Gaza-Hilfskonvoi Schicksal der deutschen Marmara-Aktivisten ungewiss

"Pax Christi" und "Internationale Ärzte gegen Atomkrieg" haben die Hilfsflotte für Gaza unterstützt. Sie sorgen sich um die fünf deutschen Abgesandten.

"Die israelische Regierung hat offensichtlich den Tod von Zivilisten billigend in Kauf genommen." Jens-Peter Steffen, Sprecher der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), übt am Montag bei einer improvisierten Pressekonferenz in Berlin scharfe Kritik an der gewaltsamen Stürmung durch die israelische Armee: "Das war ein völkerrechtswidriger Angriff." Die deutsche Bundesregierung müsse dies endlich "schärfstens" verurteilen.

Mindestens fünf Deutsche waren an Bord des vom israelischen Militär angegriffenen türkischen Hilfsgüterschiffs Marmara . Die deutschen Unterstützer der "Solidaritätsflotte" – die IPPNW, die katholische Friedensbewegung pax christi, die Palästinensische Gemeinde Deutschland sowie die Linkspartei – wollten die Welt  auf die "völkerrechtswidrige Blockade" des Gaza-Streifens aufmerksam machen und gleichzeitig die Bürger mit notwendigen Hilfsgütern versorgen.

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Seit Tagen bereits hatten die Aktivisten in Blogs und auf ihren Websites über das Vorhaben der "Solidaritätsflotte" berichtet – seit der Stürmung durch das Militär mit mindestens 19 Toten ist der Kontakt jedoch abgebrochen. Neben dem stellvertretenden IPPNW-Vorsitzenden Matthias Jochheim waren auch die beiden Bundestagsabgeordneten der Linksfraktion, Annette Groth und Inge Höger, an Bord der Marmara .

Außerdem fuhren der ehemalige Linkspartei-Abgeordnete Norman Paech sowie der deutsche Palästinenser Nader el Saqua von der Palästinensischen Gemeinde mit. Paech gab sich in einem Blog-Kommentar am Sonntagmorgen noch zuversichtlich. Es werde "die Information verbreitet, dass Israel seine 20 Meilen Zone auf 68 Meilen als militärische Sperrzone ausbreitet. Das kann uns nicht hindern, da wir keine militärischen, sondern ausschließlich humanitäre Güter transportieren und keine Gefahr für Israels Sicherheit darstellen", schrieb er. In der Nacht zu Montag wurde das Schiff gestürmt.

Der letzte Kontakt zur Linkspartei-Bundestagsabgeordneten Höger habe am Sonntagabend um 23.00 Uhr bestanden, sagte Linke-Vorstandsmitglied Christine Buchholz am Montag. Auf dem Handy seien die Aktivisten nun nicht mehr erreichbar. Buchholz forderte von Israel die "sofortige Freilassung sämtlicher Besatzungsmitglieder der Marmara ". Außerdem müsse die Bundesregierung reagieren: "Die türkische Regierung hat bereits deutliche Worte gefunden. Das war ein verbrecherischer Akt", betonte die friedenspolitische Sprecherin der Partei. Alle Organisatoren forderten außerdem eine unabhängige Untersuchung der Angriffe durch die UN-Kommission.

"Auf dem Schiff sind Menschen, die sich seit Jahren gewaltfrei für die Bürger im Gaza-Streifen einsetzen", zeigte sich die Generalsekretärin von pax christi, Christine Hoffmann, empört über das Vorgehen der Israelischen Regierung. Gleichzeitig verteidigte sie das Vorhaben der Aktivisten, die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Dies sei – trotz der vorherigen Warnungen des israelischen Militärs – legitim gewesen. "Wie sonst hätten die Hilfsgüter ankommen sollen?", fragte Hoffmann. Israel hat den Gaza-Streifen seit der Machtübernahme durch die radikalislamische Hamas im Jahr 2008 nahezu vollständig von der Außenwelt abgeriegelt.

Leser-Kommentare
  1. Die deutlich zu sehenden Schlagstöcke/Stangen habe ich mir dann wohl eingebildet. Immerhin waren die "Aktivisten" ja "unbewaffnet". Zudem dürfte ohnehin genug Material, was sich als Waffe gebrauchen läßt, auf einem Schiff zu finden sein. Wenn man Pistolen/Gewehre entreißt und benutzt, ist man natürlich auch unbewaffnet. Und Kontrollen stellen natürlich sicher, dass sich keine Messer an Bord befinden. Klappt ja, z.B. in Stadien, Discos, etc. auch immer hervorragend.

    Auch vertraut man die Hilfsgüter lieber der Terrororganisation Hamas an, als sie unter internationaler Aufsicht und Israels Genehmigung verteilen zu lassen.

    So lächerlich, dass man eigentlich nichts mehr dazu schreiben braucht.

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    • isipop
    • 31.05.2010 um 19:12 Uhr

    die haben da nix VER-LOOOR-EN! aus schluss fertig basta!

    Da haben sie es wieder mal geschafft ihren Kommentar (blind pro-israelisch) unter die ersten zu lancieren.

    Nochmal zu Erinnerung:
    Israel isoliert/besetzt völkerrechtswidrig diese Gebiete.

    Wieso sollte man jetzt Israel die Hilfgüter aushändigen woraufhin eh nur die Hälfte nach Gaza gelangt, weil die andere Hälfte auf der israelischen Blacklist stehen (darunter Baumaterial/med. Gerätschaften)?

    "So lächerlich, dass man eigentlich nichts mehr dazu schreiben braucht."
    Ich hoffe Sie nehmen sich beim Wort.

    Ps: Durch ständige Wiederholungen und nichtanerkennung von einfachen Kausalitäten nimmt sie eh keiner Ernst. Zumal viele Mitforisten wissen, wessen geistes Kind sie sind.

    Wenn Sie es so lächerlich finden weitere Kommentare zu schreiben, dann lassen Sie es doch für heute nachdem Sie sich den ganen Tag die Finger wund geschrieben haben. Da sind Menschen getötet worden, unschuldige Zivilisten falls Ihnen das entgangen ist. Wie wäre es mit ein bißchen Demut ?

    • isipop
    • 31.05.2010 um 19:12 Uhr

    die haben da nix VER-LOOOR-EN! aus schluss fertig basta!

    Da haben sie es wieder mal geschafft ihren Kommentar (blind pro-israelisch) unter die ersten zu lancieren.

    Nochmal zu Erinnerung:
    Israel isoliert/besetzt völkerrechtswidrig diese Gebiete.

    Wieso sollte man jetzt Israel die Hilfgüter aushändigen woraufhin eh nur die Hälfte nach Gaza gelangt, weil die andere Hälfte auf der israelischen Blacklist stehen (darunter Baumaterial/med. Gerätschaften)?

    "So lächerlich, dass man eigentlich nichts mehr dazu schreiben braucht."
    Ich hoffe Sie nehmen sich beim Wort.

    Ps: Durch ständige Wiederholungen und nichtanerkennung von einfachen Kausalitäten nimmt sie eh keiner Ernst. Zumal viele Mitforisten wissen, wessen geistes Kind sie sind.

    Wenn Sie es so lächerlich finden weitere Kommentare zu schreiben, dann lassen Sie es doch für heute nachdem Sie sich den ganen Tag die Finger wund geschrieben haben. Da sind Menschen getötet worden, unschuldige Zivilisten falls Ihnen das entgangen ist. Wie wäre es mit ein bißchen Demut ?

  2. Selbstverständlich konnten die Kontrolleure nicht alle Eisenteile und Messer auf den Schiffen verbieten. Mit denen wurde angegriffen, heißt es.
    Soldaten, die sich Messer in den Bauch rammen und Stangen auf den Kopf hauen, von Deck stürzen und die Uzi klauen lassen, dürften wohl tatsächlich auf so etwas nicht gefasst gewesen sein.
    Tragisch auch für die Einheit selbst, sie sah wohl in dem Moment keine Alternative mehr.

  3. Es ist reine israelische Propaganda, wenn behauptet wird, die Aktivisten hätten mit Äxten und Messern die Soldaten angegriffen und obendrein auf sie geschossen. Nirgendwo wird dies bestätigt, dies ist erstunken und erlogen. Es ist vielmehr der hilflose Versuch von Israel, die 20 Toten zu rechtfertigen.

    Es ist schlimm, wenn hier eine kleine aber eifrige Bande von proisraelischen Bloggern versucht, es so darzustellen, als hätten sich die Soldaten nur verteidigt. Vielmehr war es ein Angriff Israels auf eine internationale Flotte in internationalen Gewässern, also ein Akt der Piraterie.

    Israel hat sich mit diesem Angriff außerhalb der internationalen Gemeinschaft gestellt.

    Nachdem die Türkei ihren Botschafter aus Israel abgezogen hat, sollte Deutschland diesem Beispiel folgen und den israelischen Botschafter aus Deutschland ausweisen. Ebenso wird es Zeit, endlich die deutschen Waffenlieferungen an Israel zu unterbinden.

    Kein Land der Welt kann es sich heutzutage leisten, internationale Hilfsorganisationen so massiv zusammenzuschiessen, ohne mit Sanktionen oder gar einer militärischen Intervention rechnen zu müssen. Israel darf dabei nicht die Ausnahme bleiben.

    Dieser Akt der Barbarei war eine israelische Kriegserklärung gegen die internationale Zivilgesellschaft.

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    Es gibt Videos davon. Wenn alle an Land sind, wird es auch mehr Zeugenberichte geben. Das wird interessant.

    Und übrigens war es das noch nicht. Wenn die Marmara in Ashdod ist, muss sie geräumt werden, denn das Militär hat bisher wohl lediglich die Brücke übernommen. Nicht auszuschließen, dass es noch einmal Zusammenstöße gibt.

    Es gibt Videos davon. Wenn alle an Land sind, wird es auch mehr Zeugenberichte geben. Das wird interessant.

    Und übrigens war es das noch nicht. Wenn die Marmara in Ashdod ist, muss sie geräumt werden, denn das Militär hat bisher wohl lediglich die Brücke übernommen. Nicht auszuschließen, dass es noch einmal Zusammenstöße gibt.

    • isipop
    • 31.05.2010 um 19:12 Uhr

    die haben da nix VER-LOOOR-EN! aus schluss fertig basta!

    Antwort auf "Unbewaffnet?"
  4. Da haben sie es wieder mal geschafft ihren Kommentar (blind pro-israelisch) unter die ersten zu lancieren.

    Nochmal zu Erinnerung:
    Israel isoliert/besetzt völkerrechtswidrig diese Gebiete.

    Wieso sollte man jetzt Israel die Hilfgüter aushändigen woraufhin eh nur die Hälfte nach Gaza gelangt, weil die andere Hälfte auf der israelischen Blacklist stehen (darunter Baumaterial/med. Gerätschaften)?

    "So lächerlich, dass man eigentlich nichts mehr dazu schreiben braucht."
    Ich hoffe Sie nehmen sich beim Wort.

    Ps: Durch ständige Wiederholungen und nichtanerkennung von einfachen Kausalitäten nimmt sie eh keiner Ernst. Zumal viele Mitforisten wissen, wessen geistes Kind sie sind.

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    1. Israel hält den Gaza-Streifen nicht besetzt. Auch kontrolliert ("isoliert") nicht Israel alleine die Grenzen, sondern auch Ägypten - übrigens mit Hilfe der EU. Dafür hätte schon ein Blick in Wikipedia gereicht. So viel nur zu den Fakten. Vielleicht sollten Sie sich zunächst mal damit auseinandersetzen, statt auf irgendwelche Kausalitäten zu pochen, wenn nicht mal die Ausgangslage stimmt.

    2. Glauben Sie, es kommen mehr Hilfsgüter an, wenn die Hamas sie erhält? Das ist eine ehrlich gemeinte Frage: glauben Sie das wirklich? Übrigens gelangt durchaus Baumaterial und auch medizinische Gerätschaften in das Gebiet - aber unter strenger Kontrolle. Denn damit lässt sich allerlei anstellen: Bunker bauen, Gifte herstellen und sonst was.

    3. Ich bin nur wieder einer der ersten, weil ich von [hier beliebige jüdische Organisation einsetzen] eine Mitteilung auf mein Smart-Phone bekomme, dass ich hier wieder aktiv werden muss.

    1. Israel hält den Gaza-Streifen nicht besetzt. Auch kontrolliert ("isoliert") nicht Israel alleine die Grenzen, sondern auch Ägypten - übrigens mit Hilfe der EU. Dafür hätte schon ein Blick in Wikipedia gereicht. So viel nur zu den Fakten. Vielleicht sollten Sie sich zunächst mal damit auseinandersetzen, statt auf irgendwelche Kausalitäten zu pochen, wenn nicht mal die Ausgangslage stimmt.

    2. Glauben Sie, es kommen mehr Hilfsgüter an, wenn die Hamas sie erhält? Das ist eine ehrlich gemeinte Frage: glauben Sie das wirklich? Übrigens gelangt durchaus Baumaterial und auch medizinische Gerätschaften in das Gebiet - aber unter strenger Kontrolle. Denn damit lässt sich allerlei anstellen: Bunker bauen, Gifte herstellen und sonst was.

    3. Ich bin nur wieder einer der ersten, weil ich von [hier beliebige jüdische Organisation einsetzen] eine Mitteilung auf mein Smart-Phone bekomme, dass ich hier wieder aktiv werden muss.

  5. Wenn Sie es so lächerlich finden weitere Kommentare zu schreiben, dann lassen Sie es doch für heute nachdem Sie sich den ganen Tag die Finger wund geschrieben haben. Da sind Menschen getötet worden, unschuldige Zivilisten falls Ihnen das entgangen ist. Wie wäre es mit ein bißchen Demut ?

    Antwort auf "Unbewaffnet?"
  6. 1. Israel hält den Gaza-Streifen nicht besetzt. Auch kontrolliert ("isoliert") nicht Israel alleine die Grenzen, sondern auch Ägypten - übrigens mit Hilfe der EU. Dafür hätte schon ein Blick in Wikipedia gereicht. So viel nur zu den Fakten. Vielleicht sollten Sie sich zunächst mal damit auseinandersetzen, statt auf irgendwelche Kausalitäten zu pochen, wenn nicht mal die Ausgangslage stimmt.

    2. Glauben Sie, es kommen mehr Hilfsgüter an, wenn die Hamas sie erhält? Das ist eine ehrlich gemeinte Frage: glauben Sie das wirklich? Übrigens gelangt durchaus Baumaterial und auch medizinische Gerätschaften in das Gebiet - aber unter strenger Kontrolle. Denn damit lässt sich allerlei anstellen: Bunker bauen, Gifte herstellen und sonst was.

    3. Ich bin nur wieder einer der ersten, weil ich von [hier beliebige jüdische Organisation einsetzen] eine Mitteilung auf mein Smart-Phone bekomme, dass ich hier wieder aktiv werden muss.

    Antwort auf "YaDestHu"
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    Geben sie einfach zu, dass die Reaktion Israels wieder mal voll daneben ist und das Israel eine nicht unerheblich Teilschuld an diesem Konflikt hat.

    Das ist es ja, was ich in all ihren Kommentaren vermisse.
    Israel wird es ihnen danken (mehr als wenn sie in Foren ignorant, pro-israaelisch kommentieren).

    Gute Besserung.

    Geben sie einfach zu, dass die Reaktion Israels wieder mal voll daneben ist und das Israel eine nicht unerheblich Teilschuld an diesem Konflikt hat.

    Das ist es ja, was ich in all ihren Kommentaren vermisse.
    Israel wird es ihnen danken (mehr als wenn sie in Foren ignorant, pro-israaelisch kommentieren).

    Gute Besserung.

  7. Auch mit der Pressefreiheit ist es in Israel nicht so gut bestellt. Reporter ohne Grenzen listen Israel unter den 40 Staaten auf, die die "größten Feinde der Pressefreiheit" sind.

    http://www.reporter-ohne-...

    Wie jetzt mit den Journalisten an Bord der Gaza-Flotte umgegangen wird, kann nur vermutet werden. Zudem Israel der Presse den Kontakt zu den (überlebenden) Aktivisten unterbunden hat.

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