Überführung Kaczynskis Sarg in Warschau eingetroffen
Mit militärischen Ehren ist der Sarg des verunglückten Staatschefs in der Hauptstadt empfangen worden. Das Land hält inne, blickt aber bereits in die Zukunft.
Auch am Tag nach der Katastrophe von Smolensk befindet sich Polen über alle Lager hinweg in tiefer Trauer: Das Land stand am Mittag für zwei Minuten still, um seines verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski sowie den weiteren 96 Todesopfern des Flugzeugabsturzes zu gedenken. Tausende versammelten sich vor dem Präsidentenpalast in Warschau. Aus der ganzen Welt trafen Beileidsbekundungen ein.
Der Sarg mit Kaczynskis Leichnam traf am Nachmittag an Bord eines Militärflugzeugs in der polnischen Haupstadt ein. Der amtierende Staatschef Bronislaw Komorowski, Ministerpräsident Donald Tusk, Kazcynskis Zwillingsbruder Jaroslaw und andere Politiker waren zum Flughafen gekommen, um dem Toten die Ehre zu erweisen. Der mit einer rot-weißen Nationalflagge geschmückte Sarg sollte nach einer kurzen Zeremonie in den Präsidentenpalast gefahren werden, wo der Präsident öffentlich aufgebahrt wird. Tausende Menschen säumten bereits die Straßen dorthin.
Kaczynskis Leichnam wurde aus dem westrussischen Smolensk eingeflogen, wo am Samstag eine Tupolew TU-154 mit dem Präsidenten und seiner Frau an Bord abgestürzt war. Im Beisein von Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin wurde der Sarg in ein Flugzeug geladen. Putin und der polnische Botschafter in Russland, Jerzy Bahr, legten rote Rosen vor dem Sarg nieder, der auf dem Flughafen kurzzeitig aufgebahrt war. Ein Militärorchester spielte die polnische und die russische Nationalhymne.
In Polen heulten um 12.00 Uhr überall Sirenen auf. Die Menschen blieben auf der Straße stehen, mitten im Verkehr stoppten Autos. Vor dem Parlament in Warschau würdigte Ministerpräsident Donald Tusk seinen früheren politischen Widersacher mit einem Kniefall. Die polnische Regierung verhängte eine einwöchige Staatstrauer.
© dpa

Fünf Jahre stand er an Polens Spitze. Jetzt kam der Lech Kaczynski bei einem Flugzeugabsturz ums Leben
Schon in der Nacht war der Platz vor dem Präsidentenpalast ein Ort der Besinnung für die Menschen. Viele beteten, sangen patriotische Lieder, weinten oder umarmten sich spontan und machten sich gegenseitig Mut. Auch zahlreiche junge Leute, die nicht unbedingt zur Wählerschaft des nationalkonservativen Präsidenten zählten, zeigten Betroffenheit. Er habe Kaczynski zwar nicht gewählt, das sei jetzt aber angesichts dieser Tragödie unwichtig, sagte ein Student. Vor dem Amtssitz des Präsidenten leuchteten Tausende von Grabkerzen. "Lech Kaczynski war ein anständiger Mensch", stand auf einem handgeschriebenen Zettel. Auch ein Foto seiner Frau Maria tauchte zwischen den Kerzen auf. Die 67-jährige "First Lady" war wegen ihres Engagements für Frauenrechte sehr beliebt. Nationalistisch-katholische Priester beschimpften sie deshalb als "Hexe".
Bundespräsident Horst Köhler würdigte Lech Kaczynski als großen Patrioten. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich schockiert über das Unglück. "Ganz Deutschland steht in dieser schweren Stunde in Mitgefühl und Solidarität an Ihrer und der Seite Polens", hieß es in einem Kondolenzschreiben. Auch Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich erschüttert, gar den Tränen nahe. "Präsident Lech Kaczynski war ein großer Verteidiger der Freiheit", sagte Westerwelle während eines Besuchs in Kapstadt. Auch US-Präsident Barack Obama würdigte Kaczynskis Rolle in der polnischen Solidaritäts-Bewegung.
- Datum 11.04.2010 - 17:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Bemerkungen. Die Redaktion/cs
Hätte der Tod vermieden werden können? Wieso
hat der Pilot viermal versucht zu landen?
Jetzt heißt es der Pilot ist schuld. Er hätte Befehlsverweigerung gegenüber der hochrangigen Gesellschaft begehen sollen.Die Angst vor einem Rausschmiss hat das verhindert. Jetztleben alle nicht mehr. Perönlichkeiten zu zeigen.
Trotzallem wir sind alle bestürzt.
Das schickhafte ist dass Smolensk und die ganze Region nicht nur für Katyn bekannt ist sondern auch für die Eroberungskriege Russlands durch die RetschPospolita.
Ist Herr Kaczynski eigentlich unser Staatschef?
So schrecklich das Unglück ist, es reicht jetzt mit dem Anbiedern!!
Oder wird bei uns on top ab morgen auch noch die Staatstrauer ausgerufen?
[Anmerkung: Bitte gehen Sie mit diesem Thema besonders sensibel und vorsichtig um. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
Ihr Kommentar ist äußerst unangemessen, Sie sollten sich schämen!Polens Staatsoberhaupt ist auf tragische Weise ums Leben gekommen, da muß man sich besonders als Deutsche mit dem Nachbarland solidarisieren.
Ihr Kommentar ist äußerst unangemessen, Sie sollten sich schämen!Polens Staatsoberhaupt ist auf tragische Weise ums Leben gekommen, da muß man sich besonders als Deutsche mit dem Nachbarland solidarisieren.
... aber unanständig ist Ihre Bemerkung. Herr Kaczynski war nicht nur President eines EU-Mitgliedstaates, sondern auch ein 1949 in Warschau geborener Pole, der durch die elterlichen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg über das Benehmen deutscher Faschisten, besonders in Warschau, viel wußte und sein Volk liebte. Ihm gebührt die Verehrung nicht nur von Deutschen, sondern von allen Europäern. Der Begräbnistag des Herrn Kaczynski ist in der Tschechei zum Staatstrauertag ernannt. Bitte denken Sie nach.
Ich habe Herrn Kaczynski nicht gewählt, aber so viel Unglück hat alle Leute in Polen erschüttert, auch die politischen Gegner des Präsidenten. Die Trauertage in den Nachbarländern empfinden wir Polen als außerordentlichen Ausdruck der Solidarität mit ganz Polen. Deswegen bin ich über den Inhalt vieler Aussagen hier bestürzt. Als ob nichts geschehen sei?...
Ihr Kommentar ist äußerst unangemessen, Sie sollten sich schämen!Polens Staatsoberhaupt ist auf tragische Weise ums Leben gekommen, da muß man sich besonders als Deutsche mit dem Nachbarland solidarisieren.
Darf man in diesem Deutschland eigentlich nicht mehr seine eigene Meinung vertreten.??
Oder muss ich mir von anderen Menschen vorschreiben lassen,
mich dem Gutmenschen Mainstream anzupassen.
Nochmals.... etwas weniger zu diesem Unglück wäre mehr gewesen!!!!
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