Gesunkenes Kriegsschiff USA fürchten neue Gewalt zwischen Nord- und Südkorea
Der Streit um ein gesunkenes Militärschiff eskaliert: Seoul fordert eine Entschuldigung von Pjöngjang – anderenfalls drohten ernste Konsequenzen. Washington ist besorgt.
© Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

Protestmarsch in Seoul: So wie diese Veteranen verdächtigen viele Nordkorea und fordern Revanche
US-Außenministerin Hillary Clinton hat die Lage an der koreanischen Halbinsel als "höchst prekär" bezeichnet. "Die US-Regierung bemüht sich mit aller Kraft, eine Eskalation der Gewalt zwischen Nord- und Südkorea zu verhindern", sagte sie in Peking. Man würde fortlaufend überprüfen, ob Nordkorea auf der Liste jener Staaten stehen sollte, die Terrorismus unterstützen. Sobald Klarheit über die Umstände des Schiffsuntergangs herrsche, würden die USA entsprechend handeln, sagte Clinton.
Auslöser für die Besorgnis der USA sowie die Spannungen zwischen Seoul und Pjöngjang ist der Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes Cheonan , bei dem 46 Seeleute ums Leben kamen. Der Zwischenfall ereignete sich Ende März unweit der umstrittenen Seegrenze zwischen Süd- und Nordkorea. Eine internationale Expertenkommission kam inzwischen zu dem Ergebnis, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Das Regime in Nordkorea bestreitet jede Verantwortung für den Untergang.
Regierung und Bevölkerung im Nachbarstaat glauben dies allerdings nicht. Südkoreas Präsident Lee forderte in einer landesweit im Fernsehen ausgestrahlten Rede, der Norden müsse sich für den Vorfall entschuldigen und die Verantwortlichen bestrafen. Zugleich drohte er Nordkorea im Fall weiterer "Provokationen" mit scharfen militärischen Reaktionen. Die koreanische Halbinsel befinde sich an einem "kritischen Wendepunkt".
Südkorea habe "immer wieder Nordkoreas Brutalität" hingenommen, führte Lee weiter aus. "Aber die Dinge haben sich jetzt geändert." Sein Land werde keine Provokationen Nordkoreas mehr dulden. Falls die Gewässer Südkoreas, dessen Luftraum oder Territorium verletzt würden, werde das Land sofort von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen. Das Militär soll reformiert und aufgerüstet werden.
In der Fernsehansprache kündigte Präsident Lee ferner an, den Fall vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Dabei darf Seoul offenbar mit der Unterstützung Japans rechnen. Örtlichen Agenturberichten zufolge wies Ministerpräsident Yukio Hatoyama seine Minister an, zusätzliche mögliche Sanktionen im Einzelnen zu prüfen. Denkbar wären dann die Unterbrechung der einzigen Fährverbindung nach Nordkorea sowie ein Importverbot für sämtliche nordkoreanische Waren.
Ähnliche Schritte hat nun auch Südkorea eingeleitet. Nach Angaben von Präsident Lee werde sein Land den Handel mit dem Norden vollständig einstellen und seine Gewässer für Handelsschiffe aus dem Norden sperren. "Unter den gegebenen Umständen ist ein Austausch mit dem kommunistischen Norden unsinnig." Unter anderem dürften Handelsschiffe aus dem Norden die südkoreanischen Schifffahrtsrouten nicht mehr nutzen. Eine Ausnahme gebe es für das gemeinsam betriebene Industriegebiet Kaesong auf nordkoreanischer Seite und für humanitäre Hilfe für Kinder im Norden.
Trotz der besorgten und beschwichtigenden Worte seiner Außenministerin in Peking steht Präsident Barack Obama hinter der Erklärung des südkoreanischen Präsidenten. Nordkorea müsse außerdem sein "kriegerisches und bedrohliches Verhalten" sofort einstellen, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. Die USA würden Südkorea bei dessen Verteidigung weiterhin unterstützen. Obama habe das US-Militär angewiesen, sich eng mit den südkoreanischen Generälen abzustimmen, um künftige Provokationen zu verhindern.
Die Antwort aus Pjöngjang erfolgte prompt: Sollte der Süden – wie ebenfalls geplant – tatsächlich die anti-nordkoreanische Propaganda an der schwer bewachten Grenze wieder aufnehmen, werde sich dies Nordkorea nicht gefallen lassen. Falls Südkorea neue Instrumente der "psychologischen Kriegsführung" wie beispielsweise Lautsprecher installiere, werde Nordkorea das Feuer eröffnen und diese zerstören, wurde ein Befehlshaber der Volksarmee von den Staatsmedien zitiert. Man werde diese Aktionen als "ernste militärische Provokation" auffassen.
Der Norden hat bereits mehrfach mit Angriffen auf den Süden gedroht . Angesichts einer wesentlich besser gerüsteten Armee der Regierung in Seoul und rund 28.000 amerikanischen Soldaten auf der Halbinsel gleicht eine tatsächliche Attacke Experten zufolge allerdings einer Selbstmordaktion der Führung in Pjöngjang.
- Datum 24.05.2010 - 13:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 34
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.... Regierung in Seoul und rund 28.000 amerikanischen Soldaten auf der Halbinsel gleicht eine tatsächliche Attacke Experten zufolge allerdings einer Selbstmordaktion der Führung in Pjöngjang."
Es käme wohl auf den Verlauf an und der Ausgang eines Konfliktes steht außer Frage, wenn sich China nicht eingriffe, aber ein paar Hunderttausend Leben könnte es sehr leicht kosten. Das riskiert China seit Jahren.
...kam inzwischen zu dem Ergebnis, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde."
Nun ja, man hat ein Wrack präsentiert und Reste eines Torpedos, ob die zwei jemals miteinander in Berührung kamen läßt sich kaum nachvollziehen.
Falls doch, bleibt immer noch die Frage, wer hat den Torpedo nordkoreanischer Bauart abgefeuert und warum ?
cui bono?
Nordkorea ? Wohl kaum.
Es ist immer suspekt, wenn man vom Wohl eines Landes spricht und Dinge damit zu erklären sucht. Länder bestehen immer aus Interessengruppen, deren Interessen sehr differieren und oft gegensätzlich sind. Das gilt in zugespitzter Form für Autokratien und wiederum intensiver, wo die Machtweitergabe in absehbarer Zeit ansteht. Daher müssten Sie das "Cui Bono" Argument auf Gruppen oder sogar Personen unterhalb der nationalen Ebene ansetzen. Dort werden Sie feststellen, dass durchaus Interesse vorliegen kann einen internationalen Eklat zu provozieren.
Es ist immer suspekt, wenn man vom Wohl eines Landes spricht und Dinge damit zu erklären sucht. Länder bestehen immer aus Interessengruppen, deren Interessen sehr differieren und oft gegensätzlich sind. Das gilt in zugespitzter Form für Autokratien und wiederum intensiver, wo die Machtweitergabe in absehbarer Zeit ansteht. Daher müssten Sie das "Cui Bono" Argument auf Gruppen oder sogar Personen unterhalb der nationalen Ebene ansetzen. Dort werden Sie feststellen, dass durchaus Interesse vorliegen kann einen internationalen Eklat zu provozieren.
Es ist immer suspekt, wenn man vom Wohl eines Landes spricht und Dinge damit zu erklären sucht. Länder bestehen immer aus Interessengruppen, deren Interessen sehr differieren und oft gegensätzlich sind. Das gilt in zugespitzter Form für Autokratien und wiederum intensiver, wo die Machtweitergabe in absehbarer Zeit ansteht. Daher müssten Sie das "Cui Bono" Argument auf Gruppen oder sogar Personen unterhalb der nationalen Ebene ansetzen. Dort werden Sie feststellen, dass durchaus Interesse vorliegen kann einen internationalen Eklat zu provozieren.
Eine Überzahl von Soldaten sagt garnichts aus,sonst wär in
Afghanistan schon Frieden!In Nordkorea bekommt die Bevölke-
rung nur Propaganda zu hören und glaubt diese,der Glaube und
Wille hat schon in manchen Kriegen über die stärkeren Waffen
gesiegt,siehe Vietnam unter Franzosen und Amerikanern.Dann
soll Nordkorea noch Atombomben besitzen,waren doch schon im-
mer am Testen!Auf welche Seite schlägt sich China und zu wem
hält es?Die falsche Seite dürfte unsere Exporterfolge sehr
einschränken!Ausserdem könnte auch Südkorea selbst das Schiff versenkt haben mit einem nordkoreanischen Torpedo oder eine andere Macht,deren Interesse ein Krieg der beiden
Staaten ist.Möglichkeiten gibts genug,um einen Krieg anzu-
zetteln.Auch wenn die Beweislage eindeutig ist,muss sie nicht stimmen!
Nordkorea bzw. die nordkoreanische Führung könnte durchaus von einer absichtlich erzeugten, "schärferen Bedrohungslage" (und so wird das der Bevölkerung wohl auch verkauft) profitieren: Kim Jong Il scheint schon seit längerem gesundheitlichen angeschlagen und über einen Führungswechsel an der Spitze des Staates wird auch nicht erst seit gestern diskutiert.
Das Heraufbeschwören eines Krieges könnte ein Versuch der Junta sein, die Bevölkerung hinter dem "geliebten Führer" zu versammeln, andererseits das Militär auf Linie zu halten, um einen Machtwechsel möglichst ungestört über die Bühne zu bringen.
...wenn Nordkorea den Vorfall auf offener Bühne mit großem medialen Tam Tam abgewickelt hätte.
Aber das Fehlen der Fregatte löste keinerlei Schlagzeilen aus, gefunden wurde sie auch eher zufällig.
Lediglich die "internationale Expertenkommission" hat Südkorea quasi gezwungen irgendetwas halbwegs Bedrohliches zu äußern, sonst hätte man dort das Gesicht verloren.
Es könnte natürlich auch Südkorea sein eigenes Boot mit einem Beutetorpedo versenkt haben ( wenn denn der gezeigte Rest tatsächlich an der Versenkung beteiligt war.), aber zu welchem Zweck ?
Meine Lieblingstherorie ist allerdings, daß das "zufällig" in der Nähe kreuzende US-Kriegsschiff hier etwas nachgeholfen hat, dazu würde das Gegreine von Frau Clinton perfekt passen.
Auf ähnliche Weise hat man schon früher versucht sich selbst zu einem Kriegseintritt zu provozieren.
Andererseits könnten auch Süd- und Nordkorea zwischen die Fronten von Phantom und MI5 geraten sein ;-)
...wenn Nordkorea den Vorfall auf offener Bühne mit großem medialen Tam Tam abgewickelt hätte.
Aber das Fehlen der Fregatte löste keinerlei Schlagzeilen aus, gefunden wurde sie auch eher zufällig.
Lediglich die "internationale Expertenkommission" hat Südkorea quasi gezwungen irgendetwas halbwegs Bedrohliches zu äußern, sonst hätte man dort das Gesicht verloren.
Es könnte natürlich auch Südkorea sein eigenes Boot mit einem Beutetorpedo versenkt haben ( wenn denn der gezeigte Rest tatsächlich an der Versenkung beteiligt war.), aber zu welchem Zweck ?
Meine Lieblingstherorie ist allerdings, daß das "zufällig" in der Nähe kreuzende US-Kriegsschiff hier etwas nachgeholfen hat, dazu würde das Gegreine von Frau Clinton perfekt passen.
Auf ähnliche Weise hat man schon früher versucht sich selbst zu einem Kriegseintritt zu provozieren.
Andererseits könnten auch Süd- und Nordkorea zwischen die Fronten von Phantom und MI5 geraten sein ;-)
wird nicht verstanden. Man sollte sich vergegenwärtigen, dass der Mensch ohne gute Sitten nur ein Stück Kreatur ist, das sich im Winter nackend mit Steinen gegen Wolfsrudel verteidigt. Alles, was an Zivilisation darüber ist, beruht auf Absprachen und vernünftiger Überlegung, welche als Erfahrungsgrundlage die guten Sitten hat. Diese Software menschlicher Zivilisation ist leicht stör - und zerstörbar, d.h. wenn Menschen die Zwänge unmittelbarer Diktatur nicht mehr spüren, dann wird dies von nicht wenigen als Freiheit zur Kriminalität verstanden und die Vernunft wird immer verlieren, denn diejenigen, die in mühevoller Arbeit irgendwelche administrativen oder sonstwelche Aufgaben wahrnehmen, werden den Angriffen organisierter Gesetzlosigkeit nicht gewachsen sein. So gilt für die Menschheit: "Wenn dem Esel zu wohl ist, dann geht er aufs Eis" oder auch "Absägen des Astes, auf dem man sitzt". Wenn dann allerdings nur noch Unvernunft triumphiert, dann kommt die Geißel des Krieges, die sehr bewusst dann aus der Kammer geholt wird. Ein Grund wird sich immer finden, dass es irgendwo erstmal anfängt, das weitere ergibt sich dann ganz von alleine. Nach jahrelangen Waffengängen ist die Menschheit dann wieder etwas klüger geworden. Nordkorea wird sicherlich siegen, wie Stalins Russland und Ho's Nordvietnam gesiegt haben - fragt sich, ob das nicht Pyrrhussiege sein werden.
Wo hat die Auseinandersetzung stattgefunden? Wie ist die Gruppe der int. Ermittler zusammengesetzt? Wer hat zuerst geschossen, wenn überhaupt?
Obambam sollte seine Truppen nur dann da lassen falls Nordkorea als erster schießt, falls Südkorea anfängt sind alle Beziehungen und Hilfen abzubrechen.
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