Machtfrage Suche nach einem Nachfolger für Lech Kaczynski

Während Polen trauert, kündigt der Parlamentschef Bronislaw Komorowski Neuwahlen an. Er selbst will kandidieren. Spätestens Ende Juni soll ein Nachfolger für Kaczynski gefunden sein.

Ein Paar trauert vor dem Präsidentenpalast um den verunglückten polnischen Staatschef

Ein Paar trauert vor dem Präsidentenpalast um den verunglückten polnischen Staatschef

In Polen trauern Tausende um ihren bei einem Flugzeugabsturz in Russland getöteten Präsidenten Lech Kaczynski. Bis zum Samstagabend versammelten sich die Menschen vor dessen Amtssitz in Warschau. Vor dem Präsidentenpalast leuchteten tausende Grablichter, Blumen wurden niedergelegt. Die Menschen beteten und sangen patriotische sowie religiöse Lieder.

Auch zu einer Messe in der Warschauer Militärkirche strömten tausende Menschen – der Gottesdienst wurde auf Leinwänden übertragen, da die Kirche nicht alle Besucher fassen konnte. Im Warschauer Dom sagte Erzbischof Kazimierz Nycz, der tragische Flugzeugabsturz habe ganz Polen verletzt. Die Tragödie solle aber zur Einheit der Nation beitragen. 

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Fünf Jahre stand er an Polens Spitze. Jetzt kam der Lech Kaczynski bei einem Flugzeugabsturz ums Leben

Während die Menschen trauern, berät die Regierung über die Nachfolge Kaczynskis. Bis spätestens 20. Juni soll der neue Präsident gewählt werden. Ursprünglich sollten die Wahlen im Herbst stattfinden. Der polnische Parlamentschef Bronislaw Komorowski, der gemäß der Verfassung bis zur Neuwahl die Geschäfte des tödlich verunglückten Staatsoberhauptes übernommen hat, kündigte an, er werde innerhalb von 14 Tagen über den Wahltermin entscheiden.

Der Urnengang muss dann an einem Sonntag innerhalb von 60 Tagen nach dieser Entscheidung stattfinden. Komorowski wird nach derzeitigem Stand selbst bei der Präsidentenwahl antreten. Er war bereits Ende März von der liberalen Regierungspartei Bürgerplattform PO zu ihrem Kandidaten ernannt worden.

Die Regierung in Warschau ordnete eine einwöchige Staatstrauer an. Mit zwei Schweigeminuten will das Land der Opfer gedenken, das Kabinett beraumte eine Sondersitzung an. Ministerpräsident Donald Tusk sagte seine Teilnahme am Gipfel für nukleare Sicherheit in Washington ab. "Die moderne Welt hat noch nie eine solche Tragödie erlebt", sagte er, bevor er ins westrussische Smolensk aufbrach. Dort war das Flugzeug mit dem Präsidenten und einer ranghohen Delegation an Bord am Samstagmorgen abgestürzt.

Unter den Toten ist auch Kaczynskis Frau. Auch Vize-Parlamentschef Jerzy Szmajdzinski, Vize-Außenminister Andrzej Kremer, der Chef des Generalstabs, Franciszek Gagor, und mehrere Parlamentarier kamen bei dem Absturz ums Leben. Insgesamt befanden sich 97 Passagiere in der Unglücksmaschine. Die meisten wurden inzwischen in die Gerichtsmedizin nach Moskau gebracht. Den Leichnam von Polens Staatschef hatte bereits dessen Zwillingsbruder Jaroslaw Kaczynski am Vorabend bei einem Besuch in Smolensk in Augenschein genommen.

Der Tod Kaczynskis und zahlreicher weiterer Spitzenpolitiker löste international große Bestürzung aus. Russlands Präsident Dmitri Medwedew kondolierte dem polnischen Volk ebenso wie US-Präsident Barack Obama. Auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel schickten Beileidsschreiben. Papst Benedikt XVI. äußerte seinen "tiefen Schmerz".

An der Unglücksstelle bei Smolensk gedachten die Regierungschefs von Polen und Russland, Donald Tusk und Wladimir Putin, am Samstagabend gemeinsam den Todesopfern. Putin versicherte Tusk seine Unterstützung bei der raschen Aufklärung des Unglücks.

 
Leser-Kommentare
    • sudek
    • 11.04.2010 um 10:37 Uhr

    Wo ist die Versöhnungsspezialistin denn mit ihrer Stimme?
    Hat sie irgendwo schriftlich oder mündlich ihre Trauer gezeigt?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Steinbach

    Wo ist die Versöhnungsspezialistin denn mit ihrer Stimme?
    Hat sie irgendwo schriftlich oder mündlich ihre Trauer gezeigt?"
    --------------------------------------------------------

    Weshalb sollte sie trauern ?

    Hätte Lech Kaczynski getrauert, insbesondere öffentlich, wenn Frau Steinbach aus welchen Gründen auch immer verschieden wäre ?

    Sicher nicht, und Sie hätten das auch nicht von ihm erwartet !

    "Steinbach

    Wo ist die Versöhnungsspezialistin denn mit ihrer Stimme?
    Hat sie irgendwo schriftlich oder mündlich ihre Trauer gezeigt?"
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    Weshalb sollte sie trauern ?

    Hätte Lech Kaczynski getrauert, insbesondere öffentlich, wenn Frau Steinbach aus welchen Gründen auch immer verschieden wäre ?

    Sicher nicht, und Sie hätten das auch nicht von ihm erwartet !

    • Tinu2
    • 11.04.2010 um 11:31 Uhr

    Ich denke da kaum an eine Verschwörungstheorie - sondern eher an das Problem, dass der Flieger wohl landen MUSSTE - schliesslich hatte man ja prominente Leute an Bord und am Boden warteten nicht weniger prominente. Einen Ausweichflughafen anzufliegen kam also schon darum nicht in Frage. Doch die Bedingungen waren total schlecht - 500m Sicht und kein ILS - "normale" Piloten machen sowas nicht - der 4. Versuch zum Anflug scheiterte...

    Get-there-itis: Die Krankheit, unter allen Umständen zu landen und alle fliegerischen, meteorologischen und sicherheitsrelevanten Aspekte ausblenden. Das kann nicht gut gehen.

  1. "Steinbach

    Wo ist die Versöhnungsspezialistin denn mit ihrer Stimme?
    Hat sie irgendwo schriftlich oder mündlich ihre Trauer gezeigt?"
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    Weshalb sollte sie trauern ?

    Hätte Lech Kaczynski getrauert, insbesondere öffentlich, wenn Frau Steinbach aus welchen Gründen auch immer verschieden wäre ?

    Sicher nicht, und Sie hätten das auch nicht von ihm erwartet !

    Antwort auf "Steinbach"
    • khasar
    • 11.04.2010 um 19:39 Uhr

    hoffe das der nächste polinische präsident kein radikal katholik sein wird.

    und auch das er nichts gegen homosexuelle und kommunisten hat.

    natürlich sollte er auch versuchen mit seine nachbarn wie deutschland und russland gut klar zukommen, ohne den ewig unterdrückten zu spielen.

    und ich hoffe auch das er vorher nicht für die solidarnosk gearbeitet hat.

    also ein demokratischer präsident der nicht rechtsaussen steht und kein fundamentalist ist.

    aber das wird in polen schwierig sein.

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