Wahl in Österreich Fischer bleibt Bundespräsident

Aus den Präsidentenwahlen in Österreich ist Amtsinhaber Heinz Fischer als eindeutiger Sieger hervorgegangen. Die Wahlbeteiligung war so gering wie noch nie.

Heinz Fischer bleibt für die nächsten sechs Jahre Bundespräsident in Österreich. Der von den Sozialdemokraten unterstützte 71-jährige verteidigte mit rund 79 Prozent der Stimmen wie erwartet klar sein Amt in der Wiener Hofburg.

Die umstrittene Kandidatin Barbara Rosenkranz (51) von der rechten Freiheitlichen Partei Österreich (FPÖ) erreichte 15,6 Prozent und blieb unter ihren Erwartungen. Rosenkranz hatte im Wahlkampf mit ihrer Kritik am sogenannten Verbotsgesetz die Gemüter erhitzt. Dieses Gesetz untersagt die Leugnung des Holocaust und die Bildung von NS-Gruppierungen. Damit werde das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt, erklärte die zehnfache Mutter jüngst und musste sich nach einem Sturm der Entrüstung öffentlich von der Ideologie des Nationalsozialismus distanzieren. Auch dass sie nie deutlich von den politischen Aktivitäten ihres Mannes Abstand nahm, sorgte für Unmut. Horst Jakob Rosenkranz war einst Mitglied der inzwischen verbotenen NPD und gibt die rechtsextreme Zeitung "Fakten" heraus.

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Außenseiter Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ) kam auf 5,4 Prozent. Er war im Wahlkampf mit erzkonservativen Ansichten, unter anderem zur Berufstätigkeit von Frauen, aufgefallen und hatte Homosexualität als "Verirrung" bezeichnet.
 

Die Wahlbeteiligung sank mit 49,2 Prozent auf einen historischen Tiefstand. Bei den Wahlen 2004 lag die Wahlbeteiligung noch bei 71,6 Prozent. Damals gab es im Bundesland Tirol noch eine Wahlpflicht.

Fischer, der als Präsident vor allem repräsentative Aufgaben innehat, war von den Sozialdemokraten unterstützt worden. Die ebenfalls an der Regierung beteiligte konservative ÖVP hatte selbst keinen Kandidaten aufgestellt. Für Kritik sorgte sie, indem sie zur Abgabe eines leeren Stimmzettels aufrief. Der Aufruf wurde weitgehend nicht befolgt. Ersten Auszählungsergebnissen zufolge gab es sieben Prozent ungültige Stimmen.

Der 1938 in Graz geborene Heinz Fischer ist einer der letzten verbliebenen Repräsentanten der Ära des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, der Österreich von 1970 bis 1983 regierte. Er war es auch, der Fischer förderte und unterstützte. Fischer engagierte sich schon kurz nach dem Studium in der SPÖ und wurde 1971 Abgeordneter der Sozialdemokraten, was er bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten 2004 blieb. 1979 wurde der ruhige Politiker mit den dichten Augenbrauen Vizepräsident der SPÖ. Mehrmals war er Parlamentspräsident und in den achtziger Jahren Minister für Wissenschaft und Forschung. Seit jeher ist der verheiratete zweifache Vater außerdem entschiedener Befürworter einer uneingeschränkten Neutralität Österreichs.

Nach seiner ersten Wahl zum Bundespräsidenten, die er gegen die konservative Herausforderin Benita Ferrero-Waldner gewann, trat er aus der SPÖ aus und tritt seitdem als unabhängiger Politiker auf. In Österreich wird der Bundespräsident direkt vom Volk auf sechs Jahre gewählt. Er übernimmt vor allem repräsentative Aufgaben. Regierungschef ist der Bundeskanzler, den er ernennt.
 

 
Leser-Kommentare
  1. wie es die Verträge erlauben, die Österreich unter der Federführung Fischers abgeschlossen hat. Wir sind Mitglied der EU, der Eurozone, wir haben eine Beistandsverpflichtung gegenüber diversen Ländern, die sich wiederum anderweitig verpflichten, und unsere Gesetze werden zu 80 Prozent in Brüssel beschlossen. Was von der uneingeschränkten Neutralität noch über ist, läßt sich kaum mehr in Worten ausdrücken. Ein Fragezeichen und drei Rufzeichen beschreiben unsere Neutralität imho umfassend und fast schon zu detailreich..
    Auf diesem Fragezeichen steht unser Herr Bundespräsident mit der ihm eigenen Geschmeidigkeit und versichert mit aller großväterlichen Würde, er stünde bombenfest auf dem Boden der Neutralität.

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    Auch gut das wir Mitglied in der EU sind. Dem Neutralitätsvertrag kommt man ja in keinsterweise auch innenpolitisch nach.
    Sonst müsste die Armee ganz anders aussehen.

    Zwar ist es richtig, rund 2/3 allen nationalen Rechtes in den EU Staaten wird in Brüssel beschlossen. Aber die Politiker, welche behaupten, sie müssten Umsetzen, was aus Brüssel käme, lügen trotzdem. Es gibt nämlich nicht die omninöse Brüssler Beschlußmaschine, welche diktiert, was die Einzelstaaten dann umzusetzen haben, sondern die Beschlüsse werden stets auch mit den Stimmen der jeweiligen Staaten gefasst. Mit anderen Worten: Die Regierung in Wien hat beschlossen - folglich ist die Regierung in Wien auch verantwortlich.

    Brüssels beschlussmaschine existiert mit einer geringere Wahrscheinlichkeit, als der Weihnachtsmann.

    Auch gut das wir Mitglied in der EU sind. Dem Neutralitätsvertrag kommt man ja in keinsterweise auch innenpolitisch nach.
    Sonst müsste die Armee ganz anders aussehen.

    Zwar ist es richtig, rund 2/3 allen nationalen Rechtes in den EU Staaten wird in Brüssel beschlossen. Aber die Politiker, welche behaupten, sie müssten Umsetzen, was aus Brüssel käme, lügen trotzdem. Es gibt nämlich nicht die omninöse Brüssler Beschlußmaschine, welche diktiert, was die Einzelstaaten dann umzusetzen haben, sondern die Beschlüsse werden stets auch mit den Stimmen der jeweiligen Staaten gefasst. Mit anderen Worten: Die Regierung in Wien hat beschlossen - folglich ist die Regierung in Wien auch verantwortlich.

    Brüssels beschlussmaschine existiert mit einer geringere Wahrscheinlichkeit, als der Weihnachtsmann.

  2. Auch gut das wir Mitglied in der EU sind. Dem Neutralitätsvertrag kommt man ja in keinsterweise auch innenpolitisch nach.
    Sonst müsste die Armee ganz anders aussehen.

  3. Zwar ist es richtig, rund 2/3 allen nationalen Rechtes in den EU Staaten wird in Brüssel beschlossen. Aber die Politiker, welche behaupten, sie müssten Umsetzen, was aus Brüssel käme, lügen trotzdem. Es gibt nämlich nicht die omninöse Brüssler Beschlußmaschine, welche diktiert, was die Einzelstaaten dann umzusetzen haben, sondern die Beschlüsse werden stets auch mit den Stimmen der jeweiligen Staaten gefasst. Mit anderen Worten: Die Regierung in Wien hat beschlossen - folglich ist die Regierung in Wien auch verantwortlich.

    Brüssels beschlussmaschine existiert mit einer geringere Wahrscheinlichkeit, als der Weihnachtsmann.

    • agnost
    • 25.04.2010 um 22:26 Uhr

    Der dritte Artikel den ich jetzt über die Wahl in Österreich lese hat schon wieder irgendwie einen roten "Beigeschmack". Bitte diesen Missstand zu beheben.

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    ..über Herrn Dr. Fischer muß selbst bei neutraler Betrachtung eine sehr rote Aura haben.

    Zur Wahl standen drei Extreme: extrem links, extrem rechts, extrem kirchlich-konservativ.

    Warum gehen die Menschen wohl nicht mehr zu einer solchen Wahl!

    ..über Herrn Dr. Fischer muß selbst bei neutraler Betrachtung eine sehr rote Aura haben.

    Zur Wahl standen drei Extreme: extrem links, extrem rechts, extrem kirchlich-konservativ.

    Warum gehen die Menschen wohl nicht mehr zu einer solchen Wahl!

  4. ..über Herrn Dr. Fischer muß selbst bei neutraler Betrachtung eine sehr rote Aura haben.

    Zur Wahl standen drei Extreme: extrem links, extrem rechts, extrem kirchlich-konservativ.

    Warum gehen die Menschen wohl nicht mehr zu einer solchen Wahl!

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