Polen Abschied von Lech Kaczyński
Der verunglückte polnische Präsident ist heute beerdigt worden. Nun steht den Polen die Debatte um sein politisches Vermächtnis bevor. Von Carsten Lissmann, Krakau
© Grzegorz Momot/dpa

Wawel-Burg: Die letzte Ruhestätte des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński ist umstritten
In Krakau herrscht am Tag der Beerdigung der Kaczyńskis Aufregung: Vor dem Hauptbahnhof beobachten die Kellner des Restaurants Polonia rauchend die Menschenwolke, die sich über den Platz in Richtung Altstadt bewegt. Eben im Zug aus Warschau hat der Schaffner die Fahrgäste beruhigt. Im Waggon Nummer 6 seien Rettungssanitäter zugestiegen. In der Zeitung wurde ein Kinderpsychologe befragt: "Wie sage ich meinem Vierjährigen die Wahrheit über den Tod des Präsidenten?"
Heute ist der letzte Tag der einwöchigen Staatstrauer. Schon am frühen Morgen brennt die Sonne. Es fällt schwer, sich den Nebel vorzustellen, der am vergangenen Samstag die Tupolew von Lech Kaczynski mit 97 Menschen an Bord verschlang. Der gestrige Tag, die große Trauerfeier in Warschau, galt allen Opfern des Flugzeugunglücks gleichermaßen. Heute dagegen geht es allein um das verstorbene Präsidentenpaar.
Das McDonalds-Restaurant in der Floriańska-Straße hat geschlossen, im dunklen Schaufenster einer Parfumeriekette hängt ein Schild: "Ehre ihrem Angedenken". Nur der Kebabspieß in einer Imbissbude dreht sich ungerührt. Durch die engen Gassen der Altstadt zwängen sich Menschentrauben, eine Solidarność-Delegation aus Danzig trägt goldbestickte Ehrenbanner, eine andere Gruppe schleppt Blumenkränze. Sieben Nonnen rennen mit wehenden Röcken auf den Kontrollpunkt am Ringmarkt zu, sie lachen dabei, doch die Stimmung in der Stadt ist gedrückt.
Die Mauer der Altstadt umschließt keine zwanzig Straßenzüge in ihrer Länge und Breite. Sie bildet den innersten Kreis des Polentums, selbst als die russischen Besatzer 1894 im Herzen Warschaus eine orthodoxe Kathedrale zur Demonstration ihrer Stärke erbauten, war Krakau noch polnisch. So hat das eine junge Frau gestern auf der Straße erzählt. Wer begreifen wolle was dieser Ort für Polen bedeutet, müsse das wissen.
An einer engen Stelle in den Planty, dem Grüngürtel rund um die alte Stadtmauer, verteilen zwei Männer Aufkleber mit dem Signet der polnischen Heimatarmee, die sich im zweiten Weltkrieg gegen die deutschen Faschisten erhob. Wer noch keinen Sticker am Revers hat, bekommt ihn an die Brust gedrückt. Nein sagengilt nicht.
Über die Fresken in der Marienkirche auf dem Marktplatz hat Alfred Döblin 1924 geschrieben: "Schmerz, Jammer ist in der Welt: ein ungeheures, durchleuchtendes Fühlen. Man muß Buntheit, Schönheit herum tun, um es zu ertragen." Unter dieser Buntheit sind nun Lech und Maria Kaczyński aufgebahrt. Nach der heiligen Messe, an der nur die Präsidentenfamilie und die angereisten Staatsgäste teilnehmen dürfen, werden ihre Särge für immer geschlossen.
Draußen stehen mehrere Zehntausend und verfolgen den Gottesdienst auf etlichen Großleinwänden. Doch der gemeinsame Schmerz, den die Menschen hier zeigen, täuscht über den Konflikt hinweg, den das Begräbnis des Ehepaars Kaczyński im Heiligsten der Nation, den Königsgruften unter dem Wawel, ausgelöst hat. Fragt man junge Menschen auf der Straße, sind die meisten dagegen, wenige dafür. Doch beide Gruppen bringen für ihre Haltung das gleiche Argument vor: Auf dem Wawel liegen die, die großes für die Nation vollbracht haben.
Sie führen im Kleinen eine Diskussion, die dem Land jetzt bevorsteht. Die Frage nach dem politischen Vermächtnis von Lech Kaczyński wird den kommenden Wahlkampf um das Amt des Präsidenten bestimmen. War der Präsident ein verbohrter Sturkopf oder ein beharrlicher Vertreter polnischer Interessen? Die Massenmedien haben dieses Thema für die Zeit der Staatstrauer ausgespart. Doch schon während der ganzen Woche regte sich zaghafter Protest im Land. Hier in Krakau riefen einige Hundert "Lech Kaczyński war kein König" und "Der Wawel den Königen, Warschau den Präsidenten".
Meldungen in der Presse, dass auch heute in Krakau demonstriert würde, haben die Behörden beiseite gewischt: "Jede Form des Protests ist illegal, wer es trotzdem tut, muss mit Konsequenzen rechnen", sagte gestern der Sicherheitsbeauftragte der Stadt. Wer zuerst die Idee für das Begräbnis auf dem Wawel hatte, wird man vielleicht nie erfahren. Als der Krakauer Erzbischof die Entscheidung am vorigen Dienstag bekannt gab, sagte er, sie sei auf Wunsch der Familie des Präsidenten gefallen.
- Datum 18.04.2010 - 19:38 Uhr
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In einem Land, das sich über das bissel Witz im "Neues aus der Anstalt" allen ernstes empört zeigt, und wo seit Tagen alle Medien wie gleichgeschaltet wirken? Wo keine ehrliche Debatte über Sinn der Wawel-Beisetzung stattfinden durfte, wo all Inkompetenz und die ewigen Peinlichkeiten Kaczyńskis auf einmal nur noch totgeschwiegen werden? Auf einmal will in Polen keiner mehr zugeben, die Idee der Beisetzung auf dem Wawel stamme von ihm - das muß man sich ja vorstellen: keiner will’s gewesen sein, nicht das Brüderle Jarosław, und auch nicht der Krakauer Kardinal Dziwisz, alle streiten es jetzt vehement ab! Aber es durfte trotzdem nicht dran gerüttelt werden. Was ist denn das jetzt plötzlich? Die staatlichen Vorbereitungen für die baldige Seligsprechung, für ein santo subito? Oder die Vorläufe des Aufbaus einer Zwangsdemokratie im Sinne einer Diktatur der selbsternannten wohlwollenden Besserwisser aus dem nationalkonservativen Lager und dem Klerus? Ist Polen jetzt auf dem Weg in den Absolutismus, wo jede auch nur so sachte Kritik gleich plattgemacht wird mit dem Totschlagsargument "unpatriotisch" und jedem Kritiker gleich Hass unterstellt wird? Die großen Internetforen wie Onet werden offenbar scharf zensiert, eine selbstauferlegte political correctness macht sich breit und schafft so - augenfällig - zugleich die Redefreiheit ab!
Eine Demokratie endet immer da, wo Meinungsfreiheit ausgeschaltet wird - gleichgültig, mit welch hehren Argumenten es geschieht! Wehret den Anfängen...
Auch den in den polnischen Medien? Oder haben Sie nur die Sekundärliteratur der ZEIT herangezogen? Dann wüssten Sie nämlich dass die Medien selber festgelegt haben, solche Dinge bis nach den Trauerfeiern ruhen zu lassen. Hat etwas mit Respekt zu tun, was für deutsche natürlich schwer nachvollziehbar ist. Hier wäre das unmöglich - da würde die Blöd-Zeitung Hetze bis zum geht nicht mehr betreiben. Das ist z.B. einer der großen Unterschiede zwischen der deutschen und der polnischen Mentalität...
Auch den in den polnischen Medien? Oder haben Sie nur die Sekundärliteratur der ZEIT herangezogen? Dann wüssten Sie nämlich dass die Medien selber festgelegt haben, solche Dinge bis nach den Trauerfeiern ruhen zu lassen. Hat etwas mit Respekt zu tun, was für deutsche natürlich schwer nachvollziehbar ist. Hier wäre das unmöglich - da würde die Blöd-Zeitung Hetze bis zum geht nicht mehr betreiben. Das ist z.B. einer der großen Unterschiede zwischen der deutschen und der polnischen Mentalität...
Die Polen sind zwar unsere Nachbarn, aber für die Meisten von uns unendlich weit fern. Polen ist eine europäische Kulturnation, doch dort geschehen Dinge, die können wir einfach nicht verstehen. Der überbordende Katholizismus, als hätte die Aufklärung um dieses Land einen Bogen gemacht. Ein Patriotismus, der schon Nationalrausch genannt werden kann. Da werden bei einem Flugzeugunglück nahzu 100 der wichtigsten Personen des polnischen Staates getötet, aber eigentlich beweint Polen nur einen einzigen Mann; und seine Ehefrau. Was, so frage ich mich, so fragen sich Tausende, was hat eigentlich Lech Kaczynski in den wenigen Tagen seiner Amtszeit für sein Varterland getan ? Außer an Europa, an seinen Nachbarn und an einer Ostseepipiline rumzustänkern recht wenig. Und dafür ruht er jetzt im Wawel. Und seine Ehefrau auch ! Das verstehe, wer will. Und da wirft sich doch gleich eine andere Frage auf: Was geschieht eigentlich in Deutschland, wenn bei einem Unfall Herr und Frau Köhler sterben ? Unser Bundespräsident kommt dann in die Hohenzollerngruft, oder ? Und seine Ehefrau auch ? Nein, bei aller Kritik, da sind die Deutschen doch etwas normaler als seine Nachbarn im Osten. Stalin hat man ja wieder aus dem Mausoleum rausgeholt, weil man viele Jahre später erkannt hatte, daß dort nicht sein Platz ist. Und was macht man mit Lech Kaczinski in zehn Jahren ?
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Leute Urteile über Verhältnisse in anderen Ländern anmassen können, die gerade einmal mit Mühe das betreffende Land auf der Landkarte finden. Wer von Polen nichts weiss, sollte sich mit Pauschalurteilen über "die Polen" sehr zurückhalten, um es einmal ganz diplomatisch zu formulieren. Es sollte eigentlich durch die Berichterstattung hierzulande bekannt sein, dass es in Polen eine sehr heftige Diskussion über die historische Rolle des gestorbenen Präsidenten gibt. Ausserdem sollte auch der ignoranteste Mitbürger mittlerweile erfahren haben, dass Lech Kaczynski eine grosse Rolle bei der Solidarnosc gespielt hat und sich alleine dadurch grosse Verdienste für Polen und auch für den Rest Europas erworben hat. Der Vergleich mit Stalin ist wirklich der Gipfel der Geschmacklosigkeit.
dann behalten Sie Ihre geistigen Ergüsse doch bitte für sich. Sie zeigen dadurch ganz deutlich, dass Sie NICHTS, aber auch GAR NICHTS von der polnischen Mentalität wissen. Die Polen können, im Gegensatz zu uns, Dinge wie politische Antipathi und Trauer, Mitgefühl auseinander halten - sie gehen einfach respektvoll damit um. Dies zeigt sich auch dadurch, dass beim Trauerzug auch viele Jugendliche auf den Straßen waren (nicht zum Demonstrieren), sondern um ihren Respekt zu erweisen. Seltsam, nicht wahr? Lesen Sie doch mal im Gegensatz polnische Medien (können Sie nicht? Aber sich eine Meinung bilden...ne is klar), da wird unverblühmt und aus erster Hand gesagt, was los ist, denn die "ZEIT" - bei allem Respekt - versteht auch nicht viel von der polnischen Mentalität.
Sie - wie viele andere auch - begehen den Fehler, Polen nach deutschen Maßstäben zu vergleichen - was bei keiner slavischen Bevölkerungsgruppe funktionieren wird...
Und wenn Sie sich mit der polnischen Geschichte nicht auskennen, sollten Sie bei solchen Sachen erst recht den Mund halten - das gebietet der Respekt...
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Leute Urteile über Verhältnisse in anderen Ländern anmassen können, die gerade einmal mit Mühe das betreffende Land auf der Landkarte finden. Wer von Polen nichts weiss, sollte sich mit Pauschalurteilen über "die Polen" sehr zurückhalten, um es einmal ganz diplomatisch zu formulieren. Es sollte eigentlich durch die Berichterstattung hierzulande bekannt sein, dass es in Polen eine sehr heftige Diskussion über die historische Rolle des gestorbenen Präsidenten gibt. Ausserdem sollte auch der ignoranteste Mitbürger mittlerweile erfahren haben, dass Lech Kaczynski eine grosse Rolle bei der Solidarnosc gespielt hat und sich alleine dadurch grosse Verdienste für Polen und auch für den Rest Europas erworben hat. Der Vergleich mit Stalin ist wirklich der Gipfel der Geschmacklosigkeit.
dann behalten Sie Ihre geistigen Ergüsse doch bitte für sich. Sie zeigen dadurch ganz deutlich, dass Sie NICHTS, aber auch GAR NICHTS von der polnischen Mentalität wissen. Die Polen können, im Gegensatz zu uns, Dinge wie politische Antipathi und Trauer, Mitgefühl auseinander halten - sie gehen einfach respektvoll damit um. Dies zeigt sich auch dadurch, dass beim Trauerzug auch viele Jugendliche auf den Straßen waren (nicht zum Demonstrieren), sondern um ihren Respekt zu erweisen. Seltsam, nicht wahr? Lesen Sie doch mal im Gegensatz polnische Medien (können Sie nicht? Aber sich eine Meinung bilden...ne is klar), da wird unverblühmt und aus erster Hand gesagt, was los ist, denn die "ZEIT" - bei allem Respekt - versteht auch nicht viel von der polnischen Mentalität.
Sie - wie viele andere auch - begehen den Fehler, Polen nach deutschen Maßstäben zu vergleichen - was bei keiner slavischen Bevölkerungsgruppe funktionieren wird...
Und wenn Sie sich mit der polnischen Geschichte nicht auskennen, sollten Sie bei solchen Sachen erst recht den Mund halten - das gebietet der Respekt...
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Leute Urteile über Verhältnisse in anderen Ländern anmassen können, die gerade einmal mit Mühe das betreffende Land auf der Landkarte finden. Wer von Polen nichts weiss, sollte sich mit Pauschalurteilen über "die Polen" sehr zurückhalten, um es einmal ganz diplomatisch zu formulieren. Es sollte eigentlich durch die Berichterstattung hierzulande bekannt sein, dass es in Polen eine sehr heftige Diskussion über die historische Rolle des gestorbenen Präsidenten gibt. Ausserdem sollte auch der ignoranteste Mitbürger mittlerweile erfahren haben, dass Lech Kaczynski eine grosse Rolle bei der Solidarnosc gespielt hat und sich alleine dadurch grosse Verdienste für Polen und auch für den Rest Europas erworben hat. Der Vergleich mit Stalin ist wirklich der Gipfel der Geschmacklosigkeit.
Es sollte auch den nationalkonservativen, klerusnahen Kreisen in Polen bekannt sein, daß durchaus ein gewaltiger Unterschied zwischen Helden und gefallenen Helden besteht. Dieser resultiert meist daraus, daß sich die betreffende Person während der letzten Periode ihres Wirkens etwas so gravierendes zu Schulden kommen ließ, daß dadurch ihre früheren Verdienste sehr stark relativiert, wenn nicht gänzlich überschattet werden. Infolgedessen müssen solche zu einer politisch oder moralisch untragbaren Person gewordenen Menschen - in der Regel (!!) - von ihren Posten und Ämtern zurücktreten, was eine reinigende Wirkung auf die Politik entfaltet und nebenbei so die Demokratie stärkt. Die darauffolgende Versenkung in der politischen Bedeutungslosigkeit ist das Ende vom Liede. Zumeist, aber nicht bei Kaczyński.
Seine abfälligen, beleidigenden Ausdrücke wie "małpa w czerwonym" (Äffin in rot - über eine lästige Journalistin) oder "spieprzaj dziadu!" (verzieh dich alter - hier stark abgemildert) sind eines Staatspräsidenten absolut unwürdig. Seine geistige Nähe zu religiös ultrakonservativen (umstrittener Pater Rydzyk), neofaschistisch-nationalistischen (LPR & MW) und zugleich antisemitischen Kreisen, sowie das stets medienwirksam gut inszenierte Schüren von Ängsten und Mißtrauen gegenüber Deutschen, Russen, der bösen EU als solche, oder den Homosexuellen disqualifizieren Kaczyński aber ein für allemal! Menschen von diesem Schlage verdienen ganz gewiß keine Beisetzung zwischen Königen...
Es sollte auch den nationalkonservativen, klerusnahen Kreisen in Polen bekannt sein, daß durchaus ein gewaltiger Unterschied zwischen Helden und gefallenen Helden besteht. Dieser resultiert meist daraus, daß sich die betreffende Person während der letzten Periode ihres Wirkens etwas so gravierendes zu Schulden kommen ließ, daß dadurch ihre früheren Verdienste sehr stark relativiert, wenn nicht gänzlich überschattet werden. Infolgedessen müssen solche zu einer politisch oder moralisch untragbaren Person gewordenen Menschen - in der Regel (!!) - von ihren Posten und Ämtern zurücktreten, was eine reinigende Wirkung auf die Politik entfaltet und nebenbei so die Demokratie stärkt. Die darauffolgende Versenkung in der politischen Bedeutungslosigkeit ist das Ende vom Liede. Zumeist, aber nicht bei Kaczyński.
Seine abfälligen, beleidigenden Ausdrücke wie "małpa w czerwonym" (Äffin in rot - über eine lästige Journalistin) oder "spieprzaj dziadu!" (verzieh dich alter - hier stark abgemildert) sind eines Staatspräsidenten absolut unwürdig. Seine geistige Nähe zu religiös ultrakonservativen (umstrittener Pater Rydzyk), neofaschistisch-nationalistischen (LPR & MW) und zugleich antisemitischen Kreisen, sowie das stets medienwirksam gut inszenierte Schüren von Ängsten und Mißtrauen gegenüber Deutschen, Russen, der bösen EU als solche, oder den Homosexuellen disqualifizieren Kaczyński aber ein für allemal! Menschen von diesem Schlage verdienen ganz gewiß keine Beisetzung zwischen Königen...
dann behalten Sie Ihre geistigen Ergüsse doch bitte für sich. Sie zeigen dadurch ganz deutlich, dass Sie NICHTS, aber auch GAR NICHTS von der polnischen Mentalität wissen. Die Polen können, im Gegensatz zu uns, Dinge wie politische Antipathi und Trauer, Mitgefühl auseinander halten - sie gehen einfach respektvoll damit um. Dies zeigt sich auch dadurch, dass beim Trauerzug auch viele Jugendliche auf den Straßen waren (nicht zum Demonstrieren), sondern um ihren Respekt zu erweisen. Seltsam, nicht wahr? Lesen Sie doch mal im Gegensatz polnische Medien (können Sie nicht? Aber sich eine Meinung bilden...ne is klar), da wird unverblühmt und aus erster Hand gesagt, was los ist, denn die "ZEIT" - bei allem Respekt - versteht auch nicht viel von der polnischen Mentalität.
Sie - wie viele andere auch - begehen den Fehler, Polen nach deutschen Maßstäben zu vergleichen - was bei keiner slavischen Bevölkerungsgruppe funktionieren wird...
Und wenn Sie sich mit der polnischen Geschichte nicht auskennen, sollten Sie bei solchen Sachen erst recht den Mund halten - das gebietet der Respekt...
Auch den in den polnischen Medien? Oder haben Sie nur die Sekundärliteratur der ZEIT herangezogen? Dann wüssten Sie nämlich dass die Medien selber festgelegt haben, solche Dinge bis nach den Trauerfeiern ruhen zu lassen. Hat etwas mit Respekt zu tun, was für deutsche natürlich schwer nachvollziehbar ist. Hier wäre das unmöglich - da würde die Blöd-Zeitung Hetze bis zum geht nicht mehr betreiben. Das ist z.B. einer der großen Unterschiede zwischen der deutschen und der polnischen Mentalität...
Es sollte auch den nationalkonservativen, klerusnahen Kreisen in Polen bekannt sein, daß durchaus ein gewaltiger Unterschied zwischen Helden und gefallenen Helden besteht. Dieser resultiert meist daraus, daß sich die betreffende Person während der letzten Periode ihres Wirkens etwas so gravierendes zu Schulden kommen ließ, daß dadurch ihre früheren Verdienste sehr stark relativiert, wenn nicht gänzlich überschattet werden. Infolgedessen müssen solche zu einer politisch oder moralisch untragbaren Person gewordenen Menschen - in der Regel (!!) - von ihren Posten und Ämtern zurücktreten, was eine reinigende Wirkung auf die Politik entfaltet und nebenbei so die Demokratie stärkt. Die darauffolgende Versenkung in der politischen Bedeutungslosigkeit ist das Ende vom Liede. Zumeist, aber nicht bei Kaczyński.
Seine abfälligen, beleidigenden Ausdrücke wie "małpa w czerwonym" (Äffin in rot - über eine lästige Journalistin) oder "spieprzaj dziadu!" (verzieh dich alter - hier stark abgemildert) sind eines Staatspräsidenten absolut unwürdig. Seine geistige Nähe zu religiös ultrakonservativen (umstrittener Pater Rydzyk), neofaschistisch-nationalistischen (LPR & MW) und zugleich antisemitischen Kreisen, sowie das stets medienwirksam gut inszenierte Schüren von Ängsten und Mißtrauen gegenüber Deutschen, Russen, der bösen EU als solche, oder den Homosexuellen disqualifizieren Kaczyński aber ein für allemal! Menschen von diesem Schlage verdienen ganz gewiß keine Beisetzung zwischen Königen...
- LK hat eine besondere Rolle bei der Solidarnosc gespielt, dass vergessen die Polen nicht. Übrigens genauso wie die Kiche, welche damals dafür gesorgt hatte, dass nicht noch schlimmere Sachen passieren...auch daher sind die Polen mit der Kirche enger verbunden.
- Sie versuchen wieder die deutsche Mentalität und die polnische zu vergleichen, es funktioniert nicht, sie können diese nicht nach deutschen Maßstäben vergleichen. In Polen ticken die Uhren anders..
Ausserdem wurden dort nicht nur Könige beigesetzt.
Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/sh
Maßstäbe, die man an das politische Leben anlegt, haben absolut nichts mit deutscher oder polnischer Mentalität zu tun. Sie sind universell, und deshalb allgemeingültig! Sie sind in allen entwickelten Demokratien des Westens anerkannt und werden - genauso übrigens wie die Menschenrechte - nirgendwo (!!) ernsthaft in Frage gestellt. Sie sind geistige und gesellschaftspolitische Errungenschaften, die dank Aufklärung und Humanismus erreicht wurden - und als solche vielmehr Ausdruck einer politischen Reife! Leider haben sie im heutigen Polen offenbar nur wenig Spuren hinterlassen, wenn die politische Kaste so wenig damit anzufangen weiß, und es augenscheinlich auch nur eine Minderheit ist, die sich über deren mangelnde Einhaltung mokiert.
Die Bestellung eines wie Farfał (seine neofaschistische Vergangenheit bei der MW ist hinlänglich bekannt) zum Chef der staatlichen TVP konnte ohne die Schützenhilfe Kaczyńskis nicht durchgezogen werden, und ist für diesen kaum ein Ruhmesblatt. Ebenso taugen gefallene Solidarność-Helden wie der ostentativ antisemitische Pater Henryk Jankowski (der jahrelang antisemitische Herzliteratur in Räumen seiner Kirche in Danzig vertrieb und regelmäßig von der Kanzel gegen Juden, Schwule und überzeugte Europäer aufwiegelte) wohl kaum nur deshalb als echte Vorbilder, weil ihnen die Solidarność viel verdankt. Wer sich also wie Kaczyński mehrmals bis auf die Knochen blamiert hat, gehört höchstens seines Amtes enthoben, aber nicht im Pantheon aufgebaut!
Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/sh
Maßstäbe, die man an das politische Leben anlegt, haben absolut nichts mit deutscher oder polnischer Mentalität zu tun. Sie sind universell, und deshalb allgemeingültig! Sie sind in allen entwickelten Demokratien des Westens anerkannt und werden - genauso übrigens wie die Menschenrechte - nirgendwo (!!) ernsthaft in Frage gestellt. Sie sind geistige und gesellschaftspolitische Errungenschaften, die dank Aufklärung und Humanismus erreicht wurden - und als solche vielmehr Ausdruck einer politischen Reife! Leider haben sie im heutigen Polen offenbar nur wenig Spuren hinterlassen, wenn die politische Kaste so wenig damit anzufangen weiß, und es augenscheinlich auch nur eine Minderheit ist, die sich über deren mangelnde Einhaltung mokiert.
Die Bestellung eines wie Farfał (seine neofaschistische Vergangenheit bei der MW ist hinlänglich bekannt) zum Chef der staatlichen TVP konnte ohne die Schützenhilfe Kaczyńskis nicht durchgezogen werden, und ist für diesen kaum ein Ruhmesblatt. Ebenso taugen gefallene Solidarność-Helden wie der ostentativ antisemitische Pater Henryk Jankowski (der jahrelang antisemitische Herzliteratur in Räumen seiner Kirche in Danzig vertrieb und regelmäßig von der Kanzel gegen Juden, Schwule und überzeugte Europäer aufwiegelte) wohl kaum nur deshalb als echte Vorbilder, weil ihnen die Solidarność viel verdankt. Wer sich also wie Kaczyński mehrmals bis auf die Knochen blamiert hat, gehört höchstens seines Amtes enthoben, aber nicht im Pantheon aufgebaut!
Wie ist es moeglich, dass die Zeit von 97 Menschen im Flugzeug weiss und alle andere (auch ich) von den 96 wissen? Da die Deutschen im 2. Weltkrieg Millionen von Menschen umgebracht haben, ist es fuer Euch kein Unterschied, ob es 96 oder 97 waren. Fuer mich ist es doch ein grosses Unterschied.
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