Umsturz in Zentralasien USA akzeptieren neue Führung in Kirgistan

Die USA haben die kirgisische Übergangsregierung anerkannt. Der gestürzte Präsident Bakijew lehnt seinen Rücktritt jedoch weiterhin ab. Er fordert Hilfe der UN an.

Trauer in Bischkek: die Chefin der kirgisischen Übergangsregierung Rosa Otunbajewa während des Staatsbegräbnisses für die Opfer des Aufstandes

Trauer in Bischkek: die Chefin der kirgisischen Übergangsregierung Rosa Otunbajewa während des Staatsbegräbnisses für die Opfer des Aufstandes

Die neue Führung Kirgistans ist nun auch in den USA auf Wohlwollen gestoßen: "Wir arbeiten mit der Übergangsregierung zusammen", teilte US-Botschafterin Tatiana Gfoeller in Bischkek mit. Washington unterstütze das kirgisische Volk auf dem Weg in die Demokratie politisch und wirtschaftlich. Dazu plane man ein Treffen mit der neuen Führung.

Außenministerin Hillary Clinton habe zudem mit der designierten kirgisischen Regierungschefin Rosa Otunbajewa telefonisch humanitäre Hilfslieferungen vereinbart, hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite der US-Botschaft. Auf der Luftwaffenbasis in Manas bei Bischkek seien unter anderem Medikamente für die Verletzten des Aufstandes übergeben worden.

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Am Mittwoch hatten Regierungsgegner gewaltsam einen Umsturz in Kirgistan erzwungen. Während der Unruhen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften in der Hauptstadt Bischkek kamen jüngsten Angaben zufolge 81 Menschen ums Leben. Von den mehr als 1600 Verletzten befand sich am Wochenende noch etwa ein Drittel im Krankenhaus.

Entgegen ersten Vermutungen sicherte Otunbajewa Clinton zu, dass die USA die Basis in Manas auch künftig für die Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan nutzen dürften. Der Flughafen spielt in der Logistik des US-Militärs eine zentrale Rolle für den Transport von Truppen und Ausrüstung an den Hindukusch. Einem Sprecher des Zentralkommandos in Florida zufolge werden die Flüge momentan über Kuwait abgewickelt. Wie es weitergehe, hänge von der Entwicklung in Kirgistan ab. Trotz der Umleitung soll der Nachschub jedoch voll gewährleistet sein.

Unterdessen verhärteten sich die Fronten zwischen der neuen kirgisischen Führung und dem gestürzten autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew: Sollte der bisherige Staatschef versuchen, die Situation zu "destabilisieren", sei die Interimsregierung "bereit, Gewalt anzuwenden", sagte deren Vizechef Omurbek Tekebajew im Rundfunk. "Bakijew muss zurücktreten und diese Entscheidung dem Volk mitteilen."

Der 60-jährige Staatschef war vor der Gewalt in seine Heimatstadt Dschalal-Abad im Süden des Landes geflohen. Ein Vertreter der Interimsregierung sagte, "Spezialkräfte" seien in die Region geschickt worden, um eine Flucht Bakijews und seiner Familie zu verhindern. Sollten Bakijew und seine Gefolgschaft Widerstand leisten, würden sie "zerstört".

Der gestürzte Präsident lehnte einen offiziellen Rücktritt weiterhin ab und erwiderte stattdessen die Drohungen aus Bischkek: Bei dem Versuch, ihn zu töten, würde das Land "in Blut ertrinken", sagte er. Er sei zu Gesprächen mit der selbst ernannten Regierung bereit, erkenne sie jedoch nicht als legitim an. Bakijew bat die Uno um die Entsendung von Soldaten, um die Ordnung im Land aufrechtzuerhalten. "Die Polizei ist gelähmt. Das Verteidigungsministerium ebenfalls", sagte er der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. "Deshalb müssen UN-Blauhelmsoldaten nach Kirgistan kommen." 

Allerdings hat sich die Lage in dem zentralasiatischen Land am Wochenende weiter stabilisiert, nachdem internationale Organisationen wie die UN und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Beobachter in das Land an der Grenze zu China geschickt hatten.

 
Leser-Kommentare
  1. das ist aber nett vom usaland, dass sie die übergangsregierung akzeptieren.

    schön auch, dass die usas den weg dieser leute in die demokratie so engagiert unterstützen, ich freue mich total für das kirgisische volk, dass die so tolle freunde haben, und bin heimlich auch echt dankbar.

    bestimmt freut sich das kirgisische volk auch sehr darüber, dass die pacht für den militärflughafen nun in den händen eines anderen korrupten clans versickert!

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    • BISI
    • 11.04.2010 um 23:56 Uhr

    Jeder Zuwachs an Domokratie beding, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden ist, eine Kooperation mit den USA. Schließlich waren die Amerikaner auch die Geburtshelfer einer Demokratie in Deutschland, [...]

    Achten Sie bitte auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/sh

    • BISI
    • 11.04.2010 um 23:56 Uhr

    Jeder Zuwachs an Domokratie beding, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden ist, eine Kooperation mit den USA. Schließlich waren die Amerikaner auch die Geburtshelfer einer Demokratie in Deutschland, [...]

    Achten Sie bitte auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/sh

    • BISI
    • 11.04.2010 um 23:56 Uhr

    Jeder Zuwachs an Domokratie beding, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden ist, eine Kooperation mit den USA. Schließlich waren die Amerikaner auch die Geburtshelfer einer Demokratie in Deutschland, [...]

    Achten Sie bitte auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/sh

    Antwort auf "wie freundlich!"
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    Das Beispiel Nepal zeigt, dass eine Kooperation mit den USA keine notwendige Bedingung ist, das Beispiel Georgien zeigt, dass eine Kooperation mit den USA keine hinreichende Bedingung ist.

    Das Beispiel Nepal zeigt, dass eine Kooperation mit den USA keine notwendige Bedingung ist, das Beispiel Georgien zeigt, dass eine Kooperation mit den USA keine hinreichende Bedingung ist.

  2. Das Beispiel Nepal zeigt, dass eine Kooperation mit den USA keine notwendige Bedingung ist, das Beispiel Georgien zeigt, dass eine Kooperation mit den USA keine hinreichende Bedingung ist.

    Antwort auf "...wie töricht!"

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