Aufstand in Kirgistan Kirgistan sucht die Hilfe Russlands

Die neue Regierung in Kirgistan will den US-Luftwaffenstützpunkt im Land womöglich bald schließen. Der neue wichtige strategische Partner heißt Russland.

In Kirgistan sucht die selbst ernannte Übergangsregierung den Beistand des großen Nachbarn im Norden. Die neuen Machthaber dankten der Regierung in Moskau für deren Rolle beim Sturz von Präsident Kurmanbek Bakijew und erklärten Russland zum wichtigsten strategischen Partner. Moskau hatte die neue Regierung um die bisherige Oppositionsführerin Rosa Otunbajewa im Gegensatz zu den USA umgehend anerkannt. Ministerpräsident Wladimir Putin zufolge hat sein Land die kirgisischen Proteste aber nicht unterstützt.

"Russland hat seine eigene Rolle beim Sturz Bakijews gespielt", sagte dagegen Omurbek Tekebajew, ein Vertreter der Übergangsregierung. Die Freude Russlands über dessen Entmachtung sei offensichtlich gewesen. Die Laufzeit des Pachtvertrags für den US-Luftwaffenstützpunkt Manas werde nun wohl gekürzt. Den Stützpunkt nutzt die Nato zur Sicherung des Nachschubs für Afghanistan.

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Ein hochrangiger Vertreter Russlands deutete an, man werde die neuen Machthaber in Kirgistan auffordern, das Drehkreuz zu schließen. Der gestürzte Bakijew habe dieses Versprechen nicht eingehalten, sagte der Politiker in Prag, wo Russland und die USA nur wenige Stunden zuvor ein neues Abrüstungsabkommen unterzeichnet hatten. "Es sollte nur einen Militärstützpunkt in Kirgistan geben – den Russlands."

Kirgistan ist für den Westen von großem strategischem Interesse. Das Land liegt nördlich von Iran und Afghanistan und soll ein Bollwerk gegen islamische Extremisten bilden. Die USA hatten Manas kurz nach Beginn des Kriegs in Afghanistan 2001 gepachtet. 2009 hatte Bakijew Russland die Schließung zugesagt, nachdem ihm Moskau Milliardenhilfen in Aussicht stellte. Später machte der Präsident jedoch einen Rückzieher und erlaubte den USA zu bleiben – für eine höhere Pacht.

Die neue Regentin Otunbajewa sagte dem russischen Radiosender Echo Moskvy, die wirtschaftliche Lage ihres Landes sei alarmierend. Putin habe bereits gefragt, wie Russland jetzt helfen könne, ihr Stellvertreter Almas Atambajew werde daher nach Moskau fliegen, um die Wünsche zu formulieren. Putin habe bei seinem Angebot zwar nicht von einer konkreten Geldsumme gesprochen.

Leser-Kommentare
    • Aniek
    • 09.04.2010 um 8:42 Uhr

    Was will man dazu noch sagen... Das was durch die Medien hier im Lande ankommt zeigt mir eigentlich nur eine neue Spielplatzeröffnung für Großmächte die sich als Puppenspieler verstehen...

    • muerzz
    • 09.04.2010 um 11:28 Uhr

    Kirgistan ? Dieser Landesname verblüfft mich immer wieder.
    Dort leben ja eigentlich nicht die Kirgen, sondern die Kirgisen. Also: Entweder Kirgisistan oder Kirgisien.

  1. 1. die Opposition hat nicht behauptet, dass der US Stützpunkt geschlossen wird. Sie hat nur gesagt, es gibt ein Paar Fragen, die geklärt werden müssen (z.B. die Amis verstoßen gegen die Gesetze: Ein Mann wurde am Flughafen Manas einfach von einem US Soldaten erschossen)2. Es reicht, Russland in den Dreck zu ziehen. Wir suchen selber uns Partner, wenn die Russen uns helfen wollen, warum nicht. Tekebaev der Oppositionelle hat nicht gesagt: Russland hat auch ´ne Rolle gespielt.(damit meint er, dass Russland die Übergangsregierung anerkannt hat. Die Europäer warten natürlich auf Amis. Wenn sie anerkennen, dann die EU). 3. Objektiver schätzen die Lage bitte! Das einfache Volk wollte, dass der noch amtierende Präsident zurücktritt. Wie lange kann man alles ertragen, wenn es nur Präsidentenfamilie gut geht.

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