Staatschef wegen Mordes angeklagt
Die kirgisische Übergangsregierung will Ex-Staatschef Bakiejew den Prozess machen. Sie verlangt seine Auslieferung aus Weißrussland.
Die kirgisische Übergangsregierung hat den gestürzten Staatschef Kurmanbek Bakijew wegen mehrfachen Mordes angeklagt und von Weißrussland seine Auslieferung gefordert. Bakijew sei überdies wegen Machtmissbrauchs angeklagt worden, erklärte Vize-Regierungschef Asimbek Beknasarow am Dienstag in Bischkek. Mit der Anklage gebe es "eine Grundlage für seine Auslieferung", Minsk sei dazu "verpflichtet". Ein Auslieferungsantrag werde bald an die weißrussischen Behörden übermittelt, fügte Beknasarow hinzu.
Bakijew war Anfang April im Zuge gewalttätiger Proteste gegen Korruption und steigende Lebenshaltungskosten gestürzt worden. Bei den Unruhen waren 85 Menschen ums Leben gekommen. Bakijew flüchtete zunächst in den Süden des Landes und fand dann in Weißrussland Zuflucht. Ende Juni soll in Kirgistan eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung stattfinden, für Oktober setzte die Übergangsregierung Parlamentswahlen an.
- Datum 27.04.2010 - 12:34 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
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