Venezuela: Dem sozialistischen Ölland geht der Strom aus
Venezuela ist mit Erdölvorkommen gesegnet. Dennoch leidet das Land unter einer Energiekrise. Für Staatschef Chávez könnte das gefährlich werden. Von T. Wagner, Caracas
Auf seinem Schreibtisch hat Jesus Sucre Fischdosen gestapelt. "Thunfisch", "Sardinen", "Holzmakrelen" steht auf den bunten Etiketten in Spanisch geschrieben. Sucre ist Besitzer und Präsident von Isalca, einem mittelständischen Fischverarbeiter in der ostvenezolanischen Küstenstadt Carúpano. 120 Tonnen Fisch verarbeitet das Familienunternehmen in Normalzeiten am Tag. Momentan schafft es nur 30 Tonnen.
Der Grund: Dem Ölland Venezuela geht der Strom aus. Der linkspopulistische Staatschef Hugo Chávez hat den Energienotstand ausgerufen. Und rationierte den Strom – für Privathaushalte wie für Industriebetriebe. Im ganzen Land gehen jeden zweiten Tag je nach Ort für drei bis sechs Stunden die Lichter aus.
Unternehmer Sucre hat sich einen riesigen Dieselgenerator gekauft, mit dem sich seine Firma vom staatlichen Stromnetz abkoppeln kann. Was er nicht voraussah: Die Firma, von der er die Blechdosen bezieht, fuhr wegen der Stromsperren die Produktion herunter. Sucre hat nun reichlich Fisch auf Lager, aber keine Behältnisse mehr. In der Fabrikhalle, in der in weiße Schürzen gekleidete Frauen den Fisch in die Dosen stopfen, stehen fünf von sechs Fließbändern still. 50 Mitarbeiter schickte Isalca nach Hause.
Venezuelas Haupstadt Caracas blieb von den landesweiten Stromsperren bislang verschont. Vor allem deshalb, weil wütende Bürger der 6-Millionen-Metropole auf die Straße gingen. Die Regierung ließ sich etwas anderes einfallen: Sie schrieb alle Unternehmen im Haupstadtdistrikt an und forderte sie auf, 20 Prozent ihres Stromkonsums zu senken. Die größten "Stromsünder", die diese Marke nicht einhielten, mussten einen Tag lang zwangsschließen.
Der Unternehmerverband Fedecamaras schlug als Alternative einen zusätzlichen wöchentlichen Ruhetag vor, an dem die Mitarbeiter zu Hause bleiben. Die Verluste schätzt Fedecamaras-Chef Noel Álvarez auf 2,56 Milliarden Bolivares Fuertes (rund 595 Millionen Euro) am Tag.
Wie der produktive Sektor leidet die gesamte Bevölkerung Venezuelas. Mittagszeit in Cariaco, einem verschlafenen Städtchen etwa eine halbe Stunde von Carúpano gelegen. Pünktlich um zwölf Uhr mittags gehen die Lichter aus. Der Fernseher schaltet auf Schwarz. Gladys Jofre ist nicht überrascht. "So geht das bei uns jeden zweiten Tag", sagt die pensionierte Ex-Lehrerin. Die Pumpen in dem Stausee, aus dem Cariaco sein Wasser bezieht, werden elektrisch betrieben. Wenn der Strom ausfällt, fließt auch kein Tropfen Wasser mehr in Gladys Haus.
"Wir sammeln vorher das Wasser in Töpfen und anderen Behältern", sagt die Hausfrau. "Aber klar, Du kannst kein elektrisches Gerät benutzen, Computer und Fernseher funktionieren nicht. Es ist dann wie ein verlorener Tag, an dem alle Aktivitäten stillstehen."
Venezuela deckt 70 Prozent seines Strombedarfs aus den Kraftwerken an dem riesigen Stausee Guri im südlichen Bundesstaat Bolivar. Neben dem Wasser verfügt das Land über mehr als ausreichend Öl- und Gasvorräte, Wind und Sonne. Wieso also die Energiekrise? Staatschef Chávez schiebt El Nino den Schwarzen Peter zu: Das Klimaphänomen habe eine Dürreperiode in Venezuela verursacht. Guri sei überlastet, argumentiert Chávez.
Die Fachleute kann er damit nicht überzeugen. Sie sehen die Krise als hausgemacht an. "Guri hat bei normaler Auslastung genügend Wasser für drei Dürrejahre", sagt José Manuel Aller, Spezialist für Energietechnik an der Universität Simon Bolivar in Caracas. "Das Problem ist, dass die Regierung seit acht Jahren nicht in alternative Kraftwerke investiert und die bestehende Infrastruktur nicht gewartet hat", sagt Aller.
Ein besonders abschreckendes Beispiel ist das Gaskraftwerk Planta Centro im Bundesstaat Carabobo, das statt geplanter 2000 Megawatt nur 700 Megawatt bereitstellt. "Seit sieben Jahren wird versucht, eine der Turbinen zu reparieren. Zum Vergleich: Der Bau des Kraftwerks hat gerade mal drei Jahre gebraucht." Die Heizöl- und Gaskraftwerke, nach der Wasserkraft zweite wichtige Stromquelle Venezuelas, sind so heruntergekommen, dass sie 2008 gerade noch 62 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität lieferten.
Offiziell habe die Regierung Chávez seit ihrem Machtantritt 1999 35 Milliarden Dollar in das Stromnetz gesteckt. "Doch die Bauten existieren nicht. Wir wissen schlichtweg nicht, was mit dem Geld passiert ist", sagt Aller. "Venezuela gehörte im Bereich der Stromversorgung bis Mitte der neunziger Jahre zur internationalen Spitze. Heute liegen wir dagegen auf einem Niveau mit Ländern der Dritten Welt."
Für Chávez kommt der Notstand im Energiesektor zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Seine Popularität sinkt. Im September wird ein neues Parlament gewählt. Seine sozialistische Einheitspartei PSUV muss um ihre absolute Mehrheit bangen.
Der Notstand hätte bereits 2008 ausgerufen werden müssen, als die heimischen Stromversorger erstmals nicht mehr die Nachfrage decken konnten, sagt Aller. Die Regierung habe aber stattdessen das Problem versteckt, indem sie in verschiedenen Landesteilen ohne Bekanntmachung immer wieder den Strom abschaltete und so die Bevölkerung einer inoffiziellen Rationierung unterwarf. Erst als Experten sich zu Wort meldeten, habe Chávez die Krise öffentlich eingestanden, kritisiert Aller.
Nach dem Machtwort des Präsidenten grast die venezolanische Regierung den Weltmarkt nach sofort verfügbaren Kraftwerken ab. Und kauft, wenn es sein muss, auch beim Klassenfeind. Der US-Gigant General Electric wird zwei Wärmekraftwerke im Wert von 600 Millionen Dollar liefern mit einer Leistung von jeweils 160 Megawatt, die innerhalb von nur zwei Jahren ans Netz gehen können. Kuba hat Dutzende von mit Diesel betriebenen Mini-Kraftwerken geschickt, die in einen Container passen und quasi über Nacht betriebsbereit sind.
Die staatlich verordneten Stromabschaltungen für die privaten Haushalte entpuppen sich freilich als Aktionismus. "Die Rationierung hilft nicht, Energie zu sparen. Stattdessen verlagert sich der Verbrauch auf die Stunden, in denen der Strom lauft", sagt Aller.
Sogar die Osterferien verlängerte Chávez um drei Tage, angeblich um den Stromverbrauch zu reduzieren. Sein Ziel, die Krise noch vor der Wahl im September aus der Welt zu schaffen, wird er freilich nicht erreichen. Die Venezolaner müssen sich 2011 sogar auf noch mehr Stromausfälle einstellen. "Dieses Jahr war noch nicht das schlimmste", sagt Aller. "Die Krise wird sich nächstes Jahr noch verstärken, denn die von der Regierung versprochenen Investitionen werden frühestens Ende 2012 umgesetzt sein."
Immer mehr Venezolaner wie Gladys Jofre fühlen sich an die Lebensumstände auf Kuba erinnert, wo der neue starke Mann Raúl Castro im vergangenen Jahr den Strom bis zu fünf Stunden täglich abschalten ließ.
Und noch in einem anderen Punkt verdeutlicht die Energiekrise, wie die Verhältnisse in Venezuela sich immer mehr der kommunistisch regierten Karibikinsel angleichen: Anders als Fischunternehmer Jesus Sucre wollten andere Betriebe keine Anfragen zum Thema beantworten. Sie fürchten die Repressalien des Staates.







Chávez soll von Russland Waffen für über 5 Milliarden Dollar bestellt haben. 2004 hat er 4 Milliarden Dollar für russische Waffen ausgegeben http://de.reuters.com/art... Da wird Chávez gefährlich.
die Süddeutsche schreibt etwas anderes über die Geschäfte mit Russland. Es soll mit russischer Hilfe ein Atomkraftwerk gebaut werden und im Orinoco-Becken sollen russische Energiekonzerne ein Ölfeld erschließen. http://www.sueddeutsche.d...
Aber Militärhubschrauber werden auch gekauft.
Acht kolumbianische "Stromspione" sind verhaftet worden schreibt die NZZ http://www.nzz.ch/nachric...
die Süddeutsche schreibt etwas anderes über die Geschäfte mit Russland. Es soll mit russischer Hilfe ein Atomkraftwerk gebaut werden und im Orinoco-Becken sollen russische Energiekonzerne ein Ölfeld erschließen. http://www.sueddeutsche.d...
Aber Militärhubschrauber werden auch gekauft.
Acht kolumbianische "Stromspione" sind verhaftet worden schreibt die NZZ http://www.nzz.ch/nachric...
das passiert wenn der staat versucht die wirtschaft an sich zu reissen. egal ob iran, venezuella oder russland. ueberall, wo der staat sich zu sehr einmischt, geht die wirtschaft runter. auch in der weltwirtschaftkrise haben diese laender mehr gelitten, als die westliche welt.
man kann dagegen nichts machen. die wirtschaft blueht nur dort, wo sie sich selbst regelt. der staat muss zwar alles ueberwachen um missbrauch zu vermeiden, aber eben nicht vorschreiben was zu tun ist.
Und warum?
Warum ist in Venezuela nach Chavez' Regierungsübernahme die Wirtschaft eingebrochen? Da gibt es zwei Faktoren:
1. Aufgrund eines kriminellen Sabotageaktes der Unternehmergewerkschaft 2002, der die ölförderung, Haupteinnahmequelle Venezuelas, lahmlegte und bis heute beeinträchtigt.
2. Aufgrund des Abzugs von Milliarden von Dollar, da Venezuela als Finanzanlageplatz und als Produktionsstätte mit südamerikatypischen Hungerlöhnen unattraktiv geworden ist.
Nun kann man zwei Schlüsse ziehen:
1. Man privatisiert wieder öl und Staatswesen, zieht Ausländische Gelder und ausgewanderte Grossunternehmer an, und nimmt 80% Armut und perspektivisch Elend sowie das Diktat der Wirtschaft, die die Armen verhungern lässt, in Kauf
2. Man nimmt den Wirtschaftseinbruch hin – der ja nun auch nicht das Land lahmgelegt hat – und arbeitet auf sozial gerechte Entwicklung und Reichtumsverteilung hin. Vielleicht mit geringerem Wachstum. Aber mit Wachstum für alle.
Sicher haben gerechtere Wirtschaftsmodelle mit dem über Konkurrenz gesteigerten Hass der Multinationalen und Kapitalinteressen zu kämpfen und wachsen langsamer. Aber übersehen Sie nicht, weshalb Chavez ist, wo er ist: aufgrund des Neoliberalismus des Carlos Andres Perez. Der hat die Armut explodieren lassen. Wollen wir das wirklich hinnehmen?
...geht die wirtschaft runter."
z.B. China.
Und warum?
Warum ist in Venezuela nach Chavez' Regierungsübernahme die Wirtschaft eingebrochen? Da gibt es zwei Faktoren:
1. Aufgrund eines kriminellen Sabotageaktes der Unternehmergewerkschaft 2002, der die ölförderung, Haupteinnahmequelle Venezuelas, lahmlegte und bis heute beeinträchtigt.
2. Aufgrund des Abzugs von Milliarden von Dollar, da Venezuela als Finanzanlageplatz und als Produktionsstätte mit südamerikatypischen Hungerlöhnen unattraktiv geworden ist.
Nun kann man zwei Schlüsse ziehen:
1. Man privatisiert wieder öl und Staatswesen, zieht Ausländische Gelder und ausgewanderte Grossunternehmer an, und nimmt 80% Armut und perspektivisch Elend sowie das Diktat der Wirtschaft, die die Armen verhungern lässt, in Kauf
2. Man nimmt den Wirtschaftseinbruch hin – der ja nun auch nicht das Land lahmgelegt hat – und arbeitet auf sozial gerechte Entwicklung und Reichtumsverteilung hin. Vielleicht mit geringerem Wachstum. Aber mit Wachstum für alle.
Sicher haben gerechtere Wirtschaftsmodelle mit dem über Konkurrenz gesteigerten Hass der Multinationalen und Kapitalinteressen zu kämpfen und wachsen langsamer. Aber übersehen Sie nicht, weshalb Chavez ist, wo er ist: aufgrund des Neoliberalismus des Carlos Andres Perez. Der hat die Armut explodieren lassen. Wollen wir das wirklich hinnehmen?
...geht die wirtschaft runter."
z.B. China.
Welch freuliche Ausgewogenheit der ZEIT, dass sie nach Artikeln über das Alfabetisierungsprogramm Mission Robinson, dem Gesundheitsprogramm Barrio Adentro, der Nahrungsmittelsicherung Mercal, der Errichtung der staatlichen Universität, der Bodenreform über bisher BRACHLIEGENDE Flächen fruchtbaren Landes, Einführung dezenter Mindestlöhne, einem Versuch einer wirklich dem Volk entspringenden partizipatorischen Demokratie, Subventionierung vom Öl- und Strompreis (was, verdammt, auch zu dessen Nutzung eingeladen hat) etc. etc. nun auch die - ja wie in jedem Staat - existenten Probleme thematisiert.
Schliesslich lesen wir ja auch über die Versorgungsprobleme Perus, Kolumbiens, Uruguays, Honduras', Guatemalas, Argentieniens...
Über die Aufrüstung von 20 000 US-Soldaten direkt an der Venezolanischen Grenze.
Ich will festhalten: die Waffenausgaben finde ich untolerierbar.
Genauso wenig hinzunehmen ist aber diese Stimmungsmache gegen Chavez in der ZEIT.
Und warum?
Warum ist in Venezuela nach Chavez' Regierungsübernahme die Wirtschaft eingebrochen? Da gibt es zwei Faktoren:
1. Aufgrund eines kriminellen Sabotageaktes der Unternehmergewerkschaft 2002, der die ölförderung, Haupteinnahmequelle Venezuelas, lahmlegte und bis heute beeinträchtigt.
2. Aufgrund des Abzugs von Milliarden von Dollar, da Venezuela als Finanzanlageplatz und als Produktionsstätte mit südamerikatypischen Hungerlöhnen unattraktiv geworden ist.
Nun kann man zwei Schlüsse ziehen:
1. Man privatisiert wieder öl und Staatswesen, zieht Ausländische Gelder und ausgewanderte Grossunternehmer an, und nimmt 80% Armut und perspektivisch Elend sowie das Diktat der Wirtschaft, die die Armen verhungern lässt, in Kauf
2. Man nimmt den Wirtschaftseinbruch hin – der ja nun auch nicht das Land lahmgelegt hat – und arbeitet auf sozial gerechte Entwicklung und Reichtumsverteilung hin. Vielleicht mit geringerem Wachstum. Aber mit Wachstum für alle.
Sicher haben gerechtere Wirtschaftsmodelle mit dem über Konkurrenz gesteigerten Hass der Multinationalen und Kapitalinteressen zu kämpfen und wachsen langsamer. Aber übersehen Sie nicht, weshalb Chavez ist, wo er ist: aufgrund des Neoliberalismus des Carlos Andres Perez. Der hat die Armut explodieren lassen. Wollen wir das wirklich hinnehmen?
ach ja und was ist mit zensur, staatliche kontrolle aller medien, unterdrueckung der opposition und meinungsfreiheit, schliessung regierungkrietischer sender. ist das alles auch noetig um die wirtschaft aufrechtzuerhalten. es gibt diesen muster ueberall. in venezuella, iran, russland usw. das haengt damit zusammen, dass die sozialisten anstatt die armut zu bekaempfen, sie verteilen. sie kaempfen gegen die reichen, anstatt den armen zu helfen.
"Warum ist in Venezuela nach Chavez' Regierungsübernahme die Wirtschaft eingebrochen?"
Weil er's nicht bringt, der Hugo. Ganz einfach. Der Mann hat von Ökonomie keine Ahnung, betreibt eine ausufernde Vetternwirtschaft und hat außer populistischen Sprüchen nicht viel zu bieten.
"Da gibt es zwei Faktoren:
1. Aufgrund eines kriminellen Sabotageaktes der Unternehmergewerkschaft 2002, der die ölförderung, Haupteinnahmequelle Venezuelas, lahmlegte und bis heute beeinträchtigt.
2. Aufgrund des Abzugs von Milliarden von Dollar, da Venezuela als Finanzanlageplatz und als Produktionsstätte mit südamerikatypischen Hungerlöhnen unattraktiv geworden ist."
Na klar: daß die Rezeptlein und Sprüchlein nicht funktionieren, liegt natürlich nicht daran, daß sie kaputt sind. Dafür kann immer nur eine bösartige Verschwörung der Kapitalisten (neudeutsch: der Neoliberalen) verantwortlich sein.
Tipp: daß es in Ihren Kopf nicht hineinwill, daß Kollektivismus nicht funktioniert, ändert nichts an der schlichten Tatsache, daß es so ist.
ach ja und was ist mit zensur, staatliche kontrolle aller medien, unterdrueckung der opposition und meinungsfreiheit, schliessung regierungkrietischer sender. ist das alles auch noetig um die wirtschaft aufrechtzuerhalten. es gibt diesen muster ueberall. in venezuella, iran, russland usw. das haengt damit zusammen, dass die sozialisten anstatt die armut zu bekaempfen, sie verteilen. sie kaempfen gegen die reichen, anstatt den armen zu helfen.
"Warum ist in Venezuela nach Chavez' Regierungsübernahme die Wirtschaft eingebrochen?"
Weil er's nicht bringt, der Hugo. Ganz einfach. Der Mann hat von Ökonomie keine Ahnung, betreibt eine ausufernde Vetternwirtschaft und hat außer populistischen Sprüchen nicht viel zu bieten.
"Da gibt es zwei Faktoren:
1. Aufgrund eines kriminellen Sabotageaktes der Unternehmergewerkschaft 2002, der die ölförderung, Haupteinnahmequelle Venezuelas, lahmlegte und bis heute beeinträchtigt.
2. Aufgrund des Abzugs von Milliarden von Dollar, da Venezuela als Finanzanlageplatz und als Produktionsstätte mit südamerikatypischen Hungerlöhnen unattraktiv geworden ist."
Na klar: daß die Rezeptlein und Sprüchlein nicht funktionieren, liegt natürlich nicht daran, daß sie kaputt sind. Dafür kann immer nur eine bösartige Verschwörung der Kapitalisten (neudeutsch: der Neoliberalen) verantwortlich sein.
Tipp: daß es in Ihren Kopf nicht hineinwill, daß Kollektivismus nicht funktioniert, ändert nichts an der schlichten Tatsache, daß es so ist.
ach ja und was ist mit zensur, staatliche kontrolle aller medien, unterdrueckung der opposition und meinungsfreiheit, schliessung regierungkrietischer sender. ist das alles auch noetig um die wirtschaft aufrechtzuerhalten. es gibt diesen muster ueberall. in venezuella, iran, russland usw. das haengt damit zusammen, dass die sozialisten anstatt die armut zu bekaempfen, sie verteilen. sie kaempfen gegen die reichen, anstatt den armen zu helfen.
Seit wann genau sind in Rußland und dem Iran denn bitte "Sozialisten" an der Macht? Schauen Sie gelegentlich auch mal Nachrichten? Ultravereinfachende Erklärungsmodelle wie das Ihre sollten jeden auch nur ein bisschen kritischen Geist mißtrauisch machen.
Nach meiner Kenntnis steht die grosse Mehrheit der stets verhandenen privaten Medien - und das schreibt sogar die ZEIT - in lautstarker Opposition zur Regierung Chavez'.
So viel zu staatlicher Kontrolle aller Medien. Nun wurden Sender geschlossen, und da bin ich ebenso besorgt wie Sie. Nur muss man auch zugeben, dass einige Sender den Putsch vom April 2002 nicht nur unterstützt, sondern aktiv mitgewirkt haben. Auch in der BRD hätte man gegen diese Sender Strafen verhängt.
Dass sich Armut, Analfabetismus und Gesundheitsversorgung der Armen verbessert haben, ist allerdings ein Fakt. Und ich finde ihn bemerkenswert.
Aber ich will eben nicht "in einer Märchenstunde" alles schönreden. Man muss Probleme, Senderschliessungen, usw. thematisieren. Aber bitte doch ausgewogen.
Wie hoch war denn der Analfabetismus im Neoliberalismus? Die Kindersterblichkeitsrate? Die Nahrungsmittelpreise und Unterversorgung der Armen?
Man muss doch die Alternativen sehen: Venezuela mit Chavez oder Venezuela ohne Chavez (etwa mit dem neoliberalen Perez). Ich denke, Venezuela ist mit Chavez besser dran. Die Zahlen etwa des Human Development Index belegen das.
Seit wann genau sind in Rußland und dem Iran denn bitte "Sozialisten" an der Macht? Schauen Sie gelegentlich auch mal Nachrichten? Ultravereinfachende Erklärungsmodelle wie das Ihre sollten jeden auch nur ein bisschen kritischen Geist mißtrauisch machen.
Nach meiner Kenntnis steht die grosse Mehrheit der stets verhandenen privaten Medien - und das schreibt sogar die ZEIT - in lautstarker Opposition zur Regierung Chavez'.
So viel zu staatlicher Kontrolle aller Medien. Nun wurden Sender geschlossen, und da bin ich ebenso besorgt wie Sie. Nur muss man auch zugeben, dass einige Sender den Putsch vom April 2002 nicht nur unterstützt, sondern aktiv mitgewirkt haben. Auch in der BRD hätte man gegen diese Sender Strafen verhängt.
Dass sich Armut, Analfabetismus und Gesundheitsversorgung der Armen verbessert haben, ist allerdings ein Fakt. Und ich finde ihn bemerkenswert.
Aber ich will eben nicht "in einer Märchenstunde" alles schönreden. Man muss Probleme, Senderschliessungen, usw. thematisieren. Aber bitte doch ausgewogen.
Wie hoch war denn der Analfabetismus im Neoliberalismus? Die Kindersterblichkeitsrate? Die Nahrungsmittelpreise und Unterversorgung der Armen?
Man muss doch die Alternativen sehen: Venezuela mit Chavez oder Venezuela ohne Chavez (etwa mit dem neoliberalen Perez). Ich denke, Venezuela ist mit Chavez besser dran. Die Zahlen etwa des Human Development Index belegen das.
Verehrter Catrachito,
Wenn Sie behaupten in Kolumbien gaebe es Stromknappheit so sind Sie einer Ente aufgesessen. Uns trifft der el niño ebenso wie Venezuela, aber im Gegensatz zur bolivarianischen Republik laufen unsere Gaskraftwerke einwandfrei um den el niño-Effekt aufzufangen. Alles, was in Kolumbien zu merken ist, ist dass der Gaspreis um fast 100% gestiegen ist. Uebrigens liefert Kolumbien zudem seit Januar nahezu 100% des ecuadorianischen Strombedarfs und seit April sogar an Venezuela.
Ausserdem wuerde mich interessieren wo 20.000 US-Soldaten an Venezuelas Grenzen aufmarschieren.
Zum Wirtschaftsverstaendnis Ihres Freundes, des baldigen Diktators Venezuelas (naemlich wenn er die naechsten Wahlen verliert) moechte ich folgende Geschichte erzaehlen. Da gab es ein Brudervolk Venezuelas Kolumbianer genannt und seit jeher gab es engste Wirtschaftskontakte zwischen den beiden Voelkern. Bis man in sich Miraflores beleidigt fuehlte und die Grenzen unilateral fuer jeglichen Wirschaftsverkehr schloss. Wissen Sie was die boesen Kolumbianer jetzt machen? Sie schicken die Gueter, welche vormals direkt geliefert wurden, nun nach Peru, Honduras, Guatemala etc. wo sie umgeladen werden und zum doppelten Preis nach Venezuela gelangen, da Chavez ja bereit ist das doppelte zu zahlen wenn es nur nicht aus dem boesen Kolumbien kommt. Dumm nur dass die Kolumbianer sich daran jetzt dumm und dusselig verdienen..
Dass die USA ihre Militärpräsenz in Kolumbien seit Chavez' Regierungsantritt stetig ausbauen und Chavez eben daher Angst vor Krieg hat, kann man ja überall nachlesen.
Ich wollte dagegen nie behaupten, Kolumbien habe konkret Stromknappheit. Aber Sie werden nicht leugnen, dass es diese Probleme in mehreren zentral- und südamerikanischen Ländern gibt.
Und hier ist eben das Problem: man (deutscher Mainstream, und dazu gehört leider auch immer mehr die ZEIT) redet nicht darüber. Stromengpässe? Man hört nur von Venezuela. Und hier gleich mehrfach. Und wenn man dann über Venezuela redet, dann immer nur über die Probleme. Schauen Sie sich doch mal die Stimmung an, die die Links zum Thema Venezuela erzeugen.
Das ist das, was ich bedaure. Ich will Chavez nicht hochloben. Ich will eine fundierte Diskussion. Dazu gehören Senderschliessungen und Populismus. Aber auch Mission Robinson, Analfabetismus, Barrio Adentro, Human Development Index.
Aber in Venezuela gibt es nur Stromengpässe.
Dass die USA ihre Militärpräsenz in Kolumbien seit Chavez' Regierungsantritt stetig ausbauen und Chavez eben daher Angst vor Krieg hat, kann man ja überall nachlesen.
Ich wollte dagegen nie behaupten, Kolumbien habe konkret Stromknappheit. Aber Sie werden nicht leugnen, dass es diese Probleme in mehreren zentral- und südamerikanischen Ländern gibt.
Und hier ist eben das Problem: man (deutscher Mainstream, und dazu gehört leider auch immer mehr die ZEIT) redet nicht darüber. Stromengpässe? Man hört nur von Venezuela. Und hier gleich mehrfach. Und wenn man dann über Venezuela redet, dann immer nur über die Probleme. Schauen Sie sich doch mal die Stimmung an, die die Links zum Thema Venezuela erzeugen.
Das ist das, was ich bedaure. Ich will Chavez nicht hochloben. Ich will eine fundierte Diskussion. Dazu gehören Senderschliessungen und Populismus. Aber auch Mission Robinson, Analfabetismus, Barrio Adentro, Human Development Index.
Aber in Venezuela gibt es nur Stromengpässe.
...geht die wirtschaft runter."
z.B. China.
Naja, in China geht es eigentlich auch erst wieder aufwärts, seit der Staat sich aus der Wirtschaft zunehmend ausmischt.
Naja, in China geht es eigentlich auch erst wieder aufwärts, seit der Staat sich aus der Wirtschaft zunehmend ausmischt.
"Warum ist in Venezuela nach Chavez' Regierungsübernahme die Wirtschaft eingebrochen?"
Weil er's nicht bringt, der Hugo. Ganz einfach. Der Mann hat von Ökonomie keine Ahnung, betreibt eine ausufernde Vetternwirtschaft und hat außer populistischen Sprüchen nicht viel zu bieten.
"Da gibt es zwei Faktoren:
1. Aufgrund eines kriminellen Sabotageaktes der Unternehmergewerkschaft 2002, der die ölförderung, Haupteinnahmequelle Venezuelas, lahmlegte und bis heute beeinträchtigt.
2. Aufgrund des Abzugs von Milliarden von Dollar, da Venezuela als Finanzanlageplatz und als Produktionsstätte mit südamerikatypischen Hungerlöhnen unattraktiv geworden ist."
Na klar: daß die Rezeptlein und Sprüchlein nicht funktionieren, liegt natürlich nicht daran, daß sie kaputt sind. Dafür kann immer nur eine bösartige Verschwörung der Kapitalisten (neudeutsch: der Neoliberalen) verantwortlich sein.
Tipp: daß es in Ihren Kopf nicht hineinwill, daß Kollektivismus nicht funktioniert, ändert nichts an der schlichten Tatsache, daß es so ist.
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