Schuldenkrise Neuer Generalstreik legt Griechenland lahm

Aus Protest gegen die Sparpolitik haben Beschäftigte demonstriert, statt zu arbeiten. Busse und Bahnen standen, Schulen blieben geschlossen.

Mitglieder der Kommunistischen Partei demonstrieren gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung

Mitglieder der Kommunistischen Partei demonstrieren gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung

Aus Wut über drastische Sparmaßnahmen haben Griechenlands Gewerkschaften mit einem neuen Generalstreik das öffentliche Leben weitgehend gelähmt. Fähren, Busse und Bahnen fuhren nicht mehr. Alle staatlichen Behörden sowie viele Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Betroffen waren auch Touristen-Attraktionen wie die Akropolis in Athen.

Der internationale Flugverkehr wurde dagegen normal abgewickelt, da sich die Fluglotsen nicht am Streik beteiligten. Das staatliche Fernsehen sendete nur Dokumentarfilme. Die privaten Radio- und Fernsehstationen und die Journalisten arbeiteten dagegen normal. Die Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle.

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Kommunistische Demonstranten besetzten den Eingang des Arbeitsministeriums in Athen. Um Ausschreitungen zu vermeiden, nahm die Polizei im als Hochburg der Autonomen geltenden Athener Stadtteil Exarcheia mehrere Personen in Gewahrsam. Bei Ausschreitungen waren am 5. Mai drei Menschen in Athen ums Leben gekommen, als Vermummte Brandflaschen in eine Bank warfen.

Überall in der griechischen Hauptstadt waren Transparente mit Aufschriften wie "Uns reicht es" zu sehen, mit denen Demonstranten zum Parlament ziehen wollten. 

Die zwei größten Gewerkschaftsverbände des privaten und des staatlichen Sektors (GSEE und ADEDY) sowie die kommunistische Gewerkschaft (PAME) riefen abermals zu Demonstrationen im Zentrum Athens und anderer Städte am frühen Nachmittag auf. Die Polizei rechnet mit mehreren Zehntausend Demonstranten.

Die Gewerkschaften fordern eine Rücknahme der Sparmaßnahmen, mit denen sich die Athener Regierung ein Hilfspaket von 110 Milliarden Euro der EU und des Internationalen Währungsfonds gesichert hat.

Umfragen zufolge befürworten die meisten Bürger des hoch verschuldeten Mittelmeerlandes zwar generell Reformen, lehnen aber die konkreten Maßnahmen für Geringverdiener als ungerecht ab. Die Gewerkschaften wissen 2,5 Millionen Menschen hinter sich – die Hälfte der aller Beschäftigten des Landes.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich verstehe einfach nicht, was genau diese Demonstranten sich dabei denken. Wer soll denn den griechischen Haushalt bezahlen, wenn nicht sie selbst?

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    Moin,
    die eigentliche Problematik ist, dass eine PASOK-Regierung ab 1996 versuchte, das Land zu reformieren, damit auch die EURO-Reife beförderte. Ministerpräsident war Simitis, zuvor Professor in Gießen. Für den technokratischen Stil, dies zu bewegen, wurde die Regierung 2004 abgewählt. Noch weiter zurück, von 1981 bis 1996 regierte Papandreou (Vater), dem ein korruptes System nachgesagt wird. In seine Zeit fiel die Aufnahme als zehntes EG-Mitglied. Aber wieder näher an die Gegenwart, Nachfolger von Simitis wurde 2004 der Nea- Dimokratia-Politiker Karamanlis, verwickelt in einen Immobilien-Skandal. Karamalis und seine Regierung wurden 2009 abgewählt. Die neue Regierung Papandreou (Sohn), die die kritische Situation erkannt hat, beim Namen nannte und den Schritt zum Umlenken tat, wird dafür vom eigenen Volk beschimpft, das nun herausgerissen wurde aus einem vermeintlichen Paradies. Aber nicht nur im Inland trifft ihn die Wut, auch im Ausland steht er als Sündenbock da.
    Wir haben also eine vergleichbare Situation wie bei, und hier trage ich einmal dick auf, Gorbatschow. Nur das letzterer zumindest im Ausland hoch angesehen war und ist.
    Vielleicht hätte man in der EU den jungen Papandreou einfach nicht so wie eine heiße Kartoffel fallen lassen sollen. Zu befürchten steht, dass der Reformer wieder ersetzt wird durch einen Trickser, der größt mögliche Schaden. Und zwar für alle, Griechen wie EU, letztlich auch am teuersten.
    Beste Grüße
    Grabert

    Moin,
    die eigentliche Problematik ist, dass eine PASOK-Regierung ab 1996 versuchte, das Land zu reformieren, damit auch die EURO-Reife beförderte. Ministerpräsident war Simitis, zuvor Professor in Gießen. Für den technokratischen Stil, dies zu bewegen, wurde die Regierung 2004 abgewählt. Noch weiter zurück, von 1981 bis 1996 regierte Papandreou (Vater), dem ein korruptes System nachgesagt wird. In seine Zeit fiel die Aufnahme als zehntes EG-Mitglied. Aber wieder näher an die Gegenwart, Nachfolger von Simitis wurde 2004 der Nea- Dimokratia-Politiker Karamanlis, verwickelt in einen Immobilien-Skandal. Karamalis und seine Regierung wurden 2009 abgewählt. Die neue Regierung Papandreou (Sohn), die die kritische Situation erkannt hat, beim Namen nannte und den Schritt zum Umlenken tat, wird dafür vom eigenen Volk beschimpft, das nun herausgerissen wurde aus einem vermeintlichen Paradies. Aber nicht nur im Inland trifft ihn die Wut, auch im Ausland steht er als Sündenbock da.
    Wir haben also eine vergleichbare Situation wie bei, und hier trage ich einmal dick auf, Gorbatschow. Nur das letzterer zumindest im Ausland hoch angesehen war und ist.
    Vielleicht hätte man in der EU den jungen Papandreou einfach nicht so wie eine heiße Kartoffel fallen lassen sollen. Zu befürchten steht, dass der Reformer wieder ersetzt wird durch einen Trickser, der größt mögliche Schaden. Und zwar für alle, Griechen wie EU, letztlich auch am teuersten.
    Beste Grüße
    Grabert

  2. Moin,
    die eigentliche Problematik ist, dass eine PASOK-Regierung ab 1996 versuchte, das Land zu reformieren, damit auch die EURO-Reife beförderte. Ministerpräsident war Simitis, zuvor Professor in Gießen. Für den technokratischen Stil, dies zu bewegen, wurde die Regierung 2004 abgewählt. Noch weiter zurück, von 1981 bis 1996 regierte Papandreou (Vater), dem ein korruptes System nachgesagt wird. In seine Zeit fiel die Aufnahme als zehntes EG-Mitglied. Aber wieder näher an die Gegenwart, Nachfolger von Simitis wurde 2004 der Nea- Dimokratia-Politiker Karamanlis, verwickelt in einen Immobilien-Skandal. Karamalis und seine Regierung wurden 2009 abgewählt. Die neue Regierung Papandreou (Sohn), die die kritische Situation erkannt hat, beim Namen nannte und den Schritt zum Umlenken tat, wird dafür vom eigenen Volk beschimpft, das nun herausgerissen wurde aus einem vermeintlichen Paradies. Aber nicht nur im Inland trifft ihn die Wut, auch im Ausland steht er als Sündenbock da.
    Wir haben also eine vergleichbare Situation wie bei, und hier trage ich einmal dick auf, Gorbatschow. Nur das letzterer zumindest im Ausland hoch angesehen war und ist.
    Vielleicht hätte man in der EU den jungen Papandreou einfach nicht so wie eine heiße Kartoffel fallen lassen sollen. Zu befürchten steht, dass der Reformer wieder ersetzt wird durch einen Trickser, der größt mögliche Schaden. Und zwar für alle, Griechen wie EU, letztlich auch am teuersten.
    Beste Grüße
    Grabert

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