Afghanistan Tote bei Terroranschlag in Kabul

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat ein Selbstmordattentäter mindestens 18 Menschen getötet. Unter den Opfern sind Nato-Soldaten und Zivilisten.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ein Selbstmordattentäter hatte sich in einem Auto im morgendlichen Berufsverkehr in die Luft gesprengt. Wie die Internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf mitteilte, wurden neben Zivilisten auch sechs Nato-Soldaten getötet und mehrere verletzt. Deutsche Soldaten waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen.

Der Sprengsatz explodierte in der Nähe eines Konvois von Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf unweit des Militärcamps Julien, in dem eine Akademie zur Aufstandsbekämpfung untergebracht ist. Dort seien amerikanische und afghanische Soldaten stationiert, sagte ein Isaf-Sprecher. Der Wagen des Attentäters sei "vermutlich vollgepackt" gewesen mit Sprengstoff.

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Laut afghanischem Innenministerium starben auch zwölf Zivilisten. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, sagte ein Sprecher.

Ein Arzt hatte zuvor von mehr als 20 Toten gesprochen. Viele Opfer waren offenbar in einem Bus in der Nähe unterwegs, als die Bombe im Westen Kabuls detonierte.

Den letzten schweren Zwischenfall in Kabul hatte es vor knapp drei Monaten gegeben. Am 26. Februar griff ein Selbstmordkommando der Taliban im Zentrum der afghanischen Hauptstadt ein Hotel und zwei Gästehäuser an und tötete 17 Menschen. Unter den Toten waren mehrere Inder und ein Franzose.

Taliban-Kämpfer griffen am Dienstag in Nordafghanistan erneut die Bundeswehr an. Nach Bundeswehrangaben feuerten die Extremisten etwa fünf Kilometer westlich des Regionalen Wiederaufbauteams in Kundus "mit Handwaffen und vermutlich Panzerabwehrwaffen" auf die Deutschen. Soldaten wurden nicht verwundet. 

Am 29. Mai soll in Kabul eine sogenannte Friedens-Dschirga beginnen. Auf der dreitägigen Ratsversammlung will sich Präsident Hamid Karsai breite Unterstützung der Bevölkerung für seinen Versöhnungskurs mit den Taliban sichern. Die Aufständischen machen allerdings den Abzug aller ausländischen Truppen zur Voraussetzung für Gespräche, was Karsai strikt ablehnt.

 
Leser-Kommentare
  1. Nun beteiligen sich die Taliban schon am Lehrprogramm der US-Akademie für Aufstandsbekämpfung in Kabul. Eine Einheit dieser Institution war Opfer des jüngsten Anschlags. Satiriker könnten von Zusammenarbeit in Lehre und Forschung sprechen.
    Kosumenten dieser Nachricht finden nur bestätigt, dass die Marionette Karsai nicht mal in Kabul regiert.

    • k2
    • 18.05.2010 um 16:49 Uhr

    darf man dies den Afghanen empfehlen?
    Eine Symbolkraft! Camp Julien: Wurde
    nicht hier von mir der Anfang&Beginn
    des "Rückzuges" der Kanadier gemacht?
    Richard Hillier hatte ich lange Zeit
    ohne Erfolg niederzuringen versucht:
    Doch dazu liest man nur in Palistan.

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