Anschläge in Mumbai Attentäter des Mordes schuldig gesprochen

Er ist der einzige überlebende Attentäter der Anschläge von Mumbai – nun droht ihm die Todesstrafe. Ein indisches Gericht befand ihn des Mordes für schuldig.

Der Prozess in Mumbai fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt

Der Prozess in Mumbai fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt

Knapp eineinhalb Jahre nach der Terrorserie von Mumbai hat ein Sondergericht in der westindischen Finanzmetropole den 22-jährigen Angreifer unter anderem wegen Mordes verurteilt. Ein Reporter des Nachrichtensenders NDTV, der zur Urteilsverkündung zugelassen war, sagte, Ajmal Amir Kasab sei am Montag in allen 86 Anklagepunkten schuldig befunden worden, darunter neben Mord auch "Kriegsführung gegen Indien". Das Strafmaß für den Pakistaner – lebenslange Haft oder wie von der Staatsanwaltschaft beantragt die Todesstrafe – soll in den kommenden Tagen verkündet werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte als Beweis für seine Schuld Bilder von Überwachungskameras vorgelegt, die den Angeklagten und einen Komplizen mit Sturmgewehren auf dem Victoria-Bahnhof in Mumbai zeigten. Durch Schüsse und Granaten waren in dem Bahnhof 52 Menschen getötet und 109 weitere verletzt worden.

Anzeige

Bei der beispiellosen Terrorserie hatten die Extremisten über drei Tage Geiseln genommen und Luxushotels sowie andere Gebäude in Mumbai angegriffen und besetzt gehalten. Nach Überzeugung indischer Ermittler wurde die Terrorserie in Pakistan geplant. Die Anschläge belasten die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan bis heute. Indien setzte die Friedensgespräche mit dem Nachbarland nach dem Blutbad aus.

NDTV berichtete, auch das Gericht habe sich in der Urteilsverkündung überzeugt gezeigt, dass die Angriffe in Pakistan geplant wurden. Die Staatsanwaltschaft wollte bei dem Verfahren Verbindungen zwischen Kasab, Lashkar-e-Taiba (Armee der Reinen) und der pakistanischen Armee nachweisen. Das Verfahren gegen Kasab war einer der schnellsten Terrorprozesse in Indien. Es war im April 2009 unter massiven Sicherheitsvorkehrungen in Mumbai eröffnet worden. Insgesamt wurden mehr als 650 Zeugen vernommen.

Für den Prozess war in einem Hochsicherheitsgefängnis eigens ein bombensicherer Gerichtssaal eingerichtet worden. Kasab hatte im vergangenen Juli zunächst seine Tatbeteiligung eingeräumt. Später widerrief er das Geständnis und erklärte, es sei durch Folter erzwungen worden.

 
Leser-Kommentare
    • k2
    • 03.05.2010 um 15:50 Uhr

    Indien und der Iran haben bekanntlich die Folterkonvention nie
    ratifiziert und es wird wie z.B. heute im Irak oft gefoltert :
    "
    صورة لأمير المؤمنين الشيخ أبو عمر البغدادي وهو يضحك على أعدائه, فرحاً بجنات ربه.

    ". Es ist ein logisches Korollar, dass Folterungen zu Ermordungen führen:"Getreues Bild von Sheikh Abu Omar Al-Baghdadi", der in Gefangenschaft nun gestorben ist.

    http://www.muslm.net/vb/s...

    Auf dieser soeben präsentierten Folie, dass
    Indien gegen die Anti-Foltervereinbarung ist,
    kommt dem letzten Satz im Zeitungsartikel
    besondere Bedeutung zu.
    "Kasab hatte im vergangenen Juli zunächst seine Tatbeteiligung eingeräumt. Später widerrief er das Geständnis und erklärte, es sei durch Folter erzwungen worden"(Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP).

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Kommentare 1
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Kriminalität | Pakistan | Mumbai | Indien | Anschlag | Staatsanwaltschaft
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service