Probleme auf dem Weg zum Gaza-Streifen: Die "Solidaritätsflotte" aus rund700pro-palästinensischen Menschenrechtsaktivisten ist auf technische Probleme gestoßen. Nach Defekten an zwei Booten prüfen die Organisatoren der Aktion nunmehr einen Sabotageverdacht. Die Lenkung beider Boote sei "unter verdächtigen Umständen" zeitgleich wegen eines Schadens an der Hydraulik ausgefallen, sagte Mitbegründerin Greta Berlin. Bei einer Untersuchung beider Boote vor Fahrtantritt seien keinerlei Mängel festgestellt worden.

Noch Am Nachmittag soll die "Solidaritätsflotte" ihre Fahrt fortsetzen. Allerdings nehmen nur noch fünf statt der geplanten acht Schiffe Kurs auf den Gaza-Streifen.

An der "Solidaritätsflotte" beteiligen sich Aktivisten aus40Ländern. Mit ihr wollen sie nach Angaben derOrganisatoren versuchen, die israelische Seeblockade vor dem Gaza-Streifen zu brechen.

An Bord der Schiffe seien rund10.000Tonnen Hilfsgüter wie Medikamente, Baumaterialien und Nahrungsmittel für die palästinensische Bevölkerung. Den Aktivisten haben sich mit Annette Groth und Inge Höger zwei Bundestagsabgeordnete der Linkspartei sowie der schwedische Schriftsteller Henning Mankell angeschlossen.

Israel will verhindern, dass die Schiffe bis zum Gaza-Streifen vordringen. Hunderte Soldaten, Angehörige der Marine sowie Polizisten wurden zusammengerufen. Nach israelischen Medienberichten sollen Boote der israelischen Marine die "Solidaritätsflotte" zuerst umkreisen und dann per Lautsprecher darauf hinweisen, dass eine Weiterfahrt in die Küstengewässer gegen das Gesetz verstößt. Wenn die Aktivisten nicht abdrehen, dann sollen die Schiffe von israelischen Einsatzkräften übernommen werden.

Die Teilnehmer sollen dann in einem Speziallager im Hafen von Aschdod befragt werden. Sollten die Aktivisten einer Abschiebung zustimmen, werden sie sofort zum internationalen Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv gebracht. Wenn sie keine gültigen Reisepässe haben, können sie verhaftet werden.