Meinungsforschung Bleibt es bei einer Amtszeit Obamas?

US-Präsident Barack Obama kann einen Sieg in der Innen- und Erfolg in der Außenpolitik vorweisen. Dennoch sinken seine Zustimmungswerte weiter. Von Josef Joffe

Trotz der jüngsten politischen Erfolge sinken die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama

Trotz der jüngsten politischen Erfolge sinken die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama

Erst die Gesundheitsreform, dann das Abrüstungsabkommen New Start: Man würde annehmen, dass Barack Obama nach einem unglaublichen Sieg zu Hause und einem hübschen Erfolg in der Außenpolitik deutlich in der Gunst des Volkes steigen würde. Die Überraschung: Seine Zustimmungswerte sind im März weiter gefallen.

Daraus darf man schließen, erstens, dass außenpolitische Erfolge zu Hause längst nicht so viel bringen, wie demokratische Politiker glauben. Sie könnten demnach ruhig auf diese oder jene Reise und so manchen Gipfel verzichten.

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Zweitens: Selbst der Triumph in einer sehr schwierigen und ungewissen Schlacht daheim – wie in dieser hart umkämpften Gesundheitsreform – rüttelt nicht an den großen Trends. Die Grafik zeigt, dass Obamas Zustimmung im März sogar leicht gefallen ist. Das heißt: Die Gesundheitsreform bleibt unpopulär. Das lässt sich auch beweisen. Eine Woche nach der Verabschiedung haben 54 Prozent der Wähler zu Protokoll gegeben: Das Gesetz muss abgeschafft werden.

Grundsätzlich zeigt der dauerhafte Abwärtstrend, wie gefährlich es für einen Wahlkämpfer sein kann, die eigene Person zur Projektionsfläche zu machen, also als weltlicher Messias aufzutreten, der alle Hoffnungen der Wähler auf sich vereint. Logischerweise wird er diese in der realen Welt der Politik, wo es um harte Macht und miese Kompromisse geht, enttäuschen. Folglich der Abwärtstrend.

Positive Bewertung des Präsidenten (Monatsdurchschnitt). Befragt wurden 15.000 potenzielle Wähler (plus/minus 1 Prozent)

Positive Bewertung des Präsidenten (Monatsdurchschnitt). Befragt wurden 15.000 potenzielle Wähler (plus/minus 1 Prozent)

Der lässt sich auch an anderer Stelle bemessen, nämlich in der amerikanischen Version der "Sonntagsfrage": Welcher Partei im Kongress neigen Sie zu? Bekanntlich lagen die Republikaner am Ende der Ära Bush am Boden; in beiden Häusern halten die Demokraten heute eine satte Mehrheit.

Leser-Kommentare
  1. Solange die wirtschaftliche Lage in den USA nicht besser wird, wird Obamas Beliebtheit weiter sinken. So einfach ist das.

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    Obamas Zustimmungswerte sind seit der Verabschiedung der Gesundheitsreform angestiegen, nicht gesunken. Natürlich stellt diese Tatsache den ganzen Artikel in Frage.

    "It's THE economy, stupid".

    In den US, wie ueberall, ist es so. Das wird sich nie aendern. (Sogar in Deutschland haette der fleissige Adolf ohne Hjamar Schacht es ueber die dreissiger Jahre nicht hinaus gebracht.)

    Deshalb ist es so sehr wichtig, die Politiker machen es richtig.

    Bis jetzt sind das die Chinesen und nur die Chinesen. Wenn Sie es so weiter machen werden, dann werden sie die Welt retten, wie die Amerikaner und ihre "robber barons" vor 100 Jahren.

    Mit Hilfe aus New Dheli (nicht Suedamerika, sondern vielleicht Mexico).

    Das waere schoen fuer alle, und man muesste bereit stehen, dankbar zu sein.

    Jedoch, sollte sich China entscheiden, den
    "deutschen Weg" zum Wirtschaftswunder zu laufen: Exportweltmeister zu bleiben, dann wird vieles falsch gehen mit schweren Konsequenzen.

    Die Welt braucht keine Hersteller. Sie braucht Verbraucher. (und die Amerikaner ist man ja los. Sie kommen nicht wieder zu dem grossen Antail der Vergangeheit, wo man dort alles verkaufte, das man anderswo nicht absetzen konnte. Oft mit Unterstuetzung des Export Staates, den Steuern deren Buerger!)

    Obamas Zustimmungswerte sind seit der Verabschiedung der Gesundheitsreform angestiegen, nicht gesunken. Natürlich stellt diese Tatsache den ganzen Artikel in Frage.

    "It's THE economy, stupid".

    In den US, wie ueberall, ist es so. Das wird sich nie aendern. (Sogar in Deutschland haette der fleissige Adolf ohne Hjamar Schacht es ueber die dreissiger Jahre nicht hinaus gebracht.)

    Deshalb ist es so sehr wichtig, die Politiker machen es richtig.

    Bis jetzt sind das die Chinesen und nur die Chinesen. Wenn Sie es so weiter machen werden, dann werden sie die Welt retten, wie die Amerikaner und ihre "robber barons" vor 100 Jahren.

    Mit Hilfe aus New Dheli (nicht Suedamerika, sondern vielleicht Mexico).

    Das waere schoen fuer alle, und man muesste bereit stehen, dankbar zu sein.

    Jedoch, sollte sich China entscheiden, den
    "deutschen Weg" zum Wirtschaftswunder zu laufen: Exportweltmeister zu bleiben, dann wird vieles falsch gehen mit schweren Konsequenzen.

    Die Welt braucht keine Hersteller. Sie braucht Verbraucher. (und die Amerikaner ist man ja los. Sie kommen nicht wieder zu dem grossen Antail der Vergangeheit, wo man dort alles verkaufte, das man anderswo nicht absetzen konnte. Oft mit Unterstuetzung des Export Staates, den Steuern deren Buerger!)

    • RobJir
    • 02.04.2010 um 15:54 Uhr

    Sie haben vollkommen Recht! Und lustigerweise wird Obama von einer speziellen Presse (FOX!) auch noch die Schuld für die leeren Kassen in die Schuhe geschoben. Beck, O'Reilly und Limbaugh werden nicht müde zu behaupten, Obama sei für den großen Haushaltsdefizit verantwortlich - wobei die Gesundheitsreform die Hauptschuld treffe.
    Bei 14Mio. Zuschauern (Beck, O'Reilly) und über 20Mio. Zuhörern kann man davon ausgehen, dass eine gute Anzahl an Wählern diesen populistischen Fehlinformationen glauben schenkt. So verbreitet sich halt die negative Stimmungsmache gegen den Präsidenten.

    Wenn Sie sich über die Methoden Glenn Beck's selbst ein Bild machen wollen:
    http://www.youtube.com/wa...

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    Danke für die interessante Info!

    Danke für die interessante Info!

    • Timo K
    • 02.04.2010 um 16:27 Uhr

    Hätte die SED den Trick nur auch gekannt :-)

    Antwort auf "Falsche Prämissen"
  2. Überraschung, Überraschung ... im Heimatland des Turbokapitalismus kommt es nicht besonders gut an, wenn sich ein Präsident für Frieden und eine Krankenversicherung auch für Sozialschwache einsetzt. Na wer hätte das gedacht.
    Und während Obamas Regierung versucht, den Schuldigen für die Wirtschaftskrise Regeln und Pflichten aufzuerlegen, entscheidet ein Gericht, dass von nun an Unternehmen direkt und ohne Limit politisch propgandieren dürfen ... und da wundert sich jemand, das Obamas Werte sinken? Da kann man fast hören, wie sich Joffe die Hände reibt und betet, dass Obama bald Geschichte ist und ein neuer Republikaner endlich endlich wieder einen Krieg anzettelt.

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