US-Nuklearstrategie Abbau von Atomwaffen: Ja – Option auf Erstschlag: Ja
US-Präsident Obama hat seine neue Atomwaffenstrategie vorgestellt. Einen generellen Verzicht auf den Ersteinsatz lehnt er ab.
Die US-Regierung hat ihre neue Doktrin für den Einsatz von Atomwaffen veröffentlicht. Demnach werden die Bedingungen, unter denen Amerika Gebrauch von diesen Massenvernichtungswaffen machen würde, deutlich eingeschränkt. Die Veränderungen gehen jedoch nicht so weit, wie die Abrüstungsfraktion gehofft hatte. Präsident Barack Obama hatte vor einem Jahr in einer Rede in Prag eine atomwaffenfreie Welt zu seinem Ziel erklärt.
Er ist jetzt aber zum Beispiel nicht bereit zu garantieren, dass die USA niemals als erste Atomwaffen einsetzen. US-Medien analysieren, er beschreite einen moderaten Mittelweg, um die Anhänger einer starken US-Militärmacht, die jedem anderen Land überlegen sein müsse, nicht zu verärgern. Er brauche die Stimmen republikanischer Senatoren für die Ratifizierung des Start-Vertrags über die Reduzierung der strategischen Atomwaffen, den er am Donnerstag in Prag mit dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew unterzeichnen möchte. Mindestens 67 der 100 Senatoren müssen zustimmen.
Das Weiße Haus veröffentlicht die neue "Nuclear Posture Review" zum Auftakt einer Sieben-Tage-Periode, die die Welt besser vor atomaren Bedrohungen schützen soll. Auf den neuen Start-Vertrag mit Russland folgt am Montag ein Gipfel in Washington, zu dem Obama 40 Staats- und Regierungschefs eingeladen hat, um die unkontrollierte Verbreitung spaltbaren Materials aus zivilen Atomanlagen zu verhindern. Die politischen Offensiven sollen den Nonproliferation Treaty (NPR) stärken.
Sein Ziel ist es, die Zahl der Atomwaffenstaaten einzufrieren und zu verhindern, dass weitere Länder Atomwaffen entwickeln. Die Unterzeichner dürfen unter internationaler Kontrolle spaltbares Material für die zivile Nutzung der Atomkraft produzieren. Sie müssen aber versprechen, keine Nuklearwaffen zu bauen und jederzeit Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO zuzulassen.
Diesen Vertrag haben einige Staaten umgangen oder gebrochen. Das aktuellste Beispiel ist Iran. Offiziell gibt es fünf Nuklearstaaten innerhalb des NPR: China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA. Drei Länder haben den NPR nicht unterzeichnet, um Atomwaffen zu entwickeln: Indien, Israel und Pakistan. Nordkorea ist 2003 aus dem NPR ausgetreten, nachdem es vertragswidrig an der Bombe baute. Iran gehört dem NPR an und wird beschuldigt, rechtswidrig Bombentechnik zu entwickeln, bestreitet das aber.
Die USA erklären, dass sie Atomwaffen künftig nicht gegen Staaten einsetzen, die selbst keine Atomwaffen haben. Obamas Vorgänger hatten sich vorbehalten, Angriffe mit biologischen oder chemischen Waffen nuklear zu beantworten. Die neue Zusage steht jedoch unter einer Bedingung: Der potenzielle Feindstaat muss den NPR einhalten. Ganz praktisch hieße das zum jetzigen Zeitpunkt, dass die Zusage der USA, keine Atomwaffen einzusetzen, weder gegenüber den offiziellen Atommächten noch gegenüber Iran und Nordkorea gilt.
Zu den enttäuschten Hoffnungen, Obama werde den generellen Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen erklären, sagte das Weiße Haus, man habe das aus Rücksicht auf jene Nato-Verbündeten unterlassen, die sich auf die Zusage verlassen, dass die USA auch einen Angriff auf sie mit allen Mitteln beantworten würden. Nach der neuen Doktrin bleibt die Abschreckung durch die Drohung mit dem nuklearen Gegenschlag der Hauptzweck der US-Atomwaffen.
Das Papier regelt zudem praktische Fragen wie die Bevorratung und technische Erneuerung der Sprengköpfe sowie Investitionen in Waffenlabore und die verschiedenen Trägersysteme von U-Booten bis landgestützten Raketen. Im Wahlkampf hatte Obama gesagt, er wolle mit Russland verhandeln, wie man einen Teil der Atomwaffen aus der Alarmbereitschaft herausnehmen könne. Das wurde in der neuen Doktrin fallen gelassen, laut US-Medien aus Rücksicht auf die Anhänger der traditionellen Verteidigungspolitik.
Deutschland und andere Nato-Staaten können weiter darauf vertrauen, dass die USA sie im Falle eines Angriffs von außen schützen – und diese Drohung bleibt die beste Verteidigung. Die neue Doktrin macht keine Angaben zur Zukunft der amerikanischem Atomwaffen, die in Deutschland gelagert sind und deren Abzug Außenminister Guido Westerwelle und andere anstreben. Obama sagt in einem Interview mit der New York Times, er wünsche sich Gespräche über "weitere Reduzierungen unserer Atomarsenale, im Tandem mit Russland und der Nato insgesamt".
Aus US-Sicht sind nicht die etwa 150 bis 200 amerikanischen taktischen Atomwaffen, die im Kalten Krieg einen sowjetischen Angriff mit weit überlegenen Kräften stoppen sollten, das Hauptproblem, sondern die mehr als 2000 russischen taktischen Nuklearwaffen, die im Konfliktfall in Polen und Deutschland zum Einsatz kämen. Nach amerikanischer Analyse liegt es im Interesse aller Nato-Staaten, die US-Waffen nicht im Zuge einer einseitigen Vorleistung abzuziehen, sondern als Gegenleistung, wenn auch Russland seine taktischen Nuklearwaffen aufgibt.
Weder die Nukleardoktrin noch der Start-Vertrag enthalten Beschränkungen der US-Pläne zum Aufbau einer begrenzten Raketenabwehr in Europa, die vor Iran schützen soll. Anderslautende russische Behauptungen haben sich als falsch herausgestellt. Moskau hatte lange eine solche Klausel verlangt und den Abschluss des seit Dezember ausgehandelten Start-Vertrags mehrfach verzögert in der Hoffnung, Obama werde einknicken.
Nach US-Darstellung sagte Obama Medwedjew bei einem Telefonat im Februar, es werde gar keinen Vertrag geben, wenn Moskau darauf beharre. Der Vertrag enthält nun ein Kündigungsrecht, falls Russland zur Einschätzung komme, die Raketenabwehr bedrohe die Rüstungsbalance.
- Datum 06.04.2010 - 20:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 21
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Hatten die USA schon.
In Hiroshima und Nagasaki.
Was soll die USA heute zu einem Erstschlag berechtigen, andere souveräne Staaten aber nicht?
Anspruch auf Weltherrschaft?
Es gibt keins.Mit Obama versuchen die Amis ihren miesen Image zu polieren.Zugegeben er geschickter als sein Vorgänger.aber keiner traut den amis über den Weg.Selbst die sogenannte enge Verbündete vertrauen den Amis nicht. Daran kann Obama gar nix ändern.Mit Bush haben die USA alles verspielt.Die USA haben Allmacht Komplex.Das wird sich ändern.Kein Land darf soviel Macht haben.Wenn ein konzern mächtiger wird als erlaubt greift kartelamt durch.Schade dass es nicht ähnliches für Länder gibt.
putzig
Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston und äußern Sie sich zum Them des Artikels. Die Redaktion/sh
Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston und äußern Sie sich zum Them des Artikels. Die Redaktion/sh
ab 5.45 uhr wird zurück geschossen, das elend von mensch kann wohl nicht anders in der kümmerlichen lebenszeit !
so bringt der affe seinen einwand.
verkündet, hat wohl nur eine Halbwertzeit von einigen Monaten.Hohle Strategievorschäge,die von den Republikanern schon bald wieder umstossen werden.Bisher haben nur die USA (ohne Not) Atombomben abgeworfen,sie werden auch die geringsten Hemmungen haben ,das Gleiche auch wieder zu tun.Das sich ein Teil der Welt heute Atomwaffen mehr denn je wünscht,hängt auch viel mit der agressiven Politik der USA zusammen.Anscheinend fühlen sich viele nur mit der eigenen Atombombe noch sicher vor den Erpressungen der Weltmacht Nr.1,zurecht ?
Die allermeisten Bestrebungen sich nuklear zu Bewaffnen hatten ihren Ursprung in Regionalinteressen, nicht in der Angst vor den USA.
Das gillt sowohl fuer Indien, Pakistan und Israel, die am Ende Atomwaffen bauten, als auch fuer Suedafrika und Brasilien, die ihre Programme einstellten. Mit Abstrichen auch fuer Nordkorea und den Iran.
Und noch ein Wort zu den Atombomben im 2. Weltkrieg:
Das ist nun 65 Jahre her, meinen sie wirklich, dass das noch als Argument dafuer taugt, was "die USA" tun oder lassen werden?
Damals standen die Amerikaner kurz davor, die Invasion des japanischen Kernlandes beginnen zu muessen, eine Situation die - zum Glueck - vøllig verschieden ist, von allem, was uns geopolitisch in mittlerer Zukunft erwartet.
Die allermeisten Bestrebungen sich nuklear zu Bewaffnen hatten ihren Ursprung in Regionalinteressen, nicht in der Angst vor den USA.
Das gillt sowohl fuer Indien, Pakistan und Israel, die am Ende Atomwaffen bauten, als auch fuer Suedafrika und Brasilien, die ihre Programme einstellten. Mit Abstrichen auch fuer Nordkorea und den Iran.
Und noch ein Wort zu den Atombomben im 2. Weltkrieg:
Das ist nun 65 Jahre her, meinen sie wirklich, dass das noch als Argument dafuer taugt, was "die USA" tun oder lassen werden?
Damals standen die Amerikaner kurz davor, die Invasion des japanischen Kernlandes beginnen zu muessen, eine Situation die - zum Glueck - vøllig verschieden ist, von allem, was uns geopolitisch in mittlerer Zukunft erwartet.
was ist ein schwein , ein schwein ist was wir oft essen und ein schwein ist wie wir nicht seinen wollen und trotzdem gelingt es uns im leben und krieg ein schwein zu sein, obwohl wir es essen und kein schwein seinen wollem !!
Die allermeisten Bestrebungen sich nuklear zu Bewaffnen hatten ihren Ursprung in Regionalinteressen, nicht in der Angst vor den USA.
Das gillt sowohl fuer Indien, Pakistan und Israel, die am Ende Atomwaffen bauten, als auch fuer Suedafrika und Brasilien, die ihre Programme einstellten. Mit Abstrichen auch fuer Nordkorea und den Iran.
Und noch ein Wort zu den Atombomben im 2. Weltkrieg:
Das ist nun 65 Jahre her, meinen sie wirklich, dass das noch als Argument dafuer taugt, was "die USA" tun oder lassen werden?
Damals standen die Amerikaner kurz davor, die Invasion des japanischen Kernlandes beginnen zu muessen, eine Situation die - zum Glueck - vøllig verschieden ist, von allem, was uns geopolitisch in mittlerer Zukunft erwartet.
@Blixten
Den wiederholten Einsatz der Atombombe im 2. Weltkrieg darf man auf keinen Fall entschärfen, auch nicht nach 65 Jahren.
Man darf nicht vergessen, dass der Einsatz in beiden Fällen nicht gegen militärische, sondern gegen zivile Ziele gerichtet sind. Die Folgen für die Bevölkerung waren katastrophal, bitte rufen sie sich die Bilder in Erinnerung. Die schlimmsten Bombenangriffe des 2. Weltkriegs waren lächerlich im Vergleich zu Hiroshima oder Nagasaki.
Man darf auch nicht vergessen, dass niederträchtige und menschenverachtende Gründe der Vergeltung für den Abwurf mitentschieden haben. Es gab keine militärische Notwendigkeit für den Einsatz, Japan stand schon davor kurz vor der Kapitulation.
Der Vergeltungsaspekt wiederholt sich in der amerikanischen Kriegsgeschichte unzhählbar bis heute, und das auf allen Ebenen des Militärs und der Politik.
Es gibt keine Nation, der man einen ebenso leichtfertigen Umgang mit Massenvernichtungswaffen unterstellen kann, wie den USA.
Für den amerikaner scheinen Menschen anderer Nationen nicht mehr real zu existieren, der Unterschied zu einem Videospiel scheint nicht mehr wahrgenommen werden zu können.
Das beleget nicht nur das jüngste Video zu "Crazy Horse". Auch der Einsatz der Drohnen in Pakistan mitsamt der Amerikaner, die per "Videospiel" töten, belegt den Realitätsverlust der amerikansichen Gesellschaft in der Welt.
@Blixten
Den wiederholten Einsatz der Atombombe im 2. Weltkrieg darf man auf keinen Fall entschärfen, auch nicht nach 65 Jahren.
Man darf nicht vergessen, dass der Einsatz in beiden Fällen nicht gegen militärische, sondern gegen zivile Ziele gerichtet sind. Die Folgen für die Bevölkerung waren katastrophal, bitte rufen sie sich die Bilder in Erinnerung. Die schlimmsten Bombenangriffe des 2. Weltkriegs waren lächerlich im Vergleich zu Hiroshima oder Nagasaki.
Man darf auch nicht vergessen, dass niederträchtige und menschenverachtende Gründe der Vergeltung für den Abwurf mitentschieden haben. Es gab keine militärische Notwendigkeit für den Einsatz, Japan stand schon davor kurz vor der Kapitulation.
Der Vergeltungsaspekt wiederholt sich in der amerikanischen Kriegsgeschichte unzhählbar bis heute, und das auf allen Ebenen des Militärs und der Politik.
Es gibt keine Nation, der man einen ebenso leichtfertigen Umgang mit Massenvernichtungswaffen unterstellen kann, wie den USA.
Für den amerikaner scheinen Menschen anderer Nationen nicht mehr real zu existieren, der Unterschied zu einem Videospiel scheint nicht mehr wahrgenommen werden zu können.
Das beleget nicht nur das jüngste Video zu "Crazy Horse". Auch der Einsatz der Drohnen in Pakistan mitsamt der Amerikaner, die per "Videospiel" töten, belegt den Realitätsverlust der amerikansichen Gesellschaft in der Welt.
ehrlich gesagt habe ich angst vor diesem volk, dessen kontinent sich recht spät aus dem meer erhoben hat und hoffentlich auch als erster wieder im meer verschwindet. schade um kanada.
wie kann man die gesamte menscheit mit waffen der vernichtung bedrohen, und das auch noch witzig finden?
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