Afghanistan Taliban greifen Nato-Stützpunkt an
Mit Raketen haben Taliban-Kämpfer die wichtigste Militär-Basis in Kandahar beschossen. Mehrere Menschen wurden verletzt. In den letzten Tagen häuften sich die Attacken.
© Nikola Solic/Reuters

Zivilisten und Soldaten sitzen während des Taliban Angriffs in Kandahar in einem Schutzraum
Talibankämpfer haben am Samstag den wichtigsten Stützpunkt der Nato-Truppen im Süden Afghanistans angegriffen. Bei der Raketenattacke auf die Basis in Kandahar wurden mehrere Nato-Soldaten und Zivilisten verletzt, teilte das Militärbündnis mit. Fünf Raketen seien auf das Lager abgefeuert worden.
Mehrere Rebellen hätten versucht, von Norden her in den Stützpunkt einzudringen, seien aber von Soldaten abgewehrt worden. Der Stützpunkt Kandahar ist ein wichtiger Flugplatz der internationalen Truppen. Er liegt am Rande der Stadt, der drittgrößten des Landes.
Erst am Mittwoch hatten zwischen 30 und 40 Taliban Bagram bei Kabul, den größten Nato-Stützpunkt in Afghanistan angegriffen . Bei dem Angriff wurden 16 Aufständische und ein amerikanischer Zivilist getötet. Ebenso starben nach Angaben der Nato zehn Taliban-Kämpfer. Einen Tag zuvor hatte ein Selbstmordattentäter einen Nato-Militärkonvoi in der Hauptstadt Kabul angegriffen. Dabei starben zwölf afghanische Zivilisten und sechs Nato-Soldaten. Die Talibanführung hatte vor kurzem angekündigt, den Kampf gegen die Truppen im Land zu verstärken.
Frankreich hatte zuvor mitgeteilt, ein französischer und ein niederländischer Soldat sowie ein afghanischer Übersetzer seien durch einen Sprengsatz ums Leben gekommen. Ort und Zeitpunkt nannte die Regierung nicht.
Ein Anschlag einer Gruppe von Aufständischen in der östlichen Provinz Paktia nahe der pakistanischen Grenze konnte vereitelt werden. "Zwei Aufständische wurden im Bezirk Zurmat erschossen, als sie versuchten, eine Bombe am Straßenrand zu deponieren", sagte der Vize-Polizeichef Dastagir Rostamyar. Zehn weitere Kämpfer, die den Attentätern helfen wollten, seien bei einem anschließenden Luftschlag der Nato ums Leben gekommen. Die Behörden rechneten alle Opfer den Taliban zu.
- Datum 23.05.2010 - 09:16 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
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