Tod der Elite Polen unter Schock, aber handlungsfähigSeite 2/2

Heute haben die Katynkreuze von Krakau eine neue Bedeutung erhalten. Die Bewohner legen hier Blumen nieder und entzünden Kerzen – für die Opfer von 1940 und 2010. Vom Turm der Marienkirche, von dem aus sonst zu jeder vollen Stunde das Hejnał Mariacki, die Stadthymne Krakaus, erklingt, werden die getragenen Töne eines Requiems gespielt.

Auch 500 Kilometer nördlich von Krakau im einst ostpreussischen Allenstein beherrscht das Gedenken an die Katastrophe die Gemüter. Der evangelische Bischof von Ermland und Masuren, Rudolf Bazanowski, hat am Morgen den Gottesdienst genutzt, um der Trauer seiner kleinen Gemeinde Ausdruck zu verleihen. Die evangelische Kirche in Polen hat ebenso wie die katholische sowie die polnisch-orthodoxe Kirche wichtige Vertreter in der Flugkatastrophe verloren.

Doch heute wird in Polen nicht einzelner Opfer gedacht, sondern das Unglück als Schicksalsschlag für die ganze Nation begriffen. "Ich spreche mit Schmerz und Trauer. Es ist schwer zu fassen, uns ergreift die Nachricht sehr. Es bleibt nur der Trost der Osterbotschaft, dass es möglich ist, den Tod zu überwinden", sagt Bazanowski. Am Nachmittag wird er zusammen mit Vertretern der Stadt und anderer Konfessionen der Katastrophe von Smolensk gedenken.

In Warschau traf am Nachmittag der Sarg mit dem Leichnam von Lech Kaczyński ein. Die sterblichen Überresten seiner Frau wurden noch immer nicht identifiziert. Der Weg des Trauerzugs wird von Hunderttausenden Warschauern gesäumt, die ihrem langjährigen Stadtpräsidenten die letzte Ehre erweisen.

 
Leser-Kommentare
  1. Nach diesem Beitrag offensichtlich Offiziere und Machthaber.

    Was diese machen und zu welchem Zweck, scheint gerade im Angesicht deren Todes auf einmal keine Rolle mehr zu spielen.

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    "Elite" meint hier ganz einfach: hohe Funktionsträger. Ganz gleich, was man von diesen Menschen halten will, sie hatten im polnischen Staat, im Militär und den Kirchen zentrale Funktionen inne und waren nicht zuletzt Repräsentanten ihrer jeweiligen Bereiche.
    Repräsentation ist ja eine der wichtigsten Leitungsaufgaben und wird gern unterschätzt. Wir brauchen und wollen Personen, die nicht nur Leitungsarbeit leisten (auch die wird gern unterschätzt), sondern nach außen als Verkörperung der gesamten Gruppe auftreten, sei es nun ein Kirchsprengel oder die ganze Nation.
    Eben deshalb waren sie alle nach Katyn unterwegs: um Polen zu vertreten, um ihren ermordeten Amtsvorgängern Ehre zu erweisen.
    Ich denke, so verstehen es auch die Polen selbst, die Kaczyński im nächsten Herbst wohl abgewählt hätten.

    "Elite" meint hier ganz einfach: hohe Funktionsträger. Ganz gleich, was man von diesen Menschen halten will, sie hatten im polnischen Staat, im Militär und den Kirchen zentrale Funktionen inne und waren nicht zuletzt Repräsentanten ihrer jeweiligen Bereiche.
    Repräsentation ist ja eine der wichtigsten Leitungsaufgaben und wird gern unterschätzt. Wir brauchen und wollen Personen, die nicht nur Leitungsarbeit leisten (auch die wird gern unterschätzt), sondern nach außen als Verkörperung der gesamten Gruppe auftreten, sei es nun ein Kirchsprengel oder die ganze Nation.
    Eben deshalb waren sie alle nach Katyn unterwegs: um Polen zu vertreten, um ihren ermordeten Amtsvorgängern Ehre zu erweisen.
    Ich denke, so verstehen es auch die Polen selbst, die Kaczyński im nächsten Herbst wohl abgewählt hätten.

  2. ... was bei einem mitteleuropäischen Staat eigentlich niemand wirklich verblüfft, oder?

    • jvz
    • 11.04.2010 um 22:01 Uhr
  3. [Entfernt]

    Unterlassen Sie pietätlose Bemerkungen. Die Redaktion / mh.

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    Man darf diesbezüglich gespannt sein.

    Es wäre absolut tragisch, wenn das der Fall wäre.

    Irgendetwas muss da ja vorgefallen sein. Man muss sich mal vorstellen, dass das der vierte Landeanflug war... Ein Pilot legt auf so eine gefährliche Landung bestimmt keinen Wert.

    Man darf diesbezüglich gespannt sein.

    Es wäre absolut tragisch, wenn das der Fall wäre.

    Irgendetwas muss da ja vorgefallen sein. Man muss sich mal vorstellen, dass das der vierte Landeanflug war... Ein Pilot legt auf so eine gefährliche Landung bestimmt keinen Wert.

  4. Man darf diesbezüglich gespannt sein.

    Es wäre absolut tragisch, wenn das der Fall wäre.

    Irgendetwas muss da ja vorgefallen sein. Man muss sich mal vorstellen, dass das der vierte Landeanflug war... Ein Pilot legt auf so eine gefährliche Landung bestimmt keinen Wert.

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    Das Wort "gespannt sein" könnte unangemessen wirken.

    Das bitte ich zu entschuldigen.

    Das Wort "gespannt sein" könnte unangemessen wirken.

    Das bitte ich zu entschuldigen.

  5. Das Wort "gespannt sein" könnte unangemessen wirken.

    Das bitte ich zu entschuldigen.

    Antwort auf "gespannt"
  6. Der polnische Präsident wollte unbedingt an der Gedenkfeier teilnehmen. Hat er womöglich deshalb die Piloten angewiesen,
    trotz der Warnungen der russischen Fluglotsen einen erneuten Landeanflug zu riskieren ? Wenig wahrscheinlich, dass die Piloten eines Regierungsjets mit dem Präsidenten an Bord so eine Entscheidung allein treffen.

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    • Ypsi
    • 11.04.2010 um 23:05 Uhr

    es gab nur einen Landeanflug

    • Ypsi
    • 11.04.2010 um 23:05 Uhr

    es gab nur einen Landeanflug

    • BenGO
    • 11.04.2010 um 23:01 Uhr

    entheben sich Spekulationen über Schuld.
    Die Charakter polnischer Geschichte weist diesen Zug aus.Dies ist ein Lernprozess, dass dieses Volk über Jahrhunderte erfahren musste.
    Es ist jetzt allerdings auch eine demokratische Herausforderung an diese "junge" Demokratie des Landes, mit diesem Ereignis um zu gehen.
    Ich denke, dass die Verantwortlichen der politischen Lager im Lande dies schaffen werden.

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