Südafrika Nach Mord an Terreblanche wächst Furcht vor Unruhen

Der Führer der rechtsextremen südafrikanischen Burenbewegung, Eugene Terreblanche, ist auf seiner Farm getötet worden. Politiker aus Südafrika fürchten erneute Konflikte

Eugene Terreblanche war ein entschiedener Befürworter der Rassentrennung (Archivbild vom Juni 2004)

Eugene Terreblanche war ein entschiedener Befürworter der Rassentrennung (Archivbild vom Juni 2004)

Nach dem Mord an dem Rechtsextremisten Eugene Terreblanche fürchtet Südafrika neue Konflikte zwischen den Ethnien. Wenige Stunden nach der Tat warnte Südafrikas Präsident Jacob Zuma vor neuem Rassenhass. "Die schreckliche Tat" dürfe nicht dazu missbraucht werden, "Rassenhass anzustacheln oder anzuheizen", betonte der Führer des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC). "Niemand darf das Gesetz in seine Hände nehmen", sagte der Präsident im sichtlichen Bemühen, zehn Wochen vor der Fußball-WM in Südafrika die Lage zu entspannen. Auch der ANC, hervorgegangen aus der schwarzen Befreiungsbewegung, verurteilte den Mord "auf das Schärfste".

Die Chefin der oppositionellen Demokratischen Allianz (DA), Hellen Zille, meinte, der Mord werde die ohnehin angespannte Lage in Südafrika verschärfen. "Wir müssen nun mehr denn je der rassischen Polarisierung Widerstand leisten", sagte die Ministerpräsidentin der Provinz Western Cape. Sie kritisierte scharf "Hassreden" insbesondere der Linken und der Jugendorganisation der Regierungspartei ANC.

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Terreblanche war auf seiner Farm nahe Ventersdorp westlich von Johannesburg nach Polizeiangaben von zwei schwarzen Arbeitern mit eine Machete und einem Schlagstock getötet worden. Der Führer der rechtsextremen südafrikanischen Burenbewegung "Afrikaner Weerstandsbeweging" (AWB) und die beiden jungen Männer im Alter von 15 und 21 Jahren waren nach den Worten der Polizeisprecherin Adele Myburgh wegen eines angeblich nicht bezahlten Lohns in Streit geraten. Die Arbeiter selbst hatten dem südafrikanischen Fernsehen zufolge selbst die Polizei telefonisch über die Tat informiert. Es sei unklar, ob Terreblanche zu diesem Zeitpunkt noch gelebt habe. Die Festgenommenen sollen einem Gericht vorgeführt werden. Ihnen droht Anklage wegen Mordes.

Terreblanche war ein entschiedener Gegner des Endes der Apartheid in Südafrika. In den vergangenen Jahren ist er häufiger mit dem Gesetz in Konflikt gekommen und saß mehrere Jahre im Gefängnis.

Die Partei Freiheitsfront Plus, die im Kabinett von Zuma die weißen Farmer repräsentiert, verurteilte die Tat aufs Schärfste. Ihr Sprecher Pieter Groenewald rief die Bevölkerung auf, nicht unüberlegt zu handeln, auch wenn der Mord für eine "explosive Situation" sorge. Zugleich appellierte er an die Jugendorganisation der Regierungspartei, von einem umstrittenen Lied Abstand zu nehmen, in dessen Refrain zur Gewalt gegen Weiße aufgerufen wird. Zwei Gerichte hatten den Song mit dem Englisch-Afrikaans-sprachigen Titel "Kill the Boers" (Tötet die Farmer) bereits verboten.

Die AWB beschuldigte den Generalsekretär der ANC-Jugendorganisation, Julius Malema, wegen seiner "Hetze" gegen die Buren für den Mord verantwortlich zu sein und kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur SAPA "Rache" an. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag mahnten AWB-Vertreter allerdings die Mitglieder der extremen Organisation zur "Besonnenheit".

Auch der rechtsgerichtete Schriftsteller und Buren-Aktivist Dan Roodt beschuldigte den ANC Zumas, "ein Klima des Hasses gegen die Buren geschaffen zu haben". Die Ermordung Terreblanches sei nur die letzte Tat in einer langen Reihe von Morden, Vergewaltigungen und Angriffen, bei denen Buren die Opfer waren. Die kleine Partei Freiheitsfront Plus warnte vor einer "explosiven Situation" in Südafrika nach dem gewaltsamen Tod des Rechtsradikalen-Führers.

Terreblanche hatte bereits während seiner Schulzeit die Jugendorganisation Jong Afrikanerharte (Junge Afrikanerherzen) gegründet, die das Ziel hatte, die Interessen und Traditionen der Buren zu wahren. Nach seiner Schulausbildung ging er zur südafrikanischen Polizei und diente als Freiwilliger in Südwestafrika. Danach arbeitete er als Leibwächter von Ministerpräsident John Vorster.

1973 gründete Eugene Terreblanche die AWB. Das Hauptziel der rechtsextremen Partei: die Vereinigung aller Buren in einem eigenständigen "Volksstaat". Im Juli 1983 wurde ihm wegen illegalen Waffenbesitzes und terroristischer Tätigkeiten der Prozess gemacht. Er wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Wegen verschiedener Gewaltdelikte gegen Schwarze geriet er erneut mit dem Gesetz in Konflikt. Terreblanche wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und war von April 2000 bis Juni 2004 in Haft.

 
Leser-Kommentare
  1. [...]
    Ob sich Udo Voigt oder Holger Apfel mit einer Alarmanlage den Schlaf sichern.
    Würde mich nicht wundern.

    Vermeiden Sie bitte pietätlose Äußerungen. Die Redaktion/sh

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    "Trifft nicht den Falschen". Sie sind näher an Terreblanches Gedankenwelt als Sie glauben.

    Im übrigen ist mancher Freiheitskämpfer für den anderen Rechtsextremist und umgekehrt.

    "Trifft nicht den Falschen". Sie sind näher an Terreblanches Gedankenwelt als Sie glauben.

    Im übrigen ist mancher Freiheitskämpfer für den anderen Rechtsextremist und umgekehrt.

  2. Hätte er wohl doch lieber seine Arbeiter entlohnen sollen. Jetzt musste er mit dem leben bezahlen.

  3. "Trifft nicht den Falschen". Sie sind näher an Terreblanches Gedankenwelt als Sie glauben.

    Im übrigen ist mancher Freiheitskämpfer für den anderen Rechtsextremist und umgekehrt.

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    Sehen Sie solche Freiheitskämpfer auch in Deutschland?

    • grrzt
    • 04.04.2010 um 15:26 Uhr

    "Im übrigen ist mancher Freiheitskämpfer für den anderen Rechtsextremist und umgekehrt." Och nee, nicht so. Es mag ja sein dass die Geschichte immer von Siegern geschrieben wird, aber man muss es sagen: Ein Faschist bleibt einer, ob tot oder nicht. Gücklicherweise gibt es eine wissenschaftliche Geschichtsschreibung, die sich solchen Schwachsinnn nicht leistet.

    Sehen Sie solche Freiheitskämpfer auch in Deutschland?

    • grrzt
    • 04.04.2010 um 15:26 Uhr

    "Im übrigen ist mancher Freiheitskämpfer für den anderen Rechtsextremist und umgekehrt." Och nee, nicht so. Es mag ja sein dass die Geschichte immer von Siegern geschrieben wird, aber man muss es sagen: Ein Faschist bleibt einer, ob tot oder nicht. Gücklicherweise gibt es eine wissenschaftliche Geschichtsschreibung, die sich solchen Schwachsinnn nicht leistet.

  4. was soll das denn?

    "Wer Gewalt säät erntet irgendwann Gewalt"

    sowas kannst du Sonntags in der Kirche predigen!!! hier geht es um ganz andere Sachen... Hier müssen die Alarmglocken klingeln und sich gefragt werden, ob in einem politisch so desorientierten Land wie Südafrika, eine Weltmeisterschaft überhaupt stattfinden darf!!!

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    beschäftigen Sie nicht? Na, dann ist ja alles gut im Fernsehsessel.

    beschäftigen Sie nicht? Na, dann ist ja alles gut im Fernsehsessel.

  5. Sehen Sie solche Freiheitskämpfer auch in Deutschland?

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    Entfernt wegen fremdenfeindlicher Äußerungen. Die Redaktion/cs

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    Antwort auf "Freiheitskämpfer"
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    Entfernt, da sich dieser Beitrag auf einen bereits entfernten bezieht. Die Redaktion/cs

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    Antwort auf "Nicht direkt"
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    Entfernt. Verzichten Sie auf haltlose Spekulationen, die als fremdenfeindlich verstanden werden können. Die Redaktion/sh

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