Der 54-jährige Garzón habe vom Chefankläger des Tribunals in Den Haag, Luis Moreno Ocampo, das Angebot erhalten, zunächst für sieben Monate als dessen Berater zu arbeiten, hieß es aus Justizkreisen in Madrid. In Spanien sind mehrere Ermittlungsverfahren gegen Garzón anhängig. Die Justiz legt dem Richter unter anderem zur Last, mit seinen Untersuchungen zu Verbrechen der Franco-Diktatur (1939-1975) seine Befugnisse überschritten und das Recht gebeugt zu haben. Bei einem Schuldspruch droht dem berühmtesten spanischen Richter ein 20-jähriges Berufsverbot. 

Der renommierte Richter hatte die umstrittenen Ermittlungen auf Druck der Staatsanwaltschaft eingestellt. Die politische Linke in Spanien sieht in den Verfahren ein Kesseltreiben rechtsgerichteter Kreise gegen Garzón. Ende April unterstützten Tausende Demonstranten sein Vorgehen zur juristischen Aufarbeitung der Franco-Diktatur.

1998 hatte Garzón die Festnahme des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet bewirkt und sich damit weltweit einen Namen als "Tyrannenjäger" gemacht. Der Strafgerichtshof in Den Haag verfolgt länderübergreifend Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.