Afghanistan Taliban in Kundus führerlos
Der "Schatten-Gouverneur" für die Provinz Kundus ist bei einem Luftangriff gestorben. Mehrere Aufständische liefen zu afghanischen Sicherheitskräften über.
© AFP/Getty Images

Die Taliban haben einen ihrer führenden Köpfe verloren
Elf Tage nach dem tödlichen Angriff auf die Bundeswehr in Nordafghanistan haben die Taliban in der Region einen schweren Schlag erlitten. Nach offiziellen afghanischen Angaben wurde der Kommandeur der Aufständischen für die Provinz Kundus getötet. Mullah Yar Mohammad alias Mullah Noor Mohammad sei erst kürzlich von den Taliban als "Schatten-Gouverneur" der Provinz eingesetzt worden, sagte der Regierungs-Gouverneur von Kundus, Mohammad Omar.
Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte ohne Nennung von Namen mit, ein hochrangiger Taliban-Kommandeur in Kundus und zwei seiner Berater seien bei einem Präzisionsluftschlag auf ihr Fahrzeug in einem ländlichen Gebiet gestorben. Omar sagte dagegen, neben dem Kommandeur seien vier weitere Aufständische bei dem Luftangriff im Distrikt Archi rund 30 Kilometer nordöstlich von Kundus Stadt ums Leben gekommen. Mohammad stammte nach Omars Angaben aus der südafghanischen Taliban-Hochburg Helmand.
Der Schutztruppe Isaf zufolge war der Taliban-Kommandeur "an allen Aspekten der Militäroperation (der Aufständischen) in der Provinz Kundus" beteiligt. Er sei verantwortlich dafür gewesen, Zielprioritäten zu setzen, Waffen zu verteilen und Angriffe gegen ausländische und afghanische Sicherheitskräfte zu leiten.
Mohammads Vorgänger, Mullah Abdul Salam, war nach offiziellen afghanischen Angaben im vergangenen Februar in Pakistan festgenommen worden. Pakistan hatte das nicht offiziell bestätigt. Die Taliban haben inzwischen für die meisten der 34 afghanischen Provinzen "Schatten-Gouverneure" eingesetzt, die die Aufständischen dort führen.
Die Isaf teilte mit, acht Taliban-Kämpfer hätten in der Nordprovinz Baghlan ihre Waffen niedergelegt und sich den afghanischen Sicherheitskräften gestellt. Der afghanische General Murad Ali Murad habe eine Schura (eine Ratsversammlung) mit den Aufständischen abgehalten, um über die Konditionen für ihre Wiedereingliederung zu verhandeln. Murad habe die Männer dabei als "Brüder" willkommen geheißen. An dem Treffen habe auch der Isaf-Kommandeur für die Nordregion, der deutsche General Frank Leidenberger, teilgenommen.
In der Provinz Kundus ist die Bundeswehr militärisch hauptzuständig. Am Karfreitag waren dort drei deutsche Soldaten in einem Hinterhalt der Taliban getötet worden. Dann starben bei einer Operation in der Nachbarprovinz Baghlan vor knapp zwei Wochen vier Bundeswehr-Soldaten bei einem Anschlag und unter Beschuss.
Auf Befehl der Bundeswehr hatten US-Kampfjets im vergangenen September zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge bombardiert. Dabei waren neben Aufständischen auch Zivilisten getötet worden. Die Bundeswehr fliegt selber keine Luftangriffe in Afghanistan, kann solche aber anfordern.
- Datum 26.04.2010 - 15:04 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 23
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... über Tötungen von unfähigen Talibanführern (sowohl im Irak als auch in Afghanistan) muten schon etwas seltsam an. Ich meine, wenn diese Menschen so unfähig waren, weswegen wurden ihnen eine so große Gefährlichkeit bescheinigt? Wenn es nun plötzlich nur so von "Erfolgsmeldungen", sprich, Meldungen über die Tötungen hoher Terroristenköpfe hagelt, dann könnte man dahingehend auch interpretieren, dass der gemeine Leser brav still halten soll über den Umstand, dass die BW einen verfassungswidrigen Angriffskrieg in Afghanistan veranstaltet. Ich finde das alles zum K*****.
...schon jemand ausführliche Gedanken gemacht:
http://opinionator.blogs....
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http://opinionator.blogs....
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Als ich jung war, der Vietnamkrieg tobte, da gab es täglich Siegesmeldungen der amerikanischen Kriegspartei. Erinnerungen werden wach...
auch noch an Peter Scholl-Latour? :D Der war damals beim Vietcong und in den 80er in Afgahnistan, er hatte damals recht und wird auch heute recht behalten.
Hoffen wir das 9/11 nicht zum zweiten Golf von Tonkin-Zwischenfall in die Geschichte eingehen wird.
Immerhin hat Herr Kissinger den Friedensnobelpreis 72 bekommen für die Beendigung des Vietnamkrieges.
Obwohl dieser erst 1975 beendet wurde.
Obama hat seinen 2009 bekommenm, 2012 könnte Schluss sein.
auch noch an Peter Scholl-Latour? :D Der war damals beim Vietcong und in den 80er in Afgahnistan, er hatte damals recht und wird auch heute recht behalten.
Hoffen wir das 9/11 nicht zum zweiten Golf von Tonkin-Zwischenfall in die Geschichte eingehen wird.
Immerhin hat Herr Kissinger den Friedensnobelpreis 72 bekommen für die Beendigung des Vietnamkrieges.
Obwohl dieser erst 1975 beendet wurde.
Obama hat seinen 2009 bekommenm, 2012 könnte Schluss sein.
da wurden 6 leute getötet , später stellt sich sicher herraus das die 4 anderen Zivilisten waren. Und 8 Taliban sind übergelaufen. Der Schattengouverneuer 1 der 34 Provinzen ist besiegt. Noch 23 Jahre und wir können vllt abziehen.
Als Brüder willkommen geheissen, so wie damals als die Amis die Mudschahedin austatten im Kampf gegen die Sowjets, die damals schon rumrannten und schrien Tot den Sowjets und dann Tot den Amerikanern. Fragen Sie mal Peter Scholl-Latour.
Wieviele vermeintliche Freunde wollen wir noch unterstützen, nur um Sie ein paar Jahre später wieder zu jagen weil Sie ihre eigenen Interessen verwirklichen wollen?
auch noch an Peter Scholl-Latour? :D Der war damals beim Vietcong und in den 80er in Afgahnistan, er hatte damals recht und wird auch heute recht behalten.
Hoffen wir das 9/11 nicht zum zweiten Golf von Tonkin-Zwischenfall in die Geschichte eingehen wird.
Immerhin hat Herr Kissinger den Friedensnobelpreis 72 bekommen für die Beendigung des Vietnamkrieges.
Obwohl dieser erst 1975 beendet wurde.
Obama hat seinen 2009 bekommenm, 2012 könnte Schluss sein.
Übergelaufene Taliban, Afghanen und Nicht-Afghanen in einer Ratsversammlung vermutlich afghanischen Stils, und dann fällt das Wort "Brüder".
Eine schöne Meldung, finde ich.
Wenn die Siegesmeldungen in einem Krieg plötzlich anschwellen muß man noch vorsichtiger sein. Das ist eine bewährte Manipulationstechnik wenn man das Volk zum durchhalten animieren will was ja nötig scheint.
War im 2. Weltkrieg und im Vietnamkrieg auch so.
Mir zeigt das eher wie zwanghaft man jetzt zeigen will das es vorwärts geht und jetzt alles besser wird.
Ob dem so ist wird die Zukunft zeigen ich habe bei den vielen Lügen der letzten Jahre meine großen Bedenken.
Sehr erfreulich, diese Meldung.
Wieder zeigt sich: ISAF muss unmissverständlich auftreten und klar vermitteln, dass feindseliges Verhalten tödlich endet.
Wer sich jedoch wieder in die Gesellschaft integrieren möchte, der kann diesen Weg gehen.
Ich wundere mich allerdings, wie viele Talibanfreunde unter den Kommentatoren von zeit.de sind. Spielen da welche 5. Kolonne?
haben Ihren Dienst an der Waffe schon abgeleistet. Ich schon hat mir nette Einblicke verschafft und wenn Sie einen Soldaten mal abseits der Kamera befragen würden würde der ihnen sicher nicht das Lied vom sauberen Krieg singen.
Soldaten dürfen sich nämlich solange Sie Soldaten sind zu politischen Themen oder gar Protesten nicht äussern bzw Teilnehmen ohne Genehmigung oder Angst vor represalien.
Und schon garnicht in der Öffentlichkeit, glauben Sie die Interviews aus Afghanistan warn spontan und nicht vorher abgesprochen.
haben Ihren Dienst an der Waffe schon abgeleistet. Ich schon hat mir nette Einblicke verschafft und wenn Sie einen Soldaten mal abseits der Kamera befragen würden würde der ihnen sicher nicht das Lied vom sauberen Krieg singen.
Soldaten dürfen sich nämlich solange Sie Soldaten sind zu politischen Themen oder gar Protesten nicht äussern bzw Teilnehmen ohne Genehmigung oder Angst vor represalien.
Und schon garnicht in der Öffentlichkeit, glauben Sie die Interviews aus Afghanistan warn spontan und nicht vorher abgesprochen.
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