Thailand Demonstranten stürmen Parlament in Bangkok

Sie wollen, dass der 2006 gestürzte Regierungschef Thaksin ins Amt zurückkehrt. Nun drangen sie mit Gewalt ins Parlament ein. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand.

Regierungsgegner stürmen durch das Tor zum Parlament im Bangkok. Sie verlangen die Rückkehr des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra

Regierungsgegner stürmen durch das Tor zum Parlament im Bangkok. Sie verlangen die Rückkehr des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra

In Thailand haben die Regierungsgegner das Parlament in der Hauptstadt Bangkok gestürmt. Hunderte Demonstranten drangen auf das Gelände vor, wie der Generalsekretär des Repräsentantenhauses, Pitoon Pumhiran, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie hatten demnach mit einem Lastwagen die Absperrung vor dem Parlamentsgebäude durchbrochen. Eine Sitzung des Parlaments war zuvor vertagt worden, nachdem mehrere Abgeordnete angesichts der Proteste das Gebäude verlassen hatten. Weil zu wenige Parlamentarier anwesend waren, schloss Parlamentspräsident Chai Chidchob die Sitzung. Hinter dem Parlament landeten kurze Zeit später zwei Armeehubschrauber, die mehrere Regierungsmitglieder in Sicherheit brachten, darunter Vize-Ministerpräsident Suthep und Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn.

Regierungschef Abhisit Vejjajiva hatte das Gebäude nach Angaben aus Regierungskreisen zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Er verhängte den Ausnahmezustand über Bangkok und fünf umliegende Provinzen. Damit gilt ein Versammlungsverbot, zudem können Sicherheitskräfte Demonstranten ohne Haftbefehl festnehmen. Angesichts der Proteste sagte er eine Reise zum geplanten Washingtoner Gipfel zur Atomsicherheit Mitte April ab, wie Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn sagte. An einem Gipfeltreffen der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) in Vietnam in dieser Woche will er nur kurz teilnehmen.

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Am Dienstag hatten sich die Demonstranten in Bangkok heftige Zusammenstöße mit der Polizei geliefert. Zehntausende Regierungsgegner, die seit Samstag ein auch bei Touristen beliebtes Geschäftsviertel von Bangkok lahmlegten, setzten sich über ein Demonstrationsverbot für elf der Hauptverkehrsadern hinweg. Zu Tausenden überwanden sie Polizeiabsperrungen und bewarfen Sicherheitskräfte mit Plastikflaschen, vor der Parteizentrale von Abhisit explodierte eine Granate.

Die Rothemden sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie stammen zumeist aus den ländlichen, ärmlichen Gegenden im Norden Thailands und verlangen den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit, dem sie vorwerfen, nur mit Unterstützung der Armee und im Interesse der Eliten zu regieren. Sie wollen ihre Proteste erst stoppen, wenn Abhisit zurücktritt und unverzüglich Neuwahlen angesetzt werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Abhisit Vejjajiva den Rückhalt der Armee hat, machen die Demonstranten mal gar nix. Wundert mich sowieso, dass das ganze da noch nicht eskaliert ist.

  2. einen Regierungssturz haben wir hier aber auch dringend nötig...
    Ich frag mich schon ewig wo der bleibt und ob die Deutschen einfach nur zu dumm oder zu feige sind...

  3. Wir brauchen keine Umstürzler - wir brauchen Mitarbeiter, sprich Mitmacher in der Politik. Reden, schreiben und beschweren kann ja jeder, aber kaum einer leistet in irgendeiner Partei die Arbeit, die nötig ist um Politik zu machen und so letztlich Veränderungen (und vielleicht Verbesserungen) demokratisch herbeizuführen. Nicht besser wissen sondern besser machen sollte das Motto sein...

    • DrMorX
    • 07.04.2010 um 17:21 Uhr

    Viele Authoren (auch die der Zeit) lassen vergessen, dass die derzeitige Regierung nicht rechtens im Amt ist.
    Nur zur Erinnerung. Thaksin wurde 2006 während einer Auslandsreise abgesetzt und in seiner Abwesenheit verurteilt. Die daraufhin stattfindenen Neuwahlen gewinnen, oh Wunder, die Politiker der von Thaksin gegründeten Partei ThaiRakThai. Die Wahl wurde daraufhin annuliert, die Partei TRT verboten und sämtliche Mitglieder der Partei von jeglicher politischen Arbeit ausgeschlossen, einschließlich der Gründung einer neuen Partei zur Teilnahme an der Wahl. Klar, dass dann die jetzige Regierung gewählt wurde, Alternativen gab es ja nicht wirklich.
    Die Rothemden wollen nicht zwangsweise Thaksin zurück im Amt, wie viele schreiben. Sie wollen, dass ihre Stimme zählt und treten für die Demokratie ein. Ob Thaksin sauber war lasse ich dahingestellt.
    Nebenbei bemerkt: Thailand war nie und ist keine wirkliche Demokratie. Meines Wissens nach war Thaksin der erste Regierungschef, der es je schafft eine volle Amtszeit durchzustehen.

  4. dass sich eine so renomierte Zeitung nicht einmal die Mühe macht vor Ort zu recherchieren, sondern das zu übernehmen, was die Regierungspropaganda verbreitet. Es wird einfach abgeschrieben. Ich hätte wirkliche Recherche hier erwartet, jedoch ist der BILD-Stil einfacher. Übernehmen ohne nachzudenken, denn es muss ja irgend etwas gesagt und geschrieben werden.
    Die Lüge beginnt schon damit, dass ein LKW das Eingangstor "geöffnet" haben sollte.
    Die zweite Lüge ist, dass das Gebäude gestürmt wurde. Es sind ein Führer der UDD mit Sicherheitsleuten hineingegangen um Suthep Thauksuban ein paar Fragen zu stellen und sind nach einigen Minuten wieder still und friedlich zurückgegangen.
    Also liebe Leute. RECHERCHE bevor etwas veröffentlicht wird!!!

    Mit freundlichen Grüssen
    Samrong, der das ganze vor Ort beobachtet hat

    Vielen Dank für Ihre Kritik. Eine Recherche vor Ort ist leider nicht immer möglich. Mögen Sie vielleicht unter community.zeit.de einen Augenzeugenbericht verfassen? Die Redaktion/sh

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